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Abraham im Neuen Testament und in der Auslegung der Kirchenväter

Titel: Abraham im Neuen Testament und in der Auslegung der Kirchenväter

Seminararbeit , 2010 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Markus Dörner (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema „Ruhen in Abrahams Schoß“ berührt den Menschen ungeachtet einer Vielfalt an theologischen Interpretationsmustern und einem mancherorts eingeschrittenen Glaubensrelativismus nach wie vor auf eine recht eigentümliche und tiefe Weise. Wer die Stelle Lk 16, 19- 31 liest, bekommt nichts mit von Toleranz und Gleichheit aller Menschen vor dem Gericht des Herrn. Das „Beispiel vom reichen Mann und vom armen Lazarus“, wie es die Einheitsübersetzung überschreibt und welches zum Sondergut des Autoren, Lukas, gehört, berichtet über einen reichen Mann, welcher sich für sämtliche Bedürfnisse des Alltages keine Sorgen zu machen braucht. Vor seiner Tür liegt ein armer Mann, obdachlos, mit Geschwüren am Leib übersät, mit Namen Lazarus, welcher sich von den Brosamen ernähren muß, die der reiche Mann fallen lässt. Als der Bettler stirbt, wird er von den Engeln „in Abrahams Schoß getragen.“ Der reiche Mann stirbt, wobei ihm jedoch die Freuden des Lazarus nicht zuteil werden; er darf sie nur von ferne, aus dem Feuer, sehen. Das Feuer bereitet dem reichen Mann große Qualen; zuerst bittet er um Kühlung seiner Zunge durch den Lazarus, was Abraham ablehnt. Darauf bittet der Reiche, Lazarus möge seine noch auf Erden lebenden Brüder warnen, damit sie nicht an den „Ort der Qual“ gelangen. Abraham lehnt ab; die Brüder würden sich ohnehin nicht bekehren. Das Leben des reichen Mannes wie das des Bettlers endet gleichsam als ein substantielles Gegenüber von Tag und Nacht; die Kontraste dieser beiden Leben sind übergroß. Es stellt sich die Frage, welche Mühen und Gedankenansätze, Anthropologien die Kirche in ihrer langen Geschichte investiert hat, um den Menschen einen Spiegel vorzuhalten, nach dem Gott jeden Menschen prüft, belohnt oder straft. Die These, das Christentum lehre die Gleichheit aller Menschen, ist nur bedingt gültig. Ein Mensch ist zwar in seinem absoluten Wert d. h. seiner Berufung und Bestimmung zu einem letzten, absolut wertvollen, bleibenden Ziel, welches die ewige Kindschaft und Anschauung Gottes ist, gleich wert wie jeder seiner Artgenossen. Jedoch liegt dieses letzte Ziel, dessen Erstrebung ein gelungenes Leben erst ausmacht, unterschiedlich weit weg von allen Menschen. Um das Ziel der vollen, ewigen Anschauung Gottes zu erreichen, müssen bestimmte Wege gegangen werden, von denen nicht abgeirrt werden darf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II a Biblische Verbindungslinien zu Abraham

II b Biblische Verbindungslinien zu Lazarus

III a Biblische Verbindungslinien zum Reich des Todes

III b Der reiche Mann, exegetisch- systematische Reflexion

III c Die Hoffnung des Betenden- was bleibt?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit befasst sich mit dem Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus (Lk 16, 19-31) und untersucht die theologische Bedeutung des Motivs „Ruhen in Abrahams Schoß“ sowie die anthropologischen und eschatologischen Konsequenzen für das christliche Verständnis von Tod, Gottesbeziehung und zwischenmenschlicher Verantwortung.

  • Exegese des Gleichnisses vom reichen Mann und Lazarus im Lukasevangelium.
  • Die Rolle Abrahams als Stammvater und Vermittler der Heilszusage.
  • Eschatologische Betrachtung der Totenwelt und der Hoffnung auf die Anschauung Gottes.
  • Ethische Reflexion über Reichtum, Unterlassungssünden und die Notwendigkeit von Barmherzigkeit.

Auszug aus dem Buch

III a Biblische Verbindungslinien zum Reich des Todes

Nach alttestamentlicher Annahme gehen alle Menschen bei ihrem Tod ins Totenreich, wobei unterschieden wird zwischen dem Schicksal der im Totenreich versammelten Gerechten in Gegensatz zu den Sündern. Dieser Vergeltungsgedanke führt dazu, mehrere Abteilungen des Totenreiches anzunehmen. Der griechische Urtext bei Lukas wähnt den Reichen dabei in der tiefen Unterwelt, dem Hades. Lazarus, welcher im Schoße Abrahams ruht, befindet sich offenbar in einer Abteilung Gerechtfertigter, welche in einem Zustand (nicht unbedingt an einem Ort!) des Glücks leben dürfen. Der Terminus „Vorhölle“ kommt zwar in der Heiligen Schrift nicht vor, wird jedoch allgemein mit der Niederfahrt Christi in Verbindung gebracht.

Christus, welcher nach dem Kreuzestod ins Totenreich geht, wird bei seiner Auferstehung wieder daraus befreit, wie es die Pfingstpredigt des Petrus (Apg 2, 24- 31) erwähnt und was ebenso von Paulus (Röm 10, 6f./ vgl. auch Eph 4, 9f.) thematisiert wird. Durch Tod und Auferstehung bricht der Messias die Macht des Todes und des Totenreiches, was den Autor in Offb 1, 18 zu dem Schluss kommen lässt, Jesus besitze die Schlüssel des Todes und der Unterwelt. Nach dieser alten Theorie geschieht im limbus patrum die Verkündigung der Erlösung an die Gerechten des AT, welche sich durch den Abstieg Jesu Christi bekehrten.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung führt in das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus ein und thematisiert das christliche Verständnis von der Gleichheit aller Menschen vor Gott sowie die notwendige Lebensausrichtung auf die Gemeinschaft mit ihm.

II a Biblische Verbindungslinien zu Abraham: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle Abrahams als auserwählter Stammvater und seine Bedeutung für den Glauben im Alten und Neuen Bund.

II b Biblische Verbindungslinien zu Lazarus: Hier wird der arme Bettler als einzige namentlich genannte Person in den Gleichnisreden Jesu betrachtet und der Kontrast zum namenlosen reichen Mann herausgearbeitet.

III a Biblische Verbindungslinien zum Reich des Todes: Das Kapitel analysiert alttestamentliche und neutestamentliche Vorstellungen vom Totenreich, dem Hades und der Bedeutung der Niederfahrt Christi.

III b Der reiche Mann, exegetisch- systematische Reflexion: Der Fokus liegt auf der Unterlassungssünde des Reichen und der theologischen Notwendigkeit von gelebter Barmherzigkeit und Herzensbildung.

III c Die Hoffnung des Betenden- was bleibt?: Es wird untersucht, welche Hoffnung dem Menschen über den Tod hinaus bleibt und wie das Gleichnis den Blick auf das ewige Heil bei Gott richtet.

Schlüsselwörter

Abraham, Lazarus, Gleichnis, Lk 16, Totenreich, Hades, Barmherzigkeit, Eschatologie, Gerechtigkeit, Gottesbeziehung, Unterlassungssünde, christliche Hoffnung, Seelenheil, Erlösung, Menschenwürde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das biblische Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus, um daraus theologische und ethische Schlüsse für das Leben des Menschen zu ziehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung Abrahams, die christliche Sicht auf das Leben nach dem Tod sowie die soziale Verantwortung gegenüber Mitmenschen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, welche anthropologischen und theologischen Ansätze die Kirche nutzt, um den Menschen angesichts des irdischen Endes auf das ewige Ziel der Anschauung Gottes hinzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine exegetisch-systematische Reflexion durchgeführt, die biblische Quellen sowie kirchenväterliche Interpretationen und dogmatische Lehrmeinungen einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Verbindungslinien zu Abraham und Lazarus, die Vorstellung vom Totenreich und eine Reflexion über das Handeln des reichen Mannes sowie die Hoffnung des Betenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Abraham, Lazarus, Barmherzigkeit, Eschatologie, Hades und christliche Hoffnung charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der irdischen und der ewigen Perspektive?

Der Autor versteht die Erde als Durchgang und Bewährungsort, während die ewige Perspektive auf die volle Gemeinschaft mit Gott im Schauen gerichtet ist.

Welche Bedeutung kommt der "Unterlassungssünde" im Kontext des Gleichnisses zu?

Die Unterlassungssünde des reichen Mannes wird als Folge einer verhärteten Herzensbildung und einer Blindheit für die Not der Mitmenschen dargestellt, die den Zugang zu Gott blockiert.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Abraham im Neuen Testament und in der Auslegung der Kirchenväter
Hochschule
Philosophisch-Theologische Hochschule Münster
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
2,3
Autor
Markus Dörner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V463954
ISBN (eBook)
9783668908161
ISBN (Buch)
9783668908178
Sprache
Deutsch
Schlagworte
abraham neuen testament auslegung kirchenväter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Dörner (Autor:in), 2010, Abraham im Neuen Testament und in der Auslegung der Kirchenväter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463954
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Leseprobe aus  19  Seiten
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