Der heilige Ignatius von Loyola und das Menschenbild seiner Geistlichen Übungen

Eine theologische Untersuchung


Akademische Arbeit, 2012

65 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

Inhalt

1.0) Einleitung oder Gottesbeweis gegen Exerzitien
1.1) Ignatius von Loyola- ein heiliger Lebenskampf
1.2.0) Die Geistlichen Übungen als Vermächtnis des Ordensvaters an die Weltkirche
1.2.1) Prinzip und Fundament der ignatianischen Exerzitien
1.2.2) Ignatius und die lange Tradition der Exerzitien
1.2.3) Die erste Woche der Geistlichen Übungen
1.2.4) Die zweite Woche der Geistlichen Übungen)
1.2.5) Die dritte Woche der Geistlichen Übungen
1.2.6) Die vierte Woche der Geistlichen Übungen

2.0) Weiterführende Zusätze als fallbezogene Vertiefung und Nachbereitung der Übungen
2.1) Die drei Weisen des Betens als weiterführende Wegmarken
2.2) Das „sentire cum ecclesia“ als unumgängliche pastorale Priorität
2.3) Der Wert eines berufenen geistlichen Begleiters für den Weg der Exerzitien
2.4) Der alles umfassende Segenswunsch des Ordensvaters Ignatius

3.0) Nota bene und persönliches Wort des Verfassers

Abkürzungs- und Literaturverzeichnis

1.0) Einleitung oder Gottesbeweis gegen Exerzitien

Für viele Menschen klingt es vermessen, sich über Wesen und Selbstoffenbarung Gottes Gedanken zu machen. Sind nicht alle Wege und Verheißungen gleich gut, wenn sie nur ihre Klientel einigermaßen befriedigen? Die Antwort auf die Frage nach dem letzten Sinn des Lebens, nach einer Autorität, bei der es sich lohnt, sowohl ernsthaft weiterzufragen wie auch Schweigen und Ungewissheit auszuhalten, stellt der Mensch oft unbewusst und gleichsam an eine Wand, welche nie Antwort zu geben in der Lage ist. Meist kennt er nicht einmal die Unterschiede zwischen wahrer Hoffnung, hinter welcher immer der Name Gottes geschrieben steht und menschlichen Trugbildern, welche in falsche Abhängigkeiten hineinziehen. Wie der reiche Mann im Gleichnis des Lazarus (Lk 15) suchen viele Menschen an allen ihnen möglichen Stellen ihr Glück, ohne sich jedoch herausfordern und ihr Leben wahrhaft lebendig werden zu lassen. In seiner Enzyklika „Spe Salvi“ hebt Benedikt XVI. hervor, der Mensch wolle nicht sterben, sondern unbeschwert genießen und dies auch auf Kosten anderer. Er sucht sein Glück, ohne es zu kennen. Irdisches Glück erweckt nur kurze Zufriedenheit und neue Sehnsüchte: „Wir möchten irgendwie das Leben selbst, das eigentliche, das dann auch nicht vom Tod berührt wird; aber zugleich kennen wir das nicht, wonach es uns drängt.“ Diese Sätze bergen einen tiefen Sinn: homo sapiens kann sich nie mit der Mittelmässigkeit der conditio humana abfinden. Wer das rastlose Suchen durchbrechen kann, ist die christliche Hoffnung. Sie schaut auf den Herrn, der seine Schöpfung nie verlässt. Welche Hoffnung durchbricht welche Trugbilder und Fassaden? Wer zu Gott gefunden und alle Hoffnung auf ihn setzt, geht eine Herausforderung ein, welche ihn ganz einnimmt. Das Wort „hoffen“, so der Papst, steht im Bibelhebräischen parallel zum Wortfeld „Vertrauen/ Zuversicht“ als dessen Synonyme. Wer auf Gott seine Hoffnung setzt, Kontakt aufnimmt, wird damit nicht von der Welt abgehoben, sondern lernt, die Fakten und Gefahren in ihr besser wahrzunehmen, ohne an ihnen zu verzweifeln. Er weiß, Gott teilt sich in der Geschichte mit und verlässt seine Schöpfung nie, so dass er an eine gute Zukunft glauben kann: „Erst wenn die Zukunft als positive Realität gewiss ist, wird auch Realität lebbar (Nr. 2)“.1

Mit der Suche nach Glück und innerem Frieden weiß sich der geschichtlich interessierte Betrachter an die Person des heiligen Ignatius von Loyola erinnert, dessen Leben verschlungen und mit großer Anhänglichkeit an die Welt begann. Ignatius lernte, zu fallen und wieder aufzustehen. Er lernte, was dem Menschen wahrhaft Hoffnung spendet. Damit ist er einen Weg gegangen, welcher Mühe und den Gebrauch aller Sinne erfordert; jeder Mensch benötigt offenbar ihm eigens individuell zugedachte Hilfsmittel, sich der Gegenwart Gottes zu versichern und vor allem sein Wirken, sein Wort auch in den kleinsten Erlebnissen der Welt dankbar anzuerkennen. Wer das letzte Wort und die letzten Gaben zur Erkenntnis des Willens Gottes dazugeben muss, ist immer Gott selbst. Ignatius stellt in den Exerzitien auch keinen Gottesbeweis im Sinne logischer Schlussfolgerungen und philosophischer Stringenz auf. Er geht nicht als der Mensch vor, welcher Gott vergessen hat und nun versucht, sich und Gott selbst dessen Dasein zu erklären. Dabei läuft der Mensch Gefahr, sich unnötig verrückt zu machen und sich vor lauter Eifer, Angst, vielleicht auch eitler Selbstbespiegelung den Blick auf Gott, vor allem aber dessen Wesen, zu verstellen.2 Vielmehr vermittelt der Autor der Exerzitien Gott als freien Geber. Er ist damit bleibend unsichtbar, da er kein Gegebenes ist, welcher auf die dem Menschen fassbaren Daten angewiesen ist, sondern sich einzig in diesen befindet.3 Vielmehr ist der Mensch angehalten, mündig zu werden und sich nicht in selbst ersonnenen, groben Kategorien zu bewegen. Christ sein heißt, „im ständigen Gefragt- und Überfragtwerden durch Jesus von Nazareth leben.“ Ein Gottesbeweis wäre nicht in der Lage, zu beantworten, auf welche Weise ich selbst heute (kursiv Dörner) dem Herrn ähnlicher werden kann. Er kann auch nicht erklären, wie und woran ich das Richtige, ergo das Gottgemäße in meinem Leben erkennen kann. Diese Orientierung definiert Ignatius als „Unterscheidung der Geister.“ Mit diesem Muster (GÜ Nr. 313 ff.) durfte Inigo de Onaz y Loyola, wie der spätere Ordensgründer bürgerlich heißt, eine geistliche Pädagogik entwerfen, welche, so Schneider, a) sein eigenes Leben reflektiert, b) diese für das Lebenskonzept im Glauben darlegt sowie c) sein Leben in Unterscheidungskriterien veranschaulicht.4

Die Exerzitien bilden damit kein intellektuelles Kunstwerk, sondern echte Lebenshilfe für denjenigen, welcher sie anwendet. Sie dienen der Auferbauung des Glaubens. Glaube stellt als solcher kein denkerisches Hinnehmen dar, sondern Staunen und Berührtsein von einer Macht, welche sich frei mitteilt. Die letztendliche Leistung des Glaubens, die Anbetung, ist höher als jedes Erkennen und Wissen. Die Person des Menschen ist in die Erfahrung und Erkenntnis überragender Fülle integriert und antwortet auf diese in inniger Liebe. Diese Liebe besitzt eine Kraft, welche dem glaubenden Menschen neue Wirklichkeiten erschließt und Dinge erkennen lässt, welche dem Verstand verborgen bleiben. Die Offenheit Gott gegenüber führt den Glaubenden zur Erkenntnis. Große Dinge, welche sich nicht sehen lassen, ihnen gilt der Glaube. Er umfasst Ideen von außergewöhnlicher Lebenskraft, welche der Mensch nicht ergründen kann. Der Glaube umfasst Menschen, deren Persönlichkeit und Botschaft in weitere Realitäten jenseits der irdischen Geschäftigkeit führen. Nur der Glaubende ist in der Lage, sie zu begreifen.5 Wer glaubt und weiter den ihm von Gott zugedachten Weg erkennen möchte, muss jemandem (kursiv Dörner) glauben und sich frei auf ihn einlassen. Dabei sammelt er Erfahrungen und weitet seinen Blick. Wenn er offen wird und alle Engstirnigkeiten abgelegt hat, ist er darüber hinaus in der Lage, zwischen Sachverhalt und Offenbarer zu unterscheiden. Er kann damit für sich sagen: „Ich glaube, wie es in der Hl. Schrift geschrieben steht. Ich habe mich überzeugt, dass Gott der Berichterstatter ist. Ich verlasse mich auf den Herrn, welcher mir die Richtigkeit des dargebotenen Sachverhaltes verbürgt und dem gegenüber ich sensibler werden darf.“ Um zu dieser Unterscheidungsgabe zu gelangen, helfen dem Menschen die Geistlichen Übungen des Ignatius. Der Baske lässt sich in seinem Werk auf die Fragen ein, wie ich persönlich erkennen kann, dass es der Herr ist, welcher zu mir spricht sowie, damit verbunden, auf die Frage, auf welche Art Gott zu mir redet.6 Zuerst wird der Glaube geweckt durch die jedem Menschen eigene Sehnsucht, welche dem Streben nach Heil (Glück) zugrunde liegt und genährt wird. Die Frage, wer den Menschen von sich selbst befreien kann, steht im Mittelpunkt der Betrachtungen.7

Somit stellen die Exerzitien gleichsam eine pädagogisch- geistliche Lebensschule dar, in welcher der treue wie der suchende Mensch Gottes Wirken in Wort und Gnade am eigenen Leben erkennt. Sie wollen Menschen zu einem im positiven Sinne glaubenden Lebewesen formen. Geht es damit um reine Abnahme eines Inhalts, welcher mir als Betrachter der Exerzitien von einer seriösen Macht, welche Gott genannt wird, zukommt? Wer erkannt hat, dass und auf welche Weise Gott zu ihm spricht und darauf antwortet, lernt, ihn zu lieben. Wenn der Liebende sich auf Gott einlässt und für alle Sorge dankt, lässt er sich in allen Dingen d. h. jeder Hinsicht ganz auf Gott ein, in welchem er den letztlich sinnstiftenden Grund allen Daseins findet. Wenn der Mensch sagt, er glaube an Gott (Credo in Deum), bezeichnet er den Dreifaltigen als die Macht, auf die er sich ausrichtet und dies mit allen Kräften und der gesamten Wirklichkeit. Wer auf diese Weise heilsam glaubt, sieht alle Dinge von Gott her und lernt, alle Wirklichkeit auf ihn zu beziehen von ihm anzunehmen (sub ratione dei). Auch die verworrenen Dinge in der Welt lernt der Mensch somit, als Vorzeichen der befreienden Liebe Gottes zu erkennen und selbst Impulsgeber für solche zu werden. Diese vertrauensvolle Annahme aller Dinge aus Gottes Hand, welche zu Recht Glauben genannt wird, fasst Ignatius mit der Kurzformel zusammen, Glaube bedeute „Gott suchen und finden in allen Dingen“.8 Auf diesem Satz baut jede Beziehung und geistliche Reifung in der Pädagogik des Ignatius auf. Seine Sicht auf Christus als den „Herrn und Schöpfer aller Dinge“ beweist einen geerdeten Glauben an einen Gott, welcher allen menschlichen Engstirnigkeiten gegenüber eine Über- Macht ist. Gott schenkt dem Menschen, so Ignatius, die gesamte Wirklichkeit sowie sich selbst, indem „Er sich uns zum Bruder gab in unserem Fleische.“ Nach Ignatius weist demgemäß der Glaube über die irdischen Begrenztheiten hinaus, ohne diese jedoch auszuschließen und nicht ohne sie für sich in Anspruch zu nehmen. Der Heilige befähigt daher den Menschen, die Wirklichkeit zu lieben. Von Franziskus wie auch Ignatius ist überliefert, sie haben intensivsten Kontakt gerade zu Menschen im Elend gefunden und darin die Mensch gewordene Liebe Christi erkannt; darin sowie in allen anderen Dingen.9

Damit gehen die Exerzitien über einen Gottesbeweis klar hinaus. Es geht, außer um ein möglichst ganzheitliches Menschen- und Realitätsbild, um mehr als wie Argumentation und Existenzbeweis. Es geht auch um mehr als allein notwendige Existenz Gottes, sondern auch des Menschen in Gottes Wirklichkeit, der sich angehalten fühlt, aus Glauben Gott zu loben und dessen Wirken innerhalb des menschlichen Lebens zu entdecken. Wer Gottes Liebe entdeckt und sich dieser öffnet, wird durch die göttliche Antwort gewandelt. Denn Ignatius versteht die Liebe Gottes gegenüber dem Menschen als unbegreiflich und das Herz weitend. Der Ordensgründer sieht in ihr eine ermutigende Hilfe, von Ängsten und vorschnellen Abwägungen Abstand zu nehmen. Dies greift er in den Exerzitien auf. Der Betrachter möge sich den gekreuzigten Christus vor Augen halten und mit ihm in ein Gespräch treten, Christus fragen, warum er dazu kam, sich zum Menschen zu machen, ins Leben zu treten und für die Sünden zu sterben. Wenn der Mensch sieht, was er für Christus tut und tun soll sowie ihm die letzten Ereignisse vorbringt, verschwinden die menschlichen Trugbilder. Im Betrachten der gekreuzigten, reinen Liebe Gottes, welche keine Hintergedanken und halben Sachen kennt, darf sich der Beter eines besseren belehren lassen. Wenn Gott zur Rettung aller, die umkehren zu ihm, so etwas zu tun in der Lage ist, kann er auch im eigenen Leben heute wirken und den Menschen, den er als gefallene Kreatur aufgerichtet hat, formen und begleiten (vgl. Joh 3, 16)! So lernt der Betrachter, die eigenen Grenzen kennen, ohne sie zu verabsolutieren und eignet sich Kenntnisse darüber an, wie ihm durch das Wirken des Geistes Gottes neue Möglichkeiten zuwachsen können.10 Er weiß, abzuwägen und die althergebrachten Begrenztheiten zu hinterfragen. Ignatius hat als junger Lebemann schnell begriffen, dass es nicht für den Dienst am höchsten Herrn dienlich ist, die Hände aus Angst oder übertriebener Bescheidenheit in den Schoß zu legen. Vielmehr weiß er durch sein betrachtendes „Warum nicht (dieses/ jenes wagen)?“ sich in Dienst genommen. So frei wie Gott war beim Sühnetod Christi, muss der Mensch versuchen, frei zu sein; die gottgegebene Freiheit und Kraft müssen für den liebenden und sorgenden Dienst am Nächsten gebraucht werden.11 So geht es in der Schule des Ignatius um Findung Gottes in allen Dingen und des Menschen von Gott her!

1.1) Ignatius von Loyola- ein heiliger Lebenskampf

Inigo de Onaz y Loyola kommt 1491 als Kind einer Familie baskischen Landadels zur Welt. Bereits als Kind prägt ihn der Tod dreier seiner Brüder, welche als Soldaten bei Kriegszügen in Neapel, Ungarn sowie Mexiko gefallen sind. Seine Mutter stirbt ebenfalls früh. Da der Familienbesitz allein dem ältesten Bruder zufällt, bestimmt die Familie Inigo für den geistlichen Stand. Er bekommt zwar eine relativ gute Ausbildung, lebt jedoch extrem säkular und hätte nach kluger Abwägung sicher nicht einmal die Niederen Weihen erhalten dürfen. Ein älterer Bruder Inigos ist bereits Priester, muss von seiner Pfründe jedoch Unterhalt für seine vier unehelichen Kinder bezahlen. Inigo kommt im Rahmen seiner Ausbildung als Page an den Hof des Königs von Kastilien, um vornehmlich Verwaltungsarbeit, Rhetorik, Staatsrecht und Finanzwirtschaft zu erlernen. Inoffiziell hat er andere Vorlieben: „Obwohl er dem Glauben treu zugetan war, lebte er nicht nach den Vorschriften des Glaubens und hütete sich nicht vor Sünden; besonders mutwillig war er in Glücksspiel und Frauengeschichten, genauso wie in stürmischen Waffenhändeln“.12 Als der Großschatzmeister, welchem der junge Lebemann am Hof zugeteilt ist, sein Amt verliert, tritt Inigo in den Dienst des Großherzogs von Navarra. Im Kampf gegen Frankreich wird er auf dem Kriegsschauplatz von Pamplona verwundet und ist einige Monate wahrhaft außer Gefecht gesetzt. Im Zuge seiner Genesung liest der gelangweilte Krieger, nachdem ihm weltliche Lektüre keinerlei Trost gebracht hat, zufälligerweise Heiligengeschichten („legenda aurea“) sowie die „Vita Christi.“ Vermehrt stellt er sich nun der Frage, welche Rolle er selbst als Krieger im Namen Christi spielen könnte. Inigo geht die Beispiele des heiligen Dominikus oder des Franz von Assisi im Geist durch und verspürt den Drang, den großen Vorbildern nachzueifern. Über diese Zeit schreiben die Quellen, Inigo habe diesen Unterschied erst später erkannt und habe daraufhin gelernt, die Geister des Trostes (Gott) und der billigen Zerstreuung (Teufel) zu unterscheiden gelernt. Als er später die Übungen (Exerzitien) verfasst, gewinnt er zusätzliche Klarheit über die Verschiedenheit der Geister (BP Nr. 8).13 Er führt ein Leben extremer Entsagung und gerät dabei in die Gefangenschaft asketischer Zwänge.

Er verlässt die Geborgenheit der Familie und macht sich, nachdem er seine früheren Schulden bezahlt hat, auf den Weg ins südlich gelegene Katalonien. Sein Ziel ist das Benediktinerkloster Montserrat, welches etwa 50 Kilometer von Barcelona entfernt liegt. Seit dieser Zeit nennt er sich „Pilger“, legt im Kloster eine Lebensbeichte ab und vollzieht zu Maria Verkündigung 1522 eine rituelle Wandlung, welche in eine Weihe an die Gottesmutter, seine neue Herrin, mündet. Er legt symbolisch die Waffen Christi in Form von Glaube, Gerechtigkeit sowie Schwert des Geistes (Eph 6, 16 f.) an und verbringt im nahe gelegenen Manresa ein Leben in strenger Buße, welches ihn in tiefe Depressionen stürzt. Dessen ungeachtet erhält er auch Erscheinungen und Erleuchtungen, welche ihn in die tiefste Menschlichkeit Christi einführen. Somit erscheinen ihm nicht nur manche Dinge neu, der „Pilger“ wandelt sich auch innerlich.14 Der Edelmann erkennt, dass er als „Streiter Gottes“ den Priesterberuf einschlagen soll. Nachdem er die Lateinschule von Barcelona besucht hat, folgen Studien in Paris, wo er seine späteren Mitstreiter Petrus Faber und Franz Xaver kennen lernt. So findet sich unter der Leitung des Basken, welcher sich nun Ignatius nennt, eine Gruppe zusammen, welche eine klare apostolische Zielsetzung ins Auge fasst. 1534 erfolgen die ersten Privatgelübde. Falls ein missionarischer Einsatz im Heiligen Land nicht möglich sei, so der Plan, wolle man sich ganz der Verfügung des Papstes unterstellen. Aufgrund des Krieges zwischen der Republik Venedig und dem Osmanischen Reich mussten die jungen Männer in Rom bleiben. 1540 wird der Priesterorden durch den Papst unter dem Namen „Regulierte Kleriker der Gesellschaft Jesu“ approbiert. Die heute gängige Bezeichnung „Jesuiten“ ist ursprünglich ein Schmähwort Calvins gegenüber der damals neuen Ordensgemeinschaft. Ignatius erstellt in den Jahren 1547- 1552 die Verfassung. Als er am 31. Juli 1556 stirbt, verfügt der Orden bereits über mehr als 100 Hochschulen und weit über 1000 Mitglieder.15 Exakt acht Jahre vorher hatte das Exerzitienbuch durch das Breve „Pastoralis officii“ von Papst Paul III. die Approbation erhalten.16

1.2.0) Die Geistlichen Übungen als Vermächtnis des Ordensvaters an die Weltkirche

Der Lebemann Inigo kennt den Wert dauerhaften Trostes. Es ist nicht in seinem Sinn, Erkenntnisse zu sammeln, sondern auf Gott zu sehen, welchem der Beter den inneren Frieden verdankt und sich zu fragen, was der Herr als Spender dieser guten Gaben mit mir sowie meinem Leben zu tun hat. Ignatius entdeckt für sich einen Weg, welcher drei Ebenen umfasst: der Inhalt der Offenbarung Gottes wird in den Geistlichen Übungen mit der persönlichen Lebenslage verknüpft. Auf der Grundlage dieser Einheit übt der Exerzitant, sein Leben auf Gott hin auszurichten. In diesem ungeschönten Vergleich mit dem Vorbild Christi geht er einen Pakt mit dem Allmächtigen ein. Selbst wenn, wider Erwarten, nichts geschehen sollte, hat die Seele die Möglichkeit, sich zu sammeln und den Menschen auch nachträglich zu einer größeren Liebessehnsucht nach Gott zu motivieren.17 Ignatius sieht daher die Übungen als Vermächtnis an „die Freunde im Herrn“, da es seiner Meinung nach „das Allerbeste ist, was ich in diesem Leben denken (…) kann, sowohl dafür, dass sich der Mensch selber nützen kann, wie dafür, Frucht zu bringen und vielen anderen helfen und nützen zu können.“ Ignatius’ geistliche Hinterlassenschaft fordert den Empfänger heraus, empfangene Gaben, sofern sie wirklich solche sind, sich im Leben bewähren zu lassen, um neue Frucht zu bringen. Ignatius weiß, dass Gott, der ihn ruft, auch seinen Dienst in Anspruch nimmt in der Gewissheit, dass Inigo als Mittler bei der Suche um das Heil des Nächsten nicht sich Nächster ist, sondern in Sorge um das Heil der Menschen geistlich wächst.18 Da niemand selbst sein Nächster ist, muss jedes Wirken zur Ehre Gottes sich in ein harmonisches Ganzes integrieren und formen lassen, so dass alle Parteien aufeinander angewiesen bleiben im Kampf um das ewige Heil. So bietet Inigo bereits während seiner Studien in Alcala und Salamanca geistliche Begleitung an, um sich später ins Pariser College Montaigu zu begeben, wo vor ihm Calvin und Erasmus studierten. Dort bereitet er seine Erfahrungen methodisch auf und versucht, auf dieser Basis, den Studienkollegen geistliche Wege zu eröffnen und sich selbst der Richtigkeit seiner Bekehrung zu vergewissern.19

1.2.1) Prinzip und Fundament der ignatianischen Exerzitien

Die Geistlichen Übungen stellen in ihrer Grundbestimmung eine Handreichung sowohl für den Geber (Priester) der Exerzitien wie für denjenigen, welcher sie empfängt, dar. Es fällt auf, dass Ignatius in seinem gesamten Hauptwerk die gängige Redewendung, Exerzitien zu „machen“, unterlässt. Gott bleibt in dem stilistisch einfach gehaltenen Werk der souveräne Geber aller seelischen Erbauungen, auf welchen der Exerzitant sich ohne Zuhilfenahme störenden Zierrates ausrichten soll. Der Autor bezweckt keine Überheblichkeit oder Zerstreuung, sondern macht den Betrachter auf die ursprünglichste Bestimmung eines Menschen aufmerksam: „Der Mensch ist geschaffen dazu hin, Gott Unseren Herrn zu loben, Ihn zu verehren und Ihm zu dienen und so seine Seele zu retten (GÜ Nr. 23).20 “ Dies ist eine Aufgabe, welche den ganzen Menschen fordert und welche bei Ernstnahme sein gesamtes Leben umwerfen kann. Um der Bestimmung des Menschen, Gott zu loben sowie auch der je persönlichen Reifung zu diesem Ziel hin, Rechnung zu tragen, sieht sich Ignatius, noch dazu aus eigener Erfahrung heraus, verpflichtet, jeden Exerzitanten als Individuum zu berücksichtigen. Sein Buch der „ejercisios spirituales“ ist bewusst als Handreichung für Einzelexerzitien konzipiert. Der Geistliche Begleiter soll dabei in Demut zurücktreten und den Zögling die Einmaligkeit seiner Berufung selbst entdecken und in einen konkreten Lebensentwurf für die Zukunft integrieren lassen. Da die Berufung jedes Menschen einzigartig ist, jedoch durch die Exerzitien über 30 Tage hindurch in einen biblischen Kontext sowie Kirchengebote eingebunden ist, vermeiden Begleiter und Exerzitant jeden überheblichen Individualismus.21 Weltliche Güter, welche bei den Betrachtungen gebraucht werden, sind lediglich als Hilfsmittel zur Verehrung Gottes aufzufassen. Der Mensch ist dazu berufen, eine Entscheidung für Gott in seinem eigenen Leben zu treffen. Wenn er sich darauf einlässt, kommt Gott unbedingt d. i. 100prozentig in allen Entscheidungen der Zukunft vor. Dies erfordert eine Ordnung des Lebens, in welcher alle falschen Anhänglichkeiten abgelegt werden und der Mensch sich ohne Berechnung ganz dem Herrn zur Verfügung stellt.22

Obgleich der Weg aller Menschen durch die Exerzitien mühevoll ist, legt die dargelegte Tatsache offen, dass Gott jeden Menschen prüft, ihm einen eigenen Platz zuweist und die Theorie der Gleichheit aller Erdenbürger nur bedingt gültig ist. Ein Mensch ist zwar in seinem absoluten Wert, seiner Berufung und Bestimmung zur vollen Gemeinschaft Gottes, gleich wert wie alle seiner Artgenossen. Das Ziel liegt jedoch unterschiedlich weit weg von allen Menschen. Um das Ziel der vollen Anschauung Gottes zu erreichen, benötigt jeder Hilfen, welche in ihrer Art nur individuell bestimmt sein können.23 Um Gottes Willen zu erkennen, hat ein Mensch umfassend an körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu arbeiten und ist zur Verantwortung aufgerufen. Das irdische Leben besteht zwar nur aus relativen Werten, wobei diese ruhende Geltung besitzen, da niemand in der Lage ist, abzuschätzen, wie viele/ welche dieser relativen Werte ein Mensch für die Gestaltung des Lebens als Durchgang/ Vorbereitung zum Leben in der Ewigkeit benötigt. Wer Kindschaft Gottes leben möchte, pflegt aus Dankbarkeit die ihm anvertrauten Güter, was sich etwa in Berufs- und Standeswahl beweist. Die Güter dienen einer höheren Ordnung und sind selbst nicht zu vergöttern.24 Wenn ein Mensch sie als Endpunkt seiner Bestrebungen ansieht, gewinnt sein Leben nicht an Ordnung und die Liebe, welche er gibt, ist berechnend. Dem treten die Exerzitien klar entgegen. Wer Gott das volle Verfügungsrecht über sich gewährt (vgl. „Jesus, sei mir Jesus!“, Hl. Philipp Neri25 ), wird bereit zur Nachfolge und verharrt nicht statisch in einer erdachten Lebensführung und Selbstbeschauung. Wer Liebe zum Herrn hat, kommt an kein Ende und ist bereit, Tag um Tag darin zu wachsen. Er ist sich bewusst, dass seine vor Gott getroffene Entscheidung alles neu macht und nicht Leistung, sondern ihm frei zukommende Gnade bedeutet, welche die schon vorhandenen positiven Talente vervollkommnet, neu entdecken hilft, negative Eigenheiten aber abbauen hilft. Wenn der Mensch eine Entscheidung für Gott trifft, muss er mit den wachsenden Bedürfnissen, welche Gott an ihn stellt, wachsen. Dies ist die höchste Form der Liebe, wie sie zwischen Gott und Erdenmensch eintreten kann.26

Sie rechnet nicht auf, gewinnt durch die innere Freiheit und Offenheit Gott gegenüber an Tragfähigkeit. Gerade mit dieser Hingabe gewinnt die demütige Person an Einzigartigkeit, wie Karl Rahner hervorhebt: „Je persönlicher eine Liebe ist, je mehr sie die eigene Person in diese Liebe einsetzt und hingibt, umso individueller, einmaliger, unvertretbarer wird diese Liebe.“ Wenn Gott dargebrachte Liebe nach irdischen Gesichtspunkten unvertretbar, weit ist, kann sie über den Dingen des Alltages stehen und an kein Ende kommen. So darf sie sich gerade in kleinen Aufmerksamkeiten der täglichen Umwelt gegenüber bewahrheiten. Wer im Kleinen treu bleibt (Lk 16, 10), ist im Himmel der Größte. Wer dagegen nur auf Besitz und großspuriges Auftreten Wert legt, hat keinen Bestand.27 Menschlichen Fehlgüssen dieser Art, welche kurzfristig nur das alleinige Überleben suchen, möchten die Exerzitien von Grund auf entgegenwirken. Ignatius mahnt den Betrachter, sich allen geschaffenen Dingen gegenüber gleichmütig (indifferentes) zu machen, so dass die Dinge nicht auf dem Kopf stehen, insofern als die irdischen Dinge den Menschen besitzen. Wer in Gottes Freiheit lebt, trachtet nur nach dem, was „jeweils mehr zu dem Ziele hin fördert, zu dem wir geschaffen sind (GÜ Nr. 23).28 “ Die Freiheit des Geistes zu mehren, ist Ziel der Exerzitien, sowohl beim geistlichen Begleiter wie bei demjenigen, welcher sie empfängt. Der Begleiter hat gleichmütig, aus- gewogen zu sein, da er beim Exerzitanten allein Wege zu ebnen hat, damit dieser frei werde, den Ruf des in ihm betenden Heiligen Geistes zu hören und diesem freiwillig zu folgen. Wenn sich der Exerzitant daher frei fühlt, über sein Innenleben zu sprechen, vielleicht eine Lebensbeichte ablegen möchte, ist dies ein starkes Indiz dafür, dass der Begleiter selbst auch in die geistliche Indifferenz hineingewachsen ist. Alle Gründe des Alltages sind Bestandteil der heilenden Nähe Gottes, so dass sich in Betrachtung und Gespräch gleichermaßen Passivität und Aktivität, Vertrauen und Wirken, Geschehenlassen und Tun sich sinnvoll ergänzen. Beide Gesprächspartner haben sich voll der Vorsehung des Herrn zu empfehlen, als müssten/ könnten sie nichts tun; dennoch haben sie sich auf alles von Gott Kommende einzulassen. Hier gewinnt die Anwesenheit der eigenen Person umso mehr an Bedeutung.29

Der Empfänger der Exerzitien ist so gefordert, auf die Frage zu antworten, was Jesus ihm angedeihen lassen möchte. Was benötigt der Teilnehmende, um Gottes Willen zu erkennen und zu diesem Ja sagen zu können? Was steht einer Gesundung möglicherweise im Wege? Obgleich Christus die Auswirkungen einer jeden menschlichen Entscheidung kennt, will er, dass der Mensch selbst entdeckt und für sich klarstellt, was er wirklich will. Für die pastorale Praxis der Exerzitien ist es unumgänglich, auf beiden Seiten Gottes- und Nächstenliebe den ganzen Prozess hindurch zu erbitten. Für die Mission in protestantischen Gebieten der deutschen Nation erhält Petrus Canisius daher seinerzeit die Anweisung, den Irrgläubigen viel Liebe entgegenzubringen und sie in Wahrheit auch zu lieben. Seinen Geist habe der Missionar von allen Anfechtungen frei zu machen, welche einer gegenseitigen Achtung zwischen Jesuiten und Protestanten abträglich sein könnten. Die Liebe zwischen Seelsorger und Exerzitienteilnehmer bedeutet weder stupide Zwangsbeglückung noch Teilnahmslosigkeit. Ignatius mahnt, einander in Liebe zu korrigieren und die rechten Mittel zur besseren Einsicht zu suchen, damit der eigenen Rettung nichts im Wege stehe (GÜ Nr. 22). Der Geist spricht in jedem Menschen „mit unaussprechlichen Worten“ und darf nie überhört werden. Davon hat der Begleiter ein Abbild zu sein, welches zuhört, anstatt zu verhören, welches wahrnimmt, ohne das Gegenüber auszunehmen.30 Ein guter Exerzitienmeister kann daher als „instrumentum coniunctum (Ignatius)“ bezeichnet werden, welcher sich bereitwillig in Dienst nehmen lässt und dabei gelassen bleibt, in der Gewissheit, alles von Gott erwarten zu können. So ist der Weg zur Nachfolge Christi aus lebendigem Glauben heraus frei. Für Karl Rahner ist daher die Gesellschaft Jesu der konkrete Ort, an welchem äußerlich- menschliche Hilfen und die innere Gnade Gottes einander begegnen und ohne einander nicht zu denken sind. Er selbst sieht die Hauptaufgabe für seinen Orden darin, Exerzitien nach Vorbild des Ignatius zu geben. Wer Gott durch die Exerzitien erfahren hat, so Rahner, erkennt, wie wichtig homo sapiens ist, welchem der unaussprechliche Gott nahe kommt. Dadurch fühlt sich ein Mensch gefordert, diese Zuneigung Gottes auch mit zu vollziehen.31

Wer Gottes Zuneigung mit vollziehen kann, ist auch in der Lage, Endliches ernst zu nehmen, da er Gottes Spur in ihm entdeckt und Gottes- wie Nächstenliebe eins werden. Völlig eins mit Christus ist der Mensch aber erst, wenn er mit ihm gestorben ist. Mit Jesus in Gott hinein sterben bedeutet die Losgelöstheit von allen irdischen Bestrebungen und dafür die völlige Indienstnahme durch den Herrn. Wer indifferent ist, ist in der Lage, Gott in allen Dingen zu finden.32 Damit ist der Mensch von falschen Hoffnungen sowie ein Stück weit auch von sich selbst befreit, insofern er seiner Berufung auch im Wege steht und Gottes Wirken keinen Raum zugesteht. Der Mensch muß innerlich frei und damit im Glauben erwachsen werden, um auch schmerzliche Reifungsprozesse richtig zu deuten und für sich selbst vor Gott und der Welt Verantwortung übernehmen zu können. Die erwähnte Unterscheidung der Geister (s. S. 2) befähigt bei Anwendung den Exerzitanten zu einem ehrlichen, am Evangelium orientierten Umgang mit allen menschlichen Regungen und Beweggründen, so dass die eigene Angst ins Ermessen Gottes gestellt werden kann.33 Die Miteinbeziehung schmerzlicher Einschnitte lässt sich bereits in der geistlichen Reifung des Basken finden. Obwohl er Rückschläge hinnehmen muss, ist sein Weg vorgezeichnet und ansatzweise sichtbar. Auf dem Krankenlager wird er mit dem Beispiel der Heiligen konfrontiert, welche er imitieren möchte. Die Anthropologie der ignatianischen Exerzitien setzt beim Menschen direkt an und dem, was er eigentlich d. h. im Innersten seiner Seele gerne möchte. Erst der Blick auf Jesu Leben und Person lässt Inigo seinen Weg finden. Aus einer zwiespältigen Lage heraus erfährt er die Bedrohtheit des Lebens, obwohl er mit einem starken Lebenswillen erfüllt ist. Er hat Pläne, welche sich nicht erfüllen lassen, die er aber, aus Eitelkeit, verdrängt (BP Nr. 6). Einmal sieht er in einer nächtlichen Vision Maria mit dem Jesuskind und merkt, wie sehr die Vision seine Sinne geistlich erbauend durchdringt. Gottes Wort und Gegenwart richten ihn auf und lassen ihn den ihm zugedachten Weg, innerlich wie äußerlich, gehen.34 Ein Zwiespalt wird ertragbar!

1.2.2) Ignatius und die lange Tradition der Exerzitien

Obgleich der Weg des Ignatius eine persönliche Berufung aus Gnade darstellt, kann bei Betrachtung der Geistlichen Übungen gleich zu Anfang festgehalten werden, dass Exerzitien in der Geschichte des Christentums eine lange Tradition haben und Ignatius ungeachtet aller Geistesgaben nicht als Begründer der Exerzitien zu sehen ist. Die Kirche betrachtet die geistlichen Vorgehensweisen als den Abendmahlssaal (Mk 14/ Lk 22), welcher Gemeinschaft stiftet und von den Ablenkungen der Welt Abstand zu nehmen lehrt, worin auch des Menschen Innerstes offen gelegt wird, um seelische Wunden zur Gesundung des Menschen ausbluten zu lassen. Christus ist den sündigen Menschen Vorbild, der Geist als Beistand lässt den Betrachter nicht allein den Wert des Handelns Christi erkennen, sondern auch den Wert dessen, wofür der Erlöser gestorben ist, nämlich jeder unsterblichen Seele. Wer Exerzitien empfängt, so das höchste Lehramt, bekommt die liebende Sehnsucht geschenkt, der Rettung seiner Mitmenschen zu dienen.35 Der Weg der spirituellen Reifung ist jedoch nicht allein auf die Zeit des Neuen Testaments zu beschränken. Vielmehr lässt sich die Grundberechtigung der Exerzitien anhand zweier Stellen der Schrift ausmachen. Es geht um Genesis 17, 1 („Geh deinen Weg vor mir und sei rechtschaffen“) sowie Lk 10, 25 („Was muß ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?“). Der geistliche Weg, welcher in den Übungen des Ignatius durchbuchstabiert, erkannt werden darf, ist der Weg auf der Suche nach dem persönlichen Sinn und Ziel, welche das Leben einzigartig erscheinen lassen. Ein solcher Weg nimmt beim Menschen seinen Anfang in der Geburt und Annahme des Kindes durch Vater und Mutter, wodurch es den Wert des Lebens in der Liebe der Eltern erfährt. Wenn sich homo sapiens angenommen weiß, wird in ihm die Basis ermöglicht, auf der er auch selbst zu sich Ja sagen kann und auf welcher er vertrauen lernt. Diese menschlich notwendige Grundhaltung ist auch die des Glaubens; der Mensch benötigt nun Hilfsmittel, sich desselben zu versichern und immer bewusster sein Ja auch als Verantwortung seinen Artgenossen gegenüber zu sprechen. Dafür bietet die Kirche in Sakramenten und geistlicher Besinnung seit jeher viele Hilfen.36

Damit beugt sie Meinungen vor, bei welchen der Teufel im Detail steckt: der gläubige Christ und Exerzitant durchläuft keinen rigiden Arbeitsplan, welcher rastlose Tätigkeiten fordert. Sollte er so denken, muss er auf seinen Fehler hingewiesen werden. Vielmehr ist am sorglosen Leben Jesu Maß zu nehmen, welcher seinem Vater für die Schönheit der Schöpfung dankt und welcher sich als Gott durch kein Fehlverhalten oder Druck von außen das Verhältnis zur Schöpfung verderben lässt. Die Jünger, welche wie o. a. wie Abraham den Weg vor Gott her gehen sollen und welche selbst auf der Suche nach dem bleibenden Leben sind, werden weder zu tollkühn- halbstarken Eiferern noch zu missbrauchten Arbeitssklaven gemacht. Sie dürfen ausruhen (s. Mk 6, 31). In der Einsamkeit dürfen sie ruhig werden und Kraft schöpfen sowie sich von den Einsprechungen des Bösen distanzieren. Erst wenn sie dies durchlebt haben, kann Gott wieder zu ihnen sprechen. Niemand kann allein Empfänger und/ oder Sprachrohr sein; er würde seine eigene Mitte verlieren. Ruhe für Leib und Seele wird in der Schrift umfassend thematisiert. Das Israel verheißene Land wird griechisch als „Ruheort“ umschrieben. Der Hebräerbrief (Kap. 3- 4) erörtert das Thema zusätzlich; nach Meinung Gerhard von Rads wird der Ort der Ruhe mit der Zeit immer weiter in die Zukunft sowie in späteren Überlieferungen ganz in die unsichtbare Wirklichkeit Gottes gerückt. Markus skizziert immerhin die Abfolge von Wanderung und Ruheort, welcher mit dem Land der Verheißung identifiziert ist. Die wandernden Jünger stehen für das erwählte Gottesvolk auf dem Weg ins Gelobte Land. Die Brotvermehrung (Mk 6, 37- 44) unterstreicht diesen Aspekt zusätzlich. Das Volk leidet umfassende Not, zumal Johannes der Täufer enthauptet wurde. Jesus nimmt im Evangelium alle Sorge auf sich und ersetzt alle Mängel durch seine Sorge und seine Person, er predigt und stillt real allen Hunger. In seinem Tun den wartenden, ruhenden Menschen gegenüber, leistet der Erlöser weniger Dienst, sondern lässt Gottes Wesen, Erbarmen und Barmherzigkeit aufscheinen. Er fühlt mit den Menschen in Not mit und leitet sie an, zu sammeln und Übriges abzugeben. So kommt er auf radikale Weise dem Menschen nah, damit dieser eine Ahnung bekommt von der Weite des göttlichen Herzens. Um diese erfahrbar zu machen, gab und gibt es Hilfsmittel wie die Geistlichen Übungen des Ignatius.37

Aus diesem Anlass sehen sich bereits die frühen Heiligen gehalten, beständig an Gottes Gegenwart denken zu müssen. Noch über ein Jahrhundert nach Ignatius konstatiert Paul vom Kreuz, er könne nicht verstehen, wie ein Mensch leben könne, ohne an Gott zu denken.38 Der heilige Hieronymus gibt einer vornehmen Frau Ermahnungen und rät ihr, sich an einen von der Familie entlegenen Platz zurückzuziehen, dort die Schrift zu meditieren und häufig zu beten sowie über die zukünftigen Dinge nachzudenken. Dies soll die Frau, Gelantia, mit solcher Hingabe tun, „ daß diese innere Ruhe alle Beschäftigung der übrigen Zeit ausgleicht“. Diese Auszeit dient dazu, die Umwelt neu wahrzunehmen. Gelantia lernt, modern gesprochen, ihre Angehörigen dort abzuholen, wo sie sich befinden und sich selbst ihnen richtig zuzuwenden. Zeitgleich motiviert Petrus Chrysologus seine Diözesanen von Ravenna, sie, die dem Körper ein ganzes Jahr geben, möchten doch der Seele einige Tage schenken, so dass kein Lärm und kein überflüssiges Wort im Alltag die Menschen gegenüber der Stimme Gottes betäube.39 Es wird klar, dass keiner der Autoren Welthass propagiert, welcher in krassem Widerspruch zur Hl. Schrift stünde (vgl. S. 13- 14). Seit jeher leben Menschen in der falschen Hoffnung, sie könnten durch Mühen und Verzicht auf Annehmlichkeiten und Kontakt zur Außenwelt ein geisterfülltes Leben erlangen. Wer meint, sich aus eigener Kraft an Gebote halten zu können, wirkt niemals missionarisch. Wenn er ständig seine Kräfte und Triebe bezwingen zu müssen meint, treten auf lange Zeit hin Müdigkeit und Unzufriedenheit auf, so dass er Gefahr läuft, insgeheim das Leben eines „Sünders“ besser als wie das eigene zu beurteilen. Er sucht im schlimmsten Falle Ersatzbefriedigungen und rechnet auf. Diese innere Fehlentwicklung bringt im Falle von Übertretungen Schuldgefühle mit sich, welche er glaubt, aus eigener Kraft abbüßen zu müssen. Er verlernt dabei, auf Gottes Wort zu hören. Er bleibt der göttlichen Gnade gegenüber verschlossen. Um diesem Preis- Leistungs-Teufelskreis zu entrinnen, muss er lernen, mit den Augen der Liebe Christi die Welt zu sehen.40

Obgleich Ignatius nicht Erfinder der Exerzitien ist und das Grundbedürfnis, welches der Mensch an Gott richtet, immer in unterschiedlichen Facetten und Blickrichtungen von geistlich begnadeten Autoritäten aufgegriffen wurde, hat er dem ehrlichen Suchen nach Gottes Willen im Leben eine neue und fruchtbare Gestalt gegeben, welche bald für sämtliche Bevölkerungsschichten zugänglich war und auf einfache Weise gepredigt werden kann, bis in die heutige Zeit. Nach den einleitenden Bemerkungen des vorigen Kapitels kann er als prominentester Vorkämpfer der Exerzitienarbeit gesehen werden. Er selbst erkennt früh die Exerzitien als das für die Kirche wichtigste Geschenk. Das Hauptwerk des Basken ist heute in mehr als 1400 Ausgaben verfügbar, welche mitunter in mehreren Auflagen bis heute veröffentlicht sind.41 Dies mag ihm unbewusst den Ruf einer geistlichen Autorität eingetragen haben. Leider verstehen viele Menschen diesen Terminus falsch im Sinne einer machtstark- egoistischen Person; in diesem Sinne hätte sich Ignatius nie als „Autorität“ sehen wollen. Ethymologisch ermöglicht der Terminus aber neue Erkenntnisse, stammt er doch von dem lateinischen „augere (mehren, wachsen lassen)“ ab. Danach ist eine Autorität, wer seine ihm anvertrauten Mitmenschen zum Wachsen und Mündigwerden befähigt. Ignatius gibt im Hauptwerk seine Erfahrungen preis, um in Freiheit Menschen, welche sich auf der Suche nach Gott befinden, Hilfestellung zu geben.42 Dies zeigt auch die bereits im Ansatz zu seinen Lebzeiten gegebene Offenheit, mit welcher das Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Heute kann jede der vorhandenen Übersetzungen als Interpretation gesehen werden, welche der Aufforderung Rechnung zu tragen hat, auf das Fassungsvermögen (disposicion) des Empfängers Rücksicht zu nehmen. Im Gegenzug beweisen sie für alle Zeiten ihre Aktualität und Hilfe, insofern der Exerzitienbewerber bereit ist, sein Leben zu ordnen. Schon die allgemeine Prüfung (GÜ 24) sowie kurze Meditation zu Geboten und Hauptsünden (GÜ 238 f.) können einfachen Menschen nützlich sein.43

1.2.3) Die erste Woche der Geistlichen Übungen

Die Exerzitien berücksichtigen Schwächen des Menschen auch innerhalb der ersten Woche und beginnen, Strukturen des menschlichen Zusammenlebens zu unterscheiden und darin vorkommende Fehler zur Sprache zu bringen. Die Hauptarbeit, auch in der Frage, was er an seinem fehlerhaft- sündigen Leben in Zukunft besser gestalten möchte, liegt immer beim Empfänger der Exerzitien. Es lohnt nicht, rein beim äußerlichen Bild zu bleiben. Denn sogar eine Zeitangabe von beispielsweise 30 Tagen oder Wochenabschnitten ist nicht im Sinne eines akribischen Zeitplanes aufzufassen. Der Weg der Geistlichen Übungen kann mit einer Familienreise verglichen werden, zu deren Antritt die Kinder ungeduldig fragen, wie lange es noch dauert. Urlaub machen wollen in diesem Beispiel alle Beteiligten, nur haben sie andere Prioriäten und Zeitvorstellungen, denen nach den Regeln diplomatischer Kunst Rechnung zu tragen und Grenzen zu setzen sind. Vor allem ist hier ein eigener Rhythmus, ergo ein gutes Zwischenspiel der Pausen, Fahrt- und Arbeitszeiten gefragt. Eine bestimmte Zeit ist grundsätzlich nötig, bis alle am Ziel angekommen sind. Ähnlich geht es in den Exerzitien. Erst wenn der Exerzitant nicht mehr fragt, wie lange es noch gehe und was er hier solle, ist die Reise beendet d. h. er ist von allem befreit, was ihn umgibt, mit den Worten des Inigo de Onaz y Loyola gesagt, er ist „indifferent“.44 In vollem Sinn indifferent zu werden, dienen die Übungen dem Menschen als Weg durch rund vier Wochen. Es geht nie um fromme Meditationen oder Ablenkung auf Zeit im Sinne einer durchorganisierten Urlaubsfahrt, sondern um die Berufung, sich „in einem existentiellen Prozeß auf den Weg mit Christus einzulassen (Lambert)“. Der Empfänger hat sich auf dem Weg in fünffacher Hinsicht zu zugunsten der Liebe des Herrn zu entscheiden, welcher als Freund der Menschen in Christus erschienen ist (vgl. Tit 3, 4). Somit ist der Adressat der Übungen eingeladen, zu Gottes Entscheidungen Ja zu sagen, zur Liebe, welche erschafft, erlöst, ruft und sendet, im Sterben bleibt und welche letztlich in der Auferstehung siegt. Wer bereit ist, in das umfassende Ja der Liebe Gottes hineinzuwachsen, weiß, dass er als Schwacher bejaht und angenommen ist.45

[...]


1 Vgl. Schulte, Ludger Ägidius, Menschen der Hoffnung- Was Christen trägt und bewegt, Impulse und Vertiefungen zur Enzyklika Benedikts XVI. „Spe Salvi“, 8- 14

2 vgl. Splett, Jörg, Gotteserfahrung im Denken, 11- 12

3 ders., a. a. O., 111

4 Schneider, Michael, Unterscheidung der Geister, 4

5 Lippert, Peter, vom Endlichen zum Unendlichen, 164- 175

6 vgl. Pieper, Josef/ Scheeben, Matthias- Joseph, der Glaube in philosophischer und theologischer Sicht, 11- 13

7 Knauer, Peter, Ignatius v. L., GÜ und erläuternde Texte, 101

8 Kehl, Medard, Hinführung zum Glauben, 30- 31

9 Lambert, Willi, Aus Liebe zur Wirklichkeit- Grundworte ignatianischer Spiritualität, 21- 23

10 ders., a. a. O., 19- 20

11 Seibel, Vitus, Aufsatz „Ignatius paradox“, in: entschluss (11/ 1997, 52. Jg.), 25- 27

12 MI, fontes documentales, 229f.

13 vgl. Pallin, Rafaela, URL: http://www.jesuiten.at/Ignatius%20Pallin.pdf, 1- 3 [Stand: 30.06.2009] sowie Hagenkord, Bernd, jugend@gott, 27 (entnommen aus einer in F/ St. Georgen verfassten Seminararbeit)

14 BP 27- 30, zitiert bei Michael Sievernich (hrsg.), Bericht des Pilgers, 187- 189

15 Metzger, Franz/ Feuerstein- Prasser, Karin, Die Geschichte des Ordenslebens- von den Anfängen bis heute, 184- 186

16 Kramp, Irma, Aufsatz „con grande animo y liberalidad“, URL: http://www.theologie-der-spiritualitaet.de/exerzitien-kramp.pdf, 19 [Stand: 13.06.2011]

17 Baich, Christa, Aufsatz „Exerzitien- eine kurze Erklärung“, URL: http://www.helferinnen.info/pdf/Exerzitien_eine_Erklaerung.pdf, 1- 2

18 Ignatius von Loyola, GÜ und erläuternde Texte, übers. und erklärt von Peter Knauer, 326- 328

19 BP 57- 85, zitiert bei Michael Sievernich (hrsg.), Der Bericht des Pilgers, 190- 193

20 zit. bei Ignatius von Loyola, Die Exerzitien, übers. Hans Urs v. Balthasar, 17

21 Mückstein, Walter, Vortrag „Die Grossen Exerzitien nach Ignatius von Loyola- Anliegen und Verlauf der Geistlichen Übungen, URL : http://www.downloads2.bistummainz.de/17/1634/1/27415683484577318011.pdf, 1 [Stand: 13.06.2011]

22 Schneider, Michael, Die Unterscheidung der Geister, 22

23 vgl. Lippert, Peter, Vom Endlichen zum Unendlichen, 255- 256

24 ders., a. a. O., 257- 258

25 vgl. Stossgebete Philipp Neri, Sammlung Francesco Zazzara (Arch. Vall. A, III, 4), zit. bei Gasbarri, Carlo, Freiheit und Freude- Philipp Neri, 198 ff.

26 Schneider, Michael, Unterscheidung der Geister, 22- 23

27 ders., a. a. O., 22- 23

28 zit. bei Ignatius von Loyola, Die Exerzitien, übers. Hans Urs v. Balthasar, 18

29 Lambert, Willi, Die Kunst der Kommunikation- Entdeckungen mit Ignatius von Loyola, 111- 112

30 ders. a. a. O., 112- 114

31 Vorgrimler, Herbert, Karl Rahner verstehen- eine Einführung, 49

32 ders., a. a. O., 50

33 Mückstein, Walter, Vortrag „Die großen Exerzitien nach Ignatius von Loyola- Anliegen und Verlauf der Geistlichen Übungen, URL: http://www.downloads2.bistummainz.de/17/1634/1/27415683484577318011.pdf, 2 [Stand: 14.06.2011]

34 Kunz, Erhard, Aufsatz „Ignatianische Spiritualität in ihrer anthropologischen Durchführung“, URL: http://www.sankt-georgen.de/leseraum/kunz.pdf, 259- 261 [Stand: 14.06.2011]

35 Papst Pius XI., Apost. Rundschreiben „Mens nostra “, AAS, vol. XXI (1929), pag. 689- 706, zitiert deutsche Übersetzung Karl Haselböck, 8- 9

36 Hock, Gundikar, Aufsatz „Das Leben des Menschen als geistlicher Weg“, URL: www.ghocksj.de/geistlicher-weg-gh.pdf, 1 [Stand: 21.06.2011]

37 Berger, Klaus, Jesus, 188- 192

38 Hock, Konrad, Aufsatz „Kurze Anleitung zum Erlernen des Wandels in der Gegenwart Gottes“, zitiert URL: www.ghocksj.de/k-hock.pdf, 1 [Stand: 21.06.2011]

39 Hl. Hieronymus, Brief 148 an Gelantia, Nr. 24 (Migne, P. L., Bd. 22, Sp. 1216) und Petrus Chrysologus, Predigt 12 (Migne, P. L. Bd. 54, Sp 186), zitiert bei Pius XI., Mens nostra, deutsche Übersetzung Karl Haselböck, 10

40 Müller, Jörg, Zur Unterscheidung der Geister- Wege zum geistlichen Leben, 10

41 Lambert, Willi, Aus Liebe zur Wirklichkeit- Grundworte ignatianischer Spiritualität, 30- 31

42 ders., Das siebenfache Ja, Exerzitien- ein Weg zum Leben, 11

43 Ignatius v. L., Die Exerzitien, übers. H.- U. v. Balthasar, 12- 15 sowie Marie Therese Leicht u. a., Sammlung „Materialien zu Ignatius von Loyolas „Geistliche Übungen“ im Wandel“, URL: www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/literaturwissenschaft/mayer/mitarbeiter/Harzer/Gelungene_Arbeiten/Hausarbeiten/Carina-Stark.MaterialienIgnatius.pdf, 2 [Stand: 21.06.2011]

44 Blickmann, Mary, Aufsatz „Exerzitien im Alltag nach der 19. Anmerkung des Exerzitienbuches von Ignatius von Loyola“, übers. aus dem Englischen Gundikar Hock SJ, URL: www.ghocksj.de/blickmann.pdf, 1- 2 [Stand: 23.06.2011]

45 Lambert, Willi, Aus Liebe zur Wirklichkeit- Grundworte ignatianischer Spiritualität, 32

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Der heilige Ignatius von Loyola und das Menschenbild seiner Geistlichen Übungen
Untertitel
Eine theologische Untersuchung
Hochschule
Philosophisch-Theologische Hochschule Münster  (Institut für Spiritualität)
Note
bestanden
Autor
Jahr
2012
Seiten
65
Katalognummer
V463958
ISBN (eBook)
9783668930636
ISBN (Buch)
9783668930643
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ignatius, loyola, menschenbild, geistlichen, übungen, eine, untersuchung
Arbeit zitieren
Markus Dörner (Autor), 2012, Der heilige Ignatius von Loyola und das Menschenbild seiner Geistlichen Übungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463958

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