Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Internationalisierung in der Wasserbranche

Titel: Internationalisierung in der Wasserbranche

Seminararbeit , 2005 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Thorsten Lampe (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wasser ist eine außergewöhnliche Ressource. Es ist nicht nur Bestandteil allen Lebens, sondern wird seit einigen Jahren zunehmend als Wirtschaftsgut betrachtet. Damit tragen Weltpolitik und Wirtschaft aktuellen demographischen Entwicklungen, wirtschaftlichen Erfordernissen und Umweltschutzaspekten Rechnung. Diese Rahmenbedingungen machen das weltweite Wassergeschäft zu einer anspruchsvollen und spannenden Branche. Die Internationalisierung transnationaler Wasserkonzerne ist ebenfalls ein junger Prozess. Voraussetzungen für ihn ist die erst seit wenigen Jahren stattfindende Öffnung und Deregulierung weltweiter Wassermärkte, die einem komplexen Zusammenspiel politischer, humanitärer und wirtschaftlicher Interessen folgt. In dieser Arbeit wird die Internationalisierung privater Wasserunternehmen sowohl aus einzelwirtschaftlicher als auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht analysiert. Dafür gilt es zunächst, Wasser als Gut zu charakterisieren und den Markt für Wasser mit seinen Besonderheiten zu umreißen. Anschließend soll betrachtet werden, welche Akteure in der Wasserbranche operieren und welche grundsätzlichen Formen der Leistungserbringung durch private Konzerne im Wassersektor bestehen. Kern der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit allgemeinen Strategien der Internationalisierung sowie speziellen Taktiken zur Eroberung von Wassermärkten und der Rolle der Politik. Im letzten Teil der Arbeit werden zwei ausgewählte Probleme der internationalen Liberalisierung der Wassermärkte beleuchtet. Dabei handelt es sich zum einen um die Diskussion der Interpretation von Wasser als Bedürfnis oder Recht und zum anderen um die wechselhaften Erfolge internationaler Engagements der Wasserkonzerne.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Weltweiter Wassermarkt – Wassermärkte weltweit

2.1. Das Lebenselixier Wasser als Wirtschaftsgut

2.2. Rahmenbedingungen der Wassermärkte

2.2.1. Nationale Regulierung

2.2.2. Globales Oligopol, lokale „natürliche“ Monopole

2.2.3. Grundformen der Privatisierung im Wassersektor

2.3. Internationale Konzerne der Wasserbranche im Profil

2.3.1. Suez/Ondeo

2.3.2. Veolia Environment

2.3.3. RWE Thames-Water

3. Internationalisierung transnationaler Wasserunternehmen

3.1. Internationalisierungsstrategien der Wasserunternehmen

3.2. Taktische Instrumente der Eroberung internationaler Märkte

3.3. Einfluss internationaler politischer Akteure

4. Aktuelle Probleme und Ausblick

4.1. Wasser – Recht oder Bedürfnis?

4.2. Erfolgskonzept Internationalisierung?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Internationalisierung privater Wasserunternehmen sowohl aus einzelwirtschaftlicher als auch aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive, um zu bewerten, inwieweit die Marktliberalisierung zur Lösung globaler Wasserprobleme beiträgt.

  • Charakterisierung von Wasser als Wirtschaftsgut und Analyse der Marktbesonderheiten.
  • Untersuchung der Internationalisierungsstrategien und taktischen Instrumente führender privater Wasserkonzerne.
  • Bewertung der Rolle internationaler politischer Akteure bei der Marktöffnung.
  • Diskussion der sozioökonomischen Auswirkungen der Privatisierung, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Globales Oligopol, lokale „natürliche“ Monopole

Wie auch bei Telekommunikations- und Energieversorgungsleistungen besteht im Bereich der Wasserversorgung die Tendenz zu lokalen „natürlichen“ Versorgermonopolen. Im Allgemeinen entstehen diese durch die Unteilbarkeit von Gütern und Produktionsfaktoren, so dass die Güternachfrage am kostengünstigsten von nur einem Anbieter bedient werden kann. Im Falle der Wasserwirtschaft trifft dies auf die Wassergewinnungs- und Aufbereitungsanlagen sowie auf die Ausbringungsnetze zu.

Die Infrastrukturerstellung ist mit hohen einmaligen Kosten („Sunk Costs“) und hohen laufenden Fixkosten für den Anlagen- und Netzbetrieb verbunden. Es müssen aus diesem Grund große Mengen Wasser produziert und abgesetzt werden, um die Durchschnittskosten und damit den Preis je Ausbringungseinheit Wasser zu minimieren. Eine zweite durch einen Konkurrenten aufgebaute Netzinfrastruktur mit parallelen Wasserleitungen würde im Extremfall die einmaligen und laufenden Fixkosten verdoppeln, gleichzeitig aber nicht zu höherem Absatz führen.

Um weiter kostendeckend wirtschaften zu können, wären beide gezwungen, einen höheren Preis je Ausbringungsmenge als zuvor von den Konsumenten zu fordern, was diese nicht akzeptieren würden. Zudem hätte es einen ruinösen Wettbewerb der Anbieter zur Folge. Alternativ diskutierte Formen der Durchleitung, die bereits im Telekommunikations- und Energiebereich zum „Aufbrechen“ eines natürlichen Monopols praktiziert werden, sind im Wasserbereich aufgrund hygienischer und technischer Umstände kaum zu realisieren.

Daraus folgt, dass bei der Wasserversorgung kein direkter Wettbewerb in lokalen Märkten hergestellt werden kann und auch in einem liberalisierten Markt die Marktzutrittsbarrieren für einen zweiten Anbieter in der Regel zu hoch sind. Vielmehr heißt es für mögliche Betreiberkonzerne, einen gesamten Markt vollständig zu besetzen. Die konkurrierenden Unternehmen bewerben sich in der Folge einer hoheitlichen Ausschreibung um zeitlich befristete Monopole für die Bedienung eines geschlossenen Gebiets (Stadt, Region, Land) und schließen bei Erfolg einen Vertrag mit dem entsprechenden Aufgabenträger (Gemeinde, Kommune, Kreisverwaltung) ab. Es ist zu beachten, dass Monopolsituationen im Allgemeinen als schädlich bewertet werden, da sie mangels Konkurrenzdruck zu geringerer Innovationstätigkeit und Effizienz führen können und Kunden keine kurzfristigen Produktalternativen bei Unzufriedenheit mit dem Preis oder der Qualität bieten. Zusammenfassend betrachtet spielt sich der Wettbewerb in der Wasserbranche damit nicht in lokalen Märkten, sondern um diese ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Wasserproblematik ein, charakterisiert Wasser als wirtschaftlich bedeutende Ressource und beschreibt den Prozess der Internationalisierung privater Wasserkonzerne als Kern der wissenschaftlichen Untersuchung.

2. Weltweiter Wassermarkt – Wassermärkte weltweit: Dieses Kapitel erörtert die Rahmenbedingungen des Wassermarktes, die oligopolistische Marktstruktur sowie die Profile der international führenden Konzerne.

3. Internationalisierung transnationaler Wasserunternehmen: Hier werden die strategischen Expansionsmotive, taktische Vorgehensweisen beim Marktzutritt und der maßgebliche Einfluss internationaler politischer Institutionen auf die Marktliberalisierung beleuchtet.

4. Aktuelle Probleme und Ausblick: Der Abschnitt diskutiert kritisch die Umdeutung von Wasser von einem öffentlichen Gut zu einem wirtschaftlichen Bedürfnis sowie den Erfolg und die sozialen Folgen der Internationalisierung in verschiedenen Weltregionen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Marktliberalisierung im Wassersektor zwar ökonomisch profitabel für die Konzerne sein kann, jedoch oft nicht die gewünschten sozialen und ökologischen Ergebnisse in Entwicklungs- und Schwellenländern liefert.

Schlüsselwörter

Internationalisierung, Wasserbranche, Privatisierung, Wassermärkte, Multi-Utility-Unternehmen, Marktliberalisierung, natürliche Monopole, GATS, Wasserknappheit, Suez/Ondeo, Veolia Environment, RWE Thames-Water, Entwicklungspolitik, Trinkwasserversorgung, Infrastrukturinvestitionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Internationalisierungsstrategien transnationaler privater Wasserunternehmen und bewertet deren Auswirkungen auf die weltweite Wasserversorgung vor dem Hintergrund politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Charakterisierung von Wasser als Wirtschaftsgut, die Rolle von Multi-Utility-Konzernen, Formen der Privatisierung, der Einfluss internationaler Organisationen sowie die kritische sozioökonomische Bilanz der Wasserprivatisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die Internationalisierung und Privatisierung privater Wasserunternehmen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen den Zugang zu sauberem Trinkwasser nachhaltig und sozial gerecht verbessern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung von Unternehmensprofilen und der Untersuchung ökonomischer sowie politischer Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen von Wassermärkten, die Analyse der führenden Konzerne (Suez, Veolia, RWE) sowie die Untersuchung der strategischen und taktischen Ansätze zur Marktdurchdringung und den Einfluss politischer Akteure.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Internationalisierung, Wasserbranche, Marktliberalisierung, Privatisierung, natürliche Monopole, Wasserknappheit und die genannten globalen Konzerne definiert.

Warum wird im Dokument zwischen „green-field“ und „brown-field“-Investitionen unterschieden?

Diese Unterscheidung ist zentral, um die taktische Vorgehensweise der Konzerne zu verstehen: „Brown-field“-Investitionen beschreiben die Übernahme bestehender maroder Systeme, während „green-field“-Investitionen den Aufbau neuer Kapazitäten oder Infrastrukturen durch die Unternehmen bedeuten.

Welchen Einfluss haben internationale Organisationen wie WTO oder IWF auf die Branche?

Diese Organisationen fördern die Liberalisierung und Marktöffnung durch Verträge wie das GATS oder durch die Koppelung von Entwicklungshilfekrediten an die Auflage, staatliche Wassermonopole zu privatisieren.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Internationalisierung in der Wasserbranche
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Geographie)
Veranstaltung
Internationalisierungsstrategien transnationaler Unternehmen
Note
1,3
Autor
Thorsten Lampe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V46411
ISBN (eBook)
9783638436090
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationalisierung Wasserbranche Internationalisierungsstrategien Unternehmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thorsten Lampe (Autor:in), 2005, Internationalisierung in der Wasserbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46411
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  24  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum