Im Rahmen meiner praktischen Studiensemester an der Fachakademie für Sozialpädagogik besuchte ich eine Kindertagesstätte in München. Nach dem Kennen lernen des Personals und der Räumlichkeiten kam mir ein ca. fünfjähriger Junge entgegen und erzählte mir voller Freude: „Wir machen Orff-Musik, wir machen Orff-Musik“. Interessiert folgte ich ihm in einen eigens dafür vorgesehenen Raum und setzte mich dazu. Vier Kinder und eine Erzieherin spielten mit verschiedensten Instrumenten, klatschten und bewegten sich zum selbst erzeugten Rhythmus. Die Kinder wirkten entspannt und waren mit vollem Einsatz bei der Sache. Inspiriert durch dieses Erlebnis vertiefte ich mich in Literatur über den Komponisten Carl Orff und dessen umfassendes Schulwerk. Im Verlauf dieser Arbeit stelle ich kurz Carl Orff als Komponisten und die Entstehung seines Schulwerks dar. Des Weiteren gehe ich auf die Grundprinzipien des Orffschulwerks ein, stelle die Instrumente dar und zeige anschließend wie und wo das Orffschulwerk in der sozialpädagogischen Praxis eingesetzt werden kann. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Carl Orff und sein Schulwerk
2.1 Werdegang
2.2 Entstehung des Schulwerks
3. Grundprinzipien des Orff-Schulwerks
4. Das Instrumentarium
5. Anwendungsmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis
5.1 Orff-Schulwerk und Soziale Arbeit mit Vorschulkindern
5.2 Orff-Schulwerk und Soziale Arbeit mit alten Menschen
6. Abschließende Gedanken
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Orff-Schulwerk als pädagogisches Konzept und beleuchtet dessen Anwendungspotenziale innerhalb der Sozialen Arbeit, um durch musikalisches Erleben die Lebensqualität sowie die persönliche Entwicklung unterschiedlicher Klientengruppen zu fördern.
- Biografische und entwicklungshistorische Hintergründe zu Carl Orff und seinem Schulwerk
- Darstellung der zentralen Grundprinzipien des elementaren Musizierens
- Übersicht über das spezifische Orff-Instrumentarium
- Anwendungsbereiche in der Arbeit mit Kindern und Senioren
Auszug aus dem Buch
2.2 Entstehung des Schulwerks
Wie im Lebenslauf klar ersichtlich war Orff ein vielfältiger Künstler mit vielen bekannten Werken. Zu seinen künstlerischen Höhepunkten zählten jedoch mit Sicherheit seine pädagogische Arbeit und das daraus entstandene Schulwerk. Die Wurzeln dieses Meisterstücks liegen in der Gründung der Günther-Schule in München. Die pädagogische Arbeit und der Musikunterricht inspirierten ihn zu einer völlig neuen Art des Musik Machens. Das Orffsche Schulwerk ist in der musikalischen und pädagogischen Praxis nicht mehr wegzudenken und ist zudem im therapeutischen Bereich eine wichtige Arbeitsquelle.
Das Schulwerk entwickelte sich in einem langen und ausdauernden Prozess, den Carl Orff zusammen mit Schülerinnen und Lehrkräften vollzog. Die nun folgenden Ausführungen bezüglich dieser Entwicklung in Richtung Schulwerk, stammen ausschließlich aus dem Buch Carl Orff und sein Werk III.
Als Musiklehrer an der Günther-Schule suchte er nach dem „Elementaren“ in der Musik. Musik war für ihn eine Verbindung von Rhythmus, Bewegung und Tanz. Er will zu den „Müttern der Musik“ hinabsteigen, da wo der Anfang liegt. (Orff, 1976, S.14)
Rhythmus ist dabei ein zentraler Kern. Im Unterricht setzte er den Körper in Form von Klatschen, Fingerschnalzen und Stampfen in einfachen bis schwierigen Formen ein. Dazu nahm er Trommeln (Trommeln verlocken zum Tanz) und Rasseln. Die einfelligen Rahmentrommeln wurden mit der Hand geschlagen und deshalb Handtrommel genannt. Die Rasseln stellte er nach afrikanischen Modellen gemeinsam mit den Schülerinnen aus Schneckenhäusern, getrockneten Früchten und Nussschalen her. Ergänzend setzte er Schellenbänder ein, die in Verbindung mit Bewegung und Tanz eine erregende Wirkung erzeugten. (Orff, 1976, S.18)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung schildert den persönlichen Anlass der Autorin zur Auseinandersetzung mit dem Orff-Schulwerk nach einer positiven Praxiserfahrung in einer Kindertagesstätte.
2. Carl Orff und sein Schulwerk: Dieses Kapitel behandelt den Lebensweg von Carl Orff sowie die historische Genese seines pädagogischen Ansatzes durch die Zusammenarbeit an der Günther-Schule.
3. Grundprinzipien des Orff-Schulwerks: Hier werden die Kerngedanken der „Elementaren Musik“ erläutert, insbesondere die Verbindung von Sprache, Bewegung, Rhythmus und Improvisation.
4. Das Instrumentarium: Es erfolgt eine detaillierte Aufzählung und Beschreibung der charakteristischen Instrumente, die im Schulwerk für das gemeinsame Musizieren genutzt werden.
5. Anwendungsmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis: Der Hauptteil verknüpft die musikpädagogischen Grundlagen mit spezifischen Einsatzmöglichkeiten in der Arbeit mit Kindern und alten Menschen.
6. Abschließende Gedanken: Das Fazit resümiert die heilende und lebensfrohe Wirkung des Orff-Schulwerks auf verschiedene Altersgruppen im Kontext sozialer Einrichtungen.
Schlüsselwörter
Orff-Schulwerk, Carl Orff, Elementare Musik, Musikerziehung, Soziale Arbeit, Rhythmus, Improvisation, Instrumentarium, Pädagogik, Musiktherapie, Vorschulerziehung, Altenhilfe, Körpererfahrung, Ausdrucksfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Orff-Schulwerk, seiner Entstehung, seinen pädagogischen Grundprinzipien und der Frage, wie diese in der Sozialen Arbeit praktisch angewendet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Biografie von Carl Orff, die Konzeption der „Elementaren Musik“, eine Vorstellung der Orff-Instrumente und der Transfer dieser Ansätze in die Arbeit mit Kindern und Senioren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Orff-Schulwerk als Medium in der Sozialen Arbeit genutzt werden kann, um die Lebensqualität und persönliche Entfaltung von Klienten zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Fachliteratur über Carl Orff, sein Schulwerk sowie musikpädagogische Konzepte in der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Orffs Biografie, die theoretische Herleitung der Grundprinzipien des Schulwerks, eine Auflistung der Instrumente und die Anwendungsmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Orff-Schulwerk, Elementare Musik, Soziale Arbeit, Rhythmus, Improvisation, Musikerziehung und heilende Wirkung.
Welche Rolle spielt die Improvisation im Orff-Schulwerk?
Improvisation ist der Ausgangspunkt des elementaren Musizierens, um die Klangphantasie anzuregen und ein freies sowie selbsttätiges Musizieren abseits starrer Notenvorgaben zu ermöglichen.
Wie unterscheidet sich die Anwendung bei Vorschulkindern zu der bei alten Menschen?
Bei Kindern steht die entwicklungsfördernde Verbindung von Spiel, Bewegung und Stimme im Vordergrund, während in der Altenhilfe primär die Aktivierung der Sinne, das Wecken von Erinnerungen und die Steigerung der Lebensfreude im Fokus stehen.
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- Katharina Dumpler (Author), 2003, Das Orff Schulwerk - Entstehung, Grundprinzipien und Anwendungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46416