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Die Darstellung des Islam in der französischen und deutschen Online-Presse nach den Anschlägen in Paris und Brüssel

Eine diskurslinguistische Analyse

Titel: Die Darstellung des Islam in der französischen und deutschen Online-Presse nach den Anschlägen in Paris und Brüssel

Bachelorarbeit , 2016 , 65 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ina Krümpel (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Fachkommunikation, Sprache
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Thema, das seit den Pariser und Brüsseler Anschlägen in den Jahren 2015 und 2016 in Europa besonders kontrovers diskutiert und in den Medien präsentiert wurde, ist der Islam und inwiefern er, wenn überhaupt, mit den Terroranschlägen in Verbindung gebracht werden kann. In Europa spielen bei dieser Diskussion besonders die Länder Frankreich und Deutschland durch die Kolonialgeschichte beziehungsweise die aktuelle Flüchtlingssituation und die damit einhergehende Immigrationspolitik eine bedeutende Rolle, wobei in beiden Ländern aus verschiedenen Gründen ein bestimmtes Islambild existiert.

Die Massenmedien haben zu diesem Bild beigetragen und durch ihr eng verknüpftes Nachrichtennetz eine hohe Anzahl an Informationen innerhalb kürzester Zeit nach den Attentaten in Umlauf bringen können, wobei eine Vermischung von „Islam“ und „Islamismus“ leicht auszulösen war. Inwieweit dies in der deutschen bzw. französischen Presse sprachlich geschehen ist, werde ich in dieser Arbeit anhand von zwei verschiedenen Online-Quellen diskurslinguistisch analysieren. Als „typisch“ bezeichne ich an dieser Stelle die in den Medien rekurrierende Lexik, die auf das Sprachthema der Darstellung des Islam Einfluss nimmt, sowie transtextuelle, kulturell verankerte Merkmale, die u.a. auf dem konstituierten Wissen der Medien basieren.

Um dies zu klären, steht daher nicht nur das „Was“, sondern auch primär das „Wie“ im Vordergrund der Analyse, woraus sich folgendes Erkenntnisinteresse ergibt:
Wie werden das Islambild und das damit verbundene kollektive Wissen der Gesellschaft in der deutschen und französischen Presse sprachlich dargestellt?

Nachdem ich demnach zunächst die diskurslinguistische Theorie mit den Analysevorschlägen nach Jürgen Spitzmüller und Ingo H. Warnke vorstelle, werde ich im Anschluss auf die für die Diskursanalyse relevanten soziopolitischen und -kulturellen Hintergründe bzgl. Deutschland, sowie auch Frankreich eingehen und schließlich exemplarische Belege auf der sprachlichen Ebene aus den ausgewählten Online-Artikeln für die Elemente des Diskurses herausarbeiten. Die Ergebnisse werde ich daraufhin in einem zusammenfassenden Abschlusskapitel mit Hinblick auf die Ausgangsfrage, sowie mit dem Wissen, dass die Resultate nur zu einem geringen Maß aufgrund des kleinen Korpus repräsentativ sind, prüfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Diskurslinguistik: Das theoretische Modell

2.1 Diskursebene

2.2 Akteursebene

2.3 Textebene

3. Der Islamdiskurs auf Diskursebene

3.1 Frankreich

3.1.1 Zuwanderung nach dem Kolonialismus

3.1.2 Laïcité (Laizismus)

3.1.3 Islamophobie

3.2 Deutschland

3.2.1 Die Flüchtlings“krise“

3.2.2 Willkommenskultur: „Wir schaffen das!“

3.2.3 Islamophobie

4. Der Islamdiskurs auf Akteursebene

4.1 Die Medien

4.2 Frankreich

4.2.1 Front National

4.2.2 Conseil Français du Culte Musulman

4.3 Deutschland

4.3.1 Alternative für Deutschland

4.3.2 Pegida

4.3.3 Zentralrat der Muslime in Deutschland

4.3.4 Die Türkei

5. Der Islamdiskurs auf Textebene

5.1 Journalistische Darstellungsformen

5.1.1 Tatsachenbetonte (referierende) Darstellung

5.1.2 Meinungsbetonte Darstellung

5.2 Medienprofile und Korpusanalyse

5.2.1 Süddeutsche Zeitung

5.2.1.1 „Litanei der Ausgrenzung“

5.2.2 Le Monde

5.2.2.1 «La France sans les musulmans ne serait pas la France»

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht diskurslinguistisch, wie das Islambild und das damit verbundene kollektive Wissen der Gesellschaft in der deutschen und französischen Online-Presse nach den Anschlägen in Paris und Brüssel (2015/2016) sprachlich dargestellt und konstruiert werden.

  • Diskurslinguistische Analyse von Zeitungsartikeln (DIMEAN-Theorie)
  • Untersuchung von nationalen Besonderheiten (z.B. Laïcité in Frankreich vs. Migrationsdebatte in Deutschland)
  • Rolle von Diskursakteuren wie Medien, Parteien und Verbänden
  • Sprachliche Konstruktion des "Wir" und "Die Anderen" (Feindbilder vs. Integration)
  • Bedeutung der Schlagwort- und Rahmenanalyse (Frame Analysis)

Auszug aus dem Buch

5.2.1.1 „Litanei der Ausgrenzung“

Der Artikel der SZ ist online in der Rubrik Kultur vom Politredakteur Thomas Kirchner am 3. Mai 2016 erschienen. Es handelt sich dabei um einen meinungsbetonten Artikel mit feuilletonistischem Schreibstil, wodurch der Text einen Kolumnencharakter erhält, ohne deutlich zu machen, ob sich die SZ mit dem Meinungsbild Kirchners identifiziert oder nicht. Der Akteur, der über den diskursiven Status des Artikels entscheidet, bleibt deshalb in erster Linie Thomas Kirchner als Textproduzent selbst.

Als journalistischer Artikel über den Umgang mit Muslimen erhält der Text in erster Linie eine deskriptive Funktion, wobei die deutliche Meinungsäußerung seitens des Autors eine beeinflussende Wirkung auf den Leser hat. Im Artikel erläutert und kommentiert Kirchner den Bericht des Europäischen Parlaments über den Umgang mit Muslimen. Der Artikel ist unter dem Schlagwort „Islamophobie“ (Z.1) zu finden und macht deutlich, dass das Wissen über den Begriff präsupponiert wird und er sich in den Medien und der Gesellschaft bereits etabliert hat.

Das Erscheinen des Artikels in der Rubrik Kultur weist darauf hin, dass das Thema aufgrund seiner Brisanz eine kulturelle und demnach diskursive Relevanz erhält. Der Titel enthält das weitere Schlagwort „Litanei“, das darauf schließen lässt, dass der Autor sich an eine gebildete, gar elitäre Leserschaft richtet und das Wissen über die Wortbedeutung voraussetzt. Der Begriff Litanei ist im Duden (2016/ I) u.a. als „immer wieder vorgebrachte Ermahnung, Klage o.Ä.“ bzw. als „langatmige, monotone Aufzählung von etwas“ definiert. Demnach hat es eine pejorative Funktion und lässt erste Rückschlüsse auf die anti-islamophobe Diskurspositionierung des Autors bzw. der Zeitung ziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Erkenntnisinteresse der Arbeit: Wie wird das Islambild in der deutschen und französischen Online-Presse nach den Anschlägen in Paris und Brüssel sprachlich dargestellt?

2. Diskurslinguistik: Das theoretische Modell: Vorstellung der theoretischen Grundlagen (Spitzmüller & Warnke, Foucault) und Erläuterung der Analyseebenen (Diskursebene, Akteursebene, Textebene).

3. Der Islamdiskurs auf Diskursebene: Analyse der historischen und soziopolitischen Hintergründe (Frankreich: Laizismus/Kolonialismus; Deutschland: Flüchtlingskrise/Willkommenskultur) und deren Einfluss auf das Islambild.

4. Der Islamdiskurs auf Akteursebene: Untersuchung der Akteure (Medien, Parteien wie FN und AfD, Verbände wie CFCM und ZMD) und wie diese ihre Positionen im Diskurs einnehmen und vertreten.

5. Der Islamdiskurs auf Textebene: Analyse von journalistischen Darstellungsformen und Korpusanalyse der ausgewählten Artikel in Süddeutsche Zeitung und Le Monde unter Anwendung der theoretischen Kriterien.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Autoren beider Länder verteidigen die muslimische Kultur und appellieren an die Leserschaft zur Beendigung der Islamophobie.

Schlüsselwörter

Islamdiskurs, Diskurslinguistik, Islamophobie, Online-Presse, Frankreich, Deutschland, Medienanalyse, Terroranschläge, Integration, Laizismus, Flüchtlingskrise, framing, Schlagwörter, politische Kommunikation, Diskursanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie das Bild des Islam und der Muslime in der deutschen und französischen Online-Presse nach den Terroranschlägen in Paris und Brüssel diskurslinguistisch konstruiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Analyse fokussiert sich auf die Rolle der Medien bei der Wissenskonstitution, den Einfluss nationaler Identitätsdiskurse (z.B. Laizismus in Frankreich, Migrationspolitik in Deutschland) und die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus.

Welche Forschungsfrage leitet die Analyse?

Die zentrale Frage ist, wie das Islambild und das damit verbundene kollektive Wissen der Gesellschaft in der deutschen und französischen Presse sprachlich dargestellt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine diskurslinguistische Analyse nach dem Modell von Spitzmüller und Warnke (DIMEAN) angewandt, welche die Untersuchung auf transtextueller Ebene, Akteursebene und Textebene gliedert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der gesellschaftlichen Hintergründe in Deutschland und Frankreich, eine Untersuchung der handelnden Akteure und eine detaillierte Korpusanalyse zweier spezifischer Artikel.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Diskurslinguistik, Islamophobie, Islam/Islamismus-Vermischung, mediale Inszenierung und kollektives Wissen.

Inwiefern beeinflusst der laizistische Hintergrund Frankreichs die Darstellung?

Der Laizismus führt dazu, dass muslimische Religionsausübung oft als Widerspruch zu nationalen Werten gerahmt wird, was besonders in der Debatte um Kopftuch und öffentliche Präsenz des Islam deutlich wird.

Warum wurden gerade die Artikel der "Süddeutschen Zeitung" und "Le Monde" gewählt?

Diese Zeitungen wurden gewählt, da sie als seriöse, meinungsbildende Leitmedien mit vergleichbarer politischer Ausrichtung und Reichweite in ihren jeweiligen Ländern gelten.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der journalistischen Haltung?

Die untersuchten Artikel der SZ und Le Monde distanzieren sich explizit von der Islamophobie und versuchen, den Islam als Teil der Gesellschaft zu normalisieren bzw. zu verteidigen.

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Details

Titel
Die Darstellung des Islam in der französischen und deutschen Online-Presse nach den Anschlägen in Paris und Brüssel
Untertitel
Eine diskurslinguistische Analyse
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,0
Autor
Ina Krümpel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
65
Katalognummer
V464179
ISBN (eBook)
9783668924574
ISBN (Buch)
9783668924581
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam Diskurslinguistik Französisch Deutsch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ina Krümpel (Autor:in), 2016, Die Darstellung des Islam in der französischen und deutschen Online-Presse nach den Anschlägen in Paris und Brüssel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464179
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Leseprobe aus  65  Seiten
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