Die vorliegende Arbeit untersucht die Motivationsunterschiede zur Betätigung im Sport anhand der Fitness-App Freeletics und des Gruppenfitness Piloxing® basierend auf der Selbstbestimmungstheorie. Dazu wurden 139 Nutzer der Fitness-App Freeletics und 79 Nutzer des Gruppenfitness Piloxing® im Alter von 17 Jahren bis 64 Jahren befragt. Für die Datenanalyse wurden die Mittelwerte und Standardabweichungen berechnet sowie eine Varianz- und eine Korrelationsanalyse durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigen, dass es bei beiden Trainingsarten keine signifikanten geschlechtertypischen Unterschiede gibt. Des Weiteren konnte ein partieller Zusammenhang zwischen den Trainingshäufigkeiten und selbstbestimmteren Formen der Motivation für beide Trainingsarten festgestellt werden. Schließlich legen die Resultate des Gruppenfitness Piloxing®, anders als bei der Fitness-App Freeletics, dar, dass die intrinsische Motivation nicht mit dem Alter steigt. Bei der Fitness-App konnte hier ein positiver Zusammenhang identifiziert werden.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das Fehlen von physischer Aktivität ein hoher Risikofaktor für nicht übertragbare Krankheiten wie Schlaganfall, Diabetes oder Krebs. Des Weiteren verbessern physische Tätigkeiten die kardiorespiratorische und muskuläre Fitness, helfen das Gewicht zu halten, verringern das Risiko eines Herzinfarktes und an Depression zu erkranken. Insgesamt 3% aller Todesfälle sind auf zu geringe körperliche Tätigkeiten zurückzuführen. Körperliche Aktivität wird definiert als jede körperliche Bewegung, welche durch Skelettmuskeln produziert wird und die Energieaufwand erfordert.
In der Altersklasse 18 Jahre bis 64 Jahre sollten sich Erwachsene entweder mindestens 150 Minuten pro Woche mäßig körperlich betätigen oder mindestens 75 Minuten, wenn sie sich mit höherer Intensität körperlich betätigen. Körperliche Tätigkeiten im Erwachsenenalter umfassen Sportaktivitäten in der Freizeit, z. B. Tanzen oder Wandern, Aktivitäten für die Beförderung, z. B. Laufen oder Fahrrad fahren, oder auch das Training zu Hause oder im Fitnessstudio. Die Vorteile für aktivere Menschen sind ein geringeres Sterberisiko, niedrigerer Blutdruck, geringeres Risiko an koronaren Herzkrankheiten sowie ein geringeres Risiko an einer Hüft- oder Wirbelfraktur zu erleiden.
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Einführung in die Thematik
1.2 Literaturüberblick und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Selbstbestimmungstheorie
2.1.1 Intrinsische Motivation und die Cognitive Evaluation Theorie
2.1.2 Extrinsische Motivation und die Organismic Integration Theorie
2.2 Entwicklung und Vorstellung der Hypothesen
3 Methodik
3.1 Auswahl der Forschungsmethode und Aufbau des Fragebogens
3.2 Grundgesamtheit und Stichprobenverteilung
4 Ergebnisse
4.1 Analyse der Ergebnisse
4.1.1 Ergebnisse für das Gruppenfitness Piloxing®
4.1.2 Ergebnisse für die Fitness-App Freeletics
5 Schlussfolgerung
5.1 Diskussion der Ergebnisse
5.2 Grenzen und Implikationen der Untersuchung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Motivationsunterschiede bei der sportlichen Betätigung durch den Vergleich der Fitness-App Freeletics und dem Gruppenfitness-Angebot Piloxing®. Ziel ist es, auf Basis der Selbstbestimmungstheorie zu analysieren, welche motivationalen Faktoren (intrinsisch vs. extrinsisch) das Nutzerverhalten beeinflussen und ob es hierbei signifikante Unterschiede hinsichtlich Geschlecht, Alter und Trainingshäufigkeit gibt.
- Analyse des Motivationsverhaltens von Nutzern digitaler Fitness-Apps vs. Gruppenkursen
- Anwendung der Selbstbestimmungstheorie (SDT) und ihrer Mikrotheorien auf sportliche Kontexte
- Empirische Untersuchung der Auswirkungen von Alter und Geschlecht auf die Motivationsart
- Korrelationsanalyse zwischen Trainingshäufigkeit und der Stärke selbstbestimmter Motivation
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für das Marketing in der Sportindustrie
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Intrinsische Motivation und die Cognitive Evaluation Theorie
Menschen sind von Geburt an und von Natur aus aktiv, wissbegierig, neugierig und interessiert (Deci & Ryan 2000, S. 233; Ryan & Deci 2000b, S. 56). Diese natürliche Motivation ist ein wesentliches Element in der kognitiven, sozialen und physischen Entwicklung, da nur durch die Handlung der angeborenen Interessen das Wissen und die Fähigkeiten wachsen können (Ryan & Deci 2000b, S. 56). Darauf aufbauend lässt sich intrinsische Motivation ableiten. Intrinsische Motivation wird von Deci & Ryan definiert als: „doing an activity for its own sake, that is, for its inherent interest and the spontaneous affects and cognitions that accompany it“ (Deci & Ryan 1985, S. 66). Intrinsisch motivierte Personen agieren aus reiner Freude und Neugierde, anstatt aus äußeren Ansporn, Belohnungen oder Druck (Ryan & Deci 2000b, S. 56). Des Weiteren sind intrinsische Verhaltensweisen mit Herausforderungen und dem Drang, Neues kennenzulernen, verknüpft (Ryan & Deci 2000a, S. 70).
Die Theorie, die sich mit der intrinsischen Motivation befasst, ist die bereits erwähnte Cognitive Evaluation Theorie (kurz CET). Diese Theorie ist eine Mikrotheorie der Selbstbestimmungstheorie und beschreibt die Auswirkungen von Einflüssen, die das Motivationsverhalten und relevante Motivationsprozesse einleiten und regulieren (Deci & Ryan 1985, S. 62). Anders ausgedrückt beschäftigt sich die CET mit den Sozial- und Umweltfaktoren, welche die intrinsische Motivation fördern oder untergraben (Ryan &Deci 2000a, S. 70). Dies bedeutet, dass Menschen in ihrer intrinsischen Motivation durch bestimmte Faktoren oder Bedingungen verstärkt oder vermindert werden (Ryan & Deci 2000b, S. 58). Dies gilt vor allem, wenn die Faktoren oder Bedingungen auf die zu Beginn beschriebenen psychologischen Grundbedürfnisse einwirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Sportmotivation ein, erläutert die Relevanz physischer Aktivität und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Es werden die Grundlagen der Selbstbestimmungstheorie sowie die für die Arbeit relevanten Mikrotheorien zur intrinsischen und extrinsischen Motivation dargestellt.
3 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das quantitative Vorgehen, den Aufbau des Fragebogens auf Basis der BREQ-3-Skala und die Zusammensetzung der Stichproben.
4 Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden statistisch ausgewertet, um die Hypothesen bezüglich Geschlechterunterschieden, Trainingshäufigkeit und Alter zu prüfen.
5 Schlussfolgerung: Die zentralen Erkenntnisse werden diskutiert, die Hypothesen evaluiert und Implikationen für die Sportindustrie sowie weitere Forschung abgeleitet.
Schlüsselwörter
Sportmotivation, Selbstbestimmungstheorie, Freeletics, Piloxing, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Quantitative Befragung, BREQ-3, Trainingshäufigkeit, Körperliche Aktivität, Gesundheitsförderung, Marketing, Sportpsychologie, Fitness-Apps, Gruppenfitness.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, welche Motivationsgründe Menschen dazu bewegen, entweder eine Fitness-App wie Freeletics oder ein Gruppenfitness-Angebot wie Piloxing zu nutzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die Selbstbestimmungstheorie, die Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation sowie deren Auswirkungen auf das tatsächliche Trainingsverhalten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Motivationsunterschiede zwischen zwei verschiedenen Sportformaten (digital vs. analog) zu identifizieren und Zusammenhänge mit soziodemografischen Merkmalen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, bei der standardisierte Fragebögen (BREQ-3) genutzt und anschließend mittels statistischer Verfahren wie der Varianzanalyse (ANOVA) und Korrelationsanalysen ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Motivationspsychologie und die anschließende empirische Datenanalyse für die beiden untersuchten Sportarten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Selbstbestimmungstheorie, intrinsische/extrinsische Motivation, Fitness-Apps, Gruppenfitness sowie die statistische Analyse des Trainingsverhaltens.
Wie unterscheidet sich die Motivation bei Freeletics im Vergleich zu Piloxing?
Die Arbeit zeigt spezifische Unterschiede in der Motivationsstruktur, wobei sowohl bei der App als auch bei den Gruppenkursen signifikante Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit des Trainings und der Art der Motivation bestehen.
Welche Bedeutung hat das Alter für die sportliche Motivation laut der Untersuchung?
Die Ergebnisse differenzieren zwischen den Altersgruppen und zeigen auf, wie sich die Motivation mit zunehmendem Alter bei Nutzern von Fitness-Apps im Vergleich zu Gruppenfitness-Teilnehmern entwickelt.
- Arbeit zitieren
- Anna-Dorothea Hild (Autor:in), 2017, Die Nutzung von Fitness-Apps und Gruppenfitness. Welche Motivationsunterschiede gibt es?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464202