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Vollständiges Lernen durch Rollenspiele in der Ausbildung zum Kaufmann/ zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen

Title: Vollständiges Lernen durch Rollenspiele in der Ausbildung zum Kaufmann/ zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen

Bachelor Thesis , 2018 , 56 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janina-Simone Henschel (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Das Konzept des vollständigen Lernens wird theoretisch erarbeitet und anhand der Auszubildenden zum/zur Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen beispielhaft erörtert. Es folgt die Beschreibung der didaktischen Methode Rollenspiel. Anschließend werden die Schritte des Konzepts des vollständigen Lernens mit den Phasen des Rollenspiels verglichen. Abschließend erfolgt die didaktische Ausgestaltung der Phasen des Rollenspiels, anhand derer das Konzept des vollständigen Lernens abgebildet wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Aufbau und Methodik der Arbeit

2. Der Prozess des vollständigen Lernens

2.1 Das kognitionstheoretisch begründete Modell des vollständigen Lernens

2.2 Lernzyklus nach dem Kognitionsmodell

2.2.1 Überblick über den Lernzyklus nach dem Kognitionsmodell

2.2.2 Erste Vorstellungen vom Lerngegenstand entwickeln

2.2.3 Vorstellungen vom Lerngegenstand anreichern und ausdifferenzieren

2.2.4 Sich über die Vorstellungen anderer informieren und sich gegenseitig orientieren

2.2.5 Vorstellungen vom Lerngegenstand zu einem Handlungsablauf strukturieren

2.2.6 Tatsächliches Gestalten von Vorstellungen am Fall

2.2.7 Abstrahieren durch symbolische Verallgemeinerung

2.2.8 Rekonstruieren abstrakter Operationen zu konkreten Vorstellungen

3. Das Rollenspiel

3.1 Warum Rollenspiele

3.2 Begriff der Rolle

3.3 Formen des Rollenspiels

3.4 Phasen des Rollenspiels

3.4.1 Motivationsphase

3.4.2 Aktionsphase

3.4.3 Reflexionsphase

4. Didaktische Gestaltung eines Rollenspiels nach dem Konzept des vollständigen Lernens

4.1. Lernfeldzuordnung und didaktische Vorüberlegungen

4.2 Ausgestaltung der Motivationsphase

4.3 Ausgestaltung der Aktionsphase

4.4. Ausgestaltung der Reflexionsphase

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie die Methode des Rollenspiels in der Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen didaktisch gestaltet werden kann, um Lernprozesse im Sinne des Modells des vollständigen Lernens zu initiieren und so berufsrelevante Kompetenzen gezielt zu fördern.

  • Grundlagen des konstruktivistischen Modells des vollständigen Lernens
  • Struktur und Phasen von Rollenspielen in der beruflichen Bildung
  • Didaktische Verbindung von Rollenspielphasen und vollständigem Lernen
  • Praktische Umsetzung innerhalb eines ausgewählten Lernfeldes

Auszug aus dem Buch

2.2.6 Tatsächliches Gestalten von Vorstellungen am Fall

Im fünften Schritt des Lernzyklus versuchen die Lernenden die konstruierten Vorstellungen und Handlungsabläufe tatsächlich herzustellen und durchzuführen, um so ihre Brauchbarkeit, ihre Viabilität, zu überprüfen (vgl. Rebmann & Tenfelde 2008, S. 30 f.). Der Begriff der Viabilität wurde maßgeblich durch Ernst von Glasersfeld geprägt und bezeichnet die Gangbarkeit/Passung der konstruierten Vorstellungen. Diese Vorstellungen, bzw. Begriffe, Theorien und Vorstellungsmodelle sind viabel, wenn sie sich in Bezug auf die jeweils relevanten Ziele bewähren, wenn sie eine Orientierung und ein Überleben ermöglichen und ein erfolgreiches Handeln begründen, wobei das Ziel viablen Wissens nicht eine möglichst wahrheitstreue Abbildung der Wirklichkeit ist, sondern dessen instrumentale und funktionale Zweckdienlichkeit für ein zielstrebiges Handeln in der Erlebniswelt des Lernenden (vgl. Siebert 1994, S. 47; von Glasersfeld 1997, S. 50). Vorstellungen, die sich nicht tatsächlich gestalten lassen, werden als nicht viabel aufgegeben.

Am Beispiel der Auszubildenden zum/zur KFV bedeutet dies, dass die Auszubildenden ihren entwickelten Handlungsablauf eines Beratungsgesprächs nicht bloß geistig simulieren, sondern dieses mentale Modell in einem real durchgeführten Gespräch mit Kunden/-innen anwenden. Die zuvor konstruierte Struktur des Gespräches, die erdachten Fragen, Argumente und möglichen Antworten werden gegenüber den Kunden/-innen angewandt, worauf hin sich die Kunden/-innen entweder so verhalten, wie es durch die Auszubildenden erwartet wurde oder aber die Kunden/-innen verhalten sich von der Erwartung abweichend, stellen beispielwiese unerwartete Fragen, verstehen Erklärungen nicht oder wechseln von dem Produkt Lebensversicherung zu ganz anderen Bereichen. Im ersten Falle läuft das Gespräch wie erwartet ab, der erdachte Handlungsablauf, mit dessen Hilfe die Auszubildenden das Ziel eines gelungenen Beratungsgespräches erreichen, funktioniert und wird von den Auszubildenden als brauchbar/passend, als viabel, ermessen und folglich verifiziert. Im zweiten Falle jedoch scheitert das mentale Modell an der realen Gegebenheit und der Handlungsablauf wird als unpassend, nicht viabel, betrachtet, da mit diesem das Ziel eines gelungenen Beratungsgespräches nicht erreicht werden könnte. Es kommt zu einer Falsifizierung des Handlungsablaufes, welches eine Überarbeitung dessen notwendig macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit handlungsorientierter Methoden wie Rollenspiele in der Berufsausbildung zum Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen, um auf die komplexen Anforderungen der Kundenberatung vorzubereiten.

2. Der Prozess des vollständigen Lernens: Dieses Kapitel erläutert das kognitionstheoretische Modell des vollständigen Lernens als einen konstruktivistischen Prozess, der in acht idealtypischen Schritten verläuft.

3. Das Rollenspiel: Es wird die Methode des Rollenspiels als teilnehmeraktive Verhaltenssimulation dargestellt, ihre theoretische Einordnung vorgenommen und die Phasen (Motivation, Aktion, Reflexion) erläutert.

4. Didaktische Gestaltung eines Rollenspiels nach dem Konzept des vollständigen Lernens: Hier erfolgt die praktische didaktische Verknüpfung der Rollenspielphasen mit dem Modell des vollständigen Lernens anhand des Lernfeldes 7 der Ausbildung.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Rollenspiel eine sehr geeignete, aber zeitintensive Methode zur Kompetenzförderung ist und betont die Notwendigkeit didaktischer Anpassungsfähigkeit der Lehrkräfte.

Schlüsselwörter

Vollständiges Lernen, Rollenspiel, Versicherungen und Finanzen, Kompetenzentwicklung, Konstruktivismus, Kundenberatung, berufliche Bildung, Lernzyklus, Kognitionsmodell, Handlungsorientierung, Simulation, didaktische Gestaltung, Auszubildende, Feedback, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie man das Modell des vollständigen Lernens mit der Methode des Rollenspiels verbindet, um Auszubildende optimal auf die Kundenberatung vorzubereiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die konstruktivistische Lerntheorie, die Didaktik von Rollenspielen und die berufliche Fachbildung im Versicherungssektor.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, eine didaktische Konzeption zu entwickeln, die zeigt, wie durch Rollenspiele ein vollständiger Lernprozess durchlaufen werden kann, um soziale und fachliche Kompetenzen zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse konstruktivistischer Lerntheorien basiert und diese auf eine didaktische Methodik für die berufliche Praxis anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Lernprozesses, die Beschreibung der Rollenspielmethode und die konkrete didaktische Planung eines Unterrichtsbeispiels für das Lernfeld Lebens- und Unfallversicherung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind vollständiges Lernen, Rollenspiel, Kundenberatung, Kompetenzentwicklung und konstruktivistische Didaktik.

Warum ist das Rollenspiel für KVF-Auszubildende besonders geeignet?

Da in der Abschlussprüfung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen ein Beratungsgespräch simuliert wird, bietet das Rollenspiel die notwendige Praxisnähe, um Gesprächsführung und Beratungssicherheit zu trainieren.

Welche Rolle spielt die Reflexionsphase bei diesem Konzept?

Sie ist entscheidend, da erst durch die Diskussion und Generalisierung der Erfahrungen der Transfer des Gelernten auf neue, unbekannte Fallsituationen ermöglicht wird.

Warum wird im Konzept das interaktionistische Rollenverständnis bevorzugt?

Es bietet einen Spielraum für die subjektive Interpretation durch die Auszubildenden, was für die authentische Simulation von Beratungsgesprächen sinnvoller ist als eine starre soziale Rollendefinition.

Welche Rolle spielt die Zeit bei der Umsetzung?

Die Arbeit identifiziert den Zeitaufwand als eine der größten Hürden, betont jedoch, dass die hohe Lernwirksamkeit komplexer Methoden wie das Rollenspiel diesen Aufwand rechtfertigt.

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Details

Title
Vollständiges Lernen durch Rollenspiele in der Ausbildung zum Kaufmann/ zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,0
Author
Janina-Simone Henschel (Author)
Publication Year
2018
Pages
56
Catalog Number
V464321
ISBN (eBook)
9783668934320
ISBN (Book)
9783668934337
Language
German
Tags
Rollenspiele Vollständiges Lernen Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina-Simone Henschel (Author), 2018, Vollständiges Lernen durch Rollenspiele in der Ausbildung zum Kaufmann/ zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464321
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