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Heimat. Untersuchung eines viel diskutierten Begriffs

Titel: Heimat. Untersuchung eines viel diskutierten Begriffs

Hausarbeit , 2018 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Heute erfahren der Heimatbegriff und seine Bedeutungen wieder viele verschiedene Zuwendungen und Verwendungen. Nicht zuletzt ist das an dem politischen Interesse erkennbar, der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Heimat und der umgangssprachlichen Verwendung. Gerade heute, vierzig Jahre nach der Erstveröffentlichung des Romans scheint das Interesse an der wissenschaftlichen Auseinandersetzung des Begriffs von großem Interesse, wozu die "Flüchtlingskrise", die im Jahre 2014 begann, bestimmt einen großen Teil beigetragen hat und der damit zusammenhängenden Frage nach einem Recht auf Heimat.

Die negative Belastung des Begriffes "Heimat" ist sogar noch im 21. Jahrhundert deutlich zu spüren. In der Literatur lassen sich hierzu viele Spannungsfelder finden. Erste Veröffentlichung zum Thema Heimat und gedruckte Berichterstattungen von Flüchtlingen des zweiten Weltkrieges lassen sich erst ab den 80er Jahren finden. Heute, im 21. Jahrhundert werden vermehrt Forschungen zu dem Begriff und der Thematik durchgeführt beziehungsweise "Heimat" als zu betrachtende Komponente hinzugezogen, was wiederum deutlich macht, wie schwer es ist, "Heimat" wissenschaftlich zu begreifen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Heimat im Roman

2.1. Erinnerung und Heimat

2.2. Heimat – vielseitige Bedeutungen

3. Heimat– ein differenziert diskutierter Begriff

3.1. Definitionsversuche

3.2 Über den Verlust von Heimat

3.3 Heimat als Spielball in der Geschichte

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die multidimensionale Bedeutung des Heimatbegriffs am Beispiel des Romans „Heimatmuseum“ von Siegfried Lenz. Dabei wird analysiert, wie individuelle Erinnerung, historische Umstände wie Flucht und Vertreibung sowie die politische Instrumentalisierung den Begriff prägen und verändern.

  • Multidimensionalität des Heimatbegriffs im Roman „Heimatmuseum“
  • Die Rolle von Erinnerung und Artefakten bei der Konstruktion von Heimat
  • Der Heimatverlust als existenzielles Trauma durch Krieg und Vertreibung
  • Politische Vereinnahmung und Exklusion durch den Heimatbegriff
  • Transformation und Wandel von Heimatkonzepten im geschichtlichen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.2. Heimat – vielseitige Bedeutungen

Im Folgenden wird eine Szene aus dem Roman beschrieben, bei der der Ich-Erzähler die im Roman herrschende Sichtweise auf den Heimatbegriff deutlich macht und dass sich sein Bezug zu diesem Begriff von dem der anderen Mitmenschen unterscheidet.

Nachdem den Lesern die einzelnen Familienmitglieder der Rogalla-Familie und die Verbindungen zueinander vorgestellt wurden und die Situation um den andauernden 2. Weltkrieg beschrieben ist, geht es nun um die Zuschreibungen, die einzelne Mitglieder dem Heimat-Begriff machen. So sagt Rogalla beispielsweise zu seinem Freund Martin Witt: „Sie möchten – wie Bernhard – die Heimat verantwortlich machen für eine gewisse Art von hochmütiger Beschränktheit, sie möchten Ihr Fremdenhaß anlasten, den bornierten Dünkel der Seßhaftigkeit, Sie möchten sie verstehen als geheiligte Enge, in der man sich unvermeidlich seine Erwähltheit bestätigen muss, mit einem gehobelten Brett vor dem Kopf“ (ebd. S. 144). Bernhard empfindet Heimat als ein „schlimmes“ (ebd.) und „belastetes“ (ebd.) Wort.

Dieses Zitat kann sich aus verschiedenen Blickwinkeln heraus interpretieren lassen, so wie die verschiedenen Personen eben Verschiedenes mit der Heimat verbinden. Zum einen kann Heimat hier verantwortlich dafür gemacht werden, dass sie etwas Begrenzbares ist und nicht alles als Heimat definiert werden kann. Zum anderen zeugt sie von Exklusion, denn diejenigen, die nicht zur Heimat gehören, werden ausgeschlossen. Hier werden Grenzen geschaffen, die eine Zuschreibung von Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft definiert und andere wiederum ausschließ und das sowohl auf der gesellschaftlichen Ebene in Form von Gemeinschaft, als auch auf der räumlichen Eben. Außerdem muss dich jeder Einzelne darin bestätigen, als „Mitglied“ dieser Heimat anerkannt zu werden, auch hier sowohl gesellschaftlich als auch räumlich und sogar kulturell.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik und Vielschichtigkeit des Heimatbegriffs ein und verortet die Untersuchung im Kontext des Romans „Heimatmuseum“ von Siegfried Lenz.

2. Heimat im Roman: Dieses Kapitel stellt den Inhalt des Romans vor und beleuchtet die subjektive Heimatwahrnehmung des Protagonisten Zygmunt Rogalla.

2.1. Erinnerung und Heimat: Hier wird untersucht, wie Erinnerungen und physische Artefakte dazu dienen, das Bild der verlorenen Heimat für die Zukunft zu bewahren.

2.2. Heimat – vielseitige Bedeutungen: Das Kapitel analysiert die ambivalente Natur von Heimat, die sowohl Gemeinschaft stiften als auch exkludierend und belastend wirken kann.

3. Heimat– ein differenziert diskutierter Begriff: Dieser Teil betrachtet den Heimatbegriff aus einer wissenschaftlichen Perspektive und erörtert seine semantische Unschärfe.

3.1. Definitionsversuche: Es wird die Schwierigkeit aufgezeigt, eine eindeutige, starre Definition für einen derart vielschichtigen Begriff wie Heimat zu finden.

3.2 Über den Verlust von Heimat: Die Auswirkungen von Flucht und Vertreibung auf das Heimatverständnis der Betroffenen werden anhand von Erfahrungsberichten und Textbelegen analysiert.

3.3 Heimat als Spielball in der Geschichte: Dieses Kapitel diskutiert den historischen Wandel von Heimatkonzepten und deren Abhängigkeit von äußeren politischen und gesellschaftlichen Umständen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Heimat ein unfertiger Begriff bleibt, der Raum für individuelle Deutungen und Erinnerungen bietet.

Schlüsselwörter

Heimat, Heimatmuseum, Siegfried Lenz, Zygmunt Rogalla, Erinnerung, Vertreibung, Identität, Heimatgefühl, Kriegsflüchtlinge, Ambivalenz, Exklusion, Gemeinschaft, Geschichte, Masuren, Heimatbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der diffusen und kontroversen Natur des Begriffs „Heimat“, reflektiert durch den Roman „Heimatmuseum“ von Siegfried Lenz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen positiver Identifikation und negativer politischer Instrumentalisierung von Heimat sowie die Rolle von Erinnerungskultur bei Flucht und Vertreibung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die multidimensionale Bedeutung von Heimat aufzuzeigen und zu untersuchen, wie Individuen ihre Heimat durch Erzählungen und Erinnerungen in einer oft feindseligen Umgebung zu bewahren versuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, indem sie den Roman „Heimatmuseum“ in den theoretischen Kontext wissenschaftlicher Diskurse über Heimat, Identität und Erinnerung einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die literarische Analyse des Romans, die theoretische Definition des Heimatbegriffs und die Untersuchung historischer Aspekte wie Heimatverlust und politische Vereinnahmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heimat, Erinnerung, Identität, Flucht, Vertreibung und die literarische Aufarbeitung dieser Themen bei Siegfried Lenz charakterisiert.

Welche Bedeutung misst der Protagonist Rogalla seinem Heimatmuseum bei?

Rogalla sieht das Museum als Instrument gegen das Vergessen und als notwendige Substanz, um die Welt zu verstehen, weshalb er die Zerstörung des Museums als Schutzmaßnahme vor Missbrauch durch Dritte betrachtet.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise der Flüchtlinge im Roman vom Verständnis Rogallas?

Während viele Flüchtlinge die Vergangenheit aufgrund traumatischer Erfahrungen ablehnen und die Artefakte als Ballast empfinden, hält Rogalla an diesen fest, um das Bild seiner Heimat unbeschmutzt zu bewahren.

Warum wird Heimat im 21. Jahrhundert wieder verstärkt diskutiert?

Die Diskussion erfährt durch aktuelle globale Migrationsbewegungen, die sogenannte „Flüchtlingskrise“ und das Bedürfnis nach Identitätsstiftung in einer globalisierten Welt eine neue Relevanz.

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Details

Titel
Heimat. Untersuchung eines viel diskutierten Begriffs
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V464619
ISBN (eBook)
9783668926967
ISBN (Buch)
9783668926974
Sprache
Deutsch
Schlagworte
heimat untersuchung begriffs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Heimat. Untersuchung eines viel diskutierten Begriffs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464619
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Leseprobe aus  23  Seiten
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