Dieser Arbeit befasst sich mit der Analyse und Wirksamkeit von Werbetexten aus dem Blickwinkel der Fachsprachlichkeit und der Erzeugung von Wissenschaftlichkeit.
Die Arbeit ist in drei Teile aufgeteilt. Der erste, der theoretischeTeil, enthält eine Beschreibung der theoretischen Grundlage, Korpus und Methode. Daran schließt sich der zweite Teil, die Analyse selbst, und, abschließend, eine Interpretation der Ergebnisse an.
Für das Korpus für die Analyse wurden 21 Werbebeschreibungen der kosmetischen Pflegeproduktreihe "Revitalift" der Marke L’Oréal ausgesucht.
Den zentralen Punkt der Arbeit bildet die Analyse der Werbesprache und die Fachsprachlichkeit, beziehungsweise die Feststellung der Funktionen der Fachsprachlichkeit in einer solchen Textsorte. Die Arbeit kommt dabei zu dem Schluss, das ein Großteil der benutzten Sprache lediglich der Erzeugung von Pseudfachsprachlichekt, und damit zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit dient.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1. Begriffserklärung
2.2. Mögliche Wirkungen und Funktionen von Fachsprachlichkeit in Werbetexten
3. Korpus und Methode
3.1. Korpus
3.2. Methode
4. Analyse
4.1. Werbebeschreibung als Textsorte
4.2. Produktname
4.3. Fließtext
5. Interpretation
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle und Funktion von Fachsprachlichkeit in französischen Werbebeschreibungen der Kosmetikproduktreihe "Revitalift" von L'Oréal Paris, um aufzudecken, wie Pseudofachlichkeit genutzt wird, um wissenschaftliche Glaubwürdigkeit zu inszenieren.
- Analyse der Textsorte Werbebeschreibung im Kontext von Kosmetik
- Untersuchung der Produktnamensgebung als strategisches Marketinginstrument
- Dekonstruktion der Verwendung von Fachtermini im Fließtext
- Untersuchung der "Pseudofachlichkeit" zur Steigerung der Konsumentenbindung
- Kritische Beleuchtung der Inszenierung von Wissenschaftlichkeit
Auszug aus dem Buch
4.2. Produktname
Das Korpus besteht aus drei wichtigen Teilen: Bild des Produkts, Name des Produkts und die Beschreibung als solche. Das Bild wird mit dem Text durch den Namen des Produkts vereint. Deshalb ist es interessant den Namen an sich zu betrachten, da dieser eine Vielzahl von Funktionen erfüllen muss. Denn nur durch den Namen ohne textliche Unterstützung soll bei der Platzierung im Laden die Aufmerksamkeit des Kunden auf das Produkt gelenkt werden und darüber hinaus das Interesse, mit daraus resultierendem Kauf-Wunsch, geweckt werden (AIDA-Regel).
Der Name der Reihe Revitalift selbst ist analysewert. Das Wort lässt sich in drei Teile aufschlüsseln: Re | Vita | Lift. Das Präfix Re-, lateinischen Ursprung, bedeutet „wieder“ oder etwas wiederholendes, das Wort Vita, auch lateinischen Ursprungs, bedeutet „das Leben“, und der letzte Teil „Lift“ kommt aus dem englischen und wird häufig in der Branche der Kosmetologie für die Prozedur der Straffung einer alternden Haut verwendet. Alle drei Teile vereint soll vermutlich so viel wie Wiederbelebung einer alternden Haut bedeuten. In der Theorie wurde bereits angesprochen, dass in der Werbesprache, zur Inszenierung der Wissenschaft, Wörter und/oder Präfixe griechischen oder lateinischen Ursprungs verwendet werden. In diesem konstruierten Wort haben die Produktentwickler der Marke Revitalift nicht nur lateinische Elemente eingebaut, sondern auch einen Anglizismus, welcher sich wiederrum der Kosmetologie Branche, also einem Wort aus der medizinischen Fachsprache der Kosmetologie, zuordnen lässt. Da der Begriff „Revitalift“ zuvor in keiner Fachsprache definiert wurde, also selbst einen Neologismus darstellt, welcher für keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern Werbezwecke geschaffen wurde, lässt sich dieses Wort auch fachlich im weiteren Sinne klassifizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema vor, definiert das Forschungsinteresse an der pseudowissenschaftlichen Sprache in der Kosmetikwerbung und legt das Ziel der Arbeit dar.
2. Theoretische Grundlage: Dieses Kapitel erläutert die relevanten Fachbegriffe wie Werbesprache, Fachsprache und Pseudofachlichkeit sowie deren beabsichtigte Wirkungen auf den Rezipienten.
3. Korpus und Methode: Hier wird die Auswahl der 21 Werbebeschreibungen der "Revitalift"-Reihe begründet und das methodische Vorgehen bei der Analyse der Texte und Produktnamen skizziert.
4. Analyse: In diesem Kapitel werden die Werbebeschreibungen, die Produktnamen und der Fließtext strukturiert untersucht, um das Vorkommen und die Verwendung von Fachwörtern offenzulegen.
5. Interpretation: Das Kapitel verknüpft die Analyseergebnisse mit der theoretischen Grundlage und interpretiert die Funktion der Sprachwahl im Kontext der Verkaufsförderung.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die verwendeten fachsprachlichen Elemente in den untersuchten Werbetexten zur Inszenierung von Wissenschaftlichkeit dienen, ohne einen wissenschaftlichen Gehalt zu besitzen.
Schlüsselwörter
Fachsprachlichkeit, Pseudofachlichkeit, Werbesprache, Kosmetikwerbung, Revitalift, L'Oréal, Inszenierte Wissenschaft, Produktname, Konsumentenpsychologie, Werbebeschreibung, Terminologie, Sprachanalyse, Fachtermini, Marketingstrategie, Wissenschaftsinszenierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einsatz und die Funktion von fachsprachlichen Elementen in Werbetexten der Kosmetikmarke L'Oréal Paris.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Pseudofachlichkeit, der Wirkung von Fachtermini in der Werbung und der sprachlichen Konstruktion wissenschaftlicher Autorität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, welche Funktionen die (Pseudo-)Fachsprachlichkeit in den Werbeanzeigen einnimmt und wie durch diese Begriffe Konsumenten zur Kaufentscheidung bewegt werden sollen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine korpusbasierte Analyse durchgeführt, bei der 21 Werbebeschreibungen in Hinblick auf Wortwahl, Struktur und fachsprachliche Elemente untersucht und anschließend interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsdefinition, die Vorstellung des Korpusses sowie die detaillierte Analyse der Werbetexte, unterteilt in Werbebeschreibungen, Produktnamen und Fließtext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Fachsprachlichkeit, Pseudofachlichkeit, Werbesprache und die Markenreihe Revitalift.
Welche Rolle spielt die Etymologie bei den Produktnamen im untersuchten Korpus?
Die Analyse zeigt, dass Produktnamen oft aus griechischen oder lateinischen Bestandteilen konstruiert sind, um eine seriöse, wissenschaftliche Anmutung zu erzeugen, die jedoch über keine wissenschaftliche Grundlage verfügt.
Warum wird der Begriff "Pseudofachlichkeit" in der Arbeit verwendet?
Der Begriff beschreibt die bewusste Verwendung von wissenschaftlich klingenden Termini in einem nicht-wissenschaftlichen Kontext, um den Anschein von Expertise und Glaubwürdigkeit zu erwecken.
Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin im Fazit?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die fachsprachlichen Elemente keine echte Wissenschaftlichkeit widerspiegeln, sondern reine Inszenierung sind, die dazu dient, den Kunden durch das Prestige der Wissenschaft zum Kauf zu animieren.
- Arbeit zitieren
- Irina Kontorovich (Autor:in), 2019, Die Funktion der Fachsprachlichkeit in französischen Werbetexten. Die Kosmetikproduktreihe Revitalift von L‘Oréal Paris, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464627