Exegese "Stellung des Seesturms" (Mk 4,35-41)


Studienarbeit, 2019

26 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Textsicherung
2.1. Wirkungsgeschichtliche Reflexion
2.2. Abgrenzung der Perikope
2.3. Übersetzungsvergleich

3. Sprachlich-sachliche Analyse des Textes
3.1. Sozialgeschichtliche und historische Fragen, Realien
3.2. Textlinguistische Fragestellungen.
a. Basisopposition und Gegensatzpaare
b. Spannungsbögen
c. Tragende Begrifflichkeiten und semantische Felder
d. Akteure
e. Quantitäten
f. Wiederholungen & Proformen
g. Verknüpfungen
h. Tempora
i. Erzählbrüche
j. Textgliederung
k. Kohärenz
l. Strukturskizze: Mk 4,35-41

4. Die Aussageabsicht des Autors
4.1. Form- und Gattungsanalyse
4.2. Textpragmatische Analyse

5. Kontextuelle Analyse
5.1. Traditionsgeschichte
5.2. Religionsgeschichtlicher Vergleich
5.3. Synoptischer Vergleich im engeren Sinn

6. Der Text als Teil eines theologischen Gesamtkonzepts
6.1. Kompositionskritik
6.2. Redaktionskritik

7. Ergebnis, Fazit

8. Religionspädagogischer/Bibeldidaktischer Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Synoptischer Vergleich

2. Textstellen des Übersetzungsvergleichs
a. Zürcher Bibel: Mk 4,35-41
b. Neue Genfer Übersetzung: Mk 4,35-41
c. Neue Einheitsübersetzung: Mk 4,35-41

1. Einleitung

Bezüglich dieser exegetischen Hausarbeit habe ich mich für die Geschichte „Die Stillung des Seesturms“ oder auch „Der Sturm auf dem See“ entschieden, welche in Markus 4,35-41 zu finden ist. Diese ist mir in meinem Leben bereits einige Male begegnet, angefangen im Grundschulunterricht. Erneut aufgefallen ist sie mir vor einiger Zeit, als wir uns in meinem wöchentlichen Hauskreis darüber aus- getauscht haben. Mir fiel auf, dass sich in diesen wenigen Versen mehr verber- gen könnte, als ich bisher dachte, denn obwohl mir die Geschichte so bekannt ist, habe ich mich nie intensiv mit ihr beschäftigt. Dies ist eine der Motivationen für die vorliegende Hausarbeit geworden. Zudem spricht mich die Bibelstelle an, weil für mich die Macht Gottes stark zum Ausdruck kommt und das Vertrauen in ebendiese gestärkt wird. Grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass die Bibel von Gott inspiriert und von Menschen geschrieben wurde. Somit hat sie auch heute noch Bedeutung für unser Leben. Die Frage, ob Jesus wirklich die Macht hatte, über Wind und Wellen zu herrschen und Wunder zu vollbringen, stellte sich mir zwangsläufig von Zeit zu Zeit. Ich glaube, dass es wichtig ist, die Bibel kritisch zu lesen und nicht alles als wörtlich zu nehmen, da vieles, beispielsweise durch Übersetzung oder nicht mehr aktuelle Rhetorik, falsch verstanden werden kann. Gleichzeitig bin ich zutiefst überzeugt, dass Jesus Gottes Sohn ist und somit Wunder vollbringen kann, wodurch sich für mich eine Wechselbeziehung aus ‚glaubend-wörtlichem‘ und ‚kritisch-hinterfragendem‘ Lesen ergibt. Fragen, die ich mir zu Beginn meiner Exegese stelle, sind: Wusste Jesus, dass der Sturm aufkommen wird? Warum hat Jesus die Jünger in Gefahr gebracht? Wie hätten die Jünger Jesu Ansicht nach reagieren sollen?

2. Textsicherung

2.1. Wirkungsgeschichtliche Reflexion

Das Motiv der Jünger und Jesus auf dem Boot im wilden Sturm ist weit verbreitet und lädt zur Deutung und metaphorischen Übertragung geradezu ein. So wurde insbesondere im ekklesiologischen1 Bereich häufig das Boot als Gemeinde Christi verstanden, welches durch starke Wellen, die für die Gefahren der Welt stehen, immer wieder ins Wanken kommt, jedoch durch Jesus, welcher sich „an Bord" befindet, also Teil der Gemeinde ist, stets gelenkt und bewahrt wird und schlussendlich im Reich Gottes „anlegen“ wird. In diesem Kontext wiederum stellte sich die Frage, wann Jesus heute zu schlafen scheint und die Gemeinde sich selbst überlässt. Während Erasmus die Meinung vertritt, dies sei dann der Fall, wenn Kirchenführer ihre Pflicht vergessen, sieht Barth einen ganz anderen Aspekt in der Perikope2. Er erkennt, dass sich hier zeigt, wie Christus sich er- kennbar mache und dass er das Einzige sei, welches der Kirche Sicherheit geben könne; dies könne keine Tradition und kein Amt in dieser Weise.

Doch auch in frühen nichtchristlichen Bereichen wurde das Bild des Sturmes und dessen Stillung aufgegriffen3. So wird beispielsweise in der 33. Homerischen Hymne in Bezug auf die Zwillinge Castor und Pollux in der griechischen Mytho- logie geschrieben: „Sie wurden [...] Retter der sausenden Schiffe. [...] Ruft die Söhne des großen Zeus mit Gebeten das Schiffsvolk. [...] Da – welche Erschei- nung! Sie [...] bannen sogleich die Wirbel der furchtbaren Winde und breiten Glätte über die See im Geflute des leuchtenden Salzschaums.“4 Hier zeigen sich einige Parallelen, was verdeutlicht, dass die Handlung im metaphorischen Sinn zur Darstellung der (Gottes-)Macht eingesetzt werden kann.

Heute stellt sich, wiederum im ekklesiologischen Kontext, besonders die Glau- bensfrage, welche von Jesus selbst in Vers 40 gestellt wird. Dies kann auf zwei Weisen gedeutet werden: Negativ beleuchtet, beginnt der Unglaube dort, wo Christen zu viel Angst/Feigheit haben, um sich möglichen Gefahren zu stellen. Positiv gesehen wirkt sich Glaube dadurch aus, dass man Jesus selbst in die Gefahr und das Leid folgt.5

2.2. Abgrenzung der Perikope

Die Geschichte der „Stillung des Seesturms“ gehört zum Genus der Rettungs- wunder6, welche sich dadurch auszeichnet, dass Jesus die Jünger von durch die Natur verursachter Not rettet7. Die Perikope beginnt mit den Worten „Und er sagte zu ihnen am Abend dieses Tages [...]“ (V.35), woraus abgeleitet werden kann, dass es keinen Ortswechsel in Bezug auf die vorherige Textstelle gibt, allerdings einen Zeitwechsel. Ein Personenwechsel wird im darauffolgenden Vers beschrieben, wenn es heißt, dass sie „das Volk gehen [ließen]“ (V.36), was verdeutlicht, dass Jesus nun allein mit seinen Jüngern unterwegs ist. Dies führt zu einem vertrauten Verhältnis zwischen den Nachfolgern Jesu und deren Lehrer und schildert die Ausgangslage der Erzählung.

Das Ende der Perikope ist durch die Einleitung der folgenden Textstelle recht deutlich einzugrenzen, in der beschrieben wird, dass Jesus und die Jünger am anderen Ufer angelangen (Mk 5,1) und die Seeüberquerung, also der Schauplatz dieser Geschichte, somit ein Ende findet.

Thematisch hängt die Perikope nur insofern mit dem Kontext zusammen, dass sie einen Übergang darstellt, sowohl inhaltlich als auch strukturell. Hierauf werde ich konkret in der Kompositionskritik (à 6.1.) eingehen.

2.3. Übersetzungsvergleich

Im Folgenden wird die Zürcher Bibel mit der Neuen Genfer Übersetzung 2011 und der Einheitsübersetzung 2016 verglichen (im Weiteren als ZB, NGÜ und EÜ). Die Überschrift der ZB, „Die Stillung des Seesturms“, hebt sich gleich zu Beginn von den anderen Übersetzungen ab, wo es „Der Sturm auf dem See“ heißt. Die ZB legt den Akzent also von Anfang an auf die Tat Jesus, das Wunder, die Stil- lung des Sturms, während die NGÜ und EÜ vielmehr die Not der Jünger und den Sturm in den Vordergrund rücken.

Feine Unterschiede im Text sind direkt in den ersten beiden Versen zu erkennen. In der ZB spricht Jesus „Lasst uns ans andere Ufer fahren“, was einer Aufforde- rung an die Jünger gleicht. Daraufhin lassen diese „das Volk gehen“, wodurch eine eher passive Rolle der Jünger anklingt, und nehmen Jesus, „wie er war, im Boot mit“. Die beiden anderen Übersetzungen setzen abweichende Schwer- punkte: Hier sagt Jesus „Wir wollen ans andere Ufer fahren“, was weniger wie eine Aufforderung als mehr wie ein Vorschlag klingt. Die Reaktion der Jünger ist hier, dass sie die „Menge nach Hause [schicken]“, also eine sehr aktive, antrei- bende Rolle einnehmen. Bei der Abfahrt orientieren sie sich wieder an Jesus, da sie sich in das Boot setzen, in dem Jesus bereits war, und mit ihm losfuhren. Weitere Differenzen sind zum Beginn des Unwetters in V.37 zu finden, welches im Übrigen in der ZB als Sturmwind, in der NGÜ als Sturm und in der EÜ als Wirbelsturm betitelt wird. In allen Versionen schlagen die Wellen gegen das Boot, in der NGÜ und der EÜ beginnt sich das Boot jedoch erst mit Wasser zu füllen, während die ZB beschreibt, dass das „Boot [...] sich schon mit Wasser gefüllt [hatte]“.

V.38 zeigt die Situation, wie die Jünger ihren „Meister“ wecken und durch eine rhetorische Frage um Hilfe bitten. In der Formulierung ebendieser weisen sich erneut Unterschiede auf: Die ZB erklärt, dass die Jünger Jesus sagen, ob es ihn nicht kümmere, dass sie untergehen. In beiden weiteren Übersetzungen schreien, beziehungsweise rufen sie förmlich zu Jesus, ob es ihm nichts ausma- che, dass sie zugrunde gehen beziehungsweise umkommen. In der ersten Ver- sion drückt sich in meinen Augen eine dezentere, fachlichere Frage aus, während die NGÜ und EÜ mit dem Blick auf einen möglichen Tod die Emotionen des Le- sers beeinflussen und die Situation nachvollziehbarer, jedoch etwas dramati- scher darstellen.

Die letzte bedeutende Differenz, die ich aufzeigen möchte, befindet sich in V.39. Zunächst wird erzählt, wie Jesus zum See spricht. In der ZB heißt es hier, dass Jesus „den Wind an[schrie] und [zu ihm] sprach“, in der NGÜ „wies [er] den Wind in seine Schranken und befahl“ etwas und in der EÜ „drohte [er] dem Wind und sagte“ etwas. Gerade in der NGÜ wird der Schwerpunkt auf die große Autorität Jesus gelegt, der Befehle erteilen und in seine Schranken verweisen kann. Dies kommt in den übrigen Versionen nicht ganz zum Ausdruck, da zum Beispiel in der EÜ zwar gedroht wird, jedoch nicht befohlen. In allen Übersetzungen reagiert der Sturm auf die Worte „Schweig, verstumme“ bzw. „Schweig, sei still!“ gleich, der Wind legt sich und es wird still. Während die ZB hier von einer „ großen Wind- stille “ spricht, ist es in der NGÜ bereits eine allgemeine „ große Stille“ und in der EÜ sogar eine „ völlige Stille“. Durch diese feinen Nuancen wird das Ausmaß der Macht Jesu unterschiedlich betont. Die ZB beschreibt das eigentliche Gesche- hen, nämlich den Wind, der still wird. In den anderen Übersetzungen klingt eine Verallgemeinerung der großen bzw. völligen Stille mit an, welche die Ehrfurcht vor der Sturmstillung vergrößert.

Für die weitere Arbeit an dieser Exegese entscheide ich mich für die Zürcher Bibel, welche meiner Auffassung nach den Urtext am getreuesten wiederspiegelt und auf dramatisierende, übertreibende Elemente verzichtet.

3. Sprachlich-sachliche Analyse des Textes

3.1. Sozialgeschichtliche und historische Fragen, Realien

Im Hinblick auf Realien und sozialgeschichtliche Hitergründe stellte ich mir die Frage, ob ein derartiger Sturm überhaupt möglich sei. Tatsächlich war gerade auf dem See Genezareth ein solch plötzlich auftretender und wieder verstummender Sturm keine Seltenheit8. Da der See in einer Senke, umgeben von Bergen, liegt, konnten Fallwinde regelmäßig lebensbedrohliche Situationen durch Stürme ver- ursachen.

Des Weiteren war die Überzeugung, Dämonen würden einen erheblichen nega- tiven Einfluss auf die (Um-)Welt haben, zur Zeit Jesu weit verbreitet9. So war auch die Vorstellung, Dämonen seien in schädigenden Naturgewalten am Werk, nicht ausgeschlossen10. Von diesem Standpunkt aus gesehen eröffnet sich eine mögliche Erklärung, weshalb Jesus mit dem See wie mit einer Person spricht, was einer Dämonenaustreibung sehr ähnelt.

3.2. Textlinguistische Fragestellungen

a. Basisopposition und Gegensatzpaare

Zunächst sind zwei Basisoppositionen zu nennen. Zu Beginn ist die Gruppe an Land, wo Jesus zuvor gepredigt hat. Am Ende befinden sie sich auf dem See, unterwegs zur anderen Seite des Ufers. Weitere Opposition ist die Anzahl der Personen. Während anfangs von einem Volk, also einer Menschenmenge die Rede ist, sind die Jünger im weiteren Verlauf alleine mit Jesus unterwegs.

In der Perikope tauchen immer wieder Gegensatzpaare auf, so beispielsweise die große Angst der Jünger und der schlafende Jesus. Daraus ergibt sich außer- dem ein weiterer Gegensatz, denn der Schlafende wird geweckt (V.38). Sehr be- deutend wiederum ist der ‚heftige‘ Sturm, der die Jünger in lebensgefährliche Angst versetzt als Gegensatz zur ‚großen‘ Windstille11, die sich am Ende durch Jesu Worte auf den See legt (V. 37.39). Besonders durch Jesu autoritäre Gelas- senheit (= schlafen) und die Auswirkung seiner Worte im Vergleich zur Aufruhr der Jünger wird seine göttliche Identität hervorgehoben.

b. Spannungsbögen

Wirkliche Spannung wird in der Perikope ab V.37 erzeugt, indem vom Aufkom- men des Sturms die Rede ist. Besonders durch die dreifache, dramatische Stei- gerung12 (1. Sturmwind erhebt sich, 2. Wellen schlagen ins Boot, 3. Boot füllt sich mit Wasser) steigt die Spannung stark an. Durch den oben genannten Gegen- satz, Jesus schläft trotz des tobenden Sturms (V.38), wird die hilflose Lage der Jünger deutlich und trägt ebenfalls zur Spannung bei.

Der Spannungsbogen erreicht seinen Höhepunkt in V.39, als Jesus aufsteht und den Wind anschreit, welcher daraufhin direkt still wird. Durch das Beruhigen des Sturms und die „große Windstille“ sinkt die Spannung ab.

Die Peripetie führt gegen Ende auf zwei Fragen hin. Einerseits Jesus, der den Glauben der Jünger hinterfragt, andererseits die Jünger, welche die Person Jesu hinterfragen. Mit diesen offenen Fragestellungen endet die Perikope und lässt den Leser dadurch mit einer gewissen Restspannung zurück.

c. Tragende Begrifflichkeiten und semantische Felder

Das semantische Feld des Sprechens und Schreiens ist durch die gesamte Pe- rikope hinweg vertreten. Sie zeigt einerseits die Kommunikation zwischen den Protagonisten (V.35), verdeutlicht jedoch auch die Angst, Hilflosigkeit und spä- tere Verunsicherung der Jünger (V.38.41) und die Allmacht Jesu, der den See anschreit (V.39).

Weiterhin ist das Feld des Sturms ab V.37 vorhanden. Beschreibt es zu Beginn die immer schlimmer werdende Situation (V.37), zeigt es in V.39 das Ergebnis der Worte Jesu („der Wind legte sich, und es trat eine große Windstille ein“). Auch im letzten Satz der Perikope wird das Feld durch tragende Begriffe noch einmal aufgegriffen, als sich die Jünger fragen, wer Jesus ist, dass „ihm selbst Wind und Wellen gehorchen“. Durch anhaltendes Aufgreifen der Sturmthematik wird der Leser in die Situation auf dem See versetzt und kann sich in die Geschichte ein- denken und -fühlen.

Weitere tragende Begriffe sind „Furcht“ beziehungsweise „furchtsam“. Zunächst wird dies von Jesus in V.40 angesprochen, als er den Glauben der Jünger hin- terfragt und sie auf ihre Angst anspricht. Direkt im Anschluss wird berichtet, dass die Jünger in große Furcht geraten – diese ist nicht zu verwechseln mit der Angst, die sie angesichts des Sturms hatten. Es ist vielmehr der Respekt, die Anerken- nung vor dem Wirken und Wesen Gottes13.

Ein weiteres sich häufig wiederholendes Wort ist „Boot“, welches in den Versen 36-38 fünfmal genannt wird. Auf diese Weise wird deutlich, dass es sich um eine Seeüberquerung handelt, die Jünger sich nicht mehr auf dem sicheren Festland befinden und somit dem Sturm völlig ausgeliefert sind.

d. Akteure

Als Akteure in der Perikope sind im Grunde nur Jesus und dessen Jünger zu nennen. Zu Beginn wird das Volk erwähnt, welches jedoch nach Hause geht und somit keine weitere Rolle in der Geschichte spielt. Interessant ist, dass im ganzen Abschnitt weder Jesus, noch die Jünger konkret erwähnt werden. Vielmehr ist stets von „ihm“ oder „ihnen“ die Rede. In V.38 wird Jesus aber von den Jüngern direkt mit „Meister“ (andere Übersetzungen: „Lehrer“) angesprochen, was zeigt, dass Jesus eine wichtige Bezugs- und Vorbildperson für die Jünger darstellte und sie in der aussichtslosen Situation auf eine Lösung von ihm hofften14.

e. Quantitäten

Quantitativ ist der Sturm selbst der Schwerpunkt der Perikope. Während Einlei- tung und Schluss jeweils zwei Verse umfassen (V.35-36/V.40-41), wird der Sturm in V.37-39 beschrieben. Angefangen mit der Beschreibung des stärker werden- den Windes (V.37), über die Jünger, die ihren Meister wecken (V.38), bis hin zum Moment der Sturmstillung Jesu (V.39).

f. Wiederholungen & Proformen

Gerade die Wiederholungen der Proformen sind sehr auffällig in der Perikope. Wie bereits erwähnt werden weder Jesus noch seine Jünger namentlich genannt, sondern stets mit Pronomina wie er, ihnen, sie, ihm, ... umschrieben. Diese zei- gen hiermit, „dass es sich um eine Geschichte zwischen Jesus und seinen Jün- gern handelt. Andere Boote werden genannt, andere Personen nicht.“15.

Doch auch weitere Textstellen werden durch Wiederholungen hervorgehoben. So zum Beispiel die Darstellung des Sturms in V.37, bei dem durch sich stei- gernde, wiederholende Beschreibungen das Ausmaß des Unwetters deutlich wird16. Weiter findet man drei Wiederholungen in V.39. Zunächst die Art, in der Jesus mit dem Sturm spricht: „[er] schrie den Wind an und sprach: [...]“ (V.39). Eigentlich meinen beide Beschreibungen („schrie“ und „sprach“) die gleiche Handlung, verleihen dem Ganzen jedoch mehr Gewicht. Des Weiteren ist auch in der Wortwahl Jesu eine Wiederholung festzustellen: „Schweig, verstumme!“ (V.39). Abschließend ist die Reaktion des Sturms auf Jesu Worte durch eine Wie- derholung gekennzeichnet: „Und der Wind legte sich und es trat eine große Wind- stille ein.“ (V.39)

[...]


1 Gnilka (1978), S.198

2 Ebd.

3 Eckey (1998), S.186

4 Homerische Hymnen, 132f

5 Gnilka (1978), S.198

6 Eckey (1998), S.184

7 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Wunder_Jesu#Rettungswunder

8 Reuber (2007), S.72

9 Gnilka (1978), S.195

10 Reuber (2007), S.72

11 Müller (1995), S.35

12 Eckey (1998), S.188

13. Reuber (2007), S.73

14. Feneberg (2000), S.134

15. Müller (1995), S.35

16 Eckey (1998), S.188

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Exegese "Stellung des Seesturms" (Mk 4,35-41)
Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd
Veranstaltung
Exegetisches Arbeiten
Autor
Jahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V464767
ISBN (eBook)
9783668928626
ISBN (Buch)
9783668928633
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese, Sturmstillung
Arbeit zitieren
Aaron Büttner (Autor), 2019, Exegese "Stellung des Seesturms" (Mk 4,35-41), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464767

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