Tourismus in Costa Rica - Potentiale und Auswirkungen


Seminararbeit, 2004
14 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Costa Rica – Informationen zum Land
2.1. Bevölkerung
2.2. Politik
2.3. Wirtschaft

3. Warum? Wer? Was?
3.1. Geographie und Naturraum als Anziehungsfaktor
3.2. Zusammensetzung der Touristen
3.3. Angebote für Touristen

4. Wirtschaftsfaktor Tourismus

5. Auswirkungen des Tourismus
5.1. Soziale Auswirkungen
5.2. Ökologische Auswirkungen

6. Literatur

1. Einleitung

Costa Rica, die reiche Küste, ist in Europa besonders als Reiseziel bekannt. Folgender Auszug aus einer Reisewerbung ist, so oder ähnlich, in vielen Publikationen zu finden:

„Costa Rica is one of the few countries [...] which has worried about maintaining its natural resources and bio-diversity by creating national parks and nature reserves, and also by enforcing conservation plans to protect flaura and fauna. […] its efforts to lodge and accommodate the tourist without affecting the environment.“[1]

Aber in wie weit entspricht diese Darstellung eines bewussten und nachhaltigen Ökotourismus der Wahrheit? Dieser Frage soll in dieser Arbeit nachgegangen werden.

In Kapitel 2 gebe ich einen kurzen Überblick über das Land. Dieser kann bei der Größe der vorliegenden Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Nach Durchsicht der Literatur erschienen mir besonders Bevölkerung, Politik, Wirtschaft und Geographie/ Naturraum entscheidend für die Betrachtung der touristischen Entwicklung des Landes. Auf die ersten drei gehe ich dabei im zweiten Kapitel näher ein.

Die Faktoren Geographie und Naturraum, werde ich in Kapitel 3 näher beleuchten, da sie der Hauptgrund für Reisen in dieses Land sind. Außerdem soll in diesem Kapitel aufgeschlüsselt werden welche Art von Tourismus und welche Typen von Touristen in Costa Rica vorherrschend sind.

Der im 2. Kapitel gegebene Überblick über die wirtschaftliche Situation in Costa Rica soll in Kapitel 4 noch einmal im Hinblick auf die Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft

vertieft werden. Darauf folgend soll in Kapitel 5 näher auf die sozialen und ökologischen Folgen des Tourismuses eingegangen werden.

Bedingt durch die mir zur Verfügung stehende Literatur wird sich besonders das Kapitel 5 auf die Region Gandoca-Manzanillo (REGAMA), Kanton Talamanca, Provinz Limón beziehen.

Ich selbst war noch nicht in Costa Rica oder Mittelamerika, kann mich also nicht auf eigene Erfahrungen berufen, sondern stütze mich voll und ganz auf die in Kapitel 7 aufgeführte Literatur.

2. Costa Rica – Informationen zum Land

Der offizielle Name Costa Ricas ist República de Costa Rica. Das etwa 51.000km² (Weltrang 126) große Land liegt auf der zentralamerikanischen Landbrücke zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Süden. Die Hauptstadt ist San José.

2.1. Bevölkerung

Auf der Landesfläche, die etwa der Größe Niedersachsens entspricht, verteilen sich ca. 3,9 Millionen Einwohner, mit einem Ausländeranteil von 7,8% (Volkszählung 2000), was einer Bevölkerungsdichte von 77 EW/km² entspricht. Auf die im Valle Central gelegene Landeshauptstadt fallen dabei 313.000 Einwohner ( 1,4 Mio. im Großraum). Durch die starke Zuwanderung, besonders aus Nicaragua, beträgt das jährliche Bevölkerungswachstum 2,8%. Den Großteil der Bevölkerung stellen mit 87% Weiße dar, gefolgt von Mestizen (7%), Schwarzen (3%), Ostasiaten (2%) und anderen (1%). Mit 80% ist der überwiegende Teil der Bevölkerung katholisch, allerdings gibt es einen stetig wachsenden Anteil an Protestanten.

2.2. Politik

Seit der Verabschiedung der aktuellen Verfassung liegen Staats- und Regierungsführung in den Händen des Präsidenten (Presidente de la República), Costa Rica ist also eine präsidiale Demokratie. Es besteht Gewaltenteilung und sowohl das aus 57 Abgeordneten zusammen gesetzte Parlament (Asambla Legislativa) als auch der Präsident werden alle 4 Jahre neu gewählt, eine Wiederwahl des Präsidenten ist dabei nicht möglich. Seit 8.5.2002 ist Dr. Abel Pacheco de la Espirella von den Christdemokraten (PUSC) der Präsident. Im aktuellen Parlament fallen auf seine Partei 19 Sitze, dicht gefolgt von den Sozialdemokraten (PLN) mit 17 Sitzen – charakteristisch für die seit Ende der 80er Jahre erfolgte Entwicklung zum Zwei-Parteiensystem.

Die Verwaltung ist stark zentralisiert mit der Zentralregierung in San José, sowie 7 Provinzen: Alajuela, Cartago, Guanacaste, Herradura, Limón, Puntarenas und San José. Diese sind aufgeteilt in 81 Kantone und 329 Landkreise.

Costa Rica ist Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen, so unter anderem der UN, UNESCO, FAO, WHO, WTO, etc. Die Innenpolitik ist partitativ-konsensualistisch, die Außenpolitik neutralistisch und durch Gewaltverzicht geprägt. So wurde zum Beispiel mit Einführung der aktuellen Verfassung die Armee abgeschafft. Für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit sind seit dem nur noch die ca. 9000 Angehörigen der Polizei zuständig. Schon früh in seiner Geschichte nahm Costa Rica, damals aus Mangel an Bodenschätzen und schwerer Zugänglichkeit für die Eroberer, eine Sonderstellung in der Region ein. Durch die besonnene Außenpolitik behielt das Land diese Sonderstellung besonders in den konfliktreichen 80er Jahren und wurde als eine „Insel der Stabilität in einer von Bürgerkrieg zerrissenen Region“[2] der weltweit bevorzugte Partner in Zentralamerika. Für seine Friedensbemühungen in Zentralamerika bekam schließlich der damalige Präsident Oscar Arias 1987 den Friedensnobelpreis. Noch heute spielt Costa Rica im Verhältnis zu seiner Größe eine sehr bedeutende Rolle in den Vereinten Nationen.

2.3. Wirtschaft

Costa Rica ist eines der höchstverschuldeten Länder der Welt. Auf Grund mangelnder Ressourcen im eigenen Land (einzig nennenswerter Rohstoff ist die Wasserkraft, die immerhin 98% der Energieversorgung deckt), ist Costa Rica stark von Importen abhängig. Typische Einfuhrgüter sind Rohmaterialien, Konsumgüter, Kapitalgüter und Erdöl. Traditionell ist die Wirtschaft des Landes exportorientiert. Der Tourismus löst seit einigen Jahren Bananen und Kaffee als Hauptdevisenbringer ab. Seit Eröffnung der ersten Chipfabrik 1998 und der Ansiedlung weiterer Firmen zur Herstellung elektronischer Bauteile, verdrängen diese die traditionelle Devisenbringer immer mehr. In einer Untersuchung im Jahre 2000 wurde festgestellt, dass traditionelle Agrarexportgüter (Bananen, Kaffee, Zucker, Fleisch) nur noch 15% der Gesamtausfuhren ausmachen[3].

Der Staat hält das Monopol für wichtig Wirtschaftszweige wie Energie, Telekommunikation und Versicherungen. Nachdem erste Privatisierungsversuche scheiterten, widersetzt sich Costa Rica weiterhin dem massiven Druck auf Privatisierung, besonders von Seiten des wichtigsten Handelspartners, den USA.

[...]


[1] http://www.onecostarica.com

[2] Auswärtiges Amt

[3] Erdkunde Online

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Tourismus in Costa Rica - Potentiale und Auswirkungen
Hochschule
Technische Universität Dresden
Veranstaltung
Mesoamerika
Autor
Jahr
2004
Seiten
14
Katalognummer
V46485
ISBN (eBook)
9783638436748
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tourismus, Costa, Rica, Potentiale, Auswirkungen, Mesoamerika, Costa Rica, Mittelamerika
Arbeit zitieren
M.A. Ina Doyle (Autor), 2004, Tourismus in Costa Rica - Potentiale und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46485

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