Beugen unsere Präventionsmaßnahmen psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz vor?


Facharbeit (Schule), 2018
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2. Abgrenzung der Fragestellung

2. Definition: Psychische Erkrankungen
2.1 Formen und Beispiele
2.2 Angststörungen
2.3 Depression und Arbeit
2.4 Alkoholabhängigkeit:

3. Was ist das konkret? Der Arbeitsplatz
3.1 Wer ist Betroffen ?
3.2 Risikofaktoren durch den Arbeitsplatz

4. Welche Primärpräventionsmaßnahmen gibt es?
4.1 Effizienz dieser Maßnahmen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Heutzutage berichten schon viele Medien über bedenkliche Krankheitsentwicklungen in der Gesellschaft. So berichtet die Zeitung „Die Zeit“, dass:,, psychische Leiden bald Volkskrankheit Nummer eins“ sein wird. Der Deutsche Gewerkschaftsbund gibt bekannt, dass 63 % der Arbeitnehmer mehr leisten als früher. Ganze 72 % erbringen heutzutage mehr als 15 Überstunden in der Woche1.

,,Neun Zehntel unseres Glückes beruhen allein auf der Gesundheit. Mit ihr wird alles eine Quelle des Genusses: Hingegen ist ohne sie kein äußeres Gut, welcher Art es auch ist, genießbar„(Arthur Schopenhauer)2.

Da dieses Thema jeden betreffen kann und gravierende Auswirkungen auf die Zukunft haben wird, habe ich mich dazu entschlossen, diesem Thema meine Facharbeit zu widmen. Mit der Fragestellung, ob unsere Präventionsmaßnahmen psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz vorbeugen, möchte ich zeigen, wie die Entwicklung bei diesem Thema aussieht. Des Weiteren soll gezeigt werden, ob die gängigen Maßnahmen effizient genug sind.

Um dies verständlich darzulegen, werde ich psychische Erkrankungen erklären und mithilfe der verbreitetsten Typen illustrieren. Der Arbeitsplatz, welcher als Quelle der Erkrankung fungiert, wird konkretisiert und es wird aufgezeigt welche Menschen davon betroffen sind.

Diese Facharbeit soll verdeutlichen in welcher Lage unsere Gesellschaft sich befindet und wo sie hinsteuert.

1.1 Hinführung zum Thema

Das Arbeitsleben: einen Großteil seines Lebens verbringt jeder Erwerbstätige in der Arbeit. Ein zufriedenes Arbeitsleben hängt, abgesehen von der eigentlichen Tätigkeit des Berufes, von Gesetzen, Bestimmungen, Regeln und Verhaltensweisen ab, ohne die ein erfolgreiches und zufriedenes Arbeitsleben unmöglich ist.

Hier spielen beispielsweise gesundheitliche Aspekte wie Mobbing und Burnout eine wichtige Rolle. In einer AOK Studie zu Arbeitsausfällen wegen psychischer Erkrankungen, die in der Badischen Zeitung am 14. September 2017 erschienen ist, wird über Arbeitsausfälle durch psychische Erkrankungen berichtet, die in den letzten 10 Jahren um rund 80 % gestiegen sind.

Rund 19,4 Tage war jeder Beschäftigte vom Arzt krankgeschrieben 1 (Vgl.Süddeutsche Zeitung; Arbeitsausfälle wegen psychischer Erkrankung nehmen drastisch zu).

Wenn das Erleben oder Verhalten eines Menschen, von dem eines psychisch gesunden Menschen enorm abweicht, spricht man von einem psychisch kranken Menschen. Es resultieren viele Krankheiten durch äußerliche Belastungen. Für viele Beschäftigte stellen die körperlichen aber auch vor allem psychische Erkrankungen ein erhebliches Problem dar 2 (vgl; Aktionsbündnis; Seelische Gesundheit; 2018).

Es gibt eine Vielzahl an psychischen Erkrankungen durch die Vernachlässigung der Gesundheit am Arbeitsplatz. Hier sind unter anderem Erkrankungen in Form von Psyche und Verhaltensstörung durch Alkohol, Manische Episoden, Burnout oder Depressionen sehr bekannt. Veränderte Arbeitsbedingungen tragen erheblich zu den stark angestiegenen Statistiken über die Psyche bei. Wie beispielsweise das Tempo der Arbeit, das bei 16,8 % der Männer und bei 22,4% der Frauen als belastend angegeben wird. Der Leistungs- und Termindruck, der in immer höheren Maßen gefordert wird, belastet Männer zu 34,8% und Frauen zu 38,4 %. Häufig wird bei den Männern angegeben, dass bereits kleine Fehler größere finanzielle Verluste zur Folge haben können 4 (BAUA; Arbeitswelt im Wandel.S.27).

1.2. Abgrenzung der Fragestellung

In der vorliegenden Projektarbeit werden zunächst psychische Erkrankungen definiert und aufgelistet, die häufig am Arbeitsplatz auftreten und die die Betroffenen selbst in ihrem Leben stark beeinflussen. Darunter fielen im Jahr 2011 in Deutschland Angststörung bei Männer mit 9,7 % und bei Frauen mit 22,6 %, Depression Männer mit 5% sowie Frauen mit 11,4 % und bei Alkoholmissbrauch liegen die Männer bei 16,4 % und Frauen bei 3,9 %, die mit die häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen sind 1 (Vgl. Robert Koch Institut; Stativa; Häufige psychische Erkrankungen).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hierbei erläutere ich, was dies bedeutet, um die Auswirkung durch psychische Störungen auf den Arbeitslatz besser einschätzen und verstehen zu können. Der Arbeitsplatz wird konkret beschrieben und vor allem definiert, welche Unterschiede es bei den Arbeitsplätzen gibt. Kurz erwähne ich, dass auch die Erkrankten stark von Mobbing und Burnout betroffen sind. Diese Themen sind dennoch sehr weit umfasst und daher lasse ich sie deshalb für meine Facharbeit weitestgehend außen vor.

Außerdem gehe ich darauf ein, wer von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz betroffen ist und welche Risikofaktoren am Arbeitsplatz damit in Verbindung stehen.

Im Mittelpunkt steht, welche Präventionsmaßnahmen es gibt. Dabei nenne ich jedoch nur einige Beispiele. Die kritische Gegenüberstellung der vorgeschlagenen Präventionsmaßnahmen sowie deren Effektivität und Beispiele wie man psychische Erkrankungen vorbeugen kann, damit sie weitestgehend ausgeschlossen werden können, stehen bei meiner Arbeit im Vordergrund (primäre Präventionsmaßnahmen). Die Präventionsmaßnahmen der sekundären und primären Prävention sind als eigenständiges Thema sehr umfangreich und daher werden die sekundären und tertiären Präventionsmaßnahmen nicht in meiner Facharbeit bearbeitet.

2. Definition: Psychische Erkrankungen

Jeder kann im Verlauf seines Lebens psychisch erkranken. Diese Erkrankungen betreffen mehr Menschen als angenommen. Dafür können viele verschiedene Faktoren verantwortlich sein. Ein Grund könnte Stress am Arbeitsplatz sein. Diesen wichtigen Lebensbereich empfinden viele Menschen als belastend. Eine genaue Definition für psychische Erkrankungen gibt es nicht. Dennoch geht die Psychologie davon aus, dass eine Störung des Denkens (alle Beschäftigungen, die zu einer Erkenntnis geformt werden), des Fühlens (der Psychologische Terminus) und der sozialen Beziehungen ( Beziehungen mit zwei oder mehreren Personen) vorliegt. Betroffene Bereiche sind daher meist Gedanken und Gefühle, soziale Beziehungen, eigenes Verhalten und körperliche Beschwerden (ohne organische Ursachen). Dadurch kommt es zu immer mehr Fehlzeiten der Arbeitnehmer 1 (Vgl. Psychische Störung;Bettina Beutler).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 (Abb. https://www.tk.de/tk/service/infografiken/fehlzeiten/215980 )

Psychische Krankheiten können nicht einfach mit einem Test diagnostiziert werden. Dafür müssen erfahrene Fachärzte und Psychotherapeuten eine Diagnose stellen, beginnend mit einem ausführlichen Gespräch über die Symptome der Beschwerden. Bevor dies möglich ist, muss eine ärztliche Untersuchung vorgenommen werden, damit eine körperliche Ursache auszuschließen ist. Im Gespräch geht es darum, das Gesamtbild aller Beschwerden zu erfassen. Dabei können auch beispielsweise Fragebögen zum Einsatz kommen. Ob der Patient unter einer oder mehreren psychischen Erkrankungen leidet und wie stark diese ausgeprägt sind, wird nach der ICD-10, der sogenannten Diagnosegruppen, vorgenommen 1 (Vgl. Psychenet; Basiswissen; Dr. Lisa Tlach).

„Die ICD-10 wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben und ist in Deutschland rechtlich weitgehend verbindlich. Das heißt, Psychotherapeuten, Ärzte und Kliniken müssen gegenüber den Krankenkassen eine ICD-10-Diagnose angeben, damit die Behandlungskosten übernommen werden“ 1 (Vgl. Psychenet; Basiswissen; Dr. Lisa Tlach). Die Diagnosegruppen sind: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störung wie Demenz, psychische Störung und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen, Alkoholmissbrauch, Alkoholabhängigkeit, Alkoholentzug., Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störung, z. B. Schizophrenie, Schizoaffektive Störung (= Psychosen), Affektive Störung wie Depression, bipolare Störung (auch manisch-depressive Störung genannt), Neurotische-, Belastungs- und somatoforme Störungen also Angststörungen, Zwangsstörungen. Des Weiteren können weitere Diagnosegruppen, Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren sein, die sich in Magersucht, Bulimie, Schlafstörungen, Intelligenzminderung und Entwicklungsstörung (z. B. Lese- und Rechtschreibstörung) zeigen. Verhaltensstörungen und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend sind z. B. ADHS oder Tourette-Syndrom. Zuletzt kommen noch die Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, darunter fallen die Borderline-Persönlichkeitsstörung, narzisstische Persönlichkeitsstörung, Kleptomanie (die sich durch krankhaftes Stehlen zeigt). Dabei ist wichtig zu wissen, dass diese Einteilung in die Diagnosegruppen nichts über dessen Ursachen aussagt 6 (Vgl; Dr. Lisa Tlach; Psychenet).

2.1 Formen und Beispiele

2.2 Angststörungen

Verschiedene Faktoren spielen bei der Entstehung von einer Angststörung eine Rolle. Meist ist dies auch eine Folge der Depression oder auch umgekehrt. Eine Depression kann eine Folge der Angststörung sein.

Die Angststörungen und Depressionen lassen sich nicht eindeutig und klar trennen. Man kann sagen, dass mit der Depression vielmals eine Angststörung einhergeht oder diese entwickelt und sie manifestiert sich dann im Laufe der Zeit. Es kann aber auch vorkommen, dass sich parallel zu einer Angststörung eine Depression entwickelt. Das sagt aus, dass es fast unmöglich ist, die Symptomatik zu trennen. Die Beschwerden äußern sich somit eher als ein Mischbild.

Des Weiteren kann diese Störung auch von einer genetischen Veranlagung ausgehen, die sogenannte Vulnerabilität, bei der Menschen leichter auf bestimmte Situationen oder Reize reagieren. Angststörungen werden oft über Generationen vererbt. Das bedeutet, dass Sie vielleicht eine Mutter, einen Vater, einen Großvater oder ein Geschwisterteil mit Angststörungen haben. Diese Information ist für eine Diagnose sehr wichtig. Es bedeutet nicht, dass man automatisch diese Störung bekommt, nur dass eine gewisse Anfälligkeit besteht.

Wenn Faktoren wie schwerer Verlust eines Menschen, im Sinne eines Todesfalles, Jobverlust oder erheblicher Stress hinzukommen, können diese die Angststörung auslösen.

Nach den lerntheoretischen Aspekten entstehen ausgeprägte Ängste durch die so genannte klassische und die operante Konditionierung (Lernen am Erfolg).

Zur klassischen Konditionierung kommt es, wenn neutrale Reize (zur Illustration ein Messer) zusammen mit einem angstauslösenden Reiz (zum Beispiel ein Unfall, bei dem ein Mensch verletzt wird) auftreten. In der Folge löst dann auch das Messer selbst bzw. jedes andere Messer Angst aus – obwohl in diesen Fällen keine reale Gefahr besteht und kein Unfall passiert.

Die operante Konditionierung besagt, dass die Angst umgangen werden will und dadurch ein positives Gefühl erlangt wird. Dabei ist den Erkrankten wichtig diese besagte Angstsituation, die bei dem Betroffenen auftritt, so gut es geht zu umgehen und das „Problem“ nicht anzugehen. Was wiederum zur Folge hat, dass die Angst in der Form seiner Ausprägung zunimmt und die Situation sich womöglich verschlechtert. Also, wenn ein Kind von einem Hund gebissen wurde und diese Situation als Angst abgespeichert wird und das Kind in der Zukunft Hunde meidet um sich vor der Situation zu schützen um keine Angst mehr zu erleben, dann fällt diese Art der Erkrankung unter die operante Konditionierung.

Des Weiteren können Ängste entstehen, wenn beispielsweise im Kindesalter Reaktionen von den Eltern wahrgenommen werden, die ängstlich auf einen engen Raum oder Dunkelheit reagieren. Das heißt, der Einfluss der Umwelt ist ein erheblicher Bestandteil der Entwicklung an einer Angststörung.

[...]


1 https://www.welt.de/newsticker/news1/article116128353/Psychische-Leiden-bald-Volkskrankheit-Nummer- eins.html, Veröffentlicht am 13.05.2013 , (aufgerufen: 16.03.18)

2 Aphorismen zur Lebensweisheit 2 , Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph

1.http://www.sueddeutsche.de/karriere/aok-studie-arbeitsausfaelle-wegen-psychischer-erkrankung-nehmen- drastisch-zu-1.3666577; 14. September 2017 ( abgerufen: 20.03.2018)

2 https://www.seelischegesundheit.net/themen/psychische-erkrankungen 2018 ( abgerufen 18.02.2018)

4 https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Praxis/A97.pdf?__blob=publicationFile&v=9; Ausgabe 2017; (Abgerufen: 18.03.2018)

1 https://de.statista.com/graphic/1/234025/haeufigste-psychisch-erkrankungen-in-deutschland-nach- geschlecht.jpg; Robert Koch Institut;Statisa Stand 2008 bis 2011 Häufigkeit Psychischer Erkrankung in Deutschland nach Geschlecht im Jahr 20011

1 http://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Spezial:Suche&q=Psychische+St%C3%B6rungen; DocCheck Felxikon; Psychische Störung; 22.02.2013, Bettina Beutler (abgerufen: 02.02.2018)

2 https://www.tk.de/tk/service/infografiken/fehlzeiten/215980

1 https://www.psychenet.de/de/psychische-gesundheit/informationen/basiswissen.html; ( Vgl. Psychenet; Basiswissen; Dr Lisa Tlach; 15.08.2011)

1 https://www.psychenet.de/de/psychische-gesundheit/informationen/basiswissen.html; (Vgl. Psychenet; Basiswissen; Dr Lisa Tlach; 15.08.2011)

6 https://www.psychenet.de/de/psychische-gesundheit/informationen/basiswissen.html; 15.08.2011 ; (abgerufen; 12:02.2018)

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Beugen unsere Präventionsmaßnahmen psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz vor?
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V465146
ISBN (eBook)
9783346033963
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beugen, präventionsmaßnahmen, erkrankungen, arbeitsplatz
Arbeit zitieren
Amy Raith (Autor), 2018, Beugen unsere Präventionsmaßnahmen psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz vor?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465146

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