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Abwehr von Anglizismen in der französischen Sprache. Anspruch und Wirklichkeit der französischen Sprachpolitik

Exigence et Realité de la politique française et le refus official des anglicismes dans la langue française

Titre: Abwehr von Anglizismen in der französischen Sprache. Anspruch und Wirklichkeit der französischen Sprachpolitik

Dossier / Travail , 2018 , 24 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Franziska Jäger (Auteur)

Didactique du français - Pédagogie, Linguistique
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Der Prozess der Wandlung von Sprachen durch gegenseitige Beeinflussung, bedingt durch Einflüsse und Entlehnungen, ist bekannt als „Kulturadstrate“ und fand im Französischen schon immer statt. Frühe Entlehnungen waren Latinismen und Gräzismen (gelehrte Wörter) sowie Entlehnungen aus der italienischen, okzitanischen, spanischen und niederländischen Sprache. Seit dem 17. Jahrhundert nahm das Englische die dominante Position ein und wurde Gegenstand kritischer Diskussionen und Reglementierungsmaßnahmen von Seiten der Regierung. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs der angloamerikanische bzw. englische Einfluss auf die europäische Welt im Allgemeinen wie auch in sprachlicher Hinsicht, was dazu führte, dass sich die restriktive Sprachpolitik Frankreichs seither verstärkte.

Die Sprachmischung des Französischen und Englischen wird als Sprachwandel negativ bewertet und wurde in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zum Gegenstand sprachpolitischer, normierender Eingriffe mit dem Ziel, das Französische möglichst rein, d. h. frei von Anglizismen zu halten.

Der Begriff Anglizismus wird in der Literatur uneinheitlich verwendet, sowohl für den diachronischen Prozess der Entlehnung bzw. der Neubildung aus dem britischen/amerikanischen Englisch als auch für synchronische Gegebenheiten wie für das Sprecherbewusstsein z.B. mangelnde Integration oder beide Perspektiven werden miteinander kombiniert. Für diese Arbeit soll der Anglizismus als „‘mot emprunté à l’anglais‘“ (Braselmann 1999, S. 70), d. h. als Resultat eines Lehnvorgangs aus dem britischen/amerikanischen Englisch verstanden werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Französisch zwischen Sprachwandel und Sprachnormierung

2. Kurze Entwicklungsgeschichte der französischen Sprache unter Berücksichtigung englischsprachlicher Einflüsse

3. Historischer Rückblick der Sprachpolitik Frankreichs bis ins 20./21. Jahrhundert

4. Anglizismen im Sprachgebrauch Frankreichs Ende des 20. Jahrhunderts

4.1 Arten sprachlicher Entlehnung

4.1.1 Äußeres und inneres Lehngut

4.1.2 Scheinentlehnungen

5. Diskussion und Umfrage über den Erfolg der Sprachpolitik Frankreichs in der Abwehr von Anglizismen

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der französischen Sprachpolitik und dem tatsächlichen Sprachwandel durch den Einfluss des Englischen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit staatliche Maßnahmen zur Sprachreinigung in einer globalisierten Welt wirksam und sinnvoll sind.

  • Historische Entwicklung der französischen Sprache und Sprachpolitik
  • Linguistische Analyse von Arten der Entlehnung (Lehngut vs. Scheinentlehnungen)
  • Untersuchung des Einflusses von Anglizismen in der französischen Mediensprache
  • Empirische Befragung zur Akzeptanz und Wahrnehmung von Sprachschutzmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Scheinentlehnungen

Scheinentlehnungen auch Pseudoanglizismus oder faux anglicisme genannt, unterscheiden sich historisch von direkten Wortentlehnungen, da es sich dabei um innerfranzösische Neubildungen, basierend auf entlehntem Material, handelt, das in dieser Form nicht in der englischen/amerikanischen Sprache existiert (Braselmann 2008, S. 213). In der Gruppe dieser Scheinentlehnungen sind drei Gruppen zu unterscheiden:

a) Wortneubildungen mit im Französischen produktiven Wortbildungselementen

b) Bedeutungsentwicklung (innerfranzösisch)

c) Verkürzung mit Veränderung auf semantischer Ebene

Ein Beispiel für den ersten Fall der Wortneubildungen ist der französische Ausdruck recordman aus franz. record in Verbindung mit dem produktiven Suffix -man. Solche Neubildungen entstehen nur bei engem Sprachkontakt. Beispiele für innerfranzösische Bedeutungsentwicklung finden sich bei Anglizismen auf -ing, wobei das Suffix eine semantische Erweiterung von der Handlung zum Ort der Handlung erfährt (etwa bei bowling, dancing oder camping), die es in der ursprünglichen Bedeutung nicht hat. Verkürzung mit semantischer Veränderung liegt beispielsweise bei dem französischen Ausdruck smoking vor, der von engl. smoking-jacket entlehnt und später zu smoking verkürzt wurde. Diese Verkürzung ist hierbei an die semantische Verschiebung gekoppelt, dass der smoking nicht mehr nur das Jacket, sondern den ganzen Abendanzug meint. Pseudoanglizismen werden von Sprachkommissionen in der Regel abgelehnt. Sie gelten als Prototypen des franglais bzw. der Anglomanie (Braselmann 1999, S. 73 ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Französisch zwischen Sprachwandel und Sprachnormierung: Die Einleitung führt in die Thematik des Sprachwandels ein und definiert den zentralen Begriff des Anglizismus im Kontext der französischen Sprachpolitik.

2. Kurze Entwicklungsgeschichte der französischen Sprache unter Berücksichtigung englischsprachlicher Einflüsse: Dieses Kapitel erläutert den Aufstieg des Französischen zur prestigeträchtigen Hochsprache und den historischen Beginn des Einflusses englischsprachiger Elemente.

3. Historischer Rückblick der Sprachpolitik Frankreichs bis ins 20./21. Jahrhundert: Hier werden die Ursprünge der staatlichen Sprachpflege, die Gründung der Académie française sowie die Entwicklung legislativer Maßnahmen zum Sprachschutz dargestellt.

4. Anglizismen im Sprachgebrauch Frankreichs Ende des 20. Jahrhunderts: Das Kapitel analysiert die linguistischen Formen von Anglizismen und deren Verbreitung in der französischen Medienlandschaft.

5. Diskussion und Umfrage über den Erfolg der Sprachpolitik Frankreichs in der Abwehr von Anglizismen: Dieser Teil wertet eine empirische Umfrage aus und diskutiert die Diskrepanz zwischen offizieller Sprachnormierung und dem tatsächlichen Sprachgebrauch.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Einfluss des Englischen trotz staatlicher Bemühungen aufgrund gesellschaftlicher Realitäten kaum aufzuhalten ist.

Schlüsselwörter

Französisch, Sprachpolitik, Anglizismen, Sprachwandel, Sprachnormierung, Académie française, Scheinentlehnungen, Lehnvorgang, Sprachpflege, Kulturadstrate, Sprachkontakt, Neologismen, Franglais, Mediensprache, Sprachgebrauch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen und aktuellen Spannungsverhältnis zwischen dem Schutz der französischen Sprache vor dem Einfluss des Englischen und der tatsächlichen sprachlichen Realität in Frankreich.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der französischen Sprachpolitik, die linguistische Klassifizierung von Anglizismen und die soziolinguistische Einstellung der Sprecher zu diesen Sprachveränderungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie effektiv die französische Sprachpolitik Anglizismen abwehren kann und ob diese normierenden Eingriffe in einer globalisierten Welt noch zeitgemäß bzw. erfolgreich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zur Sprachgeschichte und Sprachpolitik mit einer eigenen, qualitativen sowie quantitativen Umfrage unter französischen Muttersprachlern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Sprachnormierung, eine linguistische Differenzierung von Lehnformen und die empirische Diskussion über den Erfolg staatlicher Sprachlenkungsversuche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sprachpolitik, Anglizismen, Sprachnormierung, Académie française und Sprachwandel.

Wie werden Scheinentlehnungen definiert?

Scheinentlehnungen (Pseudoanglizismen) sind Wörter, die zwar aus englischem Material gebildet wurden, in dieser Form oder Bedeutung jedoch im Englischen gar nicht existieren, sondern rein französische Neuschöpfungen darstellen.

Was ergab die Umfrage unter den Muttersprachlern?

Die Befragten halten Sprachschutzmaßnahmen überwiegend für ineffektiv oder sogar unnötig, da sie den Sprachwandel als natürlichen, lebendigen Prozess betrachten und Anglizismen als unvermeidlichen Teil der modernen Kommunikation akzeptieren.

Warum wird der Kampf gegen Anglizismen oft als aussichtslos bezeichnet?

Da die Sprache durch ihre Nutzer im Alltag ständig verändert wird und durch Multimedia sowie globale Kommunikation ein ständiger Austausch stattfindet, entziehen sich diese Prozesse einer starren gesetzlichen Kontrolle.

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Résumé des informations

Titre
Abwehr von Anglizismen in der französischen Sprache. Anspruch und Wirklichkeit der französischen Sprachpolitik
Sous-titre
Exigence et Realité de la politique française et le refus official des anglicismes dans la langue française
Université
Humboldt-University of Berlin  (Romanisches Spracheninstitut)
Cours
Aufbauseminar Sprachwissenschaften
Note
1,7
Auteur
Franziska Jäger (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
24
N° de catalogue
V465316
ISBN (ebook)
9783668933316
ISBN (Livre)
9783668933323
Langue
allemand
mots-clé
Anglizismen Akzeptanz Umfrage
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Citation du texte
Franziska Jäger (Auteur), 2018, Abwehr von Anglizismen in der französischen Sprache. Anspruch und Wirklichkeit der französischen Sprachpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465316
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