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Transnationale Wasserkonflikte am Beispiel des Okavango

Titel: Transnationale Wasserkonflikte am Beispiel des Okavango

Seminararbeit , 2017 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Felix Loos (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Phänomen transnationaler Wasserkonflikte und die Gefahr für ein Auftreten solcher Konflikte. Dies soll am Beispiel des Okavango geschehen, dessen Einzugsgebiet sich die drei Länder Angola, Botswana und Namibia teilen.

Hierzu sollen zunächst exemplarisch zwei langjährige Wasserkonflikte betrachtet und verglichen werden. Daraufhin sollen Möglichkeiten zur Vermeidung von Wasserkonflikten untersucht werden, um diese nach der Beschreibung des Okavango(-Binnendeltas) auf eben dieses Gebiet anzuwenden. Abschließend soll die Gefahr für einen gewaltvollen transnationalen Konflikt im Einzugsgebiet des Okavango anhand von zwei möglichen Zukunftsszenarien eingeschätzt werden.

Einst als Touristenmagnet der iranischen Stadt Isfahan bekannt, verliert die berühmte Brücke Si-o-se Pol, die sich über den Zayandeh spannt, zunehmend an Reiz. Speiste der Fluss früher nahe Parkanlagen und war so voll mit Wasser, dass er von Tretbooten befahren wurde, führt er nun besonders in den wärmsten Monaten kein Wasser mehr. Der Grund dafür liegt vor allem in der Nutzung des Wassers für die Versorgung der heiligen Stadt Ghom. So wird das Wasser des Zayandeh abgezweigt, um damit die städtische Wasserversorgung dieser Stadt zu gewährleisten. Die Austrocknung des Flussbettes in der Stadt Isfahan wird dabei in Kauf genommen. Handelt es sich hier um einen Nutzungskonflikt auf nationaler Ebene, der so von allen beteiligten Akteuren hingenommen wird, können Nutzungskonflikte auf sub-nationaler Ebene ganz andere Konsequenzen haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Wasserknappheit als globales Sicherheitsrisiko

2. Was sind Wasserkonflikte? Erklärung anhand zweier Beispiele

2.1 Definition des Begriffs Wasserkonflikt (nach FRÖHLICH 2006: 32f)

2.2 Konflikt um das Nilwasser

2.3 Wasserkonflikte im Nahen Osten – der Jordan als Beispiel

2.4 Vergleich der Konflikte

3. Möglichkeiten der Konfliktvermeidung

3.1 Watershed Management

3.2 OKACOM als regionales Beispiel

4. Beschreibung des Okavango-Einzugsgebiets

4.1 Demographie

4.2 Soziale und politische Verhältnisse

4.3 Klimatische Gegebenheiten

4.4 Geographische Bedingungen

4.5 Hydrologie im Delta

5. Konfliktpotenzial und Konfliktvermeidung im Okavango-Einzugsgebiet

6. Zukunftsperspektiven

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen transnationaler Wasserkonflikte und bewertet die Gefahr für gewaltsame Auseinandersetzungen im Okavango-Einzugsgebiet, um auf Basis einer Analyse der aktuellen politischen und sozioökonomischen Situation Zukunftsszenarien abzuleiten.

  • Grundlagen von Wasserkonflikten im Vergleich (Nil und Jordan)
  • Methodische Ansätze zur Konfliktprävention durch Watershed Management
  • Analyse des Okavango-Einzugsgebiets (Demographie, Geographie, Hydrologie)
  • Die Rolle der Institution OKACOM bei der transnationalen Zusammenarbeit
  • Bewertung des Konfliktpotenzials durch Zukunftsszenarien

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition des Begriffs Wasserkonflikt (nach FRÖHLICH 2006: 32f)

Grundvoraussetzung für Wasserkonflikte ist Wasserknappheit in einem zu definierenden geographischen Gebiet. Wasserknappheit ist im globalen Kontext auf eine steigende Nachfrage nach Wasser, ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum und eine häufige Übernutzung der Ressource Wasser zurückzuführen. Eingebettet sind Wasserkonflikte in der Regel in übergeordnete Konfliktkontexte, wobei die überlebenswichtige Ressource Wasser häufig zum Ventil dieser Konflikte wird, da sie aufgrund ihrer Unersetzbarkeit für das Leben leicht zu politisieren ist. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Wasserkriegen und Wasserverteilungskonflikten. Bei ersteren handelt es sich um kriegerische Auseinandersetzungen, deren Inhalt Wasser ist. Wasserverteilungskonflikte sind nicht per Definition gewaltvolle Konflikte und können in ihrem Auftreten verschiedenartig gestaltet sein. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist dabei die geographische Ebene. So kann diese Art von Konflikten auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene auftreten. Grundsätzlich gilt, dass zwischenstaatliche Kriege um Wasser auch in Zeiten zunehmenden Wassermangels als eher unwahrscheinlich gelten, da die Nutzung erneuerbarer Ressourcen nicht unmittelbar in Macht umzuwandeln ist und das Kosten-Nutzen-Verhältnis einen Krieg rational nicht rechtfertigt. Konflikte auf regionaler und lokaler Ebene hingegen, zum Beispiel zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Landes, sind durchaus möglich und traten in der Vergangenheit mehrfach auf. Dies ist neben der Lebensnotwendigkeit der Ressource Wasser auch damit zu begründen, dass Kontrolle über Wasser mit Kontrolle über das Land verbunden ist. Da in dieser Seminararbeit grenzüberschreitende Wasserkonflikte untersucht werden sollen, wird im Folgenden vergleichend auf zwei rezente transnationale Wasserkonflikte eingegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wasserknappheit als globales Sicherheitsrisiko: Einführung in die Problematik anhand internationaler Beispiele, die verdeutlicht, dass Wasserknappheit zunehmend als Auslöser für politische Spannungen wahrgenommen wird.

2. Was sind Wasserkonflikte? Erklärung anhand zweier Beispiele: Theoretische Definition von Wasserkonflikten und deren Differenzierung, illustriert durch die komplexen Fallbeispiele des Nils und des Jordans.

3. Möglichkeiten der Konfliktvermeidung: Vorstellung von Watershed Management und der Organisation OKACOM als transnationale Mechanismen zur kooperativen Bewirtschaftung von Wasserressourcen.

4. Beschreibung des Okavango-Einzugsgebiets: Detaillierte Darstellung der demographischen, sozioökonomischen, klimatischen und geographischen Rahmenbedingungen, die das Konfliktpotenzial im Okavango-Delta beeinflussen.

5. Konfliktpotenzial und Konfliktvermeidung im Okavango-Einzugsgebiet: Analyse der bestehenden Risiken für Nutzungskonflikte zwischen Angola, Namibia und Botswana vor dem Hintergrund steigenden Wasserbedarfs.

6. Zukunftsperspektiven: Entwicklung von Best- und Worst-Case Szenarien für die zukünftige Wasserbewirtschaftung im Okavango-Gebiet und Fazit zur Notwendigkeit effektiver Kooperation.

Schlüsselwörter

Okavango, Wasserkonflikte, Wasserknappheit, Transnationale Kooperation, Watershed Management, OKACOM, Einzugsgebiet, Ressourcenmanagement, Politische Stabilität, Konfliktpotenzial, Nachhaltigkeit, Botswana, Namibia, Angola, Umweltpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Risiko von Nutzungskonflikten um die Ressource Wasser innerhalb des Okavango-Einzugsgebiets und analysiert, welche Faktoren diese Stabilität gefährden oder fördern könnten.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit umfasst theoretische Grundlagen zu Wasserkonflikten, praktische Ansätze des Wassermanagements, eine physisch-geographische Beschreibung des Okavango-Deltas sowie eine Analyse der sozioökonomischen Situation der Anrainerstaaten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist die Einschätzung der Gefahr eines gewaltvollen transnationalen Konflikts im Okavango-Einzugsgebiet unter Berücksichtigung von Zukunftsszenarien.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende Konzepte der Konfliktforschung auf das spezifische Fallbeispiel des Okavango anzuwenden und die Rolle von Institutionen wie OKACOM zu bewerten.

Welche Inhalte stehen im Zentrum des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung von Wasserkonflikten, eine Beschreibung der regionalen Besonderheiten des Einzugsgebiets und eine kritische Diskussion der Wasserinteressen der Anrainerstaaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Okavango, transnationale Kooperation, Watershed Management, Wasserknappheit und politisches Konfliktpotenzial.

Warum spielt das Okavango-Delta eine besondere Rolle für den Tourismus?

Das Delta ist aufgrund seines Artenreichtums ein UNESCO-Weltkulturerbe, was besonders für Botswana einen hohen ökonomischen Wert darstellt und ein starkes Interesse an der Erhaltung des naturnahen Zustands begründet.

Welche Rolle spielt die Organisation OKACOM bei der Konfliktvermeidung?

OKACOM dient als transnationale Institution für die technische Beratung und Koordination zwischen Angola, Namibia und Botswana, wobei ihre tatsächliche Effektivität bei der Durchsetzung verbindlicher Regeln laut Autor eher kritisch eingeschätzt wird.

Wie unterscheiden sich das Best-Case und das Worst-Case Szenario?

Das Worst-Case Szenario geht von einer vollständigen Umsetzung aller geplanten Staudamm- und Bewässerungsprojekte bei gleichzeitigem Ausbleiben effektiver Steuerung aus, während das Best-Case Szenario auf eine Institutionalisierung des Managements und eine moderate Wassernutzung setzt.

Welchen Einfluss hatte der angolanische Bürgerkrieg auf das Wassermanagement?

Der langjährige Bürgerkrieg in Angola führte zu einer Schwächung staatlicher Institutionen und einem Nichtvorhandensein von Entwicklungsinstrumenten, was dazu beitrug, dass das Okavango-Wasser über lange Zeit kaum durch das Land beansprucht wurde.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Transnationale Wasserkonflikte am Beispiel des Okavango
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2,0
Autor
Felix Loos (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V465376
ISBN (eBook)
9783668934610
ISBN (Buch)
9783668934627
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transnationale wasserkonflikte beispiel okavango
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Loos (Autor:in), 2017, Transnationale Wasserkonflikte am Beispiel des Okavango, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465376
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Leseprobe aus  21  Seiten
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