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Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht

Historische Entwicklung und religionsdidaktische Perspektiven

Titel: Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht

Examensarbeit , 2018 , 67 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Ani Biemann (Autor:in)

Theologie - Systematische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf seiner historischen Entwicklung und der religionsdidaktischen Perspektive.

Der schulische Religionsunterricht in Deutschland hat sich verändert. Er hat eine Entwicklung durchgemacht. Allerdings muss man sich dennoch fragen, das zeigen auch die öffentlichen Diskussionen zum Religionsunterricht in der Schule, ob der heutige Religionsunterricht im 21. Jahrhundert Bestand haben kann. Wie muss ein zukunftsfähiger Religionsunterricht aussehen? Sollte der Religionsunterricht konfessionell oder ökumenisch ausgerichtet sein? Kann es einen gemeinsamen Religionsunterricht geben, der die religiöse Vielfalt in Deutschland ausreichend berücksichtigt? Oder ist vielleicht die Weiterentwicklung des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts eine Möglichkeit den religiösen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Religionsunterricht angemessen zu begegnen? Diese Fragen beschäftigen Theologen, Kirchenväter, Religionslehrer, Pädagogen und Wissenschaftler gleichermaßen.

Die Gründe für eine Weiterentwicklung des Religionsunterrichts liegen auf der Hand. Durch die rechtliche Verankerung und die religionsdidaktische Rechtfertigung ist ein Wegfall des Schulfaches Religion nicht denkbar. Die Legitimation als ordentliches Lehrfach bedeutet aber nicht, dass der Religionsunterricht unverändert bleiben kann. Da die Verantwortung für den Religionsunterricht in Deutschland gemeinsam bei den Institutionen Staat und Kirche liegt, und der Religionsunterricht somit einen Teil des staatlichen Bildungsauftrages bildet, muss er sich den neuen Bildungsstandards anpassen. Zudem hat sich die inhaltliche Ausrichtung, aufgrund der veränderten Anfragen aus den Interessen und der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler stark gewandelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung – gemeinsame Herausforderung

2. Sozio-kulturelle Entwicklungen

2.1 Rechtliche Grundsätze

2.2 Religiöse Pluralität

2.3 Säkularisierung und Individualisierung – Die aktuelle Situation

2.4 Geschichte des Religionsunterrichts in Deutschland

3. Kirchliche Positionen

3.1 Aus Sicht der katholischen Kirche

3.1.1 Unitatis redintegratio

3.1.2 Würzburger Synode

3.1.3 Die bildende Kraft des Religionsunterrichts

3.1.4 Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen

3.1.5 Die Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts

3.2 Aus Sicht der evangelischen Kirche

3.2.1 Identität und Verständigung

3.2.2 10 Thesen

3.2.3 Religiöse Orientierung gewinnen

3.2.4 Konfessionell-kooperativ erteilter Religionsunterricht

3.3 Zusammenfassung der beiden Positionen

4. Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht

4.1 Umgang mit Konfessionalität

4.2 Neue Herausforderungen an den Religionsunterricht

4.3 Aufgaben des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts

4.4 Religionsdidaktische Zielvorstellungen

5. Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht in der Praxis

6. Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht – ein Modell für die Zukunft?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die religionsdidaktischen Notwendigkeiten für einen konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in Deutschland als Antwort auf gesellschaftliche Pluralisierungsprozesse und sinkende Mitgliederzahlen in den Kirchen.

  • Situationsanalyse der rechtlichen und sozio-religiösen Rahmenbedingungen
  • Vergleichende Analyse der Positionen von katholischer und evangelischer Kirche
  • Entwicklung religionsdidaktischer Zielvorstellungen für die Kooperation
  • Praxisbeispiele und Modellbildung für die Zukunft des Schulfaches

Auszug aus dem Buch

4.1 Umgang mit Konfessionalität

Evangelisch oder römisch-katholisch. Oft wird man genau das gefragt und die Antwort ist in dem Moment eindeutig zuzuordnen. Aber was bedeutet es genau, evangelisch oder katholisch zu sein. Die Antwort auf diese Frage sollte nicht nur für jeden Christen fundamental und somit von großer Bedeutung sein, sondern ist auch für den heutigen Religionsunterricht von größter Relevanz. Ja vielleicht sogar mehr denn je. Hinzu kommt, dass sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche an einer konfessionellen Ausrichtung des Religionsunterrichts festhalten.

Dabei geht die konfessionelle Ausrichtung weit über die rechtliche Verankerung durch Artikel 7 des GG hinaus. Die konfessionelle Bindung des Religionsunterrichts bzw. der Lehre ist wichtig, denn „noch immer stehen einige wichtige Unterschiede in der Glaubenslehre der vollen Kircheneinheit entgegen, z.B. beim Kirchenverständnis und beim sakralen Amt“ (Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz 1996, S. 54).

Worin genau bestehen nun aber die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Konfessionen? Sich das bewusst zu machen ist für den ökumenischen Dialog und die Kooperation im Religionsunterricht grundlegend. Stärkste verbindende Gemeinsamkeit ist wohl der Glaube an denselben Gott, so haben „katholische und evangelische Christen eine gemeinsame Basis des Glaubens […] und […] diese Gemeinsamkeit [ist] wesentlicher […] als alle noch verbleibenden konfessionellen Unterschiede“ (Frieling 1973, S. 10). Zudem schauen die beiden Konfessionen auf eine lange gemeinsame Glaubenstradition zurück, die sie bis zur Reformation als Gemeinschaft charakterisierte. So kam es erst im 16 Jahrhundert zur Abspaltung der evangelischen von den katholischen Christen. Weiteres gemeinsames Bindeglied der beiden Glaubensgruppen ist die Bibel als Heilige Schrift und Grundlage der altkirchlichen Bekenntnisse. Auch greifen sie in der religiösen Praxis auf viele gemeinsame Texte, Gebete und Lieder zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung – gemeinsame Herausforderung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung des Religionsunterrichts angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und der wachsenden religiösen Pluralität.

2. Sozio-kulturelle Entwicklungen: Dieses Kapitel analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Auswirkungen von Säkularisierung und Individualisierung auf die aktuelle Schulsituation in Deutschland.

3. Kirchliche Positionen: Hier werden die kirchenamtlichen Dokumente und synodalen Beschlüsse von katholischer und evangelischer Seite zur Begründung und Gestaltung des Religionsunterrichts dargelegt.

4. Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht: Dieses Kapitel definiert das Modell der Kooperation und erörtert didaktische sowie inhaltliche Anforderungen an die konfessionelle Zusammenarbeit.

5. Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht in der Praxis: Anhand einer konkreten Lernsequenz zum Thema Martin Luther wird die praktische Umsetzbarkeit und der Mehrwert konfessioneller Kooperation illustriert.

6. Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht – ein Modell für die Zukunft?: Das Fazit bewertet das Modell der Kooperation als zukunftsfähigen Weg, um Identitätsbildung und religiöse Mündigkeit in der Schule zu fördern.

Schlüsselwörter

Religionsunterricht, konfessionell-kooperativ, Ökumene, Konfessionalität, Bildungsauftrag, religiöse Pluralität, Identitätsbildung, Schulpastoral, didaktische Kooperation, Säkularisierung, Religionsdidaktik, christlicher Glaube, Interreligiöser Dialog, Schulentwicklung, Religionsfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie der konfessionelle Religionsunterricht in Deutschland unter den Bedingungen einer zunehmend säkularen und religiös pluralen Gesellschaft zukunftsfähig bleiben kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die rechtliche Legitimation, die theologischen Positionen der Kirchen, didaktische Konzepte der Kooperation sowie die konkrete Praxis der Zusammenarbeit im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie konfessionelle Kooperation als Modell dazu beitragen kann, religiöse Mündigkeit und Identität der Schülerinnen und Schüler zu fördern, ohne die eigene Konfessionalität aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung kirchlicher Verlautbarungen, aktueller Denkschriften, rechtlicher Grundlagen und fachdidaktischer Literatur sowie der Analyse eines Praxisbeispiels.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen und rechtlichen Bedingungen, die offiziellen Standpunkte der evangelischen und katholischen Kirche sowie die didaktischen Anforderungen an konfessionell-kooperatives Lernen detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Konfessionalität, ökumenischer Geist, religiöse Pluralität, didaktische Kooperation, Bildungsauftrag und Identitätsbildung.

Wie bewerten die Kirchen das Modell der konfessionellen Kooperation?

Beide Kirchen befürworten das Modell als Weg, um religiöse Bildung in einer pluralen Welt zu stärken, wobei die Betonung auf einem konfessionellen Profil in ökumenischer Offenheit liegt.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft in diesem Modell?

Die Lehrkraft ist entscheidend, da sie durch ihre eigene konfessionelle Verortung authentische Impulse setzt und gleichzeitig die didaktische Aufgabe wahrnimmt, den Dialog zwischen den Konfessionen professionell zu moderieren.

Gibt es ein starres Konzept für die Umsetzung?

Nein, die Arbeit betont, dass kein einheitliches, starres Modell für ganz Deutschland existiert; vielmehr sollen regionale Verantwortliche vor Ort Modelle entwickeln, die zu den jeweiligen Gegebenheiten passen.

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Details

Titel
Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht
Untertitel
Historische Entwicklung und religionsdidaktische Perspektiven
Hochschule
Universität Münster
Note
2,0
Autor
Ani Biemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
67
Katalognummer
V465378
ISBN (eBook)
9783668939462
ISBN (Buch)
9783668939479
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konfessionell-kooperativer religionsunterricht historische entwicklung perspektiven
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ani Biemann (Autor:in), 2018, Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465378
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Leseprobe aus  67  Seiten
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