Im Geschäftsumfeld der Industrie 4.0 ergeben sich für den strategischen Einkauf zahlreiche neue Möglichkeiten seinen Stellenwert innerhalb eines Unternehmens zu demonstrieren und somit seine Rolle, als vertrauenswürdiger Berater und strategischer Partner zu etablieren. Höhere Produktivität und größere Einsparungen sind erwünschte und realisierbare Ziele (Deloitte, 2017). Des Weiteren hat der strategische Einkauf das Potenzial einen Quantensprung in der Schaffung neuer Geschäftsmodelle zu vollziehen. Um zu diese nächste Stufe zu erreichen, dürfen die Auswirkungen und Veränderungen der Industrie 4.0 nicht nur als störend betrachtet werden, sie müssen auch als Chance zur Entwicklung gesehen werden.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage wie die 4. Industrielle Revolution den strategischen Einkauf beeinflusst und wie strategische Einkaufprozesse im Sinne eines smart sourcings zukünftig abgewickelt werden können?
In allen Branchen werden immer schlankere Prozesse angestrebt, sie sollen agil und ansprechend, sowohl für den Kunden, als auch alle anderen Stakeholder sein. (Deloitte, 2017) Außerdem soll die Strategieentwicklung auf Daten und Analysen basieren. (Deloitte, 2017)
Die digitale Transformation des strategischen Einkaufs ist eine radikale Methode zur Optimierung der Beschaffungsprozesse. Durch eine umfassende und geführte digitale Transformation hat der strategische Einkauf das Potential Treiber für Innovation und Marktführerschaft im gesamten Unternehmen zu sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Zielsetzung
2. Begriffsdefinition
2.1 Digitalisierung
2.2 Industrie 4.0
3. Der Einkauf als Teil der Wertschöpfungskette
3.1 Definition Einkauf
3.2 Einkauf 4.0 – Der Einfluss von Industrie 4.0 auf den Einkauf
4. Strategischer Einkauf
4.1 Definition Strategischer Einkauf
4.2 Kernprozesse des Strategischen Einkaufs
4.2.1 Bedarfsanalyseprozess
4.2.2 Beschaffungsmarktanalyseprozess
4.2.3 Strategieentwicklungsprozess
4.2.4 Lieferantenmanagementprozess
4.2.5 Ausschreibungsprozess
4.2.6 Vertragsverhandlungprozess
4.2.7 Vertragsabschlussprozess
5. Smart Sourcing - Strategischer Einkauf 4.0
5.1 Die Entwicklung des strategischen Einkaufs von Industrie 2.0 zu 4.0
5.2 Chancen und Risiken von smart sourcing für Unternehmen und Beschäftigte
5.2.1 Chancen für Unternehmen und Mitarbeiter
5.2.2 Risiken für Unternehmen und Mitarbeiter
6. Praxisbeispiel zur smarten Lieferantenauswahl und Ausschreibung
7. Eigenes Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der 4. Industriellen Revolution auf den strategischen Einkauf und analysiert, wie moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz und Big Data Analysen die künftige Abwicklung strategischer Einkaufsprozesse (Smart Sourcing) prägen werden.
- Grundlagen der Digitalisierung und Industrie 4.0
- Die Rolle des Einkaufs innerhalb der Wertschöpfungskette
- Analyse der Kernprozesse des strategischen Einkaufs
- Smart Sourcing als moderne strategische Ausrichtung
- Chancen und Risiken digitaler Transformationsprozesse
- Praxisbeispiel: KI-gestützte Lieferantenauswahl
Auszug aus dem Buch
Praxisbeispiel zur smarten Lieferantenauswahl und Ausschreibung
Das IT Unternehmen Scoutbee GmbH wurde 2015 in Würzburg gegründet. Mit Hilfe von einer Plattform, gestützt auf künstlicher Intelligenz (KI), schafft es das Unternehmen intransparente Lieferketten übersichtlicher zu machen und Lieferanten zu vernetzen.
Da jedes Produkt in der B2B-Industrie einen gewissen digitalen Fußabdruck hinterlässt, ist scoutbee in der Lage mit Hilfe von künstlicher Intelligenz diesen Spuren zu folgen. Sie sammelt und aggregiert Datensätze, erstellt auf dieser Basis Lieferantenprofile und klassifiziert diese anhand ausgewählter Parameter für den Nutzer. Daraufhin kann das System die für den Einkäufer passenden Lieferanten identifizieren. Der Kern der digitalen scoutbee-Plattform ist eine Software, die mit dynamischen Marktdaten und selbstlernenden Algorithmen Transparenz bei den Lieferanten schafft.
Wie funktioniert die Plattform konkret? Scoutbee beschreibt die Funktionsweise wie folgt: „Unsere KI-Engine Artimis sucht ganz ähnlich, wie das auch ein Mensch tun würde. Ein Mensch würde ein Schlagwort – sprich das gewünschte Produkt – in eine Suchmaschine eingeben und dann vielleicht den Lieferanten A finden. Dabei würde er feststellen, dass Lieferant A die Firma BMW beliefert. Dann würde er sich das nächste Suchergebnis anschauen und eventuell irgendwo lesen, dass Lieferant B die Firma Tesla beliefert. In beiden Fällen ist das ein klares Indiz dafür, dass der Lieferant in der Lage ist, das Teil herzustellen. Nicht viel anders macht das unsere KI, mit dem wesentlichen Unterschied, dass sie dies im Nanosekundenbereich erledigt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz des strategischen Einkaufs im Kontext von Industrie 4.0 und Definition der Forschungsfrage.
2. Begriffsdefinition: Erläuterung grundlegender Konzepte der Digitalisierung und der vier Stufen der industriellen Revolution.
3. Der Einkauf als Teil der Wertschöpfungskette: Überblick über die Bedeutung des Einkaufs und dessen Transformation durch Industrie 4.0.
4. Strategischer Einkauf: Definition des strategischen Einkaufs und detaillierte Betrachtung der zugehörigen Kernprozesse von der Bedarfsanalyse bis zum Vertragsabschluss.
5. Smart Sourcing - Strategischer Einkauf 4.0: Theoretische Herleitung von Smart Sourcing, dessen Entwicklung sowie eine Analyse der damit verbundenen Chancen und Risiken.
6. Praxisbeispiel zur smarten Lieferantenauswahl und Ausschreibung: Darstellung einer konkreten technologischen Anwendung mittels der Scoutbee-Plattform.
7. Eigenes Fazit: Persönliche Einschätzung des Autors zur Rolle des Menschen im künftigen, technologisch geprägten Einkauf.
Schlüsselwörter
Industrie 4.0, Strategischer Einkauf, Smart Sourcing, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Big Data Analytics, Lieferantenmanagement, Wertschöpfungskette, Beschaffung, Automatisierung, Machine Learning, Predictive Analytics, Transformation, Effizienzsteigerung, Praxisbeispiel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des strategischen Einkaufs durch die Entwicklungen der 4. Industriellen Revolution.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Kernbereiche sind die Digitalisierung der Beschaffungsprozesse, der Einsatz von KI-Technologien, das Lieferantenmanagement und der Wandel des Anforderungsprofils für Einkäufer.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Industrie 4.0 den Einkauf beeinflusst und wie strategische Einkaufsprozesse zukünftig durch "Smart Sourcing" abgewickelt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, ergänzt durch ein Praxisbeispiel eines IT-Unternehmens zur Veranschaulichung der technischen Anwendung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kernprozesse des strategischen Einkaufs, definiert den Begriff Smart Sourcing und beleuchtet die Chancen und Risiken der digitalen Transformation für Unternehmen und Mitarbeiter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Smart Sourcing, Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz, Big Data Analytics und Strategischer Einkauf.
Wie unterscheidet sich "Smart Sourcing" vom klassischen Einkauf?
Smart Sourcing bindet selbstlernende, vernetzte Technologien in den Beschaffungsprozess ein, um in Echtzeit Entscheidungen zu treffen, anstatt sich primär auf manuelle Analysen zu stützen.
Welche Rolle spielt der Mensch in der Zukunft des Einkaufs laut Fazit?
Der Mensch bleibt trotz fortschreitender Automatisierung unverzichtbar, insbesondere für strategische Entscheidungen und Verhandlungen, da nonverbale Kommunikation und Intuition weiterhin menschliche Kernkompetenzen sind.
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- Oksana Pfeifer (Autor), 2018, Smart Sourcing. Strategischer Einkauf 4.0, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465441