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Zwischen konfessioneller Gebundenheit und religiöser Pluralität

Theoretisch-theologischer Rahmen und Analyse einer Mitarbeiterstudie im Bereich diakonischer Kinder- und Jugendhilfe

Titel: Zwischen konfessioneller Gebundenheit und religiöser Pluralität

Masterarbeit , 2014 , 104 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Ulrike Caspar-Seeger (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf die Mitarbeiterstudie und versucht, folgende Forschungsfrage zu beantworten: "Wie ist die subjektive Bedeutung und individuelle Struktur von Religiosität der Mitarbeitenden einer diakonischen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung und welche Vorstellungen über den Umgang mit religiöser Pluralität und einer möglichen interreligiösen Öffnung der Diakonie gibt es?" Theoretisch werden die Forschungsergebnisse mit den Arbeiten der Theologin Manuela Kalsky verbunden. In ihren Publikationen drängt sie auf die Notwendigkeit eines neuen Wir-Bewusstseins, welches in Anerkennung der religiösen und nicht-religiösen Vielfalt in der Gesellschaft ein gutes Leben für alle ermöglicht.

Diakonische Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen: Die Kirchenzugehörigkeit ihrer Mitarbeitenden ist nicht mehr selbstverständlich, eine interkulturelle und interreligiöse Öffnung ist notwendig. Damit sind auf der einen Seite viele Chancen verbunden, aber gleichzeitig stehen die Unternehmen der Herausforderung gegenüber, das christliche Profil der Diakonie zu wahren bzw. weiter zu entwickeln. Es bedarf sorgfältiger Analysen und Überlegungen, um für eine Aufhebung der Kirchenzugehörigkeit in bestimmten Bereichen der diakonischen Arbeit zu plädieren (im Dezember 2016 gab es hierzu entsprechende Änderungen in der Loyalitätsrichtlinie der EKD, die die Anforderungen an die Mitarbeitenden formuliert). Entscheidend ist dabei auch die Haltung der Mitarbeitenden diakonischer Einrichtungen. Wenn die Diakonie sich in die religiöse Pluralität der Gesellschaft hinsichtlich der Mitarbeiterschaft öffnen soll, ist es wertvoll, Aufschluss über ihre Einstellungen bezüglich der eigenen Religiosität und religiöser Pluralisierung zu bekommen.

Im Rahmen des Projekts "Religions- und Kultursensibilität als Schwerpunkt der ressourcenorientierten Pädagogik" eines diakonischen Kinder- und Jugendhilfeträgers einer norddeutschen Großstadt, wurde in Zusammenarbeit mit der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg zwischen 2012 und 2014 eine qualitativ-empirische Studie sowohl mit Jugendlichen als auch mit den Mitarbeitenden des Trägers durchgeführt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Dank

I. Einleitung

1.1 Relevanz des Themas

1.2 Stand der Forschung

1.2.1 Interkulturelle Öffnung der Diakonie in der Binnen- und Außenperspektive

1.2.2 Mitarbeiterstudien in Wohlfahrtsverbänden zum Thema Religiosität

1.3 Ziel der Arbeit, Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

II. Theoretisch-theologischer Rahmen

2.1 Manuela Kalsky: Die Vision eines guten Lebens für alle im Bewusstsein eines „neuen Wir“ indem religiöse Vielfalt genutzt wird

2.2 Zwischenfazit und Exkurse

2.2.1 Ephraim Meir: Martin Bubers dialogisches Beziehungsmodell

2.2.2 Paul Knitter: Das Modell der Akzeptanz

2.2.3 Richard Traunmüller: Die Kontakthypothese

III. Mitarbeiterstudie eines diakonischen Kinder- und Jugendhilfeträgers im Rahmen des Projekts “Religionssensible Pädagogik”

1. Überblick über das Projekt „Religions- und Kultursensibilität als Schwerpunkt der ressourcenorientierten Pädagogik“

1.1 Martin Lechner und Angelika Gabriel: Ein dreistufiger Religionsbegriff

1.2 Modell des dreistufigen Religionsbegriffs nach Lechner und Gabriel

2. Methodologischer Rahmen der Mitarbeiterbefragung

2.1 Qualitativ-heuristische Methodologie

2.2 Sample, Erhebungsmethode, Erhebungszeitraum und Auswertungsmethoden

3. Auswertung der empirischen Studie

3.1. Existenzglaube

3.1.1 Religionsverständnis, individuelle Deutungen des Begriffs Religion

3.1.2 Religion in der Biographie der Befragten

3.1.3.Veränderungen der Rolle von Religion im Laufe des Lebens

3.1.4 Schöne und schwere Phasen im Leben der Befragten

3.1.4.1 Schöne Phasen

3.1.4.2 Schwere Phasen

3.1.5. Glauben als Ressource

3.1.6 Weitere Ressourcen im Umgang mit Belastungen

3.1.7 Begegnungen mit Religion im beruflichen Alltag

3.2 Transzendenzglaube

3.2.1 Glaubensvorstellungen

3.2.2 Erfahrung und Verbundenheit mit einer höheren Macht

3.2.3 Zur Bedeutung von Gebeten

3.3 Konfessionsglaube

3.3.1 Bedeutung der konfessionellen Zugehörigkeit

3.3.2 Bedeutung des Christseins

3.3.3 Bedeutung von Kirchen- und Gottesdienstbesuchen

3.3.4 Einstellung zu anderen Religionen

3.3.4.1 Möglichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens

3.3.5 Alternative bzw. populäre Religion

4. Wünsche und Erwartungen der Mitarbeitenden an das Konzept „Religionssensible Pädagogik“

IV. Schlussteil

1. Zusammenfassung der Ergebnisse mit theoretisch-theologischer Reflexion

2. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die subjektive Bedeutung und individuelle Struktur der Religiosität von Mitarbeitenden in einer diakonischen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung. Ziel ist es, unter Einbeziehung eines theoretisch-theologischen Rahmens nach Manuela Kalsky, die Spannung zwischen konfessioneller Gebundenheit und religiöser Pluralität aufzuzeigen und Vorstellungen über eine mögliche interreligiöse Öffnung der Diakonie zu analysieren.

  • Religiosität und Spiritualität im Arbeitsalltag von Mitarbeitenden
  • Die Rolle von religiöser Pluralität in diakonischen Einrichtungen
  • Möglichkeiten einer interreligiösen Öffnung der Diakonie
  • Herausforderungen einer „Religionssensiblen Pädagogik“

Auszug aus dem Buch

2.1 Manuela Kalsky: Die Vision eines guten Lebens für alle im Bewusstsein eines „neuen Wir“ indem religiöse Vielfalt genutzt wird

Zum Umgang mit religiöser Pluralität gibt es zahlreiche Publikationen. Die unterschiedlichen Bezeichnungen einer Theologie, die sich mit den Inhalten und Wahrheitsansprüchen der verschiedenen Religionen beschäftigt, machen dies deutlich: Pluralistische Theologie der Religionen, Komparative Theologie, Interkulturelle Theologie, Interreligiöse Theologie, Cross-Kulturelle Theologie oder auch Dialogische Theologie. Gemeinsam ist allen das Erkennen der Notwendigkeit auf die Veränderungen und Fragen, die eine religiös-plurale Gesellschaft mit sich bringt, Antworten zu suchen.

Die Idee und Vision einer Gemeinschaft, die sich ungeachtet der Religion oder Weltanschauung ihrer Mitglieder für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt, hatte schon Mahatma Gandhi und auch der Dalai Lama spricht von einem „Big We“ (vgl. Dalai Lama 2013, [online]). Das gemeinsame „Wir“ von Gandhi, das auch seine Feinde und Gegner mit einschloss, war die Basis für sein Verständnis von ahimsa, dem Gebot der Gewaltlosigkeit. Die amerikanische Religionswissenschaftlerin Diana L. Eck hat dieses in ihrem Buch „Encountering God: a spiritual journey from Bozeman to Banaras“ weiter ausgeführt. Wie Manuela Kalsky verweist sie auf die Schwierigkeit, dass der Gebrauch des Wortes „Wir“ meist dazu führt, „den Anderen“ auszugrenzen. In ihrer imaginierten Gemeinschaft wird die Trennlinie zwischen „wir“ und „den Anderen“ aufgehoben, damit sich alle gemeinsamen für das gute Leben für alle einsetzen (vgl. Eck 1993: 203, 228).

Sehr eindeutig fordert die Theologin Manuela Kalsky in ihren Publikationen dieses Bewusstsein eines „neuen Wir“ in religiös-pluralen Gesellschaften, um den Problemen unserer Zeit angemessen begegnen zu können. Das „neue Wir“ kann nicht in einem Schritt als Ganzes entstehen, sondern es wird sich aus vielen kleinen einzelnen Gruppen zusammensetzen. Auf die Kirchen und die kirchlichen Institutionen kommt hier eine besondere Herausforderung zu, indem sie auf die religiöse und kulturelle Vielfalt reagieren müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beleuchtung der Relevanz des Themas im Kontext einer säkular geprägten Jugendhilfe, die sich hin zur religiösen Pluralität wandelt, sowie Definition der Forschungsfrage.

II. Theoretisch-theologischer Rahmen: Entfaltung eines Rahmens basierend auf Manuela Kalskys Konzept eines „neuen Wir“ und einer beziehungsorientierten Identitätssuche in einer pluralen Gesellschaft.

III. Mitarbeiterstudie eines diakonischen Kinder- und Jugendhilfeträgers im Rahmen des Projekts “Religionssensible Pädagogik”: Vorstellung des empirischen Projekts, der methodologischen Grundlagen und detaillierte Auswertung der Mitarbeiterbefragung hinsichtlich Existenz-, Transzendenz- und Konfessionsglaube.

IV. Schlussteil: Zusammenführung der empirischen Ergebnisse mit dem theoretischen Rahmen und abschließende Reflexion über die interreligiöse Öffnung der Diakonie.

Schlüsselwörter

Diakonie, Religionssensibilität, Pluralität, Konfessionelle Gebundenheit, Interreligiöse Öffnung, ACK-Klausel, Spiritualität, Existenzglaube, Transzendenzglaube, Mitarbeiterstudie, Identität, Neues Wir, Manuela Kalsky, Religionspädagogik, Sozialer Zusammenhalt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Mitarbeitende eines diakonischen Trägers mit dem Spannungsfeld zwischen konfessioneller Kirchenbindung und zunehmender religiöser sowie weltanschaulicher Pluralität in ihrem Arbeitsalltag umgehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Arbeit fokussiert sich auf die subjektive Religiosität der Mitarbeitenden, ihre Haltung zu interreligiöser Arbeit, das diakonische Selbstverständnis sowie Wünsche an ein Konzept für eine religionssensible Pädagogik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erforschung der individuellen Struktur von Religiosität bei den Befragten und die Beantwortung der Frage, welche Vorstellungen hinsichtlich einer möglichen interreligiösen Öffnung des Trägers existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?

Es wurde ein qualitativ-heuristischer Forschungsansatz nach Gerhard Kleining verwendet, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit Mitarbeitenden.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Datenmaterial entlang des dreistufigen Religionsbegriffs: Existenzglaube (individuelle Sinnsuche), Transzendenzglaube (Bezug zu höherer Macht) und Konfessionsglaube (Kirchlichkeit und christliche Werte).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die Diakonie, interreligiöse Öffnung, das Konzept des „neuen Wir“ nach Manuela Kalsky sowie die Herausforderungen der ACK-Klausel im Arbeitsalltag.

Wie stehen die Befragten zum Konzept der „Religionssensiblen Pädagogik“?

Die Mehrheit der Befragten befürwortet eine stärkere Öffnung des Trägers und wünscht sich ein Konzept, das den Fokus auf interreligiöse Gemeinsamkeiten legt, anstatt dogmatische Abgrenzungen zu betonen.

Welche Rolle spielt die Institution Kirche für die Mitarbeitenden?

Die Bedeutung der Institution ist eher gering. Viele sind zwar formal Mitglied, üben jedoch Kritik an dogmatischen Strukturen und bevorzugen eine freiere, individuell gestaltete Religiosität.

Ende der Leseprobe aus 104 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen konfessioneller Gebundenheit und religiöser Pluralität
Untertitel
Theoretisch-theologischer Rahmen und Analyse einer Mitarbeiterstudie im Bereich diakonischer Kinder- und Jugendhilfe
Hochschule
Universität Hamburg  (Akademie der Weltreligionen)
Note
1,3
Autor
Ulrike Caspar-Seeger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
104
Katalognummer
V465463
ISBN (eBook)
9783668940215
ISBN (Buch)
9783668940222
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diakonie Religiöser Pluralismus Vielfalt diverse Gesellschaft Religion und Gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ulrike Caspar-Seeger (Autor:in), 2014, Zwischen konfessioneller Gebundenheit und religiöser Pluralität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465463
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Leseprobe aus  104  Seiten
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