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Fortunatus als Vertreter des Kaufmannsstandes

Titel: Fortunatus als Vertreter des Kaufmannsstandes

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 26 Seiten , Note: 2

Autor:in: Daniel Pater (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitend wird die Entstehungsgeschichte des Fortunatus beschrieben, wobei insbesondere auf die Erstausgabe von 1509, die Quellenproblematik, die Diskussion über den möglichen Entstehungsort und die Autorindizierung eingegangen wird. Besonders das Quellenproblem und die damit verbundene Autoridentifizierung sind dahingehend für den weiteren Verlauf dieser Arbeit von Bedeutung, da sie klären sollen, aus welchen gesellschaftlichen Kreisen der Autor stammt und woher seine exakte Kenntnis über das Verhältnis politischer und finanzieller Macht existiert. Daraufhin folgt ein Abstecher in die Wirtschaftsgeschichte des 15. und Anfänge des 16. Jahrhunderts, wobei zuerst ein kurzer Einblick in das kulturelle Leben deutscher Handelsstädte um 1500 gegeben wird, da die Hauptschauplätze des Romans Handelsstädte sind. Im Anschluss wird die Beziehung der feudalen Herrscher zu Kaufleuten wie den Welsern und Fuggern beschrieben. Beide Familien sollen dabei sinnbildlich für sämtliche Kaufmannsfamilien stehen, die mit ihrem enormen Reichtum die Politik des 15. und 16. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst haben. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Beziehung der Fugger zu Kaiser Maximilian I. und die Kaiserwahl Karl V. gelegt, da diese sinnbildlich für finanzielle Macht und Korruption der damaligen Zeit stehen. Anschließend soll ebenfalls am Beispiel der Welser verdeutlicht werden, welche finanziellen Quellen der feudalen Obrigkeit zur Verfügung standen.Dem gegenüber wird das Verhältnis der Kaufleute zum Hofe beschrieben, wie es im Roman wiedergegeben wird. Angefangen mit Theodorus, über Fortunatus, bis Andolosia soll der Vergleich zur Wirtschaftgeschichte gezogen werden. Zentrale Thematik in dieser Ausarbeitung ist daher, ob das literarisch gestaltete Verhältnis Adel und Kaufmann der tatsächlichen faktischen Historie entspricht und wer von beiden in der Machthierarchie weiter oben anzusiedeln ist, sprich ob Adel oder Kaufmannschaft politisch einflussreicher gewesen sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES `FORTUNATUS´

2.1 DIE ERSTAUSGABE VON 1509

2.2 DIE QUELLENPROBLEMATIK

2.3 DER ENTSTEHUNGSORT

2.4 DIE AUTORINDIZIERUNG

3. WIRTSCHAFTSGESCHICHTE DES 15. UND 16. JAHRHUNDERTS

3.1 KULTURELLES LEBEN UM 1500

3.2 DER ADEL UND DAS GELD DER FUGGER

3.2.1 DIE FUGGER UND KAISER MAXIMILIAN I.

3.2.2 DIE KAISERWAHL KARL V.

3.3 DER ADEL UND DAS GELD DER WELSER

4. ADEL UND GELD IM `FORTUNATUS´

4.1 DAS VERHÄLTNIS THEODORUS ZUM ADEL

4.2 DAS VERHÄLTNIS FORTUNATUS ZUM ADEL

4.3 DAS VERHÄLTNIS ANDOLOSIAS ZUM ADEL

5. SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das literarisch gestaltete Verhältnis zwischen Adel und Kaufleuten im Prosaroman „Fortunatus“ und setzt dieses in den Kontext der historischen Realität des 15. und 16. Jahrhunderts, um die Machthierarchien jener Zeit zu analysieren.

  • Entstehungsgeschichte, Quellenproblematik und Autorindizierung des „Fortunatus“
  • Wirtschaftsgeschichtliche Einbettung: Rolle von Kaufmannsfamilien wie den Fuggern und Welsern
  • Finanzielle Verflechtungen zwischen Adel, Kaiserhof und aufstrebendem Bürgertum
  • Analyse des Machtkampfes zwischen den Protagonisten und der feudalen Obrigkeit
  • Vergleich literarischer Darstellung mit den historischen Machtstrukturen um 1500

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Fugger und Kaiser Maximilian I.

Die wesentliche Aufgabe eines Regenten bestand darin, die Reichsjustiz und vor allem die Reichsverteidigung zu finanzieren. Zumal die Türken und Ungarn im Osten und die Franzosen und Luxemburger im Westen eine Gefahr für das Reich darstellten. 15

Das bekannteste und gleichzeitig einflussreichste Mitglied der fuggerschen Kaufmannsdynastie war zweifelsohne Jakob Fugger, der von 1459 bis 1525 lebte. Unter seiner Führung gelang es der Handelsfamilie zur reichsten und mächtigsten Familie der damaligen Zeit aufzusteigen. Dies lag vor allem an der hervorragenden Beziehung Jakobs zu Kaiser Maximilian I. Jakob begann1485 Einfluss auf das politische Geschehen zu nehmen, indem er Fürsten und Herzoge mit Krediten subventionierte. Auf diesem Wege beeinflusste er geschickt die Politik in seiner näheren Umgebung, so dass er 1490 durch einen Staatsstreich die Herrschaft des Erzherzogs Sigmund ablöste und Kaiser Maximilian zur Macht verhalf.16 Dabei war es kein besonders großes Geheimnis, dass Kaiser Maximilian I. seine Politik durch Jakob Fugger finanzierte. Vor allem die Türkenabwehr im Osten und die ständige Auseinandersetzungen mit dem französischen Königshause waren für den habsburger Regenten ein kostspieliges Unterfangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Gattungsgeschichte des „Fortunatus“ und Erläuterung der Fragestellung bezüglich des Verhältnisses von Adel und Kaufmannschaft.

2. DIE ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES `FORTUNATUS´: Untersuchung der Erstausgabe, der Quellenlage und der Autorenfrage zur Eingrenzung des gesellschaftlichen Kontextes.

3. WIRTSCHAFTSGESCHICHTE DES 15. UND 16. JAHRHUNDERTS: Analyse der sozioökonomischen Situation sowie der einflussreichen Rolle der Handelshäuser Fugger und Welser in der Politik.

4. ADEL UND GELD IM `FORTUNATUS´: Anwendung der historischen Erkenntnisse auf die literarischen Figuren Theodorus, Fortunatus und Andolosia in ihrem Handeln gegenüber dem Adel.

5. SCHLUSS: Zusammenfassende Bewertung des Machtkampfes zwischen Adel und Bürgertum, der im Roman als ständiges Ringen um Ansehen und Kapital dargestellt wird.

Schlüsselwörter

Fortunatus, Adel, Kaufmannschaft, Wirtschaftsgeschichte, Jakob Fugger, Welser, Kaiser Maximilian I., Machtkampf, 15. Jahrhundert, 16. Jahrhundert, Quellenkritik, Finanzmacht, Kapitalismus, Andolosia, Literaturanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen den Kaufleuten und dem Adel im Prosaroman „Fortunatus“ vor dem Hintergrund der wirtschaftshistorischen Realität des 15. und frühen 16. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehungsgeschichte des Romans, der Wirtschaftsgeschichte der Fugger und Welser sowie der Darstellung von Machtstrukturen im literarischen Text.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, ob die im Roman beschriebenen Machtverhältnisse zwischen dem Kaufmannsstand und der feudalen Obrigkeit der historischen Realität entsprechen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine textimmanente Analyse in Kombination mit einem wirtschaftshistorischen Vergleich, gestützt auf zeitgenössische Quellen und Sekundärliteratur.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden zunächst die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erläutert und anschließend das Verhältnis der Romanfiguren – Theodorus, Fortunatus und Andolosia – zum Adel detailliert untersucht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der „Fortunatus“-Roman, die Fugger, der Welser-Handel, der Machtkampf zwischen Bürgertum und Adel sowie die Finanzabhängigkeit des Kaiserhofs.

Welche Rolle spielt der „Wunschseckel“ im Roman?

Der „Wunschseckel“ dient als zentrales Instrument für den unermesslichen Reichtum der Protagonisten und löst im Roman wiederholt Machtkämpfe mit Vertretern des Adels aus.

Wie endet die Geschichte von Andolosia?

Andolosia scheitert in seinem Versuch, den Adel herauszufordern, und wird aufgrund der Gier nach seinem Geheimnis und seiner Reichtümer durch Grafen gefangen genommen und schließlich ermordet.

Inwiefern beeinflussten Kaufleute die Kaiserwahl?

Kaufleute wie Jakob Fugger spielten eine entscheidende Rolle, indem sie durch massive Kredite und Bestechungsgelder die Wahl von Karl V. zum römisch-deutschen Kaiser finanziell ermöglichten.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fortunatus als Vertreter des Kaufmannsstandes
Hochschule
Universität Münster
Note
2
Autor
Daniel Pater (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
26
Katalognummer
V46562
ISBN (eBook)
9783638437264
ISBN (Buch)
9783638806503
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fortunatus Vertreter Kaufmannsstandes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Pater (Autor:in), 2005, Fortunatus als Vertreter des Kaufmannsstandes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46562
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Leseprobe aus  26  Seiten
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