„Ästhetisierung in geschichtlichen Aktionen ist belegt, z.B. durch Marx im 18. Brumaire des Louis Bonaparte, sie war zu beobachten in den „Wende- und Nachwende“ Zeiten, und sie findet auch Eingang in geschichtliche Auseinandersetzungen. Ob die kurze Welle der „Ostalgieshows“ dafür ein Beleg war, inwieweit hier Symbole, Prägnanzen, Stereotype auftreten“1, soll in der vorliegenden Arbeit diskutiert werden.
Zunächst möchte ich einige Begriffe zum besseren Verständnis klären.
Was ist Ästhetisierung?
Was sind Symbole
Was sind Prägnanzen
Was sind Stereotype
Im zweiten Teil der Arbeit soll geklärt werden, ob es bei den „Ostalgieshows“ eine Ästhetisierung der Geschichte gegeben hat und mit welchen Strategien gearbeitet wurde.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Definition Ästhetisierung:
Symbole
Prägnanzen
Stereotype
Ästhetisierung der Geschichte
Nostalgie
Ostalgie
Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte
Was sind mögliche Gründe für die Ost-Shows, Woher kommt der Erfolg
Die Symbole
Ästhetische Strategien in den Shows
Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Prozess der Ästhetisierung von Geschichte am Beispiel der sogenannten Ostalgie-Welle und der entsprechenden TV-Formate, um zu klären, wie Medien mit der DDR-Vergangenheit umgehen und welche Mechanismen der Sinnstiftung dabei zum Einsatz kommen.
- Grundlagen der Ästhetisierung, Symbolik und Stereotypenbildung
- Phänomenologie der Nostalgie und ihre spezifische Ausprägung als Ostalgie
- Analyse der ästhetischen Strategien in zeitgenössischen Ost-Shows
- Die Rolle der Medien bei der Kommerzialisierung und Inszenierung von Geschichte
- Soziale und psychologische Hintergründe der Rückbesinnung auf den DDR-Alltag
Auszug aus dem Buch
Definition Ästhetisierung:
Ganz allgemein bedeutet Ästhetisierung eine Verschönerung des Gegebenen und ist damit ein Grundvorgang von Ästhetisierungsprozessen. Der Begriff lässt sich aber noch weiter fassen, denn auch Strategien des Hässlichen, Erhabenen, Komischen und Kolossalischen gehören zur Ästhetisierung. Geht man von der ursprünglichen Wortbedeutung von „aisthesis“, die Sinne betreffend aus, dann handelt es sich bei der Ästhetisierung um die Versinnlichung von Handlungen, Prozessen und Strukturen. In der Regel soll etwas den Sinnen angenehm gemacht werden und unter der „Logik der sinnlichen Wahrnehmung gestellt“ werden.
Ästhetisierung lässt sich objektiv und subjektiv betrachten. Subjektiv bedeutet Ästhetisierung, dass man sein Leben primär unter ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet. Ästhetisierung objektiv bedeutet, dass etwas ästhetisch wird, was originär nicht ästhetisch ist. Etwas wird in einem ästhetischen Kontext gestellt, was zuvor in einem anderen Kontext stand, es wird ästhetisch ‚in Szene’ gesetzt, also inszeniert.
Bereiche, die ursprünglich keiner ästhetischen Gestaltung unterliegen, werden ästhetisiert. Wortbildungen mit –sierung weisen auf solche Prozesse hin.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Hinführung zum Thema und Problemstellung hinsichtlich der Ästhetisierung von Geschichte in den sogenannten Ostalgieshows.
Definition Ästhetisierung:: Theoretische Einordnung des Ästhetisierungsbegriffs als Prozess der Inszenierung und Versinnlichung.
Symbole: Erläuterung der semiotischen Grundlagen und Bedeutung von Symbolen für Visualisierungsprozesse.
Prägnanzen: Analyse der prägnanten Darstellung von Etwas als Voraussetzung für die Wahrnehmung von Bildern.
Stereotype: Definition von Stereotypen als vereinfachende Schemata, die zur Charakterisierung von Gruppen genutzt werden.
Ästhetisierung der Geschichte: Überleitung zum Phänomen der Ostalgie und dessen Einbettung in den geschichtlichen Kontext.
Nostalgie: Historische Herleitung und psychologische Bedeutung des Nostalgiebegriffs seit dem 17. Jahrhundert.
Ostalgie: Untersuchung der spezifischen ostdeutschen Identitätskonstruktion und der Kommerzialisierung durch Medien.
Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte: Bezugnahme auf Marx zur Analyse der Wiederholung historischer Ereignisse als Farce.
Was sind mögliche Gründe für die Ost-Shows, Woher kommt der Erfolg: Analyse der sozioökonomischen Hintergründe und des Bedürfnisses nach Identitätssicherheit.
Die Symbole: Aufzählung und Kritik der in den Shows verwendeten DDR-Alltagsgegenstände.
Ästhetische Strategien in den Shows: Darstellung der medialen Mittel wie Verniedlichung, Ironisierung und Ausblendung von Konflikten.
Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit und Ausblick auf zukünftige Formen der geschichtlichen Aufarbeitung in den Medien.
Schlüsselwörter
Ästhetisierung, Geschichte, Ostalgie, Nostalgie, DDR, Medien, Inszenierung, Symbole, Prägnanzen, Stereotype, Identität, Massenkultur, Erinnerungsarbeit, Konsumgesellschaft, Ost-Shows.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Ostalgie und die Art und Weise, wie die DDR-Vergangenheit in sogenannten Ostalgie-Shows medienwirksam und ästhetisch inszeniert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen kulturwissenschaftliche Begriffe wie Ästhetisierung, Symbole, Prägnanz und Stereotype sowie deren praktische Anwendung in der Darstellung von DDR-Geschichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die in den Shows genutzten ästhetischen Strategien eine angemessene Aufarbeitung von Geschichte darstellen oder lediglich eine oberflächliche und sentimentale Vermarktung des untergegangenen Systems sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen (u.a. von Marx und Cassirer) mit der Untersuchung medialer Produkte und aktueller gesellschaftlicher Debatten verknüpft.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die historische Herleitung des Nostalgiebegriffs und eine detaillierte Analyse der medialen Strategien in den Ostalgie-Shows.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Ästhetisierung, Ostalgie, Inszenierung, DDR-Alltagskultur und mediale Geschichtsaufarbeitung.
Wie unterscheidet der Autor den Begriff Ostalgie von der klassischen Nostalgie?
Die Ostalgie wird als spezifische Analogiebildung zur Nostalgie verstanden, die jedoch eng mit den besonderen Transformationserfahrungen der ehemaligen DDR-Bürger und einem spezifischen Bedürfnis nach Identitätsbewältigung verknüpft ist.
Welche Rolle spielen Konsumartikel in den analysierten TV-Sendungen?
Konsumartikel dienen in den Shows als zentrale Symbole, um durch ihren hohen Wiedererkennungswert eine "bunte Reise" in die DDR-Vergangenheit zu konstruieren, wobei kritische politische Aspekte oft ausgeblendet werden.
- Arbeit zitieren
- Karin Aldinger (Autor:in), 2004, Ästhetisierung von Geschichte. Am Beispiel der "Ostalgie" und "Ostalgieshows", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46568