Was ist Freiheit? Eine philosophische Behandlung des Themas Freiheit


Facharbeit (Schule), 2017
27 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung

2 Philosophischer Essay zum Thema Freiheit

3 Kurze Erklärung zur vorliegenden Arbeit

4 Determinismus
4.1 Was bedeutet Determinismus?
4.2 Widerlegung des Determinismus von Sartre

5 Willensfreiheit. Gibt es einen freien Willen?
5.1 Handlungsfreiheit
5.2 Willensfreiheit
5.3 Freier Wille
5.4 Das Konzept der Willensfreiheit in neurowissenschaftlicher Betrachtung anhand des Libet-Experiments

6 Sartres Freiheitsbegriff
6.1 Die Handlung und die Freiheit
6.2 Die Existenz geht der Essenz voraus

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Abstract

Die folgende Arbeit befasst sich intensiv mit dem Thema ‚Freiheit’. Das Ziel dieser Arbeit war es viele Antworten zu finden und dem Leser Informationen zu vermitteln, wobei, wie nicht anders zu erwarten war, am Ende der Arbeit vermutlich noch mehr unbeantwortete Fragen im Raum stehen als davor. Meine Annahmen, Thesen und Ideen zum Thema ‚Freiheit’, stehen am Anfang der Arbeit in Form eines philosophischen Essays. Da dieses Thema so eine unfassbar große Spannbreite hat, war es nicht möglich, jeden Aspekt zu berücksichtigen, jedoch habe ich einige ausschlaggebende Faktoren anhand von wissenschaftlichen Arbeiten ausreichend bearbeitet, um auf meine Kernfragen, was Freiheit überhaupt ist, ob es sie gibt und wie diese aus verschiedenen Ansichten gesehen wird, eine Antwort zu finden. Dabei bespreche ich vor allem einen bedeutenden, von mir als wichtig gewerteten, Philosophen, Jean-Paul Sartre, und seine spezielle Auffassung von Freiheit. Des Weiteren bespreche ich auch die Willensfreiheit, den Determinismus, Sartres Widerlegung des Determinismus und wie schon erwähnt seinen eigenen Freiheitsbegriff, als auch die menschliche Handlung und den freien Willen. Der praktische Teil dieser vorwissenschaftlichen Arbeit ist der philosophische Essay, der ganz am Anfang steht, und ohne jegliche Quellen oder Zusatzinformationen verfasst wurde, während die übrigen Ergebnisse auf der Recherche in Büchern und dem Internet basieren. Sollte eine nicht gegenderte Ausdrucksweise aufzufinden sein, so gilt diese für die männliche und weibliche Form, um unnötigen Verwirrungen aus dem Weg zu gehen.

1 Einleitung

Freiheit. Ein Begriff von dem wir alle eine ungefähre Vorstellung haben, doch wenn es darum geht, diesen etwas näher zu erklären oder zu definieren, scheitern die meisten. Was ist das überhaupt? Welche Arten von Freiheit gibt es? Was versteht man unter Handlungs-, was unter Willensfreiheit? Ab wann ist der Mensch frei? Ist es überhaupt möglich vollkommen frei zu sein? Was schränkt unsere Freiheit ein? Kann ich frei sein, obwohl ich mich gewissen Regeln beugen muss? Bedeutet das höchste Maß an Freiheit automatisch das höchste Maß an Glück?

Freiheit. Dieses Thema wirft so unendlich viele Fragen auf und wahrscheinlich wird es darauf nie eine wirklich klare und eindeutige Antwort geben. Es ist möglich, diesen Begriff zu beschreiben, unendlich lange und unendlich ausführlich, unendlich komplex oder aber auch simpel, jedoch wird es nie möglich sein, ihn einheitlich zu definieren, und ich möchte schon zu Anbeginn die oberflächliche Sichtweise, mit der viele Leute dieses Thema betrachten, kritisieren. Oft wird die Freiheit zu einem bloßen „Tun-und-lassen-können-was-man-will“ degradiert, möchte ich fast meinen, dass man mit dieser Ansicht einen so riesigen Teil außer Acht lässt, was wiederum einer der Gründe ist, die mich zum Verfassen dieser Arbeit gebracht hat.

2 Philosophischer Essay zum Thema Freiheit

„WER DIE SICHERHEIT DER FREIHEIT VORZIEHT, IST ZU RECHT EIN SKLAVE“1

Noch bevor man sich mit diesem zunächst sehr komplexen Thema Freiheit näher auseinandersetzt, muss man sich dessen bewusst sein, dass es niemals eine einheitliche Definition oder ein Maß für Freiheit geben wird, da dieser Begriff nicht die Bezeichnung eines gewissen Zustands ist, sondern eher ein Überbegriff für diverse Arten von Freiheit.

Es gibt also nicht nur eine Freiheit, die allumgreifend ist, sondern verschiedene Freiheiten, die auf gewisse Teilbereiche des Leben eines Individuums zutreffen können oder auch nicht.

Dazu kommt noch, dass man sich sowieso nie auf eine einheitliche Angabe einigen können wird, da die Vorstellung von Freiheit von Person zu Person individuell definiert wird.

Deswegen wird Freiheit am sinnvollsten zunächst in die verschiedenen Unterarten von Freiheit unterteilt, wie zum Beispiel in Wahlfreiheit, Willensfreiheit, Religionsfreiheit, politische-, soziale oder Meinungsfreiheit. Auch diese Einteilung verhindert eine einheitliche Definition davon, da sich die Bereiche, auf die sich die Freiheit bezieht, grundlegend unterscheiden. Aufgrund dessen ist es möglich Freiheit zu erfahren, unabhängig von Beruf, Stellung, Geschlecht, Religion etc.

Der Begriff Sicherheit ist schon etwas greifbarer, da die Elemente Gesundheit, soziale Sicherheit (Freunde, Familie), ein lebenswerter Wohnraum und generell die Deckung der Grundbedürfnisse essenzielle Bestandteile der „Emotion“ Sicherheit sind. Emotion deshalb, da Sicherheit kein klar definierter Zustand ist, wie zum Beispiel die Temperatur einer ist und auch nicht wirklich messbar: Sicherheit spürt man, man fühlt sich sicher, oder eben auch nicht.

Um mich besser auf das Zitat beziehen zu können möchte ich zuerst einmal die Begriffe „Freiheit“ und „Sicherheit“ näher beleuchten. Freiheit. Was ist das überhaupt? Ist es ein Zustand des Nicht-Gezwungen-Werdens? Ein Leben ohne Regeln und Grenzen oder ist es viel mehr? Wenn man bedenkt, dass der Mensch sich keinen Regeln und Gesetzen unterwerfen müsste, wäre das dann überhaupt eine Art Freiheit oder existiert diese ohne die Regeln gar nicht mehr?

Denn wenn es überhaupt keine Regeln mehr gäbe, dann wäre dies der Normalzustand und kein explizites „Frei Sein“. Frei sein kann der Mensch nur, wenn es davor etwas gegeben hat, das eine gewisse Unfreiheit ausmacht. Ein Zustand von dem es sich abzulösen gilt und von dem man sich befreien kann. Demnach ist Freiheit ein Zustand der auf einen ersteren folgen muss, um überhaupt existieren zu können, eine Folgeerscheinung.

Generell gesehen ist Freiheit etwas, das im Bezug auf Andere deutlich ersichtlicher wird, weil dann eine Vergleichsmöglichkeit besteht. Beispiel: Die Person X möchte sich Bildung verschaffen, hat aber keine Geldressourcen zur Verfügung oder muss sich über eine Arbeit das dafür nötige Geld verdienen.

Die Person Y muss sich um Geld keine Sorgen machen, das regeln die Eltern. Somit können zwar beide Personen prinzipiell dasselbe erreichen, aber Person Y braucht bloß zu wählen, somit hat sie die Wahlfreiheit, während die Person X zwar auch wählen kann, aber im Hinterkopf steht immer die Frage, was diese Person zusätzlich leisten müsste, um überhaupt ihre Wahlfreiheit auszukosten.

Womöglich fällt sogar die eine oder andere Möglichkeit weg. Person X ist also unfreier als Person Y, da sie zwar auch die Freiheit hat zu wählen, jedoch kann sie sich nicht aussuchen, was für zusätzliche Pflicht mit ihrer Wahl anfällt (die Pflicht des Geldverdienens).

Würde jetzt aber nur eine von beiden Personen existieren, dann würde jene Person (unabhängig davon welche von Beiden) selbst das größte Maß an Freiheit besitzen, weil es ja Niemanden anderen gäbe bei dem eine Vergleichsmöglichkeit bestünde, was aber auch gleichzeitig bedeutete, dass es nicht als Freiheit, sondern als der Zustand der Normalität wahrgenommen würde

Wenn nur ein einziger Mensch auf der gesamten Welt existieren würde, dann möchte man doch meinen, dass dieser das höchste Maß an Freiheit hat, da er sich keinen Regeln unterwerfen muss, keine Rücksicht auf Andere nehmen muss, nichts und vor Allem nicht seine Freiheit teilen muss, jedoch fehlt diesem Menschen die Freiheit mit anderen Seinesgleichen zu kommunizieren und sich fortzupflanzen, was eines der Grundbedürfnisse der menschlichen Spezies ist und ein ungedecktes Grundbedürfnis ist für den Menschen um einiges schwerwiegender, als die Pflicht das Leben auf der Erde und seine Freiheiten mit Anderen zu teilen

Somit ist also die Vorstellung von einem Leben ohne Grenzen eine Utopie, allein schon auf Grund der Bevölkerung. Dazu kommt noch, dass die Möglichkeiten der Menschen gewisse Dinge zu tun begrenzt ist, somit müsste doch zum Beispiel ein Vogel freier sein als der Mensch, da dieser in der Lage ist sich in der Luft und am Boden zu bewegen, während sich der Mensch zum größten Teil, zumindest ohne zusätzliche Hilfsmittel, auf den Platz am Boden beschränken muss. In diesem Sinn kann aber kein Lebewesen vollkommen frei sein: Selbst der Vogel kann unter Wasser oder unter der Erde nicht existieren. Die Umwelt macht uns in gewisser Weise unfrei, andererseits ermöglicht gerade sie uns Allen das Leben.

Sobald aber noch ein zweiter Mensch auf der Welt existiert, wird sich dieser automatisch und vielleicht sogar freiwillig dem ersten Menschen unterwerfen. Oder er wird dazu gezwungen.

Dann mag es im ersten Moment so erscheinen, als hätte Jener von den Beiden, der quasi die Macht hat, ein größeres Maß an Freiheit, da er ja bestimmt was geschieht, doch auch diese Freiheit beinhaltet größere Grenzen, als man im ersten Moment annehmen würde: Wenn der Mächtige seine Macht und somit seine „Freiheit“ behalten möchte, dann muss er sich um den Unterworfenen kümmern und muss somit eine gewisse Verantwortung für ihn übernehmen, was wiederum eine Pflicht ist und mit einer Art Unfreiheit einher geht.

Der Unterworfene aber, sollte er sich das Sich-Unterwerfen ausgesucht haben, besitzt eine viel größere Freiheit, denn er hat sich die Rolle des Unterworfenen ja ausgesucht, womit er auch Verantwortung ablegen kann und sich beschützen lassen kann.

Somit hat doch dieser eine größere Freiheit als der Mächtige, denn der hat sich seine Rolle zwar auch ausgesucht, muss aber etwas dafür tun, um diese zu behalten, was ihm wiederum ein Stück von seiner Freiheit nimmt. Er muss teilen was er hat, der Unterworfene will sogar teilen, also hat doch Letzterer „gewonnen“ oder? Er tauscht zwar seine Freiheit im Sinne von seiner Eigenverantwortung etc. gegen die Sicherheit, die er von dem Mächtigen im Gegenzug erhält, sogar erhalten muss, erlangt bei diesem Eintausch seiner Freiheit aber erneut Freiheit, da es ja sein eigener Wille war.

Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass Freiheit weder positiv noch negativ bewertet werden kann, denn Freiheit bedeutet nicht automatisch eine gute Sache, die Gefühle eines Menschen könnten sich durch ein zu großes Maß an Freiheit auch in das genaue Gegenteil verwandeln da sich die Person zum Beispiel verloren fühlt und Angst aufkommt. Die anfängliche Freiheit schlägt also in Angst um, welche wiederum mit Unfreiheit einhergeht.

Generell beweisen Emotionen, dass Freiheit nicht automatisch ein positiver Zustand sein muss, da zwei sich liebende Menschen sich zwar in eine gewisse Unfreiheit begeben (gegenseitige Abhängigkeit, Entscheidungen können nicht mehr von der Person allein getroffen werden, der Zweite wird immer einen Einfluss darauf haben, ob bewusst oder unbewusst ist irrelevant), dennoch ist dieser Zustand ihre eigene bewusste Wahl und er bringt für die Beiden ein viel größeres Glück, und andere Freiheiten, als wenn sie ihre ursprüngliche Freiheit behielten.

Oft wird die Frage nach der Freiheit als ein Zustand des Nicht-Gezwungen-Werdens, einem Leben ohne jegliche Regeln, Grenzen oder Autoritäten beschrieben. Ein „Tun und lassen können was man will“, was aber in meinen Augen eine sehr flüchtige und sehr oberflächliche Betrachtung ist, da Freiheit doch sehr viel mehr beinhaltet als dieses eben beschriebene Dasein. Vor allem der Mensch, wenn dieser ewig und verzweifelt auf diesen einen Idealzustand hinstrebt, der aber von vorneherein aus einer Irrealität resultiert, wird niemals auch nur Ansätze davon erreichen können, da er sich mit dieser Suche nach etwas Unmöglichen selbst die größte Unfreiheit konstruiert.

Es gibt ein Sprichwort, welches besagt, dass das Gute ohne das Schlechte nicht sein kann, was sich relativ gut auf die Begriffe Freiheit und Sicherheit umlegen lässt, was aber nicht bedeuten soll, dass die Beiden gegenteilig sind wie Gut und Böse, aber eben dass das eine ohne das Andere nicht sein kann: Würden wir kein Gut kennen, dann wäre das Schlechte nicht schlecht, da kein Vergleich besteht und umgekehrt.

Wer also zumindest in Teilbereichen frei ist, muss sich sicher fühlen können, da ihm die Angst oder Sorge die mit der Unsicherheit einhergeht eine viel größere Unfreiheit bescheren würde. Und wer sicher sein will, braucht zumindest eine gewisse Lebensfreiheit im engeren Umfeld, da sich ein Mensch, der zum Beispiel keine Entscheidungs-, Meinungs- oder Religionsfreiheit besitzt, nicht sicher fühlen kann. Um diese Aussage etwas besser zu verstehen möchte ich diese mit einem Beispiel unterlegen:

Ein Mädchen lebt mit ihrer streng gläubigen muslimischen Familie, wird dazu gezwungen ein Kopftuch zu tragen und ihr wird verboten sich mit Jungen zu treffen. Sie selbst hält aber nichts von der Religion, hält sich aber aus Angst an die Regeln ihrer Eltern.

Somit ist sie in dieser Hinsicht unfrei und die Angst die sie vor ihren eigenen Eltern hat, nimmt ihr ein Stück ihrer Sicherheit, da die Familie im Normalfall ein Ort der Geborgenheit sein sollte und nicht ein Ort des Zwanges, der Angst und des Widerspruchs. Wenn sie sich dies aber selbst aussucht und aus freien Stücken ein Kopftuch trägt wird ihr dieses auch ein Maß an Sicherheit geben, da es ja auch in ihren, nicht nur in den Augen der Eltern, zu diesem Zeitpunkt die für sie beste Entscheidung ist.

Demnach ist es nicht möglich den einen Zustand vollkommen abgetrennt vom anderen zu erreichen. Somit hat zwar Aristoteles Recht, dass wer die Freiheit aufgibt gleichzeitig auch die Sicherheit verliert wobei man das Gleiche umgekehrt genauso sagen muss:

Wer die Sicherheit nicht zumindest irgendwo behält, kann auch nicht vollkommen frei sein. Allein wenn man unsicher lebt oder sich unsicher fühlt, entstehen automatisch andere Emotionen wie Unmut, Unwille und vielleicht sogar Angst, welche die Freiheit zu einem gewissen Maß einschränken.

Der Mensch an sich ist ein freies Wesen im Bezug aufeinander: Prinzipiell hat niemand das Recht, und das Wort Recht beinhaltet die Richtigkeit also das Richtige, einen Anderen zu unterdrücken oder gegen dessen Willen über ihn zu herrschen somit ist das Zitat Aristoteles’ welches besagt wer die Freiheit für die Sicherheit aufgäbe wäre „zu Recht“ ein Sklave, von vorneherein zu kritisieren und als falsch darzulegen.

Außerdem stellt sich die Frage wo beginnt die Freiheit eines Jeden und wo hört sie auf? Wenn die Person X sich die Freiheit nehmen möchte den Anderen zu unterwerfen hört sich diese im Sinne der Menschenrechte auf, da sich der Eine zwar die Freiheit nimmt den Anderen zu unterwerfen, doch somit nimmt er dem Anderen die seine.

Somit: Die Freiheit des Einen hört da auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Und wieder wird belegt, dass ein Zustand der vollkommenen Freiheit nicht möglich ist, aufgrund von Moral und Respekt anderen gegenüber. Irgendwo muss eine Grenze gezogen werden, sonst ist ein friedliches oder langfristiges Zusammenleben nicht möglich.

Vor allem nimmt Jener, der den Anderen seiner Freiheit beraubt sich selbst die eigene Sicherheit, denn wie könnte er davon ausgehen, dass ihm nicht dasselbe widerfahren könnte, wenn er selbst in der Lage ist so zu denken und so zu handeln? Würden sich aber von vorneherein alle an gewisse Grenzen halten, so wäre auch eine gewisse Sicherheit zumindest in diesem Sinne gewährleistet und mit der Sicherheit würde gleichzeitig auch das Maß an Freiheit wieder steigen.

Somit steigt in einer Gemeinschaft, die das altruistische Gedankenkonzept als Maßgabe für ihr Handeln voranstellt, die Freiheit für alle und in weiterer Folge auch die Möglichkeit für den Einzelnen in einem sicheren Rahmen seine individuellen Wünsche, Ziele und Vorstellungen verwirklichen zu können.

3 Kurze Erklärung zur vorliegenden Arbeit

In den folgenden Kapiteln ist es das Ziel, ein paar der auch gerade im Essay angesprochenen Themen etwas näher zu beleuchten, als auch den Leser zum Denken anzuregen. Die Kapitel wurden mithilfe von Informationen vieler großer, aber auch kleiner Denker, wie zum Beispiel mir selbst, verfasst und versuchen einen vielleicht besseren Durchblick zum Thema ‚Freiheit’ zu ermöglichen. Ich habe ein paar wichtige, vor allem auch sich gegenüberstehende und teils auch extremistische Strömungen ausgewählt, um möglichst diverse Ansichten vorzustellen, jedoch konnte ich nicht jeden Aspekt der Freiheit bearbeiten, da das bei so einem, ich würde fast sagen unendlichen Thema, welches so viele verschiedene, und gegensätzliche aber dennoch voll und ganz nachvollziehbare Lösungen hat, beinahe unmöglich ist.

4 Determinismus

„Der Determinismus ist wahr. Freiheit gibt es nicht.“ 2

Es erhebt sich die Frage nach der Willensfreiheit. Gibt es überhaupt einen freien Willen oder ist alles vorherbestimmt?

4.1 Was bedeutet Determinismus?

Der Begriff „Determinismus“ kommt von dem lateinischen Wort „determinare“ was soviel heißt wie „festlegen“, „bestimmen“ oder „begrenzen“.3

Der Determinismus bestreitet den freien Willen, die Willensfreiheit. Er behauptet, dass jedwedes menschliches Handeln eine logische Folgeerscheinung des bisher Geschehenen ist beziehungsweise, dass alles was passiert determiniert, das heißt vorbestimmt ist. Keine einzige Handlung hat etwas mit dem freien Willen zu tun, es gibt nur eine einzige Art wie der Lauf der Dinge ist oder sein wird und daran lässt sich nichts ändern, wir haben laut den Deterministen also absolut keinen Einfluss darauf.

Der Determinismus existiert aber in mehreren Bereichen des Lebens, nicht nur in der Philosophie.4

Zum Beispiel gibt es den physikalischen Determinismus, welcher besagt, dass der einzige Grund, weshalb wir nicht alles, was in der Zukunft liegt, messen und berechnen können, nicht die Möglichkeit, dass sich alles ändern könnte ist, sondern die Ungenauigkeit und die nicht ausreichenden wissenschaftlichen Methoden, Regeln oder Gesetze. Wären diese aber vorhanden, wäre eine genaue Auslegung der zukünftigen Ereignisse (in der Physik natürlich) möglich, da alles determiniert ist.5

Der Determinismus hält also daran fest, dass jedes einzelne Ereignis aus gewissen Gesetzen und logischen Abfolgen resultiert. Als radikaler Vertreter des Determinismus müsste man sich eigentlich die Frage stellen ob es dann überhaupt eine Sinn macht einem Straftäter eine in unseren Augen der Straftat entsprechende Strafe zuzuteilen wenn der Betroffene dem Determinismus zufolge keine Schuld trägt da sein Handeln eine bloße weitere Konsequenz der Dinge die bereits weit vor seiner Geburt passierten, ist. Er hatte letztendlich nicht die Freiheit seine Handlungen selbst auszusuchen. So wie sonst auch niemand auf der Welt.6

„Der Mensch sei ein Automat, dem das Ziel der Erhaltung und Förderung seines Lebens einprogrammiert sei.“ (Liessman, Vom Denken, S. 83)

Um nun mit der Ansicht der Deterministen die Frage nach der Freiheit zu beantworten, müsste die Antwort darauf ganz deutlich „nein“ heißen. Wo sollte denn die Freiheit liegen wenn alles von vorneherein vorherbestimmt ist und wir keine Möglichkeit dazu haben das Vorherbestimmte zu beeinflussen oder mitzugestalten?

[...]


1 Wird Aristoteles zugeschrieben

2 http://www.philosophie.rwth-aachen.de/global/show_document.asp?id=aaaaaaaaaabpfap (Stand: 04.02.16, 15:16h)

3 Vgl. http://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/latein-deutsch/determinare (Stand: 04.02.16, 15:32h)

4 Vgl. http://mb-soft.com/believe/tgxtm/determin.htm (Stand: 04.02.16, 16:35h)

5 Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Determinismus (Stand: 04.02.16, 16:47h)

6 Vgl. https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/lehre/030623_Freier_Wille.pdf (Stand: 04.02.16, 17:00)

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Was ist Freiheit? Eine philosophische Behandlung des Themas Freiheit
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
27
Katalognummer
V465810
ISBN (eBook)
9783668938496
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freiheit, Philosophie, philosophischer essay, philosophisch, frei sein, was ist freiheit, willensfreiheit, handlungsfreiheit, leben, mensch, wahlfreiheit, unfreiheit, unfrei
Arbeit zitieren
Sarah Sabukoschek (Autor), 2017, Was ist Freiheit? Eine philosophische Behandlung des Themas Freiheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465810

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