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Ökonomisierung der Hochschulbildung. Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideal

Title: Ökonomisierung der Hochschulbildung. Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideal

Term Paper , 2014 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Khan (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Diese Hausarbeit will die Kritik an der Reform der Bildungspolitik zusammentragen und überprüfen. Dies soll anhand eines Vergleiches des Diplom- und Magisterabschlusses mit den neuen Bachelor- und Masterabschlüssen geschehen. Dabei soll auf die Struktur, die Ziele und die tatsächliche Ausprägung der Abschlüsse eingegangen werden. Insbesondere soll eine Wandlung zur "universitären Berufsausbildung" und die Abkehr vom Humboldt’schen Bildungsideal geprüft und im Fazit bewertet werden. Auch die Anzahl verschiedener Studiengänge bzw. deren Variation und Möglichkeit der individuellen Gestaltung der Inhalte soll in Hinblick auf das von Humboldt propagierte "autonome Individuum", welches die Hochschule hervorbringen soll, betrachtet werden.

Als weiterer Kritikpunkt soll die Ökonomisierung von Lehre und Forschung aufgenommen werden, welche sich durch eine steigende Zahl an Drittmitteln und Stiftungslehrstühlen bemerkbar macht. Die daraus entstehenden Konsequenzen, sowie der Einfluss auf und die Vereinbarkeit mit freier, unabhängiger Forschung werden diskutiert und bewertet.

Der Bologna Prozess ist die größte Reform der Bildungspolitik im europäischen Raum, die sich für Studierende in Deutschland besonders durch die Umstellung vom Diplom und Magister auf das Bachelor/Master-System ausgewirkt hat und die noch lange nicht abgeschlossen ist. Mit Beginn des Prozesses erschienen auch zahlreiche Kritiker, die ein breites Interessenspektrum repräsentieren und von Studierenden, Professoren über Hochschulrektoren, Politikern, Gewerkschaften und Journalisten zu weiteren beteiligten oder begleitenden Gruppen reichen. Besonders stark werden die Ökonomisierung von Bildung und die Abkehr vom Humboldt’schen Bildungsideal kritisiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Bologna Prozess

3. Das Humboldt’sche Bildungsideal

4. Ökonomisierung von Bildung

5. Vergleich des Diplom und Magister mit dem Bachelor-/Mastersystem

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob das klassische Humboldt’sche Bildungsideal im Zuge der Bologna-Reform und der zunehmenden Ökonomisierung der Hochschulbildung durch eine zweckorientierte „universitäre Berufsausbildung“ verdrängt wird.

  • Der Bologna-Prozess als Strukturreform der europäischen Hochschulbildung
  • Grundlagen und zentrale Elemente des Humboldt’schen Bildungsideals
  • Ökonomisierungstendenzen durch Drittmittelfinanzierung und Einflussnahme der Wirtschaft
  • Strukturvergleich zwischen traditionellen Diplom/Magister-Studiengängen und dem Bachelor/Master-System
  • Die Transformation der Universität hin zu einer kompetenz- und arbeitsmarktorientierten Ausbildung

Auszug aus dem Buch

3. Das Humboldt’sche Bildungsideal

Friedrich Wilhelm von Humboldt (*22. Juni 1767 in Potsdamm; † 8 April 1835 in Tegel) gilt als prägende Figur für das universitäre System in Deutschland. Er wurde 1808 im preußischen Innenministerium Leiter der „Sektion des Kultus und des öffentlichen Unterrichtes“ und nutzte dies um seine Vorstellungen (Humboldt’sche Bildungsideale) in eine Bildungsreform einfließen zu lassen. Er stellte sich eine ganzheitliche Ausbildung vor, die Sprachen, Allgemeinbildung sowie philosophische Aspekte beinhalten sollte. Dieses ambitionierte Vorhaben wird vor dem Hintergrund seiner eigenen, äußerst umfassenden und vielseitigen Ausbildung unter anderem in Sprachen, Naturwissenschaften, Staatstheorie und Philosophie, verständlich. Zentrale Begriffe des Humboldt’schen Bildungsideals sind das „autonome Individuum“ und das „Weltbürgertum“ welches sich bereits in der Schrift „zum ewigen Frieden“ von Immanuel Kant finden lässt.

Unter dem Begriff des autonomen Individuums versteht Humboldt die Fähigkeit freie, selbstbestimmte Entscheidungen und Meinungen, unter Abwägung vernünftiger Argumente, zu treffen und zu vertreten. Das Weltbürgertum entsteht bei Humboldt aus den freien Individuen, die sich unabhängig von ihrer Herkunft und ihres Standes mit gesellschaftlich relevanten Fragen beschäftigen.

„Zum Weltbürger werden heißt, sich mit den großen Menschheitsfragen auseinanderzusetzen: sich um Frieden, Gerechtigkeit, um den Austausch der Kulturen, andere Geschlechterverhältnisse oder eine andere Beziehung zur Natur zu bemühen.“

Ziel der Ausbildung ist bei Humboldt also die Bildung eines eigenen Charakters, Entfaltung der Persönlichkeit und Befähigung zur kritischen Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt und nicht das erlernen spezieller Fähigkeiten für den Lohnerwerb.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Bologna-Reform, die damit verbundene Kritik an der Ökonomisierung der Bildung und definiert das Ziel, den Wandel von einer umfassenden Bildung hin zur beruflichen Qualifizierung zu untersuchen.

2. Der Bologna Prozess: Dieses Kapitel stellt die Entstehung, die Hauptziele und die Strukturreformen des Bologna-Prozesses dar, der den europäischen Hochschulraum vereinheitlichen sollte.

3. Das Humboldt’sche Bildungsideal: Es werden die historischen Grundlagen und die Kernkonzepte Humboldts wie das „autonome Individuum“, das „Weltbürgertum“ und die Einheit von Forschung und Lehre erläutert.

4. Ökonomisierung von Bildung: Der Abschnitt beleuchtet den wachsenden Einfluss der Wirtschaft auf Hochschulen, insbesondere durch Drittmittelfinanzierung, Stiftungslehrstühle und die Ausrichtung auf arbeitsmarktrelevante Kompetenzen.

5. Vergleich des Diplom und Magister mit dem Bachelor-/Mastersystem: Hier erfolgt eine Gegenüberstellung der alten Abschlussstrukturen und des neuen, modularisierten Systems im Hinblick auf ihre Kompatibilität mit dem Humboldt’schen Bildungsideal.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die kritisch betrachtete Entwicklung einer fortschreitenden Ökonomisierung gegenüber dem ursprünglichen Bildungsauftrag der Universität.

Schlüsselwörter

Bologna-Prozess, Humboldt’sches Bildungsideal, Ökonomisierung, Hochschulreform, Bachelor, Master, Drittmittel, Wissenschaftsfreiheit, Kompetenzerwerb, universitäre Berufsausbildung, Studiensystem, Bildungsreform, autonome Individuum, Weltbürgertum, Qualitätssicherung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Bologna-Prozesses und der damit verbundenen Ökonomisierung auf das deutsche Hochschulwesen, insbesondere im Hinblick auf das traditionelle Humboldt’sche Bildungsideal.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Humboldt’schen Ideale, die Strukturveränderungen durch das Bachelor- und Master-System sowie der zunehmende Einfluss privater Geldgeber und wirtschaftlicher Interessen auf die universitäre Lehre und Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine tatsächliche Abkehr vom Humboldt’schen Ideal zugunsten einer ökonomisierten „universitären Berufsausbildung“ in der aktuellen Hochschullandschaft stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse, indem sie die Ziele und Strukturen der alten Abschlussformen (Diplom/Magister) mit denen des aktuellen Bachelor/Master-Systems gegenüberstellt und durch Literaturkritik ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der Begriff der Ökonomisierung, die Rolle von Drittmitteln, die Modularisierung des Studiums sowie die Auswirkungen dieser neuen Strukturen auf die Freiheit und Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Forschung diskutiert.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Wichtige Begriffe sind Bologna-Reform, Humboldt’sches Bildungsideal, Ökonomisierung, Drittmittelfinanzierung, universitäre Bildung und Verschulung des Studiums.

Wie verändert sich laut Autor das Studium durch die Bologna-Reform?

Das Studium wird stärker „verschult“, da durch die Modularisierung und kleinteilige Prüfungen der Freiraum für individuelle, tiefgreifende wissenschaftliche Auseinandersetzung zugunsten eines zeitlich begrenzten Kompetenzerwerbs verloren geht.

Welche Rolle spielen Drittmittel laut der Arbeit für das Humboldt’sche Ideal?

Drittmittel gefährden laut der Arbeit die Unabhängigkeit der Forschung, da sich Universitäten zunehmend an den Interessen der Geldgeber ausrichten, was im Widerspruch zur Humboldt’schen Forderung nach einer zweckfreien, freien Wissenschaft steht.

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Details

Title
Ökonomisierung der Hochschulbildung. Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideal
College
University of Göttingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die Politikwissenschaft Seminar: Bildungspolitik in Deutschland
Grade
1,0
Author
Michael Khan (Author)
Publication Year
2014
Pages
14
Catalog Number
V465878
ISBN (eBook)
9783668941038
ISBN (Book)
9783668941045
Language
German
Tags
Ökonomisierung Bildung Hochschulbildung Humboldt Ökonomisierung von Bildung Ökonomisierung von Hochschulbildung Bologna Bologna Prozess Verschulung Ökonomisierung der Lehre Ökonomisierung der Forschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Khan (Author), 2014, Ökonomisierung der Hochschulbildung. Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465878
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