Im Rahmen dieser Arbeit sollen die Dänische Volkspartei und die Fortschrittspartei aus Norwegen näher betrachtet werden. Es wird die Frage gestellt, ob die rechtspopulistischen Parteien im Establishment angekommen sind. Dafür sollen diese zunächst jeweils einzeln, auf Grundlage vorliegender Literatur, analysiert werden. Dabei soll auf die Geschichte, die Kernforderungen sowie den Einfluss der Parteien auf das politische System eingegangen werden. In einem weiteren Schritt sollen dann Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen der Dänischen Volkspartei und der Fortschrittspartei heraus gearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Dänische Volkspartei
2.1 Die Geschichte der Dänischen Volkspartei
2.2 Kernziele der Dänischen Volkspartei
2.3 Wählerschaft und politischer Einfluss
3. Zwischenfazit
4. Die norwegische Fortschrittspartei
4.1 Die Geschichte der Fortschrittspartei
4.2 Kernziele der Fortschrittspartei
4.3 Die Fortschrittspartei in der Regierung – Vom Protest zum Establishment
5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Dänischen Volkspartei und der Fortschrittspartei
6. Ausblick – Populismus in Europa
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Etablierung rechtspopulistischer Parteien im skandinavischen Raum am Beispiel der Dänischen Volkspartei (DVP) und der norwegischen Fortschrittspartei (FP). Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie diese Parteien trotz ihrer radikalen Wurzeln den Sprung in das politische Establishment geschafft haben und welchen Einfluss sie auf das politische System und den gesellschaftlichen Diskurs ausüben.
- Analyse der historischen Entwicklung beider Parteien
- Untersuchung der ideologischen Kernziele und politischer Programmatiken
- Vergleich der Strategien zur Etablierung im politischen System
- Evaluation des Einflusses auf die Regierungsbildung und Gesetzgebung
Auszug aus dem Buch
2.2 Kernziele der Dänischen Volkspartei
Die Schwerpunkte der Dänischen Volkspartei lassen sich durch Äußerungen der ehemaligen Vorsitzenden und Parteigründerin Pia Kjaersgaard und einem Blick auf das Grundsatz- und Parteiprogramm der DVP gut erkennen.
„Dänemark ist kein Einwanderungsland und ist es nie gewesen. Wir wollen daher keine multiethische Wandlung unseres Landes akzeptieren.“
„[…] Die Dänische Volkspartei [ist] erklärter Gegner der Europäischen Union.“
„[…] Dänemark ist das Land der Dänen. […] wir sind dagegen, anderen Kulturen, welche auf komplett anderen Werten und Normen basieren, Einfluss in Dänemark zu geben. […]“
„[Die Sozialdemokraten werden] angeführt von einer Gruppe akademischer Theoretiker, die nicht verstünden und auch gar nicht versuchen zu verstehen, was die Ängste der einfachen Leute sind.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die politische Landschaft Skandinaviens ein und stellt die Relevanz der rechtspopulistischen Parteien dar, die trotz ihres „Protest“-Charakters zunehmend an Bedeutung gewinnen.
2. Die Dänische Volkspartei: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung der Partei aus der ehemaligen Fortschrittspartei, ihre anti-islamische und einwanderungskritische Programmatik sowie ihren Einfluss als Mehrheitsbeschaffer.
3. Zwischenfazit: Es wird analysiert, wie es der DVP gelungen ist, als radikale Oppositionspartei im etablierten politischen System Dänemarks wahrgenommen zu werden und eigenen Einfluss auszuüben.
4. Die norwegische Fortschrittspartei: Das Kapitel behandelt die Geschichte und die Ziele der norwegischen FP, insbesondere im Kontext ihrer Regierungsbeteiligung ab 2013 und der Ambivalenz zwischen liberalen und rechtspopulistischen Positionen.
5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Dänischen Volkspartei und der Fortschrittspartei: Hier werden die Parallelen in der politischen Entwicklung sowie die Unterschiede in der Rhetorik und der Einstellung gegenüber der EU herausgearbeitet.
6. Ausblick – Populismus in Europa: Der Ausblick diskutiert die europaweite Ausbreitung rechtspopulistischer Tendenzen und warnt vor der Normalisierung dieser Parteien als Teil der politischen Mitte.
Schlüsselwörter
Rechtspopulismus, Dänische Volkspartei, Fortschrittspartei, Skandinavien, Einwanderungspolitik, Wohlfahrtsstaat, Politische Kultur, Rechtsextremismus, Parteienlandschaft, Sozialdemokratie, Islamfeindlichkeit, Etablierung, Regierungsbeteiligung, Europäische Union, Politischer Diskurs
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Etablierung rechtspopulistischer Parteien in Dänemark und Norwegen und untersucht deren Wandlung von einer Protestbewegung zu einem anerkannten Teil des politischen Establishments.
Welche Parteien stehen im Zentrum der Untersuchung?
Fokussiert werden die Dänische Volkspartei (DVP) sowie die norwegische Fortschrittspartei (FP).
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob diese Parteien trotz ihrer radikalen Anfänge mittlerweile fest im politischen System Dänemarks und Norwegens integriert sind.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der Geschichte, Kernforderungen und der politische Einfluss beider Parteien detailliert gegenübergestellt werden.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Neben der historischen Genese der Parteien werden deren rhetorische Strategien, der Umgang mit kontroversen Themen wie Migration und Islam sowie die Auswirkungen ihrer Regierungsbeteiligungen behandelt.
Welche Keywords definieren diese Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Rechtspopulismus, nationale Identität, Wohlfahrtschauvinismus, politische Etablierung und die Transformation des Parteiensystems.
Wie reagierten die etablierten Parteien auf den Aufstieg der DVP?
Die DVP konnte durch ihre Rolle als Mehrheitsbeschaffer für Minderheitsregierungen etablierte Parteien zur Übernahme ihrer Forderungen in der Einwanderungs- und Sozialpolitik zwingen.
Welchen Einfluss hatte das Breivik-Attentat auf die norwegische Fortschrittspartei?
Die Partei erlebte zunächst einen massiven Vertrauensverlust, konnte sich jedoch durch eine gemäßigtere Rhetorik und eine Rückbesinnung auf Kernkompetenzen politisch erholen und schließlich in eine Koalitionsregierung eintreten.
Inwiefern unterscheiden sich DVP und FP in ihrer Haltung zur EU?
Während die DVP die EU als zentralen Gegner und Bedrohung der Souveränität ablehnt, spielt dieses Thema bei der norwegischen FP eine untergeordnete Rolle, da Norwegen kein EU-Mitglied ist.
- Arbeit zitieren
- Michael Khan (Autor:in), 2015, Etablierung rechtspopulistischer Parteien in Dänemark und Norwegen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465891