Die nachfolgende Arbeit befasst sich mit den Folgen und Auswirkungen von Immobilienpreisblasen für Wachstum und Beschäftigung der Gesamtwirtschaft.
Einleitend erfolgt eine Begriffscharakterisierung und theoretische Definition der wirkenden Mechanismen bei einer irregulären Preissteigerung am Immobilienmarkt bedingt durch Spekulation.
Folgend werden pluralistische Auswirkungen in ökonomischer und soziokultureller Wirksphäre mit Hilfe von zwei Beispielen angeführt. Zum einen wird die fiskalinduzierte Immobilienblase in Japan 1980 dargestellt, und zum anderen wird auf die amerikanischen Subprimeblase von 2007 Bezug genommen.
Letzteres erfolgt resümierend, so wird die Reichweite von Immobilienpreisblasen am Beispiel der resultierten Zahlungsbilanzkrise der Europäischen Union charakterisiert und ein Ausblick auf die Interdependenz im globalen Wirtschaftsgefüge gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Immobilienpreisblasen - Folgen für Wachstum und Beschäftigung
2. Theoretischen Einordnung der wirkenden Mechanismen
3. Auswirkungen von Immobilienpreisblasen am Beispiel von Japan
4. Auswirkungen der amerikanischen Subprimeblase und Wirkssphären in der Europäischen Union
5. Resümee und potentielle Interdependenz spekulativer Entwicklungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Immobilienpreisblasen auf das Wirtschaftswachstum sowie die Beschäftigungsentwicklung und analysiert die dabei wirkenden Mechanismen der Spekulation. Ziel ist es, durch eine theoretische Fundierung und die historische Betrachtung zweier Krisenszenarien aufzuzeigen, wie spekulative Überhitzungen an Immobilienmärkten globale wirtschaftliche Instabilitäten und soziale Folgeerscheinungen auslösen.
- Mechanismen der Entstehung von Spekulationsblasen
- Die fiskalinduzierte Immobilienblase in Japan der 1980er Jahre
- Die amerikanische Subprime-Krise von 2007 und ihre europäische Transmission
- Gesellschaftliche Folgen durch die Entkoppelung von Einkommens- und Immobilienpreisen
- Globale Interdependenzen und regulatorische Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
2. Theoretischen Einordnung der wirkenden Mechanismen
Immobilienpreisblasen sind Spekulationsblasen, in erster Linie liegt in diesem Fall makroökonomisch eine Marktsituation vor, im Rahmen derer die Preise in keiner Relation zu dem intrinsischen Wert von Handelsgüter (zum Beispiel Rohstoffe oder Lebensmittel) und/ oder Vermögensgegenständen (Immobilien und Wertpapiere) stehen. Intrinsisch ist ein Wert, der in diesem Kontext durch empirische Analysen erhoben wird, er kann sich von dem Marktwert zu dem ein Wirtschaftssubjekt gehandelt wird, unterscheiden.
Der Marktwert beeinflusst Investitionsentscheidungen der Marktakteure, zudem hat er direkte Auswirkungen auf die Kapitalkosten der Unternehmen. Extreme Preiswirkungen, wie sie bei „bubble-and-crash patterns“ auf den Finanzmärkten und in einer Blasenwirtschaft zu beobachten sind, affektieren die Gesamtwirtschaft negativ (spillover effect).
Der Preis eines Vermögensgegenstandes entspricht seinem Barwert bei zukünftig erwarteten Zahlungsströmen. Spekulationsblasen weisen auf fehlende Markteffizienz hin, in einem ausgeglichenen Markt ändern sich Preise durch veränderte Annahmen bezüglich der prognostizierten Investitionen, diese gründen sich auf Informationen. Irrationales Handeln der Marktteilnehmer, selbstwertdienlicher Verzerrung und die Institutionalisierung von Normen, indem Akteure sich an den Handlungsweisen der Umwelt orientieren und folgen diesen nach, werden als Ursachen für Spekulationsblasen angeführt. Mangelnde Verrechtlichung und unreguliertes Schattenbankentum spielen ebenso eine große Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Immobilienpreisblasen - Folgen für Wachstum und Beschäftigung: Einführung in die Thematik der Immobilienpreisblasen und ihre Relevanz für Wachstums- und Beschäftigungsfaktoren durch historische Fallbeispiele.
2. Theoretischen Einordnung der wirkenden Mechanismen: Erläuterung der ökonomischen Definition von Spekulationsblasen, der Rolle von Marktwerten und der Ursachen für Preisdiskrepanzen am Immobilienmarkt.
3. Auswirkungen von Immobilienpreisblasen am Beispiel von Japan: Analyse der japanischen Land- und Immobilienblase der 1980er Jahre sowie deren sozioökonomische Konsequenzen für die Stadtentwicklung und Gesellschaft.
4. Auswirkungen der amerikanischen Subprimeblase und Wirkssphären in der Europäischen Union: Darstellung des Transmissionsmechanismus der US-Subprimekrise auf den europäischen Finanzmarkt und die daraus resultierende Zahlungsbilanzkrise.
5. Resümee und potentielle Interdependenz spekulativer Entwicklungen: Zusammenfassende Betrachtung der globalen Verflechtungen spekulativer Krisen und Diskussion politischer Lösungsansätze für ein vernetztes Bankensystem.
Schlüsselwörter
Immobilienpreisblasen, Spekulationsblasen, Wirtschaftswachstum, Beschäftigung, Marktwert, Subprimekrise, Japan, Finanzmarktkrise, Schattenbanken, Zahlungsbilanzkrise, Globalisierung, Leverage-Effekt, Immobilienmarkt, Rezession, Derivate
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Folgen von Immobilienpreisblasen auf Wachstum und Beschäftigung in einer Volkswirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die Mechanismen der Spekulation, die Auswirkungen von Überbewertungen auf Immobilienmärkten sowie die internationale Transmission dieser Krisen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise von spekulativen Preissteigerungen am Immobilienmarkt theoretisch zu definieren und anhand konkreter Krisen zu illustrieren, wie diese die Gesamtwirtschaft belasten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung sowie eine komparative Analyse historischer Fallbeispiele (Japan 1980er und USA/EU ab 2007).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Preisbildung vor allem die spezifischen Krisenverläufe in Japan und der EU sowie deren soziale Auswirkungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Immobilienpreisblasen, Spekulation, Finanzmarktkrise, makroökonomische Spillover-Effekte und Globalisierung der Finanzmärkte.
Wie beeinflusste die japanische Spekulationsblase die soziale Struktur in Tokio?
Durch stark steigende Immobilienpreise und Mieten wurden einkommensschwache Haushalte in suburbane Randgebiete verdrängt, was die soziale Schere in der Stadt deutlich verschärfte.
Warum fungierte die EZB als kritischer Faktor in der europäischen Krise?
Die EZB versorgte Banken mit sehr günstigem Kapital, was zwar zur Stabilisierung dienen sollte, aber gleichzeitig neue Spekulationsmöglichkeiten mit nicht regulierten Derivaten befeuerte.
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- Ines Prause (Author), 2016, Immobilienpreisblasen und ihre ökonomischen Folgen für Wachstum und Beschäftigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465927