Das Thema der Unterrichtsstunde des Entwurfes ist "Zuhause kann überall sein – Gestaltung eines Stoffquadrates für eine Patchwork-Decke" und richtet sich an Grundschüler der dritten Klasse.
Das Richtlernziel der Unterrichtsstunde ist, dass die Schüler die kulturellen Leistungen in unserer und anderen Kulturen wertschätzen. Des Weiteren sollen sie lernen, ihr eigenschöpferisches Tun zu nutzen, um ihre Lebenswelt mitzugestalten. Das geplante Grobziel dieser Stunde ist das Kennen und Anwenden textiler Techniken (Annähen und Sticken), mithilfe dieser die Schüler die Gestaltung des Stoffquadrates planen können. Zusätzlich werden feinmotorische Fähigkeiten gezielt gefördert. Als Feinlernziel dieser Unterrichtseinheit kann das Tolerieren anderer Werthaltungen, Einstellungen und Interessen angesehen werden. Gleichzeitig werden die Schüler aufmerksamer gegenüber anderen Kulturen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
2. Lernausgangslage
3. Sachanalyse
4. Didaktische Begründungen
5. Methodische Begründungen
6. Verlaufsskizze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit beschreibt einen Unterrichtsentwurf für das Fach Textillehre zum Thema "Patchwork als Möglichkeit zum biografischen Lernen". Das primäre Ziel ist es, durch die kreative Gestaltung eines individuellen Stoffquadrates, welches sich an persönlichen Erinnerungen orientiert, einen interkulturellen und biografischen Lernprozess bei den Schülern anzustoßen und die Fertigkeiten im Bereich textiler Techniken zu vertiefen.
- Integration von Patchwork als biografische und subjektorientierte Lernmethode
- Förderung interkultureller Kompetenz durch die Auseinandersetzung mit dem Bilderbuch "Zuhause kann überall sein"
- Kreative Gestaltung individueller Stoffquadrate zur gemeinsamen Erinnerungsdecke
- Förderung feinmotorischer Fähigkeiten durch textile Techniken wie Annähen und Sticken
- Stärkung des Gruppengefühls und der sozialen Interaktion innerhalb der Klassengemeinschaft
Auszug aus dem Buch
3. Sachanalyse
Die Technik „Patchwork“ kann in das Konzept des „biografischen Arbeitens“ integriert werden, wodurch diese Technik als subjektorientiert bezeichnet werden kann. Das Subjekt, also die SuS und ihre Vergangenheit inklusive aller Erinnerungen und Gedanken, werden also zum wichtigsten Teil des Unterrichts. Als biografisches Material lässt sich Zurückliegendes oder Vergangenes, welches mittels der Erinnerungsfähigkeit in die Gegenwart transportiert wird, benennen. Im Unterricht wird also biografisches Material zur Rekonstruktion der Geschichte genutzt. Anders formuliert, sollen die SuS in der Unterrichtsstunde die Möglichkeit erhalten, Bezug auf die eigene und fremde Biografie zu nehmen.
Aus der Übersetzung der Komposition „Patchwork“ lässt sich herleiten, was die textile Technik des Patchworks ausmacht. Frei übersetzt bedeutet „Patch“ (engl.) „Flicken“. Bei dieser Technik wird aus vielen einzelnen Flicken bzw. Stofffetzen, eine neue textile Fläche hergestellt.
Das älteste Patchwork stammt aus Ägypten und wurde vor ca. 1000 Jahren aus Gazellenhaut gefertigt. Das Patchwork hatte in Ägypten neben dem ästhetischen auch einen symbolischen Charakter. So wurden Farben verwendet, die Unheil abwenden oder Fruchtbarkeit bringen sollen. Im Verlauf der Geschichte gelangte die textile Technik „Patchwork“ durch die Schifffahrt und die Kreuzritter nach Europa. Im europäischen Raum hat sich das Patchwork durch die Vielzahl an praktischen Eigenschaften rasch verbreitet und wurde so zu einer etablierten textilen Technik. In England entwickelte sich zur gleichen Zeit eine besondere Form des Patchworks: der „Quilt“. Dieser ist eine Steppdecke, welche aus drei unterschiedlichen Stofflagen hergestellt wird. Die erste Stofflage, auch als Oberseite bezeichnet, besteht aus unterschiedlichen Stoffen, die zu den typischen Mustern eines Quilts zusammengenäht werden. Die zweite Lage besteht aus einem wärmenden Stoff und besitzt somit eine gewisse Schutzfunktion. Für die Rückseite, gleichzeitig auch die dritte Stofflage, wird meist ein einfarbiger Stoff, passend zur Oberseite, verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel skizziert den zeitlichen und inhaltlichen Rahmen der Unterrichtseinheit, die aus drei Einheiten zum Thema Patchwork besteht.
2. Lernausgangslage: Hier wird der aktuelle Wissensstand, die soziale Zusammensetzung und die psychomotorische Entwicklung der Schüler sowie die räumlichen Rahmenbedingungen detailliert dargestellt.
3. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des biografischen Arbeitens im Textilunterricht und liefert eine historische sowie fachliche Einordnung der Patchwork-Technik und des Quilts.
4. Didaktische Begründungen: Hier werden die angestrebten Kompetenzen (Sach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz) sowie der interkulturelle Bildungsauftrag der Unterrichtsstunde dargelegt.
5. Methodische Begründungen: Dieses Kapitel beschreibt den methodischen Aufbau der Stunde, angefangen beim Einstieg über die Arbeitsphase bis hin zur Reflexion im Kinokreis.
6. Verlaufsskizze: Diese tabellarische Übersicht stellt den zeitlichen Ablauf der Unterrichtsstunde inklusive Interaktionen, Sozialformen und Medieneinsatz dar.
Schlüsselwörter
Textillehre, Patchwork, Biografisches Lernen, Grundschule, Interkulturalität, Erinnerungsdecke, Quilt, Stoffgestaltung, Unterrichtsentwurf, textile Technik, Subjektorientierung, Identitätsentwicklung, Gemeinschaftsprojekt, Sticken, Annähen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für das Fach Textillehre in der dritten Grundschulklasse vor, in dessen Zentrum die Erstellung einer Patchwork-Decke steht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind das biografische Lernen, die Vermittlung textiler Basistechniken sowie die Förderung interkultureller Kompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen durch die Gestaltung eines individuellen Stoffquadrates ihre eigene Lebensgeschichte und Erinnerungen ausdrücken, um diese schließlich in einer gemeinschaftlichen Patchwork-Decke zu vereinen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt den biografischen Ansatz nach Iris Kohlhoff-Kahl und Marianne Herzog, um das textile Werkstück als materialisierte Erinnerung und Kommunikationsmedium zu begreifen.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte deckt der Hauptteil ab?
Der Hauptteil befasst sich mit der Lernausgangslage der Klasse, der fachwissenschaftlichen Einordnung des Patchworks sowie der didaktisch-methodischen Planung des Unterrichtsverlaufs.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Konzept?
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Biografisches Lernen", "Rastertechnik", "Interkulturalität" und "Gemeinschaftsprojekt".
Warum wird das Buch "Zuhause kann überall sein" im Unterricht eingesetzt?
Das Buch dient als motivierender Einstieg, um kulturelle Zugänge zu schaffen, Identifikationsmöglichkeiten durch die Protagonistin zu bieten und Empathie gegenüber anderen Kulturen zu fördern.
Wie werden Schüler mit Deutsch als Zweitsprache unterstützt?
Die Lehrkraft nutzt Vokabelkarten und eine einfache, transparente Kommunikation sowie mehrsprachige Wortvorlagen, um den Wortschatz der Schüler gezielt zu erweitern und Sprachbarrieren abzubauen.
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- Julia Kruck (Author), 2018, Patchwork. Eine textile Technik und Möglichkeit zum Biografischen Lernen (3. Klasse Textilunterricht), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465965