Zunächst versucht diese Arbeit einige Definitionsansätze zum Begriff "Ritual" zu erläutern, bevor es konkreter an die einzelnen Funktionen von Ritualen geht. Darauffolgend wird das Ritual des Morgenkreises aus der Schulpädagogik etwas genauer charakterisiert, sodass anschließend daran Anwendungsbeispiele des Morgenkreises in den Fächern Deutsch und Deutsch als Zweitsprache erläutert und auf ihre Funktion und den pädagogischen Hintergrund untersucht werden können.
Spricht man von Ritualen wird häufig als aller erstes an spirituelle oder religiöse Rituale gedacht. Jedoch lassen sich heutzutage immer mehr Rituale auch in einem schulischen Kontext beziehungsweise explizit in der Schulpädagogik wiederfinden, sodass sich ein gewisser anerkannter Stellenwert von Ritualen in der Schulpädagogik entwickelt hat.
Eine große Frage, die sich die Wissenschaftler und Pädagogen in der heutigen Zeit stellen, ist die nachdem pädagogischen Nutzen von Ritualen in der (Grund-)Schule. Der Einsatz von Ritualen und die Auswahl dieser kann auf unterschiedlichste Art und Weisen bekräftigt und begründet werden, was jedoch zu einer Vielfalt an verschiedenen didaktischen Ansätzen geführt hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionsansätze zum Begriff „Ritual“
3. Funktionen von Ritualen in der Schulpädagogik
4. Morgenkreis als ritualisierter Einstieg
5. Morgenkreis im Deutschunterricht & Deutsch als Zweitsprache - Unterricht
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Bedeutung und die praktischen Einsatzmöglichkeiten des Morgenkreises als strukturbildendes Ritual im Grundschulalltag, insbesondere unter Berücksichtigung seiner Funktionen für die soziale Integration und die Lernatmosphäre.
- Grundlagen und theoretische Einordnung von Ritualen in der Schule
- Die verschiedenen Funktionen von Ritualen nach Kaiser
- Der Morgenkreis als spezifisches Instrument zur Unterrichtsstrukturierung
- Einsatzmöglichkeiten im Fach Deutsch und im Bereich Deutsch als Zweitsprache
- Reflexion über Nutzen, Herausforderungen und notwendige Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
4. Morgenkreis als ritualisierter Einstieg
Der Morgenkreis ist ein Ritual von vielen, welches sich inzwischen flächendeckend an vielen Grundschulen etabliert hat (vgl. Peterßen 1999, S.208). Fast 90 Prozent der Grundschullehrkräfte nutzen Kreisgespräche, worunter auch der (Montag-)-Morgenkreis fällt. 40 Prozent der Grundschullehrkräfte nutzen Kreisgespräche, bzw. einen Morgenkreis täglich. Hierbei umfasst die Zeitspanne dieses Rituals die gesamte Grundschulzeit, d.h. vom Anfangsunterricht bis zum Ende der vierten Klasse (vgl. Heinzel 2003, S. 108).
Der ritualisierte Morgenkreis stellt „eine Form gemeinschaftlicher Besinnung zum Beginn einer Schulwoche oder eines Schultages“ (Peterßen 1999, S.208) dar. Bereits Maria Montessori (*1870 – †1952), eine der wichtigsten Reformpädagoginnen, erkannte die Bedeutung von Stilleübungen und gemeinsamen Sitzkreisen (vgl. Peterßen 1999, S. 208).
Thies und Röhner beschreiben den Morgenkreis als „Element der Grundschulreform eine dialogische, offene Form des Unterrichts [ermöglicht]. Intendiert ist eine Offenheit für Lebensäußerungen der Kinder. Der Morgenkreis gibt curricular die Möglichkeit, Erzählthemen selbst zu wählen und die eigene Person zum Thema zu erheben“ (Thies/Röhner 2000, S. 179 zit. n. Kaiser 2007, S. 62f). Peterßen sieht im Morgenkreis hingegen eher eine Sammlungs- und Übergangsfunktion, in dem „eine gemeinsame Zeit der Stille und Konzentration geschaffen [wird], die den Übergang von der Freizeit zum Schulalltag gestaltet“ (Peterßen 1999, S. 209 zit. n. Kaiser 2007, S. 63).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Ritualen im schulischen Kontext ein und erläutert den Fokus auf kleine Übergänge in der Grundschule sowie das Ziel der Arbeit.
2. Definitionsansätze zum Begriff „Ritual“: Dieses Kapitel betrachtet unterschiedliche wissenschaftliche Definitionen von Ritualen und deren spezifische Bedeutung innerhalb der Schulpädagogik.
3. Funktionen von Ritualen in der Schulpädagogik: Hier werden die von Kaiser definierten fünf Dimensionen (sprachlich, emotional, kognitiv, sozial, motorisch) sowie allgemeine pädagogische Funktionen beleuchtet.
4. Morgenkreis als ritualisierter Einstieg: Das Kapitel analysiert den Morgenkreis als weit verbreitetes Instrument zur Strukturierung des Schultages und zur Förderung der Klassengemeinschaft.
5. Morgenkreis im Deutschunterricht & Deutsch als Zweitsprache - Unterricht: Hier werden konkrete Anwendungsbeispiele für den Morgenkreis im Deutschunterricht und im DaZ-Kontext vorgestellt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Vor- und Nachteile des Morgenkreises zusammen und betont die Notwendigkeit einer reflektierten Anwendung durch die Lehrkraft.
Schlüsselwörter
Rituale, Morgenkreis, Grundschule, Schulpädagogik, Transitionen, Unterrichtseinstieg, Klassengemeinschaft, Deutschunterricht, DaZ, Lernatmosphäre, Strukturierung, Partizipation, Sozialform, Sozialisation, ganzheitliche Erziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Ritualen im Grundschulunterricht, wobei der Fokus insbesondere auf dem Morgenkreis liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Ritualen, deren pädagogische Funktionen sowie praktische Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den pädagogischen Nutzen von Ritualen zu erörtern und aufzuzeigen, wie der Morgenkreis zur Strukturierung und zur Förderung der Klassengemeinschaft beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse verschiedener schulpädagogischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Ritualen, die Darstellung ihrer Funktionen nach Kaiser sowie die konkrete Anwendung im Fach Deutsch und DaZ.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Rituale, Morgenkreis, Grundschule, Klassengemeinschaft, Unterrichtsstruktur und ganzheitliche Erziehung.
Warum wird der Morgenkreis besonders für DaZ-Gruppen empfohlen?
Der Morgenkreis bietet DaZ-Lernenden Sicherheit durch wiederkehrende Abläufe und fördert zudem den Erwerb grundlegender kommunikativer Kompetenzen.
Wie begegnet die Autorin der Kritik, dass Rituale "sinnlose Zeitverschwendung" seien?
Sie betont, dass der Nutzen maßgeblich von der pädagogischen Intention und Reflexion der Lehrkraft abhängt und gut gestaltete Rituale den Unterrichtsverlauf eher erleichtern als hemmen.
- Arbeit zitieren
- Julia Kruck (Autor:in), 2019, Übergänge gestalten und Rituale im Grundschulunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465967