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Die Entwicklung des Löwen als okzidentales Herrschersymbol im Früh- und Hochmittelalter

Titel: Die Entwicklung des Löwen als okzidentales Herrschersymbol im Früh- und Hochmittelalter

Hausarbeit , 2016 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Luisina Nunez (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Heute gilt der Löwe für den Menschen als der unumstrittene König der Tiere und als eine gängige Herrschermetapher. Diese tief in unser Gesellschaft verankerte Tiersymbolik ist in der westlichen Kultur allgegenwärtig: In Kunst, Literatur und Film steht der Löwe stets für Kühnheit, Macht, aber auch Edelmut und Gerechtigkeit. In Jugendliteratur wie „Harry Potter“ ist der Löwe das Wappentier des Hauses Gryffindors, welches Mut und ein edles Herz repräsentiert. So ist diese Eigenschaft auch in dem Epitheton Löwenherz zu sehen. Doch wie lange genau gibt es diese Vorstellung der herrscherlichen Löwensymbolik in Westeuropa schon und welche anderen Interpretationen dieses Tieres gab es? Wie drückte der mittelalterliche Mensch aus, was er bezüglich der Herrscher-Löwen-Metapher dachte?

In dieser Arbeit liegt bewusst ein Augenmerk auf der Frage, inwiefern sich der Löwe als Symbol für den Herrscher im löwenfernen westlichen Europa entwickelte. Dabei wird besonders das Früh- und Hochmittelalter untersucht. Vorerst wird auf die herrscherliche Löwensymbolik in der Antike und deren Einfluss auf das Mittelalter eingegangen. Anschließend wird die transzendente Deutung des Löwensymbols, basierend auf Quellen der Theologie, der Hagiographie und auf Grundlage der Bestiarien analysiert. Darüber hinaus wird die Fragestellung berücksichtigt, inwiefern sich der Löwe in Konkurrenz zum Bären symbolisch durchsetzte. Unter dem größeren Unterpunkt des Hochmittelalters als dem „Zeitalter des Löwen“ wird zunächst auf den Übergang von frühem zu hohem Mittelalter und die Entwicklung des Löwen hin zu einem moralisch unterfütterten Sinnbild des irdischen Herrschers eingegangen. Anschließend wird das Auftreten des neuen Sinnbilds in den verschiedensten Repräsentationsformen der neuen höfischen Kultur untersucht und dabei in einem gesonderten Punkt besonders auf die Heraldik eingegangen. Im Laufe dieser Hausarbeit wird es das Ziel sein, die Leitfrage zu beantworten, weshalb sich der Löwe zum Hochmittelalter hin im Abendland zu einem so populären Symbol für einen irdischen Herrscher entwickelte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Einfluss der Löwensymbolik in der Antike

2. Der Löwe als ambivalentes christliches Symbol

2.1 Theologie und Hagiographie

2.2 Die heilgeschichtliche Deutung des Löwen in Bestiarien

2.3 Der Löwe als König der Tiere - das Erbe des Bären ?

3. Le lion es partout - das Hochmittelalter als Zeitalter des Löwen

3.1 Der Übergang vom Früh- zum Hochmittelalter

3.2 Der Löwe als moralisches Sinnbild für den irdischen Herrscher

3.3 Auftreten und Deutung des Löwen in den Repräsentationsformen höfischer Kultur

3.4 Der Löwe als neues heraldisches Hauptmotiv und die Veränderung des Löwen in der Tiersymbolik

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung des Löwen von einem ambivalenten christlichen Symbol zu einer populären Herrschermetapher im abendländischen Hochmittelalter. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche kulturellen, religiösen und herrschaftspolitischen Faktoren diesen Wandel begünstigten und warum sich der Löwe in dieser Epoche als Sinnbild des irdischen Herrschers durchsetzte.

  • Wandel der Löwensymbolik von der Antike bis zum Hochmittelalter
  • Die Konkurrenz zwischen Löwe und Bär in der Tiersymbolik
  • Moralische Deutung des Löwen als Vorbild für weltliche Herrscher
  • Einfluss der höfischen Kultur und der Entstehung der Heraldik
  • Der Löwe als Spiegel ritterlicher Tugenden und herrschaftlicher Identität

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Löwe als moralisches Sinnbild für den irdischen Herrscher

Eine sehr bedeutende Entwicklung des Hochmittelalters war die des Löwen hin zum moralisch unterfütterten Sinnbild des weltlichen Herrschers. Grundsätzlich stand der Löwe ohnehin für alles, das mit Kraft, Gewalt, Kühnheit, Macht und Furchterregung zu tun hatte. Zusätzlich zu solchen Eigenschaften, die dem Löwen ohnehin während des gesamten Mittelalters zugeschrieben wurden, kamen nun positive moralische Tugenden, die auch für einen weltlichen Herrscher als erstrebenswert erachtet wurden, hinzu. Spezieller umschriebene Eigenschaften des Tieres waren in den Naturkunden zu finden, in denen die natures und die Eigenschaften Ergebnisse göttlichen Wollens waren.

So war der Löwe nach Vinzenz von Beauvais audax, fortis, largus, nobilis und magnanimus oder superbus, ferox und fortissimus laut Pseudo-Ambrosius. Des Weiteren wurden ihm Eigenschaften wie clementia, generositas und misericordia wiederholt in Naturkunden nachgesagt. Hier sind zwar schon einige moralisch vorbildliche Eigenschaften genannt, doch auf den Herrscher projiziert wurden diese Eigenschaften tatsächlich erst im Hochmittelalter. Der Löwe galt demnach als kühn, stark, großzügig, edel, stolz, unerschrocken, sanftmütig und barmherzig.

Als eine weitere und im Hochmittelalter als die für den Herrscher edelste Eigenschaft galt die maßvolle Gerechtigkeit: Der Löwe strafe den Hochmütigen, verschone aber den Demütigen. Dies tauchte erstmals in dem pseudo-ovidischen Werk „de mirabilibus Mundi“ des Abts Theodorich von Saint-Trond auf: „Der Zorn des edlen Löwen weiss sich des Unterworfenen zu erbarmen. Du und jeglicher Herrscher in der Welt handle ebenso“. Diese Gerechtigkeit und Barmherzigkeit entwickelte und verbreitete sich im Hochmittelalter als moralische Verpflichtung eines Herrschers.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die zeitlose Bedeutung des Löwen als König der Tiere und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage zur Entwicklung der Herrschersymbolik.

1. Der Einfluss der Löwensymbolik in der Antike: Analyse der antiken Wurzeln der Löwenmetaphorik im Orient, in Ägypten sowie der griechisch-römischen Antike und deren Rezeption.

2. Der Löwe als ambivalentes christliches Symbol: Untersuchung der theologischen und hagiographischen Deutung des Löwen sowie der Rolle von Bestiarien bei der Konstruktion von christlichen Tugenden.

3. Le lion es partout - das Hochmittelalter als Zeitalter des Löwen: Darstellung der Transformation des Löwen zum moralischen Vorbild des Herrschers und dessen Etablierung in höfischer Kultur und Heraldik.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Faktoren, die zur Etablierung und späteren Inflationierung des Löwensymbols als Herrschaftsmerkmal geführt haben.

Schlüsselwörter

Löwensymbolik, Mittelalter, Herrschermetapher, Bestiarien, Heraldik, Hochmittelalter, Christliche Exegese, Rittertum, König der Tiere, Bärenkult, Tugenden, Herrschaftsideologie, Repräsentation, Anthropozoologie, Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich das Symbol des Löwen vom antiken Erbe bis zum Hochmittelalter wandelte und zu einer zentralen Metapher für herrscherliche Macht und Tugend im Abendland wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die transzendente (christliche) Deutung, die literarische und künstlerische Rezeption, die Entwicklung der Heraldik sowie die moralische Übertragung löwenhafter Eigenschaften auf den irdischen Herrscher.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, warum sich der Löwe im Hochmittelalter zu einem der populärsten und legitimsten Symbole für einen irdischen Herrscher entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturhistorische Analyse unter Einbeziehung von Quellengattungen wie Theologie, Hagiographie, Bestiarien, höfischer Literatur und heraldischen Zeugnissen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die religiöse Deutung des Löwen, den Übergang zum Hochmittelalter als „Zeitalter des Löwen“, die Ausprägung des Löwen als moralisches Sinnbild und dessen Integration in die höfische Kultur und Heraldik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Löwensymbolik, Hochmittelalter, Herrschermetapher, Heraldik und Bestiarien charakterisiert.

Welche Rolle spielte der Bär als "Konkurrent" des Löwen?

Während des Frühmittelalters galt der Bär in Nord- und Westeuropa als das traditionelle königliche Tier; erst durch die gezielte Entmachtung des Bären durch die Kirche und die zunehmende Etablierung des Löwen als biblisch legitimiertes Tier konnte dieser den symbolischen Thron übernehmen.

Was bedeutet die "Feudalisierung" des Löwensymbols?

Mit der Feudalisierung ist gemeint, dass der Löwe zwischen dem zwölften und vierzehnten Jahrhundert seine Exklusivität als Herrschersymbol verlor, da sich nun auch nicht-königliche Adlige und ritterliche Kämpfer als „Löwen“ inszenieren konnten.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Entwicklung des Löwen als okzidentales Herrschersymbol im Früh- und Hochmittelalter
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Luisina Nunez (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V466004
ISBN (eBook)
9783668924345
ISBN (Buch)
9783668924352
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung löwen herrschersymbol früh- hochmittelalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luisina Nunez (Autor:in), 2016, Die Entwicklung des Löwen als okzidentales Herrschersymbol im Früh- und Hochmittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/466004
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Leseprobe aus  15  Seiten
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