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Corporate Social Responsibility und Lobbyismus. Unvereinbarer Gegensatz oder natürliche Verbündete?

Erstellung eines Modells für Responsible Lobbying

Titel: Corporate Social Responsibility und Lobbyismus. Unvereinbarer Gegensatz oder natürliche Verbündete?

Bachelorarbeit , 2019 , 167 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Renner (Autor:in)

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verbindung von Corporate Social Responsibility und Lobbying ist ein lange vernachlässigter Forschungsbereich, auch wenn beide für die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens und seine Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sein können. Während verantwortungsbewusste Unternehmen politisch und sozial gefördert und geehrt werden, wird Lobbyismus oft negativ und als demokratiegefährdend gesehen.

Diese Arbeit trägt zur Synthese beider Themen bei. Zu diesem Zweck wurden vier Modelle für verantwortungsvolles Lobbying entwickelt, die auf Corporate Social Responsibility Modellen von Friedman, Carroll, Schwartz und Carroll basieren. In fünf semi-strukturierten explorativen Interviews wurden diese vier Modelle zusammen mit Bauers multidimensionalem Modell für verantwortungsvolles Lobbying bewertet. Die beruflichen Hintergründe der Befragten waren unterschiedlich, um eine Verengung der Perspektive zu minimieren.

Unternehmen sollten verantwortungsbewusstes Lobbying betreiben, da sich Lobbyarbeit nachweislich positiv auf die Unternehmensleistung auswirkt und unternehmerische Verantwortung sowohl von Verbrauchern als auch von der Politik gewünscht wird. Letztere sollten dem Wunsch von Experten und Wählern nach mehr Transparenz in Form neuer Regeln entsprechen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Relevanz der Thematik

1.2 Terminologie

1.2.1 Ethik und Moral

1.2.2 Abgrenzung von Corporate Social Responsibility zu verwandten Begriffen

1.2.3 Abgrenzung des Begriffs Lobbyismus gegenüber verwandten Begriffen

1.2.4 Responsible Lobbying

2 Literaturanalyse und aktueller Forschungsstand

3 Corporate Social Responsibility

3.1 Akteure, Leitlinien und Regelwerke

3.2 Aktionsfelder der Corporate Social Responsibility

3.2.1 Markt

3.2.2 Gemeinwesen

3.2.3 Umwelt

3.2.4 Arbeitsplatz

3.2.5 Unternehmensführung

3.3 Theoretische Modelle der Corporate Social Responsibility

3.3.1 Friedman

3.3.2 Carroll

3.3.3 Quazi und O'Brien

3.3.4 Schwartz und Carroll

3.4 Corporate Social Responsibility im Diskurs

4 Lobbyismus

4.1 Akteure

4.1.1 Inhouse-Lobbyismus

4.1.2 Contract-Lobbyismus

4.1.3 Kombination und Koordination der Akteure

4.2 Adressaten

4.3 Lobbying-Prozess

4.3.1 Zieldefinitionsphase

4.3.2 Planungsphase

4.3.3 Umsetzungsphase

4.4 Aktuelle Trends

4.5 Lobbyismus im Diskurs

4.5.1 Ökonomische Evaluation von Lobbying

4.5.2 Lobbyismus und Demokratie

5 Responsible Lobbying

5.1 Multidimensionales Modell für Responsible Lobbying nach Bauer

5.2 Entwicklung eines Modells zur Vereinbarung von Corporate Social Responsibility und Lobbying

5.2.1 Forschungsdesign und Auswertungsmethodik

5.2.2 Diskussion ausgewählter Ergebnisse

5.2.3 Handlungsempfehlungen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines Modells, das verantwortungsbewusstes Unternehmensverhalten (CSR) und Lobbyismus miteinander in Zusammenhang bringt, um einen Beitrag zur Verbindung dieser Bereiche zu leisten und bestehende Forschungslücken zu schließen.

  • Synthese von Corporate Social Responsibility (CSR) und Lobbyismus
  • Analyse theoretischer CSR-Modelle und des Lobbying-Prozesses
  • Untersuchung der Vereinbarkeit von Lobbyismus und Demokratie
  • Entwicklung und Evaluation von Modellen für "Responsible Lobbying"
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für Akteure in Politik und Wirtschaft

Auszug aus dem Buch

1.1 Relevanz der Thematik

Der US-amerikanische Geschäftsmann und einflussreiche politische Lobbyist Jack Abramoff löste im Jahr 2006 einen Politskandal in den Vereinigten Staaten von Amerika – dem Mutterland des Lobbyismus – aus, indem er sich als Geldgeber zur Unterstützung der Republikanischen Partei unter anderem der Verschwörung zur Bestechung von Beamten und des Betrugs für schuldig bekannte. In einem Deal mit dem Justizministerium klagte er hochrangige Mitglieder sowohl der Republikaner als auch der Demokraten an, im Gegenzug für die Befürwortung von Gesetzesänderungen beziehungsweise die Gesetzesverhinderung bereitwillig Gefälligkeiten angenommen zu haben – darunter Golf-Trips nach Schottland oder Stellen für die Lebenspartner.

Abramoff rechtfertigte sich gegenüber der New York Times wie folgt: „I did this within a philosophical framework, and a moral and legal framework. And I have been turned into a cartoon of the greatest villain in the history of lobbying.” Er selbst hielt sich also für das eigentliche Opfer der Affäre und sah sich trotz Berücksichtigung sowohl philosophischer als auch moralischer und rechtlicher Leitlinien von der Öffentlichkeit als Verbrecher abgestempelt.

Lobbyismus sorgt jedoch nicht nur in den USA für Aufsehen, es ist ein globales Phänomen. In Deutschland ist in diesem Zusammenhang neben der sogenannten „Mövenpick-Affäre“ vor allem der schnelle und unbefangene Wechsel von politischen Amtsträgern in die freie Wirtschaft zu nennen. Ein sehr bekanntes Beispiel hierfür ist der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, der sich während seiner Amtszeit (1998–2005) engagiert für den Bau der Gaspipeline „Nord Stream“ einsetzte und nach seiner Kanzlerschaft in den Aufsichtsrat der Nord Stream AG – einer Tochtergesellschaft des russischen Staatskonzerns Gazprom – wechselte. Seit 2017 ist der Altkanzler zudem Aufsichtsratschef des Energiekonzerns Rosneft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Thematik anhand prominenter Skandale dar, definiert die zentralen Begriffe der Arbeit und skizziert das Ziel, ein Modell für verantwortungsbewusstes Lobbying zu entwickeln.

2 Literaturanalyse und aktueller Forschungsstand: Hier wird der Forschungsstand zu Corporate Social Responsibility und Lobbyismus strukturiert analysiert, wobei der Fokus auf dem deutschen und europäischen Raum liegt.

3 Corporate Social Responsibility: Dieses Kapitel erläutert Akteure, Leitlinien, Regelwerke und verschiedene theoretische CSR-Modelle sowie die ökonomische Messbarkeit von CSR.

4 Lobbyismus: Das Kapitel betrachtet die Akteure, Adressaten und den Prozess des Lobbyismus in Deutschland sowie aktuelle Trends und die Diskussion um die Vereinbarkeit mit der Demokratie.

5 Responsible Lobbying: Dieses Kapitel stellt das Bauer-Modell vor und entwickelt daraus fünf eigene Modelle zur Vereinbarung von CSR und Lobbying, die qualitativ mit Experten ausgewertet werden.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und gibt Handlungsempfehlungen sowie Ausblicke auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Corporate Social Responsibility, Lobbyismus, Responsible Lobbying, Unternehmensverantwortung, Public Affairs, Politikberatung, Wirtschaftslobbyismus, Stakeholder-Management, Transparenz, Demokratie, Interessenvertretung, CSR-Modelle, Unternehmensführung, Compliance, Nachhaltigkeitsmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen unternehmerischer Verantwortung (CSR) und Lobbying, um ein Modell für ein "verantwortungsbewusstes Lobbying" zu erarbeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Corporate Social Responsibility (CSR), Lobbyismus, Public Affairs, Ethik in der Unternehmensführung und politische Einflussnahme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das verantwortungsbewusstes Unternehmensverhalten mit Lobbying-Tätigkeiten vereinbart, um Forschungslücken zu schließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer strukturierten Literaturanalyse sowie auf qualitativen, semi-strukturierten Experteninterviews mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Ethik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von CSR und Lobbyismus, analysiert den Lobbying-Prozess, diskutiert aktuelle Trends und entwickelt darauf aufbauend verschiedene Modelle für verantwortungsbewusstes Lobbying.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Corporate Social Responsibility, Lobbyismus, Responsible Lobbying, Public Affairs, Stakeholder-Management und Unternehmensethik.

Warum ist das Thema Lobbying oft negativ besetzt?

Lobbyismus wird durch Skandale, wie die Hunzinger-Affäre oder den Fall Abramoff, oft mit Korruption und unethischem Verhalten in Verbindung gebracht.

Wie bewerten die Experten die vorgestellten Modelle?

Die Expertenbewertungen divergieren, wobei das Modell 2 meist positiv hervorgehoben wird, während das Modell 4 aufgrund seiner Abstraktheit eher kritisch gesehen wird.

Ende der Leseprobe aus 167 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Corporate Social Responsibility und Lobbyismus. Unvereinbarer Gegensatz oder natürliche Verbündete?
Untertitel
Erstellung eines Modells für Responsible Lobbying
Hochschule
Munich Business School
Note
1,0
Autor
Andreas Renner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
167
Katalognummer
V466041
ISBN (eBook)
9783668942943
ISBN (Buch)
9783668942950
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate Social Responsibility Social Responsibility Responsibility Unternehmensverantwortung CSR verantwortungsbewusste Unternehmen Responsible Lobbying verantwortungsbewusstes Lobbying Lobbyismus Interessenvertretung Interessenvertreter Lobby Lobbyist Lobbyisten Corporate Reponsibility License to Operate Corporate Citizenship Corporate Governance Corporate Sustainability Social Lobbying Gesellschaftsverantwortung Compliance Public Affairs Public Relations Government Relations Organisiertes Interesse Politikberatung Verband Verbände Verbandswesen Nachhaltigkeit Nachhaltige Wirtschaft Responsible Lobbying Modell Modell verantwortungsbewusstes Lobbying Nachhaltiges Lobbying Modell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Renner (Autor:in), 2019, Corporate Social Responsibility und Lobbyismus. Unvereinbarer Gegensatz oder natürliche Verbündete?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/466041
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