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Das kolumbianische Spanisch - eine soziolinguistische Betrachtung

Title: Das kolumbianische Spanisch - eine soziolinguistische Betrachtung

Seminar Paper , 2003 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anita Glunz (Author)

Romance Studies - Latin American Studies
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Vorliegende Proseminararbeit (PS 2) untersucht das kolumbianische Spanisch und legt ein besonderes Augenmerk auf die soziolinguistische Komponente. Die sprachliche Vielfalt Lateinamerikas hat ihren Ursprung in der unterschiedlichen Herkunft der Kolonisatoren, den Indianersprachen, den afrikanischen Elementen und den physischen sowie soziokulturellen Entwicklungen des jeweiligen Landes. Nach einem kurzem Überblick über die Geschichte Kolumbiens, sollen die daraus resultierenden Folgen für die heutige Situation und das heutige Sprachbewusstsein dargestellt werden. Ein kurzer Blick auf die dialektale Gliederung des Landes leitet zum dritten Kapitel über, in dem verschiedene Substrateinflüsse der autochthonen Bevölkerung auf das kolumbianische Spanisch untersucht und in der folgenden Überlegung aus soziolinguistischer Perspektive anhand von authentischen Sprecherbeispielen in die dialektal geprägten Bereiche Phonetik, Morphosyntax und Lexik einbezogen werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Stand der Forschung über das kolumbianische Spanisch

2. Geschichtlicher Hintergrund des Landes und seine Auswirkungen auf die Sprache

2.1.1 Entdeckung und Eroberung Kolumbiens

2.1.2 Unabhängigkeit von Spanien

2.1.3 Kampf um die Macht

2.1.4 Die Zeit der „violencia“

2.1.5 Moderner Guerilla- und Drogenkrieg

2.2.1 Status des Spanischen und der anderen Sprachen in Kolumbien

2.2.2 Offizielle Amtssprachen in Kolumbien

2.2.3 Das Spanische in Bogotá

2.2.4 Sprache im Bildungswesen Kolumbiens

2.3.1 Regionale Vielfalt Kolumbiens

2.3.2 Regionale Besonderheiten

2.3.3 Die dialektale Gliederung Kolumbiens

2.3.4 Phonetische Merkmale der verschiedenen Sprachzonen

2.3.5 Anredeformen in den einzelnen Gebieten Kolumbiens

3. Substrateinflüsse und sprachliche Interferenzen

3.1.1 Indianersprachen

3.1.2 Indigenismen im kolumbianischen Spanisch

3.1.3 Das Spanische der Indianer

3.2.1 Das englische Kreol von St. Andrés und Providencia

3.2.2 Spanisch–afrikanischer Sprachkontakt

3.2.3 Das Palenquero

4. Weitere soziolinguistische Betrachtungen

4.1.1 Ergebnisse einer Testperson

4.1.2 Besondere soziolinguistische Variationen des Spanischen

4.2.1 Beleidigungen in Kolumbien

4.2.2 Auswirkungen der Gewalt auf das kolumbianische Spanisch

5. Die Lexik des kolumbianischen Spanischs

5.1.1 Formen kolumbianischer Wortbildung

5.1.2 Ein Beispiel: Das Vokabular in der Landwirtschaft

5.2 Kolumbianische Lexikographie

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziolinguistische Situation des Spanischen in Kolumbien unter Berücksichtigung der geschichtlichen Entwicklung, regionaler Besonderheiten und soziokultureller Einflüsse. Ziel ist es zu erörtern, inwieweit eine einheitliche kolumbianische Identität durch das Spanische konstituiert wird und welche Rolle dabei Substrateinflüsse, soziale Schichtung sowie externe Faktoren wie Gewalt und Migration spielen.

  • Historische Genese des kolumbianischen Spanischs und Einfluss der Kolonialgeschichte
  • Regionale dialektale Gliederung und phonetische sowie morphosyntaktische Variationen
  • Substrateinflüsse durch Indianersprachen und Kontaktphänomene wie Kreolsprachen
  • Soziolinguistische Betrachtung von Identität, Gewalt und Sprachgebrauch
  • Analyse der kolumbianischen Lexik und deren soziolinguistische Erfassung

Auszug aus dem Buch

2.3.4 Phonetische Merkmale der verschiedenen Sprachzonen

Die höher gelegenen Gebiete weisen, wie bereits erwähnt, Vokalschwächung auf. Kubarth (1987) schreibt jedoch die Instabilität der unbetonten Vokale dem niedrigeren Bildungsgrad der Sprecher zu und nimmt daher keine diatopische, sondern eine diastratische Bewertung des Phänomens „Vokalschwächung“ vor. Die Veränderung der Qualität geht nach seiner Untersuchung allerdings auch auf nachlässige Artikulation zurück und entspricht also im weiteren Sinn ebenfalls einem nähesprachlichen Phänomen.

Lateinamerika kennt eigentlich das prädorsodentale /s/ (Kastilisch: apikoalveolar mit konkaver Zungenform), aber in dem Gebiet um Medellín und in Bogotá wird ein apikoalveolares /s/ realisiert, das dem kastilischen sehr verwandt ist. Finales <-s> in einer Silbe oder am Wortende bleibt als Sibilant erhalten, intervokalisches <-s-> wird hingegen aspiriert (nosotros wie nojotros), dies geschieht im Zentrum sogar bei sehr gebildeten Sprechern. vor Vokal am Wortanfang wird nur in manchen Fällen aspiriert (una señora [unah eñora]), diese Variante gilt allerdings als diastratisch sehr niedrig markiert. Dennoch ist Zentralkolumbien das einzige Gebiet Lateinamerikas, in dem /s/ in Initialstellung häufiger aspiriert wird als am Wortende. Der Ceceo findet sich in weiten Teilen, vor allem in Bogotá mit seinem phonetischen Konservativismus.

Cuervo stellte 1885 fest, dass der Laut /λ/ noch im ganzen Hochland Kolumbiens und vor allem in Bogotá verwendet wurde. Im Jahr 1973 wurde jedoch nach den Untersuchungen von Flórez /λ/ größtenteils durch /y/ ersetzt (Yeísmo). Heute erscheint /λ/ nur noch in abgelegenen Dörfern. Bogotá hat sich die Differenzierung von /y/ und /λ/ zwar erhalten, aber auf Grund der Zuwanderung aus anderen Gebieten (Landflucht in die Städte) ist der Yeísmo im offiziellen Bereich zur Norm geworden und verdrängt allmählich den Laut /λ/. Während die Ostanden den LLeísmo also noch kennen, ist er in den Westanden größtenteils bereits verschwunden (vgl. Lipski 1996, S. 233).

An den Küsten neigen Konsonanten, wie silbenauslautendes <-s>, intervokalisches , , , finales und , neben der Tendenz zur Aspirierung, Assibilierung oder Velarisierung, zum Ausfall. Montes Giraldo behauptete 1982, dass die Auslassungen von Konsonanten an der Pazifikküste weniger häufig auftreten als an der Karibikküste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Humboldt'sche Idee der Sprache als Geist einer Nation und Darlegung der Fragestellung zur Beziehung zwischen der kolumbianischen Nation und ihrer Sprache.

2. Geschichtlicher Hintergrund des Landes und seine Auswirkungen auf die Sprache: Analyse der historischen Entwicklung von der Eroberung bis zum modernen Guerillakrieg und deren Einfluss auf die sprachliche Situation, einschließlich regionaler Unterschiede und Bildungsaspekten.

3. Substrateinflüsse und sprachliche Interferenzen: Untersuchung der Einflüsse von Indianersprachen sowie des Sprachkontakts durch Kreolsprachen und afrikanische Elemente auf das kolumbianische Spanisch.

4. Weitere soziolinguistische Betrachtungen: Erörterung der Sprachforschung in Kolumbien anhand von Fallbeispielen sowie Analyse der Auswirkungen von Gewalt und sozialer Schichtung auf den Sprachgebrauch.

5. Die Lexik des kolumbianischen Spanischs: Untersuchung der Wortbildung, des agrarwirtschaftlichen Vokabulars und der Methoden der kolumbianischen Lexikographie.

6. Zusammenfassung: Resümee über die Verflechtung von Sprache und der Realität des Landes sowie der Erkenntnis, dass die kolumbianische Nation durch regionale Standards statt durch eine einheitliche Nationalsprache geprägt ist.

Schlüsselwörter

Kolumbianisches Spanisch, Soziolinguistik, Dialektologie, Sprachgeschichte, Indigenismen, Kreolsprachen, Palenquero, Sprachkontakt, Lexikographie, regionale Variation, Diglossie, Identität, sprachlicher Konservativismus, Kolonialzeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer soziolinguistischen Analyse des Spanischen in Kolumbien und untersucht, wie historische, soziale und regionale Faktoren die Sprache des Landes geprägt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die historische Entwicklung Kolumbiens, regionale Unterschiede im Sprachgebrauch, der Einfluss indigener und afrikanischer Sprachen sowie die lexikalische Ausprägung und deren wissenschaftliche Dokumentation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit das Spanische die kolumbianische Identität widerspiegelt und wie sich die Sprache vor dem Hintergrund der inneren Diversität und soziopolitischer Spannungen entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine soziolinguistische Betrachtung gewählt, die historisch-deskriptive Analysen mit der Auswertung von linguistischer Feldforschung und lexikographischen Werken wie dem ALEC und dem Nuevo Diccionario de colombianismos verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die Analyse von Substrateinflüssen, die Betrachtung soziolinguistischer Variationen (einschließlich der Auswirkungen von Gewalt) sowie eine detaillierte Untersuchung der Lexik und Wortbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kolumbianisches Spanisch, Soziolinguistik, regionale Variation, Substrateinflüsse, Kreolisierung und Lexikographie.

Wie unterscheidet sich das Spanische in Bogotá von anderen Regionen?

Bogotá gilt als Zentrum des prestigereichsten, „reinsten“ Spanischs (habla culta), was oft zu einem phonetischen Konservativismus führt, während andere Regionen stärkere Reduktionen oder spezifische regionale Merkmale aufweisen.

Welchen Einfluss hat die Gewalt auf die Sprache?

Die Gewalt hat laut Autorin zur Entwicklung einer spezifischen, durch Schutzelemente wie schnelle Sprechgeschwindigkeit und Umschreibungen geprägten Ausdrucksweise geführt, die ein Überleben in einem gefährlichen Umfeld ermöglichen soll.

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Details

Title
Das kolumbianische Spanisch - eine soziolinguistische Betrachtung
College
University of Tubingen  (Romanisches Seminar)
Course
Das amerikanische Spanisch
Grade
1,0
Author
Anita Glunz (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V46631
ISBN (eBook)
9783638437806
ISBN (Book)
9783638658980
Language
German
Tags
Spanisch Betrachtung Spanisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anita Glunz (Author), 2003, Das kolumbianische Spanisch - eine soziolinguistische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46631
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