Stephen Crane: "The Red Badge of Courage" - eine Analyse

Der Farbsymbolismus und die Wirkung der Natur auf die menschliche Psyche


Hausarbeit, 2001

15 Seiten, Note: 3+


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1. Die Wirkung der Natur auf die menschliche Psyche

2. Der Farbsymbolismus in „The Red Badge Of Courage“
2.1. Blau, die Farbe des Himmels
2.2 Grün, die Farbe des Waldes
2.3. Gelb, die Blitze der Geschosse
2.4. Grau wie der Rauch der Kanonen
2.5. Rot, die Farbe des Blutes
2.6. Schwarz, die Farbe des Todes

Schlussfolgerung und Schlussgedanken

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Autor Stephen Crane lebte von 1871 bis 1900. Er wurde nur 29 Jahre alt, zählt aber zu den anerkanntesten Autoren des 19. Jahrhunderts. Zu seinen bekanntesten, oft rezensierten und kritisierten Werken zählt die Kurzgeschichte „The Red Badge Of Courage“, die er im März 1893 schrieb. Sein Werk gehört zur Gattung der Nachkriegsgeschichten, die nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges im Jahr 1865 ein fester Bestandteil der Amerikanischen Literatur geworden sind. Dennoch ist der Roman einzigartig und lässt sich mit keinem anderen, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt, vergleichen. Das Werk ist außergewöhnlich, denn es machte Stephen Crane über Nacht in Amerika und kurze Zeit später auch in England berühmt. Der Roman zeichnet sich durch seine unkonventionelle Art aus. Stephen Crane widersetzt sich mit dem Stil dieses Werkes allen damalig herrschenden Kriterien, die es zu beachten galt, um einen erfolgreichen Roman zu schreiben. Stephen Cranes Einstellung zu seinem Werk unterscheidet ihn von den vielen anderen Kriegsromanautoren. In „The Red Badge Of Courage“ schlägt sich der Autor durch seine Art zu schreiben auf keine Seite der Kriegführenden. Der Ausgang des Kampfes spielt für ihn keine Rolle. Einzig das Verhalten der Hauptfigur Henry Flemming und sein Gefühlsleben werden von Crane beobachtet und dargestellt. Für Crane zählt nur der innere Kampf Henrys, seine Ängste vor dem Tod und das Versagen vor dem Feind. Stephen Cranes Stil ist kurz und einfach. Mit prägnanten, nicht ausschweifenden Sätzen ermöglicht er dem Leser ein schnelles Verständnis. Seine Philosophie in diesem Buch galt Henry und seinen befreundeten Soldaten, die oft unkontrolliert handelten. Crane geht in seinem Werk hauptsächlich auf die emotionalen, psychischen und intellektuellen Zustände von Menschen unter extremem Druck in extremen Situationen ein. Er beschreibt die Natur und ihre Wirkung auf die menschliche Psyche. Ihm ist es wichtig darzustellen, dass es unablässlich ist, zusammen zu arbeiten, um etwas zu bewirken. Besonders in „The Red Badge Of Courage“

macht sich Stephen Crane eine bilderreiche und farbenfrohe Sprache zunutze, um die Gedanken und Eindrücke seines Helden so deutlich wie möglich vermitteln zu können. In seiner Art, Situationen zu schildern, spielt die Verwendung von Elementen der Natur, wie zum Beispiel des Himmels oder des Waldes, und ihre Farbgebung eine wichtige Rolle, denn nur so erscheint seine Geschichte realistisch. Stephen Crane bekräftigt seine Beschreibungen durch die Verwendung von Farben. Für besonders düstere Begebenheiten verwendet er Farben wie schwarz und grau (Erläuterungen dazu siehe unter Punkt 2.4 und 2.6). Um die Wirkung der Natur auf seine Hauptfigur zu verdeutlichen, verwendet der Autor besonders leuchtende Farben wie grün und blau (siehe dazu unter Punkt 1, 2.1 und 2.2). Seine Geschichte ist also voll von lebhaften Kontrasten, mit denen er dem Leser die harte Realität des Krieges und die Auswirkungen auf die menschliche Psyche nahe bringt. Crane benutzt Farben, um seine Geschichte in ein Kunstwerk zu verwandeln. Er versucht das Leben nah am Abgrund zu beschreiben, was soviel heißt, Menschen in extremen, schier ausweglosen Situationen und ihr Verhalten zu beschreiben, wenn die gelben Blitze der Geschosse über das Schlachtfeld donnern oder Soldaten verwundet werden.

Die bekannte Ironie Cranes fehlt auch in diesem Werk nicht. In „The Red Badge Of Courage“ drückt sie sich durch die Wahl seines Helden aus. Er ist ein unaufrichtiger Soldat, ängstlicher Deserteur und Träumer, eher ein Versager und keiner der vertrauten Helden. Henry Flemming, der Anti-Held, lebt in einer Traumwelt, mit eigenen Vorstellungen vom Krieg. Cranes Ironie zeigt Henrys psychologische Schwächen auf, die ihn bis zum Ende der Geschichte davor bewahren, ein richtiger Held zu werden.

Im Folgenden werde ich versuchen, den Farbsymbolismus in dieser Kurzgeschichte und die Wirkung der Natur auf die menschliche Psyche darzustellen. Ich werde beweisen, dass der grüne Wald und die Ruhe und der Frieden, den er ausstrahlt, Menschen zum Handeln bewegt, dass Rot nicht nur die Farbe der Liebe ist, sondern in diesem Werk in direkter Verbindung mit dem Tod steht, dass Gelb nicht immer die Wärme bei Sonnenschein bringt, dass der blaue Himmel aus der Ferne Frieden spendet und das düstere Töne wie Schwarz und Grau den Tod bringen.

1. Die Wirkung der Natur auf die menschliche Psyche

Die Natur spielt eine wichtige Rolle in „The Red Badge Of Courage“. Viele Kampfszenen finden auf dem Feld in der Nähe des Waldes statt. Durch die Verwendung von Farben, um den Zustand der Natur zu beschreiben, versucht Stephen Crane die menschliche Vorstellungskraft zu wecken. Die Natur, wie jeder sie kennt, existiert in seinem Werk kaum. Die Landschaft ist gekennzeichnet von unzähligen Kämpfen, vom Rauch der Kanonen und vom Lärm der Geschosse. Der Wald scheint die einzig unberührte und noch friedvolle Umgebung.

Nichts entwickelt sich so, wie es sich Cranes Held Henry vorgestellt hat. In seinen Träumen bewährt er sich tapfer und macht sich ein eigenes Bild vom Tod und vom Kampf (Seite: 5). Als er aber in Kapitel vier zum ersten Mal direkt mit dem Kampf konfrontiert wird, erkennt er, dass er in Wirklichkeit kein unerschrockener Held ist (Seite 39 „To the youth it was an onslaught of redoubtable dragons. [..]. He waited in a sort of horrified, listening attitude. He seemed to shut his eyes and wait to be gobbled”).

Er sieht ein, dass es den wahren Krieg und den damit verbundenen Tod wirklich gibt. Aus dem unbekümmerten Henry, für den der Kampf um Ehre zu seinen größten Wünschen zählte, wird ein ängstlicher, von Selbstmitleid gequälter Soldat Seite 25: „’I can’t stand this much longer,’ he cried. ‚I don’t see what good it does to make us wear out our legs for nothing.’ He wished to return to camp, knowing that this affair was a blue demonstration… .” Er entscheidet sich, dem Kampf und der damit verbundenen Verantwortung durch die Flucht in die Natur, in der er seiner Meinung nach sicher sein wird, zu entgehen (Seite 39 – 40: „He, too, threw his gun down and fled. There was no shame in his face. […] The youth turned his head, shaken from his trance by this movement… . […]. The noises of the battle were like stones; he believed himself liable to be crushed.”).

Schon vor seiner Flucht war es einzig und allein die Natur, die ihn positiv beeindruckte (Seite 37: „As he gazedaround him the youth felt a flash of astonishment at the blue, pur sky and the sun gleaming on the trees and fields. It was surprising that Nature had gone tranquilly on with her golden process in the midst of such devilment”). Beim Anblick der Natur kann er einige Augenblicke in Frieden zubringen. In diesen Momenten sammelt er seine Gedanken und gewinnt erneut Kraft (Seite 44). Anfangs erscheint seine Entscheidung zu fliehen als richtig (Seite 43: He had fled, he told himself, because of annihilation approached. He had done a good part in saving himself, who was a little peace of the army“). Die Natur nimmt ihn freundlich auf. Er fühlt sich sicher und sieht die Natur als eine Art Freund (Seite 44: „Off with the rumble of death. It seemed now that Nature had no ears. This landscape gave him assurance. A fair field holding life. […] He conseeived Nature to be a woman with a deep aversion to tragedy.”). Die Eichhörnchenszene benutzt er, um seine Flucht zu rechtfertigen (Seite 45: „The sqirrel, immediateliyupon recognizing danger, had taken to his legs without ado. [...] and he was but an ordinary sqirrel, too-doubtless no philosopher of his race.”). Genau wie das Eichhörnchen erkennt auch Henry die Gefahr und versucht ihr zu entrinnen. Die Natur ist für Henry eine Art Zufluchtstätte vor der Wirklichkeit. Hier kann er aufatmen, ohne Angst zu haben, jeden Moment einem Angriff standhalten zu müssen. Er hofft, durch seine Desertierung der Vernichtung zu entgehen (Seite 43: „He had done a good part in saving himself, [...].“). Henry lässt das Schlachtfeld und den darauf wütenden Kampf hinter sich (Seite 44: „Off with the rumble of death. It seemed now that Nature had no ears. This landscape gave him assurance”).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Stephen Crane: "The Red Badge of Courage" - eine Analyse
Untertitel
Der Farbsymbolismus und die Wirkung der Natur auf die menschliche Psyche
Hochschule
Universität Rostock  (Anglistik/Amerikanistik)
Veranstaltung
Proseminar
Note
3+
Autor
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V46672
ISBN (eBook)
9783638438148
ISBN (Buch)
9783638810159
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stephen, Crane, Badge, Courage, Analyse, Proseminar
Arbeit zitieren
Sina Bröcker (Autor:in), 2001, Stephen Crane: "The Red Badge of Courage" - eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46672

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