Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Positionen der Soziologen Hartmut Esser und Georg Elwert in Bezug auf die Binnenintegration. Zunächst werden die verschiedenen Assimilationsmöglichkeiten nach Esser vorgestellt, um daran im Anschluss erläutern zu können, in welchen Assimilationssituationen eine Binnenintegration förderlich wirken kann.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort
0.1 Die Definitionsgrundlagen von Esser und Elwert
1. Assimilationsmöglichkeiten bei Hartmut Esser
1.1 Assimilationsmöglichkeiten bei unzureichender Information über das Aufnahmeland
1.1.1 Die ethnische Subkultur
1.1.2 Die deferente Marginalität
1.2 Assimilationsmöglichkeiten bei vorhandener Information über das Aufnahmeland
1.2.1 Die partielle Anpassung
1.2.2 Die mechanische Einpassung
1.2.3 Die traditional empathische Anpassung
1.2.4 Die innovativ empathische Assimilation
2. Binnenintegration bei Georg Elwert
2.1 Probleme der Binnenintegration
2.2. Was die Binnenintegration leistet
2.3 Binnenintegration zur Förderung bestimmter Assimilationszustände
3. Umsetzungen des „Amtes für multikulturelle Angelegenheiten“
3.1 Orientierungshilfen
3.1.1 Orientierungshilfen für Ausländer
3.1.2 Orientierungshilfen für Deutsche
3.2 Ausländervereine
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit vergleicht die soziologischen Konzepte von Hartmut Esser und Georg Elwert im Hinblick auf die Binnenintegration und untersucht, inwiefern diese Praxis Migranten dabei unterstützen kann, ihre gesellschaftliche Integration erfolgreich zu gestalten.
- Assimilationsbegriffe nach Hartmut Esser
- Konzepte der Binnenintegration bei Georg Elwert
- Die Rolle der Binnenintegration bei der Bewältigung von Migrationsproblemen
- Praktische Umsetzung von Integrationsmaßnahmen am Beispiel des AMKA Frankfurt
Auszug aus dem Buch
0.1 Die Definitionsgrundlagen von Esser und Elwert
Zu Beginn der Arbeit soll zunächst verdeutlicht werden, wie die Autoren Hartmut Esser und Georg Elwert gesellschaftliche Integration als Grundlage für ihre jeweiligen Arbeiten definieren.
Elwert weist darauf hin, dass eine Definition für viele Soziologen (u.a. für Eisenstadt und Esser) nur in einer Form möglich ist, und zwar, indem man versucht „aus Assimilation, Akkulturation und Absorption einen komplizierten, aber vielleicht nicht gerade komplizierten Idealtypus zu bilden, der die kulturelle Homogenität zu einem der Indikatoren oder gar zum einzigen Indikator [...]“ zu machen.
Elwert kritisiert diese Annahme, da ein solches Konzept davon ausgehe, dass es eine „Homogenität in der einheimischen Kultur [..., gäbe], die es in keiner differenzierten Gesellschaft gibt.“ Daher liegt seiner Arbeit eine andere Definition von gesellschaftlicher Integration zugrunde, nämlich die, dass Integration dann erfolgreich sei, wenn es eine „Teilhabe an den gesellschaftlichen Gütern“ gäbe, d.h. der Migrant bekommt eine Chance auf „berufliche Mobilität [..., und eine] Garantie gewaltfreier Räume“. Elwert setzt nicht zwingend die Übernahme der Sprache des Aufnahmesystems als Muttersprache voraus, genauso wenig wie die Übernahme der vorherrschenden Religion und Speisegewohnheiten, sondern betont stattdessen, dass neben der Teilhabe an den Gütern auch ein „Zugang zu den Statuslinien der aufnehmenden Gesellschaft“ für den Wanderer möglich sein muss.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorwort: Einführende Darstellung der Positionen von Esser und Elwert sowie Zielsetzung der Untersuchung.
1. Assimilationsmöglichkeiten bei Hartmut Esser: Systematische Vorstellung verschiedener Stadien und Formen der Assimilation nach Esser.
2. Binnenintegration bei Georg Elwert: Analyse von Elwerts Konzept der Binnenintegration sowie deren Abgrenzung und Ergänzung zu den Assimilationsstadien.
3. Umsetzungen des „Amtes für multikulturelle Angelegenheiten“: Untersuchung der praktischen Anwendung von Integrationsförderung in Frankfurt am Main.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der institutionellen Integrationspraxis im Vergleich zur soziologischen Theorie.
Schlüsselwörter
Assimilation, Binnenintegration, Hartmut Esser, Georg Elwert, Migrationssoziologie, Integrationsprozess, ethnische Subkultur, deferente Marginalität, AMKA, gesellschaftliche Teilhabe, kulturelle Identität, Migrationshintergrund, Ausländervereine, soziale Beratung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Ansätze von Hartmut Esser zur Assimilation mit Georg Elwerts Konzept der Binnenintegration.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Assimilationsstadien, die Funktion ethnischer Subkulturen und die praktische Integrationsförderung durch kommunale Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob und wie Binnenintegration als Instrument dienen kann, um Migranten bei der Erreichung einer erfolgreichen gesellschaftlichen Integration zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die durch ein Fallbeispiel zur praktischen Umsetzung in einer Kommunalverwaltung ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert zunächst Essers Assimilationsstufen, kontrastiert diese mit Elwerts Binnenintegrationstheorie und analysiert deren Anwendung beim Amt für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Assimilation, Binnenintegration, Migration, gesellschaftliche Teilhabe und soziale Unterstützung charakterisiert.
Warum wird die „deferente Marginalität“ nach Esser kritisch gesehen?
Sie gilt als instabiler Zustand ohne soziale Unterstützung, der bei den Betroffenen psychischen Leidensdruck erzeugt, was wiederum zu Handlungszwängen führt.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Elwert zur Ghetto-Bildung von anderen Institutionen?
Während viele Behörden die Bildung ethnischer Subkulturen als Integrationshindernis oder Ghettoisierung fürchten, betrachtet Elwert sie als positive Unterstützungsstruktur für neu ankommende Migranten.
Warum spielt die kulturelle Identität bei Elwerts Integration eine Rolle?
Sie ist die Basis für das Selbstbewusstsein der Migranten, das notwendig ist, um sich im Aufnahmeland zurechtzufinden und neue Handlungsansätze zu entwickeln.
- Quote paper
- Conny Meyer (Author), 2005, Assimilation und Binnenintegration bei Hartmut Esser und Georg Elwert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46675