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Thomas Nagels Sicht der Willensfreiheit

Title: Thomas Nagels Sicht der Willensfreiheit

Term Paper , 2004 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Leonard Ameln (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Haben wir einen freien Willen oder nicht? Im alltäglichen Leben gehen wir davon aus, dass wir einen freien Willen haben. Unser gesamtes Menschenbild fusst auf der Vorstellung, dass Individuen selbstbestimmt und somit (eigen)verantwortlich handeln. Doch was ist mit dem vieldiskutierten Begriff „freier Wille“ eigentlich gemeint? Soll er bedeuten, dass es in unserem Wesenskern eine Instanz gibt, die freimütig Entscheidungen trifft, ohne dass sie von inneren und äusseren Umständen abhängig ist? Oder vielleicht die abgeschwächte Form: Sie ist zwar abhängig von den komplexen Umständen, die zu einer Entscheidung führen - bei mehreren Alternativen steht diese jedoch trotzdem offen, ist also auch nicht vorhersagbar. Andere Philosophen behaupten, der Wille sei dermassen fest in kausale Ketten eingebunden, dass im Prinzip unser Leben vorherbestimmt sei, freie Entscheidungen und ein freier Wille seien nichts als eine Illusion. Mit diesen Positionen, auch Indeterminismus und Determinismus genannt, möchte ich mich anhand Thomas Nagels Text in seinem Buch „Was bedeutet das alles?“ auseinandersetzen. Im Anschluss daran werde ich einen Lösungsversuch skizzieren, den David Hume bereits vor einem Viertel-Jahrtausend zur Diskussion gestellt hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Determinismus und Indeterminismus

2.1. Konsequenzen des Determinismus

2.2. Konsequenzen des Indeterminismus

3. Humes Kompatibilitismus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Problematik der Willensfreiheit, indem sie Thomas Nagels Auseinandersetzung mit dem Determinismus und Indeterminismus analysiert und den Kompatibilitismus von David Hume als Lösungsansatz diskutiert.

  • Grundlagen und Definitionen von Determinismus und Indeterminismus
  • Die moralischen Konsequenzen deterministischer und indeterministischer Weltbilder
  • Differenzierung zwischen Willensfreiheit und Handlungsfreiheit
  • Die Rolle der Kausalität und Notwendigkeit bei David Hume
  • Moralische Verantwortung und gesellschaftliche Normen im Kontext der Willensfreiheit

Auszug aus dem Buch

2. Determinismus und Indeterminismus

Anhand eines alltäglichen Beispiels, einer Entscheidung darüber, welches Nahrungsmittel ich zu mir nehmen soll, entwickelt Thomas Nagel die Fragestellung ob es möglich gewesen wäre, sich anders zu entscheiden, als man sich entschieden hat. Gemeint ist hier eine „freie“ Situation, in der tatsächlich mehrere Alternativen offen standen, bis man sich ohne Zwang für eine von ihnen entschlossen hat.

Die Kernfrage, die Nagel an diesem Punkt stellt ist, ob die Entscheidung bereits vorher feststand, der Entscheidungsprozess als solcher quasi unnötig, eine Farce war, oder ob tatsächlich „eine offene Möglichkeit“ bestand, ob „nichts von dem, was bis zu dem Punkt geschieht, an dem Sie sich entscheiden, […] unwiderruflich fest [legt], wie Ihre Entscheidung ausfallen wird“. Dies ist die klassische Frage danach, ob unser Wollen verursacht ist, ob es also von vornherein festgelegt ist, oder nicht. „Einiges von dem was geschieht, ist von vornherein festgelegt“, so z.B. der nächste Sonnenaufgang der durch die unerschütterlichen Naturgesetze so gut wie sicher erscheint.

Nun scheint Nagel eine kompromisslose Übertragbarkeit der Naturgesetze auf menschliches Wollen und Handeln zumindest fragwürdig zu sein: „Wenn Sie sagen, Sie hätten statt dessen [der Schokoladentorte] auch einen Pfirsich essen können, so meinen Sie damit vielleicht unter anderem, dass nicht von vorneherein festgelegt war, was Sie tun würden, wie etwa von vorneherein feststeht, dass morgen die Sonne aufgeht“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das fundamentale philosophische Problem des freien Willens ein und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand der Texte von Thomas Nagel und David Hume.

2. Determinismus und Indeterminismus: Dieses Kapitel erläutert die gegensätzlichen Positionen des Determinismus und Indeterminismus sowie deren theoretische Herleitung bei Thomas Nagel.

2.1. Konsequenzen des Determinismus: Das Kapitel analysiert, wie ein deterministisches Weltbild das Konzept moralischer Verantwortung untergräbt und den Menschen zum willenlosen Objekt kausaler Ketten degradiert.

2.2. Konsequenzen des Indeterminismus: Hier wird dargelegt, dass auch eine rein zufällige, indeterministische Welt keine Grundlage für moralische Verantwortlichkeit bietet, da Handlungen dann entkontrolliert und ohne Ursprung beim Individuum wären.

3. Humes Kompatibilitismus: Das Kapitel präsentiert David Humes Ansatz, der zwischen Willens- und Handlungsfreiheit unterscheidet, um Freiheit und kausale Notwendigkeit als kompatibel zu erweisen.

Schlüsselwörter

Willensfreiheit, Determinismus, Indeterminismus, Thomas Nagel, David Hume, Kompatibilitismus, Handlungsfreiheit, moralische Verantwortung, Kausalität, Notwendigkeit, Philosophie, menschliches Handeln, Entscheidungsfreiheit, Motivation, ethische Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob der Mensch einen freien Willen besitzt oder ob sein Handeln durch deterministische bzw. indeterministische Faktoren bestimmt ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Determinismus und Indeterminismus, die Problematik der moralischen Zurechenbarkeit sowie den kompatibilistischen Lösungsansatz nach David Hume.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Ziel ist es, die philosophische Ausweglosigkeit zwischen striktem Determinismus und reinem Zufall zu beleuchten und Humes Verständnis von Freiheit als Alternative vorzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse, basierend auf der kritischen Auseinandersetzung mit Thomas Nagels Werk und einer ergänzenden Interpretation durch Schriften von David Hume.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Nagelschen Fragestellungen zu Determinismus und Indeterminismus und deren moralische Konsequenzen sowie die Einführung des Humeschen Kompatibilitismus.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Willensfreiheit, Determinismus, Kompatibilitismus und moralische Verantwortung charakterisieren.

Wie unterscheidet Hume zwischen Willens- und Handlungsfreiheit?

Hume sieht in der Handlungsfreiheit die Abwesenheit von Zwang, während er den Willen selbst als durch Motive und Umstände determiniert betrachtet, womit beides vereinbar wird.

Warum hält Hume eine Determiniertheit des Willens für notwendig?

Hume argumentiert, dass moralische Verantwortung erst durch eine gewisse Regelmäßigkeit und Vorhersehbarkeit menschlichen Handelns ermöglicht wird, was eine Form der Determiniertheit voraussetzt.

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Details

Title
Thomas Nagels Sicht der Willensfreiheit
College
Technical University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Grade
1,0
Author
Leonard Ameln (Author)
Publication Year
2004
Pages
9
Catalog Number
V46685
ISBN (eBook)
9783638438261
Language
German
Tags
Thomas Nagels Sicht Willensfreiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leonard Ameln (Author), 2004, Thomas Nagels Sicht der Willensfreiheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46685
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