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Kanu-Wildwasserfahren als Kursangebot im Rahmen der gymnasialen Sekundarstufe II

Title: Kanu-Wildwasserfahren als Kursangebot im Rahmen der gymnasialen Sekundarstufe II

Examination Thesis , 2005 , 121 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tobias Keller (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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In vielen Bundesländern werden derzeit Änderungen in der Bildungspolitik in Form von Schulreformen vorgenommen. Auch in Niedersachsen erfolgt eine schulstrukturelle Weichenstellung um bildungspolitischen Ansprüchen gerecht zu werden. Im Schulalltag sehen sich Schülerinnen und Schüler jedoch nach wie vor mit dem Prinzip des Fachunterrichts in einem eng gestecktem zeitlichen Rahmen konfrontiert, der den Lernerfolg einzelner Inhalte erschwert. Dagegen birgt der Projektunterricht gewisse Möglichkeiten, aus der starren Struktur auszubrechen und durch Lernen in einem geeigneten Umfeld den Bildungsauftrag zu erfüllen. Die Schüler sollen durch mitgestalteten Unterricht in Gruppen bestimmte Schlüsselqualifikationen erwerben, die Voraussetzung für individuelle Entfaltung, gesellschaftliche Entwicklung und verantwortungsvolles Handeln sind (vgl. FREY 1982, 49f.).
Von diesem Aspekt ausgehend präsentiere ich mit dem Wildwasserfahren eine erlebnispädagogische Sportart, die auf Grund der unmittelbaren Erfahrungen in der Natur nicht nur den Folgen der zunehmenden Technisierung entgegenwirken kann, sondern darüber hinaus ein erhebliches pädagogisches Potential birgt. In dieser Arbeit wird der Frage eine zentrale Bedeutung beigemessen auf welche Art und Weise der Unterricht didaktisch-methodisch aufbereitet werden sollte um entsprechende Zielsetzungen zu erreichen. Der Aufbau der Arbeit ist in drei Teile gegliedert:
Das erste Kapitel beleuchtet die pädagogische Intention der Institution Schule, indem zunächst der schulische Bildungsauftrag dargestellt wird (II.1) und anschließend gezeigt
Wenn im Folgenden aus Gründen der besseren Lesbarkeit einheitlich die männliche Anrede gewählt wird, sind selbstverständlich beide Geschlechter gemeint. Gleiches gilt für ähnliche Wendungen wie Lehrerinnen und Lehrer etc.
wird, inwiefern der Sportunterricht mit seinen Aufgaben und Zielen diesem Auftrag gerecht werden kann (II.2). In diesem aus Ansprüchen, Aufgaben und Zielen bestehendem strukturellen Rahmen widme ich mich schließlich im Hauptteil dieses ersten Kapitels der Methode der Erlebnispädagogik (II.3).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. PÄDAGOGISCHE INTENTION

1. Der Bildungsauftrag der Schule

2. Legitimation des Schulsports

2.1 Fachdidaktische Konzepte

2.1.1 Das Sportartenprogramm

2.1.2 Die Körpererfahrung

2.1.3 Die Endpädagogisierung

2.1.4 Die Handlungsfähigkeit

2.1.5 Das integrativ-unterrichtstheoretische Konzept

2.2 Aufgaben und Ziele des Schulsports

3. Erlebnispädagogik

3.1 Definition

3.2 Zielsetzung der Erlebnispädagogik

3.3 Inhaltliche Merkmale und geschichtliche Entwicklung

3.3.1 Inhaltliche Abgrenzung

3.3.1.1 Die Natur als Lernfeld

3.3.1.2 Der pädagogische Nutzwert der Natur

3.3.1.3 Die Instrumentalisierung der Natur

3.3.2 Geschichtliche Entwicklung

3.3.2.1 Die „Wegbereiter“ der EP

3.3.2.2 Die Reformpädagogik

3.3.2.3 Kurt Hahns Erlebnistherapie

3.4 Reflexion und Transfer in der EP

3.4.1 Die Reflexion

3.4.2 Der Transfer

3.5 Kritik an der EP

3.6 Zusammenfassung

III. DIDAKTISCH-METHODISCHE KONZEPTIONEN ZUR EINFÜHRUNG IN DAS WILDWASSERFAHREN

1. Wildwasserfahren

1.1 Grundsätzliches über das Wildwasserfahren

1.1.1 Definition und Hydrologie des Wildwassers

1.1.2 Die Grundtechniken des Wildwasserfahrens

1.2 Besonderheiten des Kanufahrens im Wildwasser

2. Wildwasserfahren als Schulsport

2.1 Schulische Strukturen und Rahmenbedingungen

2.2 Zum Umgang mit der Angst

2.2.1 Begriffserklärung

2.2.2 Die spezielle Angst im Wildwasser

2.2.3 Angstreduzierende Methoden im Wildwasserunterricht

2.3 Sicherheit im Wildwasser

2.3.1 Die Rolle der Lehrkraft

2.3.2 Das Material

2.3.3 Die sicherheitsspezifische Methodik

2.4 Didaktisch-methodische Grundüberlegungen

2.4.1 Methodische Ansätze

2.4.1.1 Die Induktive gegenüber der Deduktiven Lehrmethode

2.4.1.2 Die Analytische gegenüber der Ganzheitlichen Lehrmethode

2.4.1.3 Die Handlungsorientierte Lehrmethode gegenüber der Orientierung an Technikleitbilder

3. Zur Einführung des Wildwasserfahrens – Ein Vergleich zweier Konzeptionen

3.1 Die traditionelle Methode

3.2 Der direkte Einstieg ins Wildwasser

3.2.1 Organisationsformen

3.2.1.1 Aufgabentypen

3.2.1.2 Gruppenarbeit

3.2.1.3 Selbstorganisation und Selbstverantwortung

3.3 Zusammenfassung

IV. PRAKTISCHE UMSETZUNG

1. Ziele des Wildwasserfahrens in der Schule

1.1 Kognitive Lernziele:

1.2 Motorische Lernziele

1.3 Sozial-affektive Lernziele

2. Organisatorische Rahmenbedingungen

1.1 Die Lerngruppe

1.2 Die Vorbereitung

1.3 Der Lernort

1.4 Das Material

3. Der Projektverlauf

3.1 Wochenplan

3.2 Verlaufsplan zur Übungseinheit am 2. Tag

3.3 Methodisch-didaktische Erläuterungen zum Stundenentwurf

V. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, wie die erlebnispädagogische Sportart Wildwasserfahren didaktisch-methodisch für den Schulsport der gymnasialen Sekundarstufe II aufbereitet und in ein schulisches Projekt integriert werden kann, um Lernziele wie Handlungsfähigkeit, soziale Kompetenz und Selbstständigkeit zu fördern.

  • Legitimation des Schulsports im Rahmen aktueller Bildungsreformen
  • Erlebnispädagogik als handlungsorientiertes Konzept im Schulsport
  • Methodische Konzepte für das Wildwasserfahren in der Schule
  • Umgang mit Angst, Sicherheit und Risikomanagement in der Praxis
  • Konzeption einer exemplarischen, siebentägigen Unterrichtseinheit

Auszug aus dem Buch

3.3.1.3 Die Instrumentalisierung der Natur

Bislang wurden zwei Aspekte durch die besonderen Erlebnisse in der Natur beleuchtet: Auf der einen Seite werden den Jugendlichen Ansätze offeriert, die das Gemeinschaftsleben, das Durchsetzungsvermögen und die Gesundheit fördern. Auf der anderen Seite kann durch ein neu erworbenes Bewusstsein und Verständnis für ökologische Vorgänge seitens der Schüler ein Teil zum aktiven Naturschutz beigetragen werden.

Jedoch muss an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass bedeutende Schäden erst durch den Sport treibenden Menschen hervorgerufen werden. Der Drang dem Alltag zu entfliehen und sich als Ausgleich zum stressigen Bürojob an der frischen Luft körperlich zu betätigen ist bei vielen Menschen ausgeprägt und wird von der Sport- und Freizeitindustrie durch gezielte Werbung noch verstärkt. Es werden Trends geschaffen, die auf dem Reiz des Abenteuers erlebnisorientierter Sportarten basieren. Der Nervenkitzel wird zum marktwirtschaftlichen Verkaufsgut und die Natursportarten durch die steigende Nachfrage zum profitablen Geschäft. Allerdings liegt das Hauptaugenmerk auf dem „schnellen Thrill“ aus „körperintensiven Grenzerlebnissen“ (KOCH 1994, 26) und nicht auf Erfahrungsprozessen mit besonderer Betonung des Naturerlebens. Eine derartige Konsumorientierung wird auf Kosten der pädagogischen Betrachtungsweise und v.a. auf Kosten der Natur ausgetragen. Die Intensivierung der Angebote von Risiko- bzw. Natursportarten und die Ausbreitung des Massentourismus hat nachhaltige Auswirkungen auf die jeweils in Mitleidenschaft gezogenen Ökosysteme.

SEEWALD, KRONBICHLER und GRÖSSING schildern die Konsequenzen, die ein solcher „Masseneffekt“ auf einen natürlichen Lebensraum hat: Sie unterscheiden dabei zwischen primären und sekundären Einflüssen, die durch den Menschen hervorgerufen werden. Primäre Schäden resultieren aus der unmittelbaren sportlichen Betätigung in der Natur (z.B. Trittschäden beim Ein- und Aussteigen in Kanus in der Uferzone des Flusses), während sekundäre Schäden aus den Folgen der Reisebewegungen resultieren (bauliche Eingriffe in das Ökosystem für die Herstellung einer massentouristische Infrastruktur: Parkplätze, Liftanlagen, Straßen etc.) und langfristig wirken (vgl. SEEWALD u.a. 1998, 169ff.).

Daraus erwächst der häufige Vorwurf an die EP, sie instrumentalisiere die Natur, d.h. sie diene unter dem Vorwand der pädagogischen Wirksamkeit lediglich als spezifisches Medium für die Bewegungsleistungen der Sportler.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den schulischen Bildungsauftrag im Kontext von Reformen und stellt das Wildwasserfahren als erlebnispädagogische Sportart vor, deren didaktische Aufbereitung in dieser Arbeit untersucht wird.

II. PÄDAGOGISCHE INTENTION: Dieses Kapitel legitimiert den Schulsport durch den doppelten Bildungsauftrag (Erziehung zum und durch Sport) und führt die Erlebnispädagogik als alternativen, handlungsorientierten Ansatz ein.

III. DIDAKTISCH-METHODISCHE KONZEPTIONEN ZUR EINFÜHRUNG IN DAS WILDWASSERFAHREN: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Wildwasserfahrens, die Bedeutung der Sicherheit sowie didaktische Methoden wie der direkte Einstieg versus die traditionelle Methode gegenübergestellt.

IV. PRAKTISCHE UMSETZUNG: Dieser Teil beschreibt ein konkretes, siebentägiges Projektvorhaben auf der Salza in Österreich, inklusive Lernzielen, organisatorischen Rahmenbedingungen und detailliertem Verlaufsplan.

V. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit des Konzepts unter Berücksichtigung der Transferproblematik und der Belastung für die Lehrkräfte.

Schlüsselwörter

Wildwasserfahren, Kanusport, Schulsport, Erlebnispädagogik, Handlungsfähigkeit, Natursport, Pädagogik, Sicherheit im Wildwasser, Projektunterricht, Sozialkompetenz, Transfer, Ökologie, Angstbewältigung, Didaktik, Wagnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufbereitung und praktischen Umsetzung der erlebnispädagogischen Sportart "Wildwasserfahren" im Rahmen eines Schulprojekts für die gymnasiale Sekundarstufe II.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Legitimation des Schulsports, die Grundlagen der Erlebnispädagogik, sicherheitsspezifische Anforderungen beim Wildwasserfahren sowie die methodische Planung eines siebentägigen Kanu-Projekts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wildwasserfahren im Sportunterricht didaktisch sinnvoll integriert werden kann, um neben sportlichen Fähigkeiten auch soziale und persönliche Kompetenzen der Schüler zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit sportpädagogischer Fachliteratur, die Analyse von Bildungsaufträgen und curricularen Vorgaben sowie die Erstellung und kritische Reflexion eines konkreten Praxisentwurfs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die pädagogische Fundierung (Erziehung im Sport), die fachspezifische Einführung in die Sportart (Technik, Hydrologie) und die detaillierte Planung eines Schulprojekts inklusive Wochenplan und methodischer Erläuterungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wildwasserfahren, Schulsport, Erlebnispädagogik, Handlungsfähigkeit, Naturschutz und Sicherheitsmethodik charakterisiert.

Inwiefern beeinflusst der Lernort die pädagogischen Möglichkeiten?

Der Lernort in der freien Natur bietet im Vergleich zur Sporthalle authentische Reize und Herausforderungen, die für erlebnispädagogische Ziele wie Selbstvertrauen und ökologisches Bewusstsein essentiell sind.

Wie wird mit der Angst der Schüler umgegangen?

Die Arbeit betont, dass Angst im Wildwasser eine natürliche Schutzreaktion ist. Anstatt sie zu vermeiden, soll sie durch angstreduzierende Methoden, vertrauensvolle Kommunikation und eine schrittweise Steigerung der Anforderungen pädagogisch begleitet werden.

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Details

Title
Kanu-Wildwasserfahren als Kursangebot im Rahmen der gymnasialen Sekundarstufe II
College
University of Göttingen  (Sportwissenschaftliches Institut)
Grade
1,0
Author
Tobias Keller (Author)
Publication Year
2005
Pages
121
Catalog Number
V46691
ISBN (eBook)
9783638438315
Language
German
Tags
Kanu-Wildwasserfahren Kursangebot Rahmen Sekundarstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Keller (Author), 2005, Kanu-Wildwasserfahren als Kursangebot im Rahmen der gymnasialen Sekundarstufe II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46691
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