Was war der französische Revolutionskalender, wie funktionierte er, welche Auswirkungen hatte er auf die Bevölkerung und warum wurde er letzten Endes abgeschafft ?
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Historische Grundlagen der französischen Revolution
III. Chronologischer Ablauf der Revolution
IV. Der französische Revolutionskalender
1. Die Entstehung des Kalenders
2. Der Beginn der Kalenderumbildung
3. Der Revolutionskalender
4. Die Umbenennung der Monate
5. Die Idee der dezimalen Namensgebung
6. Die Reaktion der Bevölkerung
7. Der Sinn des Revolutionskalenders
V. Abschaffung des Kalenders
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen, die Funktionsweise sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen des französischen Revolutionskalenders zwischen 1789 und 1805. Ziel ist es, die Gründe für die Einführung dieses Kalenders, seine Einbettung in den historischen Kontext der Revolution und die Ursachen für seine spätere Abschaffung aufzuzeigen.
- Historische Einordnung der Französischen Revolution
- Funktionsweise und Struktur des Revolutionskalenders
- Dezimales Zeitsystem und Namensreformen
- Gesellschaftliche Akzeptanz und Widerstand
- Gründe für die Rückkehr zum gregorianischen Kalender
Auszug aus dem Buch
3. Der Revolutionskalender
Der 22. September 1792 war der Anfangstag der Republik. Wieder fand eine Rückdatierung statt, so dass 1792 das erste Jahr der Republik war, bzw. das Jahr der Republik schon im Januar begonnen hatte, obwohl es erst im September ausgerufen worden war. Die neue Kalenderzählung sollte auf von der Natur vorgegebenen Zeitabläufen basieren. Ausgangspunkt dafür war der erste Tag der Republik. Am 22. September fand die Herbst-Tag- und -Nachtgleiche statt. Zudem dominierte das Sternbild Waage, das Symbol der Gleichheit, am Firmament.
Die Monate erhielten ihre Namen durch simples Durchzählen: Primen, Bimen, Trimen, usw.
Die Revolutionäre waren vor allem vom dezimalen Rechensystem äußerst angetan. So wurde ein Monat in drei Dekaden zu je 10 Tagen aufgeteilt. die Tage wurden ebenfalls durch Abzählen benannt: Primidi, Duodi, Tridi, Quartidi, Quintidi, Sextidi, Septidi, Octidi, Nonidi und Decadi.
Der Decadi war als Ersatz für den arbeitsfreien Sonntag vorgesehen. Die übrigen neun Tage waren normale Arbeitstage.
Ein Tag sollte aus 10 Stunden à 100 Minuten bestehen. Eine Minute enthielt 100 Sekunden.
Voraussetzung dafür war die Produktion neuer Uhren. Doch schon nach zwei Jahren stellte sich diese Tageseinteilung als undurchführbar heraus.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die Hintergründe und die Bedeutung des französischen Revolutionskalenders zu beleuchten.
II. Historische Grundlagen der französischen Revolution: Dieses Kapitel erläutert die sozioökonomischen und politischen Krisen, wie die Legitimationskrise der Monarchie und den Wunsch des Bürgertums nach politischer Teilhabe, die zur Revolution führten.
III. Chronologischer Ablauf der Revolution: Der Abschnitt bietet einen Überblick über die zentralen Ereignisse der Revolution von der Einberufung der Generalstände 1789 bis zur Etablierung des Direktoriums.
IV. Der französische Revolutionskalender: Die Unterkapitel detaillieren die Entstehung, die mathematische Struktur, die Umbenennung der Monate nach natürlichen Phänomenen sowie die utopische Idee einer dezimalen Namensgebung für Personen.
V. Abschaffung des Kalenders: Hier werden die Gründe für das Scheitern des Kalenders und dessen Abschaffung durch Napoleon im Jahr 1805 dargelegt.
Schlüsselwörter
Französische Revolution, Revolutionskalender, Kalenderreform, Dezimalsystem, Republik, Zeitrechnung, Nationalkonvent, Wohlfahrtsausschuss, Maximilien de Robespierre, Ancien Régime, Geschichte, Chronologie, Gesellschaft, Frankreich, Napoleon.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, Funktionsweise und Bedeutung des französischen Revolutionskalenders, der während der Französischen Revolution eingeführt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die historischen Hintergründe der Französischen Revolution, die Struktur des neuen Kalenders sowie dessen Auswirkungen auf den Alltag und die Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Revolutionskalender als ein Instrument der gesellschaftlichen Neuordnung zu verstehen und zu erklären, warum er trotz der intendierten Modernisierung scheiterte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische Chroniken und Sekundärquellen auswertet, um den Kontext und die zeitgenössischen Reformbestrebungen zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Grundlagen der Revolution, den chronologischen Ablauf der politischen Ereignisse sowie eine detaillierte Untersuchung der Kalenderreform in all ihren Aspekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Französische Revolution, Revolutionskalender, Dezimalsystem, Zeitrechnung und die soziale Umgestaltung durch die Jakobiner.
Welche Rolle spielte der "Decadi" im neuen Kalendersystem?
Der Decadi ersetzte als zehnter Tag der Dekade den christlichen Sonntag und sollte als arbeitsfreier Tag die Abkehr von kirchlichen Traditionen markieren.
Warum war die dezimale Tageseinteilung in der Praxis nicht erfolgreich?
Die Einteilung des Tages in 10 Stunden zu je 100 Minuten scheiterte an der fehlenden praktischen Umsetzung und der Notwendigkeit, sämtliche Uhren neu zu produzieren und anzupassen.
Welcher Zusammenhang bestand zwischen dem Kalender und der Namensgebung?
Der Jakobiner Jean-Alexandre Carney schlug vor, Vornamen nach dem Geburtstagsdatum und der Geburtsstunde zu vergeben, um diese Informationen direkt im Namen zu kodieren.
Was waren die Hauptgründe für die Abschaffung des Kalenders durch Napoleon?
Neben der geringen Akzeptanz in der Bevölkerung führten vor allem die Schwierigkeiten im internationalen Außenhandel und der Wunsch nach einer Abkehr von der radikalen republikanischen Symbolik zur Rückkehr zum gregorianischen Kalender.
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- Anke Seifert (Author), Claudia Breisa (Author), 2004, Der französische Revolutionskalender, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46705