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Diskursanalyse als Methode Politikwissenschaftliche Anwendungspotentiale am empirischen Beispiel der Leitkulturdebatte

Title: Diskursanalyse als Methode Politikwissenschaftliche Anwendungspotentiale am empirischen Beispiel der Leitkulturdebatte

Term Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 2.5

Autor:in: Lars Normann (Author)

Politics - Methods, Research
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Gegenstand dieser Arbeit ist die Darstellung der Diskursanalyse als politikwissenschaftliche Methode und die Anwendung einer Diskursanalyse an dem empirischen Beispiel der Leitkulturdebatte im Herbst 2000 in der BRD. In einem diachronen Vergleich soll ermittelt werden, ob die CDU mit der von ihr ausgelösten Debatte einen kulturellen Wandel und damit eine Interpretationsherrschaft in der Gesellschaft und den Eliten erreichen konnte. Die qualitative Einzelfalluntersuchung Diskursanalyse untersucht öffentliche, mehr oder weniger organisierte konflikthafte thematisch abgeschlossene Diskussionsprozesse von zum Beispiel diskursiven politischen Eliten. Mit den von SCHWAB-TRAPP entwickelten Analyseinstrumenten läßt sich in einem diachronen Vergleich der Diskurs rekonstruieren. Die diskursive Formation der Begriff Leitkulturdebatte im diskursiven Feld der öffentlichen
Auseinandersetzung in Buch- und Zeitungsveröffentlichungen und die diskursiven Gemeinschaften, also die Hauptakteure (Eliten), werden textanalytisch untersucht (SCHWAB-TRAPP, 2001, S. 261-283). Auf die Erläuterung der für von zentraler Wichtigkeit erachteten letzten beiden Begriffe Elite und Strategie wird im Rahmen dieser Arbeit, neben dem Anwendungsbeispiel, ein Schwerpunkt gesetzt. Weitere Ausführungen zur Diskursanalyse, korrespondierend mit dem Titel der Arbeit als spezifisch politikwissenschaftliche Methode und über die Einordnung als qualitative Methode hinaus finden sich in der methodischen Einordnung der Einleitung und im Hauptteil dieser Arbeit.
Diese Arbeit dient der Erlangung des Leistungsnachweises im Teilgebiet Methoden. Die Arbeit wird aufgrund des von mir gehaltenen Referats zur Diskursanalyse als politikwissenschaftliche Methode auf dem Präsenzseminar vom 14.-15.12.2002 in Karlsruhe zum Thema „Transatlantische Beziehungen aus europäischer Perspektive“ erstellt. Weiterhin bin ich in einer Public-Relations Agentur beschäftigt und dort unter anderem mit politischen Kampagnen und politischer Kommunikation vertraut. Der Diskurs um die deutsche Leitkultur kann als eine gescheiterte politische Kampagne gesehen werden. Die Diskursanalyse ist ein methodisches Mittel, den Prozeß von politischen Kampagnen zu rekonstruieren, zu interpretieren, die Eliten und deren Wahrnehmung herauszufiltern, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Diskursereignisse einzugrenzen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Die Diskursanalyse als politikwissenschaftliche Methode

2.2 Analyseinstrumente der Diskursanalyse

2.2.1 Diskursive Formationen

2.2.2 Diskursive Felder

2.2.3 Diskursive Gemeinschaften

2.2.4 Diskursive Eliten

2.2.5 Diskursive Strategie

2.3 Das empirische Beispiel der Leitkulturdebatte

2.3.1 Der Begriff

2.3.2 Etappen der Auseinandersetzung

2.3.3 Das Krisenmanagement der Unionsparteien

2.3.3.1 Zielgruppenorientierung des Diskurses

2.3.3.2 Kommunikation/diskursive Strategie

2.3.3.3. Agenda diktieren

3. Zusammenfassung und Ergebnis

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit untersucht die Diskursanalyse als politikwissenschaftliche Methode am praktischen Beispiel der deutschen „Leitkulturdebatte“ des Jahres 2000. Ziel ist es zu analysieren, warum die Unionsparteien mit ihrer Kampagne scheiterten und wie sich die Deutungsmacht im Diskurs verschob.

  • Grundlagen der politikwissenschaftlichen Diskursanalyse
  • Analyseinstrumente nach Schwab-Trapp
  • Empirische Untersuchung der Leitkulturdebatte
  • Politische Kommunikation und Krisenmanagement von Kampagnen
  • Rolle von diskursiven Eliten in der öffentlichen Debatte

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Diskursive Formationen

Diskursive Formationen sind Endprodukte eines Prozesses von benachbarten oder heterogen verknüpften Diskursen. Diese Formationen organisieren Diskurse, die in Konkurrenz-, Dominanz- oder Koalitionsbeziehungen zueinander stehen. Dabei sind diese Diskurse inhaltlich bestimmt und thematisch gebunden. Diskursive Formationen institutionalisieren legitime Sichtweisen zu Themenfeldern wie zum Beispiel Krieg, Gewalt, Ökologie, transatlantische Beziehungen, multiethnisches Zusammenleben und Einwanderung. Sie interpretieren, erklären und rechtfertigen soziale und politische Handlungszusammenhänge und sind das Produkt eines Interpretationsprozesses.

Im Mittelpunkt steht dabei der Kampf um die Deutungsmacht. Legitime Deutungen sind kollektiv anerkannte Deutungen und als kollektiv anerkannte Deutungen sind sie legitimierungsfähige Deutungen, die politisches Handeln legitimieren kann. Dieser Kampf um die Deutungsmacht, auch Interpretationsherrschaft genannt, steht im Mittelpunkt der politischen Diskursanalyse (SCHWAB-TRAPP, 2001, S. 267 f.). Also sind diskursive Formationen konflikthafte, themengebundene Diskursprozesse im öffentlichen Raum. Diese bezeichnen damit Oberbegriffe, in denen einzelne Diskursanalysen zur Anwendung kommen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird der Untersuchungsgegenstand definiert und die Eignung der Diskursanalyse als qualitative politikwissenschaftliche Methode begründet.

2. Hauptteil: Dieser Teil führt theoretische Analyseinstrumente ein und wendet diese auf den konkreten Fall der Leitkulturdebatte an, um das Scheitern der politischen Kampagne der Union zu erklären.

3. Zusammenfassung und Ergebnis: Abschließend wird evaluiert, inwiefern die Diskursanalyse zur Untersuchung politischer Kampagnen erfolgreich beigetragen hat und welche Erkenntnisse für zukünftige Prozesse daraus gewonnen werden können.

Schlüsselwörter

Diskursanalyse, Leitkulturdebatte, Politikwissenschaft, Deutungsmacht, Interpretationsherrschaft, Diskursive Formation, Politische Kommunikation, Kampagnenführung, Unionsparteien, Politische Eliten, Diskursives Feld, Diskursive Strategie, Krisenmanagement, Sozialwissenschaft, Einwanderungsdebatte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die „Leitkulturdebatte“ von 2000 in Deutschland als eine politische Kampagne und nutzt die Diskursanalyse, um das Scheitern der Unionsparteien in diesem Diskurs zu untersuchen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen Methoden der Politikwissenschaft, insbesondere die Diskursanalyse, sowie die Anwendung von Kampagneninstrumenten in der politischen Kommunikation und deren Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Es wird untersucht, ob die CDU mit der von ihr ausgelösten Debatte tatsächlich einen kulturellen Wandel erreichen konnte und warum sie die Interpretationsherrschaft in diesem Prozess verlor.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine qualitative Diskursanalyse nach Schwab-Trapp verwendet, kombiniert mit Inhaltsanalysen von Zeitungs- und Buchbeiträgen.

Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des methodischen Gerüsts (diskursive Formationen, Felder, Eliten, Strategien) und die empirische Anwendung dieser Instrumente auf die konkrete Debatte um die deutsche Leitkultur.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Diskursanalyse und Leitkultur vor allem Deutungsmacht, diskursive Eliten und Strategien der Konsens- bzw. Dissensbildung.

Welche Rolle spielt Bassam Tibi für die Argumentation der Arbeit?

Tibi wird als ursprünglicher Begriffsgeber für „Leitkultur“ eingeführt, dessen theoretische Konzeption sich jedoch signifikant von der späteren politischen Instrumentalisierung durch die Unionspolitiker unterschied.

Wie bewertet die Arbeit das Krisenmanagement der Union?

Das Krisenmanagement wird als „kläglich“ eingestuft, da die Union keine klare diskursive Strategie verfolgte und die Deutungshoheit schnell an politische Gegner verlor.

Warum war die Intervention von Paul Spiegel so folgenreich für den Diskurs?

Spiegel nutzte sein symbolisches Kapital als moralische Autorität, um den Begriff der Leitkultur auf die Grundlagen des Grundgesetzes zurückzuführen und ihn so dem populistischen Kontext der Union zu entziehen.

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Details

Title
Diskursanalyse als Methode Politikwissenschaftliche Anwendungspotentiale am empirischen Beispiel der Leitkulturdebatte
College
University of Hagen
Grade
2.5
Author
Lars Normann (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V46706
ISBN (eBook)
9783638438469
Language
German
Tags
Diskursanalyse Methode Politikwissenschaftliche Anwendungspotentiale Beispiel Leitkulturdebatte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Normann (Author), 2004, Diskursanalyse als Methode Politikwissenschaftliche Anwendungspotentiale am empirischen Beispiel der Leitkulturdebatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46706
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