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Innere Teamentwicklung zur Rollenübernahme- und Kommunikationsfähigkeit bei Kindern - Eine Synthese der Ansätze Friedemann Schulz von Thuns und John H. Flavells

Title: Innere Teamentwicklung zur Rollenübernahme- und Kommunikationsfähigkeit bei Kindern - Eine Synthese der Ansätze Friedemann Schulz von Thuns und John H. Flavells

Seminar Paper , 2003 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anita Glunz (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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In seinem Werk „Miteinander reden 3. Das ‘Innere Team’ und situationsgerechte Kommunikation“ entwickelt F. Schulz von Thun das Modell der inneren Teammitglieder und nennt als wichtigstes Kriterium für eine „gute“ Kommunikation das ‘Gebot der doppelten Stimmigkeit’. Er definiert dieses als die doppelte Übereinstimmung des Sprechers mit sich selbst und mit dem Charakter einer Situation. Der erste Teil des Gebots, der die Abstimmung der verschiedenen inneren Stimmen untereinander betrifft, wird von Schulz von Thun ausführlich behandelt. Die weitreichende Bedeutung der zweiten Prämisse kann jedoch über Schulz von Thuns Ansatz hinaus noch vertieft und erweitert werden.
Die Forschungen, die in dem Buch „Rollenübernahme und Kommunikation bei Kindern“ von John H. Flavell u.aa. beschrieben werden, befassen sich mit der Entwicklung des ‘Denkens über die soziale Umgebung’. Neben perzeptiven, kognitiven und verbalen Fähigkeiten ist die Fähigkeit, bestimmte Merkmale eines anderen Individuums zu verstehen, wahrzunehmen, daraus Verhaltensweisen des anderen in bestimmten Interaktionssituationen zu antizipieren und in die eigene Verhaltensstrategie einzuplanen, eine notwendige Bedingung, um effektiv zu kommunizieren. Schulz von Thun deutet diesen Sachverhalt in dem Begriff des „situativen Spürsinns“ an. Auch in der modernen Linguistik wird das Augenmerk nicht mehr nur auf das idiomatische und grammatische Wissen gerichtet, sondern auch auf das expressive Wissen bzw. die linguistische Korrektheit, die sich auf situationsangemessene Kommunikationsstrategien bezieht. Die Erfassung einer Situation und die Wahl der adäquaten Kommunikationsstrategie hängt dabei entscheidend von der Fähigkeit zur Differenzierung der Rollenmerkmale des Gesprächpartners ab. Welche inneren Teammitglieder dafür benötigt werden, wann sie sich bei Kindern ausbilden, wie sie sich an veränderte Kommunikationsbedingungen und verschiedene Kommunikationspartner anpassen und welchen Beitrag sie zum Gelingen der Kommunikation leisten, sollen im Folgenden diskutiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet „Rollenübernahme“?

2.1 Inneres Team zur Rollenübernahme

2.2 Egozentrische Kommunikation

2.3 Nicht-egozentrische Kommunikation

3. Entwicklung der Rollenübernahmefähigkeit bei Kindern

3.1 Frühe Entwicklung

3.2 Entwicklung in der mittleren Kindheit und im Jugendalter

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Friedemann Schulz von Thuns Modell des „inneren Teams“ und John H. Flavells Forschungen zur Rollenübernahmefähigkeit bei Kindern. Ziel ist es zu ergründen, wie sich innere Teilfähigkeiten entwickeln, die es Kindern ermöglichen, soziale Situationen zu erfassen und ihre Kommunikation situationsgerecht anzupassen.

  • Das Konzept des „inneren Teams“ im Kontext der Rollenübernahme
  • Unterscheidung zwischen egozentrischer und nicht-egozentrischer Kommunikation
  • Stufen der kindlichen Entwicklung der Rollenübernahmefähigkeit
  • Die Bedeutung von Rekodierungsprozessen für erfolgreiche Interaktion
  • Einfluss von sozialen Erfahrungen und Selbstreflexion auf die Kommunikationsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

2.1 Inneres Team zur Rollenübernahme

Fünf Teilfähigkeiten, für die verschiedene innere Teammitglieder entwickelt werden müssen, sind für den Erwerb des role-taking notwendig.

Der erste Bestandteil ist das Bewusstsein, dass der andere und man selbst den gleichen Gegenstand verschieden wahrnehmen können. Der Perspektivenunterscheider, wie wir ihn hier nennen möchten, taucht schon in der frühen Kindheit auf. Allerdings erscheint er nur gelegentlich und auch nur dann, wenn er ausdrücklich dazu aufgefordert wird, eine andere Perspektive zu erkennen. Zunächst taucht er auch nur in Verbindung mit wahrnehmungsbezogenen Rollenmerkmalen auf. Emotionale, funktionale und sozial bedeutende Merkmale können erst von ihm erkannt werden, wenn das Kind die Fähigkeit entwickelt hat, über Personen nicht nur als Objekte, sondern als Subjekte zu denken, die über eigene innere Vorgänge verfügen. Im Laufe der Entwicklung muss der Perspektivenunterscheider trainiert und in seiner Wahrnehmung geschärft werden.

An zweiter Stelle steht ein innerer Wachpolizist, der den Perspektivenunterscheider in gewissen Situationen zu seinem Einsatz rufen muss. Der innere Wachpolizist wird benötigt, wenn der Perspektivenunterscheider die verschiedenen Perspektiven zwar erkennt, aber nicht bemerkt, dass sie Implikationen für sein Kommunikationsverhalten haben. Er bezieht sich also auf die zunehmende eigene Erkenntnis, dass bestimmte Situationen zwar nicht explizit, aber doch implizit Rollenübernahmefähigkeiten fordern, d. h. dass bestimmte Situationen ein Signal darstellen, dass man Rollenübernahme verwenden und einsetzen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Modell des „inneren Teams“ nach Schulz von Thun und die Forschungen von Flavell ein und definiert die zentrale Fragestellung nach der Entwicklung notwendiger kommunikativer Teilfähigkeiten bei Kindern.

2. Was bedeutet „Rollenübernahme“?: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen gelegt, indem die Teilfähigkeiten des „inneren Teams“ zur Rollenübernahme identifiziert und die Differenzen zwischen egozentrischer und nicht-egozentrischer Kommunikation erläutert werden.

3. Entwicklung der Rollenübernahmefähigkeit bei Kindern: Dieses Kapitel analysiert die zeitliche Entwicklung der verschiedenen Teammitglieder des role-taking, unterteilt in die frühe Kindheit sowie die mittlere Kindheit bis hin zum Jugendalter.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und betont, wie soziale Erfahrungen und Selbstreflexion die Fähigkeit zur erfolgreichen Kommunikation und Rollenübernahme langfristig prägen.

Schlüsselwörter

Rollenübernahme, Inneres Team, Kommunikation, Kinder, Flavell, Schulz von Thun, Egozentrismus, Perspektivenunterscheider, Rollenmerkmale, soziale Interaktion, Rekodierung, Entwicklungspsychologie, Kommunikationsfähigkeit, Situativer Spürsinn, Selbstreflexion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die psychologischen Voraussetzungen für eine gelungene Kommunikation bei Kindern und verknüpft dabei zwei wissenschaftliche Ansätze: das Modell des „inneren Teams“ von Schulz von Thun und die Forschungen von Flavell zur Rollenübernahmefähigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Entwicklung sozial-kognitiver Fähigkeiten, die Unterscheidung zwischen egozentrischer und nicht-egozentrischer Kommunikation sowie der Prozess der Rollenübernahme bei Kindern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, welche inneren Teammitglieder für eine erfolgreiche Rollenübernahme notwendig sind, wann sich diese bei Kindern ausbilden und wie sie zur situationsgerechten Kommunikation beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin wählt einen synthetisierenden Ansatz, der psychologische Konzepte beider Autoren verbindet und diese anhand von empirischen Testreihen (u.a. von Flavell) theoretisch erläutert und erweitert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Modells der „Rollenübernahme“ durch das innere Team sowie die detaillierte Darstellung der Entwicklungsstufen von der frühen Kindheit bis zum Jugendalter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Rollenübernahme, Inneres Team, Kommunikation, Egozentrismus, Perspektivenunterscheider und Rekodierung.

Was unterscheidet egozentrische von nicht-egozentrischer Kommunikation?

Egozentrische Kommunikation ist auf die eigene Perspektive begrenzt, während bei der nicht-egozentrischen Kommunikation der Sprecher die Bedürfnisse des Zuhörers erkennt und seine Nachricht entsprechend rekodiert.

Warum spielt der „innere Wachpolizist“ eine wichtige Rolle für die kindliche Kommunikation?

Der Wachpolizist ist entscheidend, da er das Kind in einer spezifischen Situation darauf aufmerksam machen muss, dass die unterschiedlichen Perspektiven von ihm und seinem Gegenüber eine Anpassung des Kommunikationsverhaltens erfordern.

Welche Rolle spielt die Pubertät bei der Entwicklung dieser Fähigkeiten?

In der Pubertät findet eine Phase intensiver Selbstreflexion statt, in der junge Menschen ihre eigenen Gedanken und Gefühle verstärkt mit denen anderer vergleichen, was die Fähigkeit zur reflexiven Rollenübernahme weiter fördert.

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Details

Title
Innere Teamentwicklung zur Rollenübernahme- und Kommunikationsfähigkeit bei Kindern - Eine Synthese der Ansätze Friedemann Schulz von Thuns und John H. Flavells
College
University of Tubingen  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Course
Kommunikationstraining
Grade
1,0
Author
Anita Glunz (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V46740
ISBN (eBook)
9783638438759
ISBN (Book)
9783638764018
Language
German
Tags
Innere Teamentwicklung Rollenübernahme- Kommunikationsfähigkeit Kindern Eine Synthese Ansätze Friedemann Schulz Thuns John Flavells Kommunikationstraining
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anita Glunz (Author), 2003, Innere Teamentwicklung zur Rollenübernahme- und Kommunikationsfähigkeit bei Kindern - Eine Synthese der Ansätze Friedemann Schulz von Thuns und John H. Flavells, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46740
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