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Therese von Bacherachts Briefe aus Java. Der weibliche Blick auf das Fremde im 19. Jahrhundert

Titel: Therese von Bacherachts Briefe aus Java. Der weibliche Blick auf das Fremde im 19. Jahrhundert

Hausarbeit , 2016 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Julia Hoch (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Blick auf fremde Kulturen führt oft zu divergenten Perspektiven, die sich in literarischen Werken niederschlagen. Ein solches Werk sind die Briefe von Therese von Bacheracht, die sie während ihres Aufenthalts auf Java schrieb. In dieser Arbeit soll anhand der Briefe untersucht werden, welche Vorzüge eine zeitnahe Veröffentlichung von Reisebriefen hat und welche Darstellungen der javanischen Fremde auf die damalige europäische Leserschaft Wirkung gezeigt hätten. Dabei liegt der Fokus auf der Perspektive Therese von Bacherachts auf die fremden Kulturen Javas.

Zur literaturwissenschaftlichen Einordnung der Briefe wird zuerst ein Blick auf den Fremdheitstopos in der Literatur geschaffen. Daran schließt sich ein Abriss über das Reisen im neunzehnten Jahrhundert an, welcher die Möglichkeiten einer Reise, das Genre des Reiseberichts, sowie Gegebenheiten für reisende Frauen beleuchtet. Die Insel Java wird kurz historisch fokussiert und mit einem Betrachten der damaligen europäischen Reisautoren verknüpft.

In der Analyse des Reiseberichts stehen folgende Punkte zur Konturierung: Klimatische Unterschiede, fremde Sitten und Rituale, die Frauenwelt in der Fremde das Eigene in der Fremde mit Blick auf den Eurozentrismus. Die Analyseergebnisse werden resümierend geordnet und mit einer möglichen Signifikanz einer Veröffentlichung der Briefe im 19. Jahrhundert in Verbindung gebracht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Fremde: Interkulturelle Unterschiede in der Literatur

3 Reisen im 19. Jahrhundert

3.1 Möglichkeiten und Gegebenheiten des Reisens

3.2 Das Genre Reisebericht

3.3 Geschlechtsspezifisch: Frauen reisen

4 Java

4.1 Historischer Kurzüberblick

4.2 Europäische Reiseberichtsautoren auf Java

5 Kurzbiographie Therese von Bacherachts

6 „Heute werde ich Absonderliches sehen“: Briefe aus Java 1850-1852

6.1 Struktur und Sprachstil des Werkes

6.2 Inhaltliche Zusammenfassung

7 Analyse der Briefe aus Java

7.1 Klimatische Unterschiede: Natur, Körper und Geist

7.2 Fremde Sitten und Rituale

7.3 Die Frauenwelt in der Fremde

7.4 Eurozentrismus: Das Eigene in der Fremde

8 Resümee

8.1 Ergebnisse der Analyse

8.2 Mögliche Signifikanz einer Veröffentlichung im 19. Jahrhundert

9 Fazit

10 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den weiblichen Blickwinkel von Therese von Bacheracht auf die javanische Fremde im 19. Jahrhundert, wobei insbesondere die interkulturelle Wahrnehmung sowie die damit verbundene stilistische und thematische Umsetzung in ihren Briefen analysiert werden, um die Auswirkungen europäischer Perspektiven und Vorurteile auf die Darstellung fremder Kulturen aufzuzeigen.

  • Analyse des Fremdheitstopos im Kontext der interkulturellen Germanistik.
  • Untersuchung der spezifischen Bedingungen und Herausforderungen für reisende Frauen im 19. Jahrhundert.
  • Dekonstruktion eurozentrischer Wahrnehmungsmuster in den Reisebriefen von Therese von Bacheracht.
  • Reflexion über die Signifikanz einer zeitnahen Veröffentlichung der Reisebriefe und deren Rezeptionspotenzial.

Auszug aus dem Buch

7.1 Klimatische Unterschiede: Natur, Körper und Geist

Durch beinahe alle Reisebriefe Therese von Bacherachts zieht sich der Topos des Klimas, der in Verbindung mit Flora, Fauna oder der Lebensweise der Menschen zur Darstellung kommt. So konstatiert die Autorin bereits zu Beginn, als sie sich noch im tropischen Batavia aufhält: „Seit ich nun hier bin, habe ich eingesehen, dass er [ihr Ehemann] recht hat und dass die Existenz 8 Grad unter dem Äquator einen anderen Charakter als in unserem eingefrorenen Norden hat. Der Mensch ist abhängig von der Erdscholle, die ihn trägt.“

Von Bacheracht erwähnt an dieser Stelle zum ersten Mal die durch ihren Ehemann prognostizierte Vorstellung von unterschiedlichen Lebensweisen durch differierende klimatische Bedingungen, die sie an dieser Stelle bewiesen sieht. Bald überträgt sie die Interpretation auf das Verhalten der Einheimischen: „Was mir aber in dieser ganzen Menschenrasse, [...] besonders auffällt, ist ihr Mangel an Beweglichkeit, sowohl in den Gesichtszügen als in ihrem übrigen Körper. Während ich in Europa und namentlich in Italien Menschen sah, deren Antlitz jeden Affekt ausdrückte, wenn ich die rastlose Bewegung betrachte und ihre fortwährende Tätigkeit, so sah ich hier nichts als in sich gekehrte, still vorwärts wandernde Gestalten, die keine Leidenschaft zu kennen schienen. Diese Menschen hier scheinen mehr zu träumen als zu denken. Sie scheinen magnetisiert vom Klima und von der Hitze, die notwendig erschlaffend wirken muss.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der interkulturellen Wahrnehmung und Vorstellung der Primärquelle sowie der forschungsleitenden Fragestellung.

2 Das Fremde: Interkulturelle Unterschiede in der Literatur: Theoretische Einordnung der Fremdheitsforschung und des Zirkulationsprozesses zwischen Literatur und Publikum.

3 Reisen im 19. Jahrhundert: Historischer Abriss über die Möglichkeiten des Reisens, das Genre des Reiseberichts und die geschlechtsspezifischen Herausforderungen für reisende Frauen.

4 Java: Kurze historische Kontextualisierung der Insel und Betrachtung der damaligen europäischen Reisautoren.

5 Kurzbiographie Therese von Bacherachts: Biografische Darstellung der Autorin unter Berücksichtigung ihres intellektuellen Umfelds und ihrer persönlichen Lebensumstände.

6 „Heute werde ich Absonderliches sehen“: Briefe aus Java 1850-1852: Beschreibung von Struktur, Sprachstil und inhaltlicher Ausrichtung des Primärwerks.

7 Analyse der Briefe aus Java: Detaillierte Untersuchung von Klimaeinflüssen, Sitten, Frauenbildern und eurozentrischen Denkweisen in den Briefen.

8 Resümee: Synthese der Analyseergebnisse und Reflexion über die potenzielle historische Bedeutung einer zeitnahen Veröffentlichung.

9 Fazit: Zusammenfassende Würdigung der Analyse und Ausblick auf die ethnologische Relevanz der Briefe.

10 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Therese von Bacheracht, Java, Reisebericht, Interkulturalität, Fremdheitsforschung, 19. Jahrhundert, Eurozentrismus, Frauenliteratur, Klima, Kulturvergleich, Literaturwissenschaft, Orient, Identitätsbildung, Kolonialismus, Ethnopoetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Reisebriefe von Therese von Bacheracht aus Java (1850-1852) und untersucht, wie die Autorin die fremde Kultur wahrnimmt, bewertet und welche Rolle ihr eigener kultureller Hintergrund dabei spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der interkulturelle Kulturvergleich, die Rolle der Frau als Reisende im 19. Jahrhundert, der Einfluss des Klimas auf die Wahrnehmung sowie eurozentrische und patriarchale Machtstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den weiblichen Blickwinkel der Autorin auf die javanische Fremde herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie sie stilistisch und inhaltlich mit der Konfrontation von Eigenem und Fremdem umgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein literaturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der die Briefe als Primärquelle analysiert, in den historisch-kulturellen Kontext des 19. Jahrhunderts einbettet und mit fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Interkulturalität verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Analyse, die sich auf Klimaeinflüsse, fremde Sitten und Rituale, das Frauenbild in der Fremde sowie die eurozentrische Perspektive konzentriert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Interkulturalität, Therese von Bacheracht, Java, Reisebericht, Eurozentrismus und Identitätsbildung charakterisiert.

Wie verändert sich die Perspektive der Autorin im Laufe ihrer Reise?

Die Analyse zeigt, dass die Autorin ihre anfangs stereotypen und eurozentrischen Urteile über die Javaner im Laufe der Zeit revidiert und gegen Ende eine differenziertere, positivere Haltung sowie eine kritische Sicht auf koloniale Einflüsse einnimmt.

Warum ist die Veröffentlichung der Briefe aus historischer Sicht signifikant?

Die Veröffentlichung hätte zeitgenössisch eine kritische Debatte über die Zustände auf Java anstoßen können, war jedoch durch die damaligen konservativen gesellschaftlichen Rollenkonventionen und die männliche Vormachtstellung im literarischen Betrieb gehemmt.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Therese von Bacherachts Briefe aus Java. Der weibliche Blick auf das Fremde im 19. Jahrhundert
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
L4 – Literatur und kulturelle Differenz
Note
2,0
Autor
Julia Hoch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V467876
ISBN (eBook)
9783668935341
ISBN (Buch)
9783668935358
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kulturelle Differenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Hoch (Autor:in), 2016, Therese von Bacherachts Briefe aus Java. Der weibliche Blick auf das Fremde im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/467876
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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