Gerechtigkeitsgrundsätze. John Rawls und der Schleier des Nichtwissens

Unterrichtsentwurf im Fach Ethik/Philosophie für die Stufe 11 am Gymnasium (SEK II, MSS11) zum Thema Gerechtigkeit


Unterrichtsentwurf, 2018

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Konkrete Formulierung des Themas der Stunde unter Berücksichtigung des ethischen Aspekts

2. Sachanalyse

3. Legitimation des Themas durch den Lehrplan

4. Aufriss der Unterrichtseinheit mit Einordnung der beschriebenen Stunde

5. Didaktische Reduktion

6. Methodische Strukturierung und Begründung

7. Formulierung der Kompetenzen

8. Unterrichtsverlaufsplan

9. Anhang

10. Literaturverzeichnis

1. Konkrete Formulierung des Themas der Stunde unter Berücksichtigung des ethischen Aspekts

„Wie soll ich mein Leben führen?“ – diese Frage steht im Ethikunterricht oftmals als zentrales Moment im Raum. Der Lehrplan Ethik des Landes Rheinland-Pfalz für die Sekundarstufe I (Klassen 5 – 9/10) führt als Beispiele auf, dass die Schülerinnen und Schüler1 sich mit Idolen und Idealen, dem Zusammenleben über Generationen hinweg oder der Annäherung an – ihnen bisher eventuell fremde – kulturelle Identitäten beschäftigen (vgl. Ministerium für Bildung, S. 41). Innerhalb der Sekundarstufe I werden dementsprechend Themenfelder beleuchtet, die den SuS helfen können, Denkanstöße zu gewinnen und reflektiert über ihr eigenes und das Leben anderer nachzudenken, um so die obengenannte Frage für sich beantworten zu können.

Zwar erscheinen Recht – im Sinne von Gerechtigkeit – und Politik auf den ersten Blick möglicherweise nicht primär als sachdienlich, wenn es darum geht, das eigene Leben zu gestalten, dennoch stehen diese Themenfelder enger mit dem Fach Ethik / Philosophie in der Sekundarstufe II in Verbindung, als man zunächst annimmt. Gerade der Gegenstandsbereich der Politik kann hilfreich dabei sein, wenn es darum geht, das eigene Leben und in diesem Sinne auch das gemeinsame Leben gestalten zu wollen. Inwiefern Politik und Recht im Lehrplan integriert sind, wird in Kapitel 3 dieser Arbeit dargelegt. In diesem Abschnitt geht es jedoch um die konkrete Formulierung des gewählten Stundenthemas.

Die Unterrichtseinheit behandelt das Überthema Gerechtigkeit im Kontext von Politik und Gesellschaft. Dazu werden drei einschlägige Autoren und deren Gerechtigkeitstheorien behandelt, unter anderem John Rawls. Die geplante Unterrichtsstunde widmet sich ebendiesem Autor. Im Mittelpunkt seiner Theorie der Gerechtigkeit geht es um die Fragestellung, nach welchen gesellschaftlichen und politischen Grundsätzen die Verteilung der Güter innerhalb eines Volkes festgelegt werden muss und inwiefern Rechte und Freiheiten der Bürger untereinander geregelt werden, um eine für alle Individuen gerechte Gesellschaft zu formen. Um diese recht offene Fragestellung einzugrenzen, macht Rawls Gebrauch von einem Gedankenexperiment. Dabei geht es darum, sich einen Urzustand vorzustellen, in dem Menschen sich zusammenfinden, um die Grundregeln ihrer künftigen Gesellschaft auszuarbeiten. Damit das moralische Prinzip der Unparteilichkeit gewährleistet werden kann, befinden sich diese Menschen im Urzustand hinter dem sogenannten Schleier des Nichtwissens. Dies bedeutet, dass sie ihre individuellen Fähigkeiten, die soziale Stellung innerhalb der Gesellschaft und ihre körperlichen Gegebenheiten nicht kennen. Folglich würden sie sich – so Rawls – für eine Gesellschaftsstruktur entscheiden, die die Interessen jeden einzelnen Individuums bestmöglich berücksichtigt (vgl. Kunzmann, Burkard & Wiedmann, 2007, S. 233). Zentrales Stundenthema ist die Erarbeitung ebendieser Idee Rawls‘. Die SuS interpretieren zum Einstieg eine Karikatur zum Thema Chancengleichheit und Fairness. Ihre Einfälle werden währenddessen von der Lehrperson an der Tafel gesammelt und anschließend mit dem Ausdruck Schleier des Nichtwissens in Verbindung gebracht. Nachdem die SuS kurz die Möglichkeit haben, Vermutungen darüber anzustellen, was diese Begrifflichkeit bedeutet, gehen sie in die Arbeitsphase und das Kernstück der Unterrichtsstunde über: Ein Textauszug aus John Rawls‘ Theorie der Gerechtigkeit 2. Nachdem sie den Text gelesen haben, erarbeiten die SuS folgende Fragestellungen:

1. Stellen Sie Rawls‘ Gerechtigkeitsgrundsätze in eigenen Worten dar.
2. Was ist der Schleier des Nichtwissens ?

Als Lernprodukt entsteht das Wissen über die Kernaspekte der Theorie der Gerechtigkeit nach Rawls sowie eine Definition des Schleiers des Nichtwissens – zum einen als Basis für das folgende Planspiel in der Unterrichtsreihe, aber auch, um eine der wichtigsten Grundpositionen im Bereich der politischen Philosophie kennenzulernen. Folglich beschäftigen sich die SuS mit der Frage danach, wie ein Staat aufgebaut sein sollte, wieviel Gleichheit dafür von Nöten ist und was Gerechtigkeit überhaupt ausmacht.

2. Sachanalys e

Gerade im Referendariat ist es Kernaufgabe, sich Sachanalysen zu widmen. Diese fordern, sich sachlich-fachlich mit dem speziellen Unterrichtsthema auseinanderzusetzen. Demnach gilt es, über Fachwissen und besondere Kenntnisse zu verfügen. Im Kontext des Unterrichtsfachs Philosophie / Ethik ist es notwendig, sich mit einschlägigen Autoren auszukennen, ihre Kernaussagen zwar verständlich, aber dennoch gültig und inhaltlich korrekt zu vermitteln. Dabei reicht es nicht bloß aus, diese zu nennen, sondern auch die Argumentationsmuster selbstständig skizzieren zu können. Beschäftigt man sich mit Staats- und Rechtsphilosophie, so sind John Rawls, seine Theorie der Gerechtigkeit und sein Gedankenexperiment zum Schleier des Nichtwissens unumgänglich.

In seiner Theorie der Gerechtigkeit konstruiert Rawls einen Urzustand, in dem eine Gruppe von Menschen einen Staat gründen will. Alle Mitglieder dieser Gesellschaft befinden sich jedoch unter dem sogenannten Schleier des Nichtwissens. Dies bedeutet, dass sie nicht wissen, welche soziale Stellung sie in diesem neugegründeten Staat innehaben. Dementsprechend entscheiden sie sich – so Rawls – für eine Staatsform, in der das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl erreicht werden kann3. Dazu sei es notwendig, eine gerechte Zuweisung von Rechten und Pflichten in grundlegenden gesellschaftlichen Institutionen, als auch eine faire Verteilung von Wohltaten und Lasten gewährleisten zu können. Um dies möglich zu machen, formuliert Rawls einschlägige Grundsätze bzw. Gerechtigkeitsprinzipien im Rahmen der sozialen Gerechtigkeit. Dies ist somit zentraler Aspekt seiner Theorie der Gerechtigkeit (vgl. Rawls, 1975, S.20f.). Jene Gerechtigkeitsprinzipien beziehen sich auf die Grundstruktur der konstruierten Gesellschaft, ergo auf die relevantesten gesellschaftlichen Institutionen. Dazu zählen sowohl wirtschaftlich-ökonomisch und soziale Verhältnisse, als auch die Verfassung des Staates (ebd., S. 23). Begründet werden die Prinzipien wie folgt:

Als erstes führt Rawls das sogenannte Überlegungsgleichgewicht an. Seiner Meinung nach müssen die Gerechtigskeitsprinzipien genau durchdacht werden, und/oder schon vorhandene Prinzipien ziel- und sinnbringend erweitern. Des weiteren macht Rawls Gebrauch vom Begriff des Kontraktualismus. Alle Mitglieder einer Gesellschaft wählen in einem Konsens die Grundsätze ihrer Staatsorganisation. Dabei soll im Voraus entschieden werden, auf welche Art und Weise ihre Ansprüche aneinander geregelt werden und was innerhalb der Gesellschaft als gerecht und ungerecht gilt (ebd., S. 28). Damit dies funktioniert, ist die Vorstellung des Urzustandes notwendig. Er bildet die notwendige Ausgangsposition, um sich fair auf Gerechtigkeitsprinzipien einigen zu können. Charakterisiert ist der Urzustand zum einen durch den Begriff der Gleichheit: Alle, die sich im Urzustand befinden, haben gleichermaßen und uneingeschränkt die Möglichkeit, Vorschläge zu machen, Argumente zu formulieren und ihre Anliegen offenzulegen. Wichtig ist dabei jedoch, dass sich sämtiche Äußerungen und Vorschläge am Gerechtigkeitssinn orientieren (ebd., S. 168f.). Der Schleier des Nichtwissens stellt dabei sicher, dass niemand in der Lage ist, die zu erarbeitenden Gerechtigkeitsprinzipien auf seine individuellen Interessen, Bedürfnisse und Nöte zuzuschneiden. Kein Mitglied der Gesellschaft kennt seinen Platz in ebendieser. Klasse und Status sind unbekannt – auch körperliche oder geistige Gegebenheiten. Moralische Vorstellungen über Gut und Böse, Normen, Werte und Regeln sind im Urzustand ebenfalls unerschlossen (ebd., S. 160). Dennoch sind die Menschen im Urzustand vernünftig4. Laut Rawls bedeutet dies, dass die Mitglieder einer Gesellschaft ein widerspruchsfreies Regelwerk anstreben, welches dem Vorhaben der Erreichung des größtmöglichen Glück der größtmöglichen Zahl behilflich ist. Auch Neid findet keinen Platz bei der Vernunft (ebd., S. 166f).

Zwar klingt das Vorhaben Rawls auf den ersten Blick einleuchtend, weist bei genauerem Hinsehen jedoch Lücken auf, die auch die SuS im Unterricht erkennen könnten. Wie oben aufgeführt sind moralische Vorstellungen und das Wertesystem den Entwicklern einer gerechten Gesellschaft zu Beginn nicht bekannt. Daraus resultiert jedoch, dass ebendiese Informationsbeschränkung rationale Entscheidungen eventuell gar nicht möglich machen kann, da offensichtlich relevante Informationen für ein geregeltes Zusammenleben nicht vorliegen. Des Weiteren bleibt es fragwürdig, ob sich die Personen hinter dem Schleier des Nichtwissens wirklich der Eigenschaften ihrer zukünftigen Identitäten lossagen sollten, denn sozialer Status, kulturelle Zugehörigkeit, Geschlecht und Moralvorstellungen formen den Menschen zu dem, was er ist.

3. Legitimation des Themas durch den Lehrplan

Sowohl im rheinland-pfälzischen Lehrplan für das Fach Ethik, als auch für Philosophie findet sich Recht im Kontext von Gerechtigkeit in der Sekundarstufe II wieder. Der Lehrplan für das Fach Ethik sieht im zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 12 den Themenbereich Grundkonsens in der Gesellschaft vor. Dort ist die in dieser Arbeit vorgestellte Unterrichtsstunde bzw. Unterrichtseinheit thematisch einzuordnen, da dieser Themenbereich sich mit den Grundbedingungen menschlichen Zusammenlebens und der sozialen Gerechtigkeit als sittliche Verpflichtung beschäftigt. So werden beispielsweise die Grundwerte des deutschen Grundgesetzes und der Begriff der Menschenwürde thematisiert. Dieser Lerngegenstand stellt ein Kernthema dar und findet sich unter der Teilüberschrift Grundkonsens als Bedingung menschlichen Zusammenlebens (vgl. Kultusministerium, 1983, S. 22). Als ausformulierte Lernziele unter diesem Aspekt findet sich zum einen der Gedanke, dass die SuS einen Einblick in Grundsätze für das Verhalten im gesellschaftlichen Bereich erlangen. Zum anderen sollen sie die Notwendigkeit gemeinschaftlicher Grundüberzeugungen und Regelungen eines funktionierenden gesellschaftlichen Lebens erkennen und verstehen. Es wird weiterhin angestrebt, dass die SuS Bereitschaft dazu zeigen, Gesetze und Gebote zu hinterfragen und deren zugrunde liegende Normen und Motive zu beleuchten. Unter der Überschrift Soziale Gerechtigkeit als sittliche Verpflichtung geht es um die inhaltliche Bestimmung des Begriffs Gerechtigkeit unter der Berücksichtigung relevanter Autoren wie beispielsweise Platon, Rousseau und auch John Rawls. Des Weiteren nimmt auch die Thematik des Spannungsverhältnisses zwischen Gerechtigkeit und Freiheit eine zentrale Rolle in der Unterrichtsgestaltung ein. Im Kontext der hier vorgestellten Unterrichtsstunde bzw. Unterrichtseinheit sind dabei vor allem die Aspekte des freiheitlichen Rechts- und Sozialstaates, und somit die Sozialpflichtigkeit des Eigentums oder Chancengerechtigkeit relevant. Ferner sieht der Lehrplan es vor, Ursachen sozialer Konflikte innerhalb einer Gesellschaft zu untersuchen, beispielsweise Eigentums- und Lohnfragen und Sozialchancen. Auch die soziale Verantwortung im Kontext der Chancengerechtigkeit, der Chancengleichheit und des Gemeinwohls finden in der Jahrgangsstufe 12 ihren Platz (ebd., 20). Dabei sollen die SuS sowohl eine Aufgeschlossenheit für soziale Probleme entwickeln, als auch ein Engagement zum aktiven Mitwirken an Zielen und Aufgaben der eigenen Gesellschaft (ebd., 22). Um ebendieses aktive Mitwirken gewährleisten zu können, sieht der Ethikunterricht in der Oberstufe es als eines seiner Hauptlernziele vor, dass die jungen Heranwachsenden in der Lage sind, eine Grundidee von Gerechtigkeit, dem Zusammenspiel aus Normen und Werten in einer Gesellschaft und Fairness zu erlangen. Hinsichtlich ihrer eigenen Zukunft und Gegenwart sollen die SuS in der Lage sein, Forderungen für ihr eigenes (Zusammen)leben zu erkennen und auch ihre soziale Verantwortung in der Welt wahrzunehmen.

Der Lehrplan für das Fach Philosophie in der Oberstufe (hier im Kontext des Grundkurses) sieht das Behandeln von Recht und Gerechtigkeit ebenfalls vor. In den Jahrgangsstufen 11 bis 13 sind drei große Themenblöcke vorgegeben, das Thema Gerechtigkeit findet sich vor allem im Themenblock II wieder, bestehend aus Grundfragen der Geschichtsphilosophie, der Staats- und Rechtsphilosophie und der philosophischen Ethik. Dieser Themenblock ist in zwei Schwerpunkte gegliedert. Dabei beschäftigt sich der zweite Block mit der Frage, wie staatliche Ordnungen legitimiert werden. Er beabsichtigt unter anderem die Bearbeitung folgender inhaltlicher Aspekte: Regierung, Recht, Gesetz, Freiheit, Gleichheit, Sicherheit, Gemeinwohl, Gemeinwille, Menschenrechte und Pflichten. Die in dieser Arbeit vorliegenden Unterrichtseinheit lässt sich dementsprechend in den Themenblock der Staats- und Rechtsphilosophie, Themenblock II, eingliedern. So heißt es im Lehrplan:

Der Mensch lebt in Gemeinschaften, als Angehöriger von Gruppen, Völkern, Nationen, Staaten. Allen Gemeinschaften ist eigen, dass in ihnen implizit oder explizit festgelegte Ordnungen gelten, d.h. Bräuche, Gewohnheiten, Wertvorstellungen, Regeln, Vorschriften, Verbote usw., die ein friedliches Zusammenleben gewährleisten sollen.

[…]

Dabei stößt das Nachdenken über mögliches und wünschenswertes Handeln im Rahmen der Gestaltung inner- und interstaatlichen Zusammenlebens auf viele Fragen. Klärungsbedürftig sind z.B. das Verhältnis von Einzelnem und Gesellschaft, von Freiheit und Macht, von Recht und Gerechtigkeit, der Zusammenhang von Aufstellung, Verbindlichkeit und Durchsetzung von Regeln und Gesetzen, die Gewinnung von Prinzipien für eine Rechtsordnung, die Beziehung von Recht und Moral, von positivrechtlichem und moralischem Sollen. Begründungsbedürftig sind nicht nur die Inhalte von Rechtsnormen, sondern auch ihr Geltungsanspruch (vgl. Ministerium für Bildung, Lehrplan Philosophie, S. 34)

4. Aufriss der Unterrichtseinheit mit Einordnung der beschriebenen Stunde

Menschen haben von Grund auf ein relativ stark ausgeprägtes Gespür dafür, was Gerechtigkeit und Unrecht sind. Dies gehört zur Natur des Menschen. Auch in Klassenzimmern formulieren SuS schon im frühen Alter Aussagen darüber, was in ihren Augen gerecht erscheint und was nicht. Wie Rechte zustande kommen, dürfte für die meisten SuS unberührtes Terrain sein, da sie schon von klein auf in einer Welt voller Regeln und Gesetze aufwachsen und aufgrund ihres jungen Alters mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum bis selten die Möglichkeit hatten, sich gestalterisch aktiv über Gerechtigkeit und Rechte Gedanken zu machen und diese auszuformulieren. Die in dieser Arbeit vorgestellte Unterrichtseinheit fordert von den SuS, sich mit bereits bestehenden Gesellschafts- und Gerechtigkeitstheorien auseinander zu setzen und darüber hinaus eigenständig Gesetze und Regeln zu entwerfen. Dazu werden Platon, Rousseau und Rawls zu Rate gezogen. Diese Autoren finden sich auch wie in Kapitel 3 bereits beschrieben als Vorschläge im Lehrplan wieder. Nach der Erarbeitung der einzelnen Positionen ist der theoretische Teil der Unterrichtssequenz weitestgehend abgeschlossen und die Grundlage für die weiterführenden Stunden ist geschaffen. Um sich ganz bewusst damit auseinandersetzen zu können, wie eine gerechte und gleichzeitig funktionierende Gesellschaft in den Augen der SuS auszusehen hat, haben sie zu diesem Zeitpunkt drei verschiedene Autoren in ihrem Repertoire. Vor allem das Wissen um John Rawls und seinen Schleier des Nichtwissens ist dafür essentiell. Um sich ganz bewusst damit auseinanderzusetzen, wie eine gerechte Gesellschaft in ihren Augen auszusehen hat, wie sie gestaltet werden kann und welche Schwierigkeiten sich dabei auftürmen, ist ein Planspiel für den weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit gewählt. Eine genauere Beschreibung des Planspiels findet sich in der nachfolgendenden Tabelle.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Schülerinnen und Schüler wird im weiteren Verlauf mit der Kurzform SuS abgekürzt, um den Lesefluss zu vereinfachen.

2 Die Textlänge beträgt circa 1,25 Seiten.

3 Die Formulierung „größtmögliches Glück für die größtmögliche Zahl“ lässt dazu verleiten, Rawls als klassischen Utilitaristen anzusehen. Dabei gilt es anzumerken, dass seine Theorie der Gerechtigkeit durchaus als Alternative zum Utilitarismus verstanden werden kann. Rawls empfindet eine Gesellschaft dann als gerecht, wenn sie zum größtmöglichen durchschnittlichen Wohlergehen der einzelnen Individuen beiträgt. Seiner Meinung nach sind utilitaristische Skizzen nicht in der Lage, politische und gesellschaftliche Grundfreiheiten zu bieten. Diese Freiheiten könnten nämlich, so Rawls, dann aufgehoben werden, wenn ersichtlich wird, dass ihre Aufhebung der Gesamtheit mehr Befriedigung bietet.

4 Es ist anzumerken, dass der Begriff Vernunft in der Philosophie nicht eindeutig definiert werden kann. Um den Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht zu sprengen, bleibt der Begriff im Sinne Rawls‘ bestehen.

5 Hiermit sind auch die Gegenwartsbedeutung und Exemplarität des Themas Gerechtigkeit deutlich.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Gerechtigkeitsgrundsätze. John Rawls und der Schleier des Nichtwissens
Untertitel
Unterrichtsentwurf im Fach Ethik/Philosophie für die Stufe 11 am Gymnasium (SEK II, MSS11) zum Thema Gerechtigkeit
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V467910
ISBN (eBook)
9783668948426
ISBN (Buch)
9783668948433
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Aus urheberrechtlichen Gründen sind Anhänge (M1-M4) nicht im Lieferumfang enthalten!
Schlagworte
gerechtigkeitsgrundsätze, john, rawls, schleier, nichtwissens, unterrichtsentwurf, fach, ethik/philosophie, stufe, gymnasium, mss11, thema, gerechtigkeit
Arbeit zitieren
Ingrid Detter (Autor), 2018, Gerechtigkeitsgrundsätze. John Rawls und der Schleier des Nichtwissens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/467910

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