Tattoos im Polizeivollzugsdienst. Rechte und Pflichten von Polizisten im Öffentlichen Dienst


Hausarbeit, 2019

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Die Uniform
2.1.1 Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW
2.2 Tattoos und ihre Relevanz in der Gesellschaft
2.3 Grundlegende gesetzliche Anforderungen
2.3.1 Gehorsamspflicht gemäß § 35 Beamtenstatusgesetz
2.3.2 Gleichheitsgebot gemäß Artikel 3
2.3.3 Freie Entfaltung der Persönlichkeit gemäß Artikel Absatz 1 Grundgesetz
2.3.4 Persönliche Eignung für den Zugang zu einem öffentlichem Amt gemäß Artikel 33 Absatz 2 Grundgesetz

3 Zusammenfassung

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Gesellschaft und die Interessen der Menschen unterliegen einem kontinuierlichen Wandel. In Hinsicht dieses Wandels sind auch Kör- permodifikationen in den gesellschaftlichen Fokus gerückt. Dazu ge- hören insbesondere Tattoos und sämtliche Arten von Körperpiercings. Dieser Wandel macht sich auch im Polizeivollzugsdienst bemerkbar und sorgt nicht zu Unrecht für Aufmerksamkeit in den Medien.

Dabei ist nicht nur die jüngere Generation der Beamtinnen und Beam- ten des Polizeivollzugsdienstes betroffen, sondern auch gleicherma- ßen die älteren Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten. Jede Polizei- beamtin und jeder Polizeibeamte steht als Repräsentant des Staates besonders im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Für die Darstellung der Polizei als staatliche Institution ist ein gepflegtes Erscheinungsbild und korrektes Auftreten unabdingbar. Dabei treffen unterschiedliche An- sichten aufeinander, einerseits die Ansicht der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, die sich auf verschiedene gesetzliche Normen beru- fen und andererseits die Ansicht des Dienstherrn, der sich einen ein- wandfrei gekleideten uniformierten Beamten ohne jeglichen Körper- modifikationen vorstellt.

Der Dienstherr hat eine Vielzahl an Erlassen beschlossen, um das Er- scheinungsbild in der Öffentlichkeit zu regeln. Hinter solchen Erlassen und Verpflichtungen steckt eine nicht geahnte Konfliktquelle, die durch die Entwicklung der gesellschaftlichen Regeln und Werte auf mehr Wi- derstand stößt als erwartet. Seither liegen viele Beschlüsse, sowohl auf regionaler Ebene, aber auch auf Bundesebene bis hin zum Bun- desverfassungsgericht vor. Ebenfalls stehen die dienstlichen Weisun- gen oft im Konflikt mit den Grundgesetzen und anderen materiellen Gesetzen.

Die vorliegende Hausarbeit konzentriert sich auf die Betrachtungs- weise des Dienstherrn und der Rechtsprechung gegenüber von Tattoos, die von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in einem sichtbaren Bereich getragen werden. Folglich wird sich diese Hausarbeit auch mit dem Erscheinungsbild einer Polizeibeamtin und eines Polizeibeamten beschäftigen. Des Weiteren möchte diese Hausarbeit darlegen, weshalb die Uniform und die Einhaltung der gegebenen Richtlinien eine hohe Relevanz im Polizeivollzugsdienst haben.

2 Hauptteil

2.1 Die Uniform

Laut der Definition des Soziologen Nathan Joseph, handelt es sich bei Uniformen um die Kleidung einer Institution, die sich klar und deutlich kennzeichnen möchte. Sowohl der Beruf als auch die Position und die Aufgabe des Individuums wird durch das Tragen der Uniform in der Gesellschaft deutlich.1

Dienstkleidungen, die einheitlich gestaltet sind, wurden hauptsächlich aufgenommen, um in der Gesellschaft professionell aufzutreten. Zu- dem muss eine gewisse Akzeptanz der Öffentlichkeit gegenüber dem polizeilichen Erscheinungsbild vorliegen, damit die polizeilichen Maß- nahmen von der Bevölkerung berücksichtigt werden und ihnen das notwendige Vertrauen entgegengebracht werden kann.2 Andererseits entlastet sie die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im Rahmen ihrer Polizeiarbeit und ermöglicht ihnen Tragekomfort, Sicherheit und Arbeitsschutz. Zudem stärkt die Uniform das Zusammengehörigkeits- gefühl im Team.3

Eine Uniform begleitet die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten tag- täglich durch ihre Arbeit, wobei die Aspekte der Sichtbarkeit, Eigensi- cherung und Materialqualität gewährleistet müssen. Wichtig hierbei ist, dass die Kleidungsstücke inklusive den Ausrüstungen dem Tra- genden genug Bewegungsfreiraum ermöglichen. Für die tägliche Po- lizeiarbeit steht den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten zwei Uni- formvarianten zur Verfügung. Eine ist für den Innendienst („Büro- dienstuniform“) und eine für den Außendient („Wachdienstuniform“) bestimmt. Darüber hinaus sehen die Damen- und Herrenuniformen optisch identisch aus, sind aber hinsichtlich den körperlichen Unter- schieden ideal angeglichen. Alle Uniformteile sind aneinander ange- passt und gemäß der Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen miteinander kombinierbar. Die ballistische Unter- ziehschutzweste ist aus Sicherheitsgründen im Polizeidienst zwin- gend erforderlich und deshalb auch ein fester Bestandteil der Polizei- uniform.4

Bis 1976 waren die Farben der Polizeiuniformen der Bundesländer un- einheitlich. Dies änderte sich jedoch, da an diesem Jahr bundesweit eine Entscheidung getroffen wurde. Ab da an hatten alle Uniformen die Farbe beige-grün.5 Der Trend wendete sich jedoch ab 2006 und die blauen Uniformen haben sich bundesweit durchgesetzt.6 Wie zuvor erwähnt, ist ein zentraler Aspekt der Uniformierung die Ein- heitlichkeit, weshalb sie so eine große Rolle im Polizeiberuf spielt.

Jede von außen kommende Veränderung dieser Uniform in Hinsicht auf Körpermodifikationen kann sich negativ auf den ersten Eindruck und das Handeln des Bürgers auswirken.

2.1.1 Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW

Das äußerliche Erscheinungsbild liegt bei der Polizei enorm im Vordergrund. Sowohl ihre Arbeit als auch das Auftreten soll in der Öffentlichkeit professionell wirken, da dies ihr Ansehen und ihre polizeilichen Maßnahmen positiv beeinflusst. Die Uniform ist ein sichtbares Zeichen in der Öffentlichkeit, dass auf ihre Anforderungen des Amtes zurückgreift, denn ihre Handlungen sollen als Maßnahmen des Staates empfunden werden, weshalb eine Neutralität im Erscheinungsbild der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten erforderlich ist.7

Eine Uniform besteht aus allen Kleidungsstücken, die der Dienstherr den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ohne Gebühren zur Ver- fügung stellt.8 Er verpflichtet sie dazu, sie in der Öffentlichkeit im Dienst zu tragen, soweit nicht eine Aufgabe wie zum Beispiel zur Wahrnehmung als Zivilpolizistin oder Zivilpolizist angeordnet wird.9 Zudem bleibt die Uniform Eigentum des Landes Nordrhein-Westfa- len.10 Es wird durch Tragen einer Uniform für ein einheitliches Auftre- ten in der Öffentlichkeit gesorgt und untersagt den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten das Kombinieren mit privaten Kleidungsstücken. Es ist nicht zulässig die Uniformteile beliebig zu kombinieren. Alle er- laubten Kombinationsmöglichkeiten der Uniform sind in der Anlage 2 der Dienstkleidungsordnung aufgeführt. Das Untertragen eines T- Shirts oder Hemdes ist erst dann zugelassen, wenn dies weiß und nicht am Kragen oder Ärmel der Uniform zu erkennen ist.11 Es sollte auch angemerkt werden, dass Kommissaranwärterinnen und Kom- missaranwärter während der Zeit an der Fachhochschule für öffentli- che Verwaltung nur mit privaten Kleidungsstücken erscheinen dürfen. Kommissaranwärterinnen ist es untersagt offene und kurze Kleidungs- stücke anzuziehen, ebenso haben Kommissaranwärter die Anwei- sung nicht in kurzen oder zerrissenen Hosen zu erscheinen.12 Alle Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten sind dazu verpflichtet ihre Uni- form zu pflegen und zu reinigen.13 Von einer ordnungsgemäßen Be- handlung ist auszugehen.14 Es ist zu betonen, dass der Handel mit der Uniform ausdrücklich verboten ist.15

2.2 Tattoos und ihre Relevanz in der Gesellschaft

Jegliche Körpermodifikationen, aber insbesondere Tattoos sind mittlerweile von der Gesellschaft anerkannt.16 Tattoos haben sich von einem nonkonformen Körpermerkmal zu einem modischen und von der Gesellschaft akzeptierten Bestandteil entwickelt.17

Tätowierungen erreichen immer mehr Aufmerksamkeit in unserer Ge- sellschaft und sind vor allem bei der jüngeren Generation sehr beliebt, da sie kaum aus dem öffentlichen Leben wegzudenken sind.

[...]


1 Vgl. Nathan, Joseph. (1986). Uniforms. In: Gabriele Mentges & Birgit Richard. Schönheit der Uniformität

2 Lars Oliver, Michaelis. (2015). Tattoos als Einstellungshindernis für (Polizei-)Voll- zugsbeamte. Juristische Arbeitsbl ä tter, (05), 370-374.

3 https://polizei.nrw/artikel/blaue-uniformen-bei-der-polizei-nrw. Aufgerufen am

01.04.2019

4 Ebd., Polizei NRW. Blaue Uniformen bei der Polizei NRW.

5 Bayerischer Rundfunk. (2016). Blau oder Gr ü n - Polizeiuniformen heute und fr ü - her. Abgerufen am 30. März 2019 von https://www.br.de/mediathek/video/blau-o- der-gruen-polizeiuniformen-heute-und-frueher-av:59a84d09dc1b890012643c66

6 http://www.farbimpulse.de/Die-deutsche-Polizei-wird-europaeisch- blau.234.0.html. Aufgerufen am 01.04.2019

7 Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW RdErl. d. Ministeriums für Inneres und Kommunales - 405 / 401 - 63.01.01 v. 21.1.2014

8 Ebd., Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW. Ziffer 1.1

9 Ebd., Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW. Ziffer 1.2

10 Ebd., Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW. Ziffer 3.1

11 Ebd., Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW. Ziffer 1.3

12 Ebd., Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW. Ziffer 1.6

13 Ebd., Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW. Ziffer 3.3

14 Ebd., Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW. Ziffer 3.2

15 Ebd., Dienstkleidungsordnung der Polizei des Landes NRW. Ziffer 3.4

16 https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/mode/taetowierungen_schoen- heit_die_unter_die_haut_geht/index.html. Aufgerufen am 01.04.2019

17 Wilfried Breyvogel. (2005). Eine Einf ü hrung in Jugendkulturen. Veganismus und Tattoos. Abgerufen von https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3- 322-80887-5.pdf

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Tattoos im Polizeivollzugsdienst. Rechte und Pflichten von Polizisten im Öffentlichen Dienst
Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Köln
Note
2,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V467917
ISBN (eBook)
9783668941076
ISBN (Buch)
9783668941083
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tattoos, Polizei, ÖDR
Arbeit zitieren
Karbin Mussa (Autor:in), 2019, Tattoos im Polizeivollzugsdienst. Rechte und Pflichten von Polizisten im Öffentlichen Dienst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/467917

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Tattoos im Polizeivollzugsdienst. Rechte und Pflichten von Polizisten im Öffentlichen Dienst



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden