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Ankereffekte im Richterspruch und die Dauerhaftigkeit von Ankereffekten

Title: Ankereffekte im Richterspruch und die Dauerhaftigkeit von Ankereffekten

Presentation (Elaboration) , 2004 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nadine Mattes (Author)

Psychology - Social Psychology
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit Ankereffekten im Richterspruch und der Dauerhaftigkeit von Ankereffekten. Davor wird unter Punkt 2 erklärt, worum es sich beim Ankereffekt handelt, und anschließend das „Selective Accessibility Modell“ vorgestellt, das eine mögliche Erklärung für das Auftreten von Ankereffekten liefert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GRUNDLAGEN

2.1. DEFINITION ANKEREFFEKT

2.2. DAS SELECTIVE ACCESSIBILITY MODEL

3. ANKEREFFEKTE IM RICHTERSPRUCH

3.1. STUDIE 1: GIBT ES ANKEREFFEKTE IM RICHTERSPRUCH?

3.2. STUDIE 2: SPIELT DIE RELEVANZ DES ANKERS EINE ROLLE?

3.3. STUDIE 3: TRETEN ANKEREFFEKTE BEI ERFAHRENEN RICHTERN AUF?

3.4. FAZIT STUDIEN 1-3

4. DAUERHAFTIGKEIT VON ANKEREFFEKTEN

4.1. STUDIE 1: DAUERHAFTIGKEIT BEI FIKTIVEM ZIELOBJEKT

4.2. STUDIE 2: DAUERHAFTIGKEIT BEI EXISTIERENDEM, ABER SELTENEM ZIELOBJEKT

4.3. STUDIE 3: DAUERHAFTIGKEIT BEI ALLTÄGLICHEM ZIELOBJEKT

4.4. FAZIT STUDIEN 1-3

5. SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen von Ankereffekten im juristischen Kontext und analysiert, inwieweit diese Urteilsverzerrungen bei Richtern auftreten und wie dauerhaft ihr Einfluss auf nachfolgende Entscheidungen ist. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob auch Experten durch situative Anker beeinflussbar sind und ob der Effekt zeitlich stabil bleibt.

  • Psychologische Mechanismen von Ankereffekten (Selective Accessibility Model)
  • Einfluss von Strafmaßforderungen auf richterliche Urteile
  • Rolle der Expertise und der wahrgenommenen Relevanz von Ankern
  • Untersuchung der zeitlichen Stabilität von Ankerwirkungen
  • Diskussion von Vermeidungsstrategien zur Reduktion von Verzerrungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Studie 1: Gibt es Ankereffekte im Richterspruch?

Zunächst wurde untersucht, ob Ankereffekte bei Richtern, also Experten im Urteilen, auftreten. Teilnehmer an der Studie waren 19 deutsche Richter mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von 9,34 Monaten (SD=10,52). Allen wurden dieselben Fallmaterialien zu einer vorgeblichen Vergewaltigung vorgelegt. Die Materialien enthielten Beschreibung des Tathergangs, Aussagen des Opfers, des Angeklagten, von Zeugen und Gutachtern, sowie entsprechende Gesetzestexte. Einer Hälfte der Probanden wurde erklärt der Ankläger habe 2 Monate Haft gefordert (Bedingung „niedriger Anker“), der anderen Hälfte er habe 34 Monate (Bedingung „hoher Anker“) gefordert.

Nach dem Durchlesen der Fallmaterialien wurden die Richter in einem Fragebogen aufgefordert anzugeben, welches Strafmaß sie erteilt hätten. In der Bedingung „niedriger Anker“ verhängten die Richter eine Strafe von M=18,78 Monaten, in der Bedingung hoher Anker hingegen M=28,7 Monate. Die unterschiedlichen Ergebnisse der beiden Bedingungen zeigen, dass das geforderte Strafmaß einen Einfluss auf das gesprochene Urteil des Richters hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Diese Einleitung skizziert die Thematik der Arbeit bezüglich der Ankereffekte im Richterspruch und führt kurz in das theoretische Erklärungsmodell ein.

2. GRUNDLAGEN: Hier werden der Begriff des Ankereffekts definiert und das „Selective Accessibility Model“ als theoretischer Erklärungsansatz erläutert.

3. ANKEREFFEKTE IM RICHTERSPRUCH: Dieser Abschnitt präsentiert drei empirische Studien, die den Einfluss von Strafmaßforderungen auf Richter untersuchen, unabhängig von deren Erfahrung oder der wahrgenommenen Relevanz des Ankers.

4. DAUERHAFTIGKEIT VON ANKEREFFEKTEN: Hier wird anhand von drei Studien untersucht, ob der Einfluss von Ankereffekten über Zeiträume hinweg bestehen bleibt, selbst wenn es sich um fiktive oder alltägliche Zielobjekte handelt.

5. SCHLUSS: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Konsequenzen für Angeklagte sowie mögliche Strategien zur bewussten Gegensteuerung bei Urteilsfindungen.

Schlüsselwörter

Ankereffekt, Richterspruch, Urteilsfehler, Selective Accessibility Model, Strafmaßforderung, Rechtspsychologie, Urteilsheuristik, Verzerrung, Expertise, Zeitstabilität, Kognition, Entscheidungsfindung, Sozialpsychologie, Urteilssicherheit, Ankerwert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem psychologischen Phänomen des Ankereffekts und dessen Auswirkungen auf richterliche Urteilsentscheidungen sowie der zeitlichen Beständigkeit dieser Effekte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Ankereffekten, kognitive Erklärungsmodelle, den Einfluss externer Forderungen auf Expertenurteile sowie die Langzeitstabilität von Urteilsverzerrungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, empirisch zu belegen, dass auch erfahrene Richter anfällig für Ankereffekte durch Staatsanwälte sind und dass diese Effekte auch über die Zeit hinweg stabil bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Analyse und Zusammenfassung mehrerer empirischer Studien, die die Einflüsse von Ankern unter verschiedenen Bedingungen (z.B. Experten vs. Studierende, Zeitverzögerung) untersucht haben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden experimentelle Studien vorgestellt, die den Ankereffekt im Kontext des Strafmaßes bei Richtern und die Dauerhaftigkeit von Ankereffekten bei unterschiedlichen Zielobjekten untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ankereffekt, Richterspruch, Selective Accessibility Model, Urteilsheuristik, Strafmaßforderung und Zeitstabilität.

Beeinflusst die Berufserfahrung der Richter deren Anfälligkeit für Ankereffekte?

Nein, die vorgestellten Studien zeigen, dass auch erfahrene Richter ebenso anfällig für Ankereffekte sind wie unerfahrene Jurastudenten.

Wie lange bleiben Ankereffekte laut den Untersuchungen bestehen?

Die Studien zur Dauerhaftigkeit zeigen, dass Ankereffekte außergewöhnlich stabil sind und auch nach einer Woche nicht signifikant abnehmen, selbst wenn Probanden sich nicht mehr bewusst an den ursprünglichen Ankerwert erinnern.

Können Richter den Ankereffekten bewusst entgegenwirken?

Ja, als Strategie wird vorgeschlagen, aktiv über das Gegenteil des Ankers nachzudenken, um so Anker-inkonsistente Informationen besser verfügbar zu machen.

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Details

Title
Ankereffekte im Richterspruch und die Dauerhaftigkeit von Ankereffekten
College
Saarland University  (Fachrichtung Psychologie)
Course
Personenbeurteilung in der beruflichen Praxis
Grade
1,7
Author
Nadine Mattes (Author)
Publication Year
2004
Pages
12
Catalog Number
V46808
ISBN (eBook)
9783638439169
Language
German
Tags
Ankereffekte Richterspruch Dauerhaftigkeit Ankereffekten Personenbeurteilung Praxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Mattes (Author), 2004, Ankereffekte im Richterspruch und die Dauerhaftigkeit von Ankereffekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46808
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