Funktion von Emojis in der WhatsApp-Kommunikation

Eine Analyse mobiler Messenger-Kommunikation anhand des Messengers WhatsApp


Hausarbeit, 2019
36 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Kommunikation mit Medien
2.1.1 Medienbegriff
2.1.2 Mobile Kommunikation
2.1.3 WhatsApp-Messenger
2.2 Unterscheidung von Emoji/Emoticon
2.3 Analyse
2.3.1 Datenerhebung/ Korpus
2.3.2 Analyse WhatsApp-Korpus
2.3.2.1 Analyse-Beispiel 1: Konversation zwischen Oma und Enkelin
2.3.2.2 Analyse-Beispiel 2: Konversation zwischen zwei Studentinnen
2.3.2.3 Analyse-Beispiel 3: Heiratsantrag im Gruppenchat

3 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung, erhält die Nutzung von Smartphones einen immer höheren Stellenwert im Leben der Menschen. Unser Leben wird mit fort- schreitender Zeit immer digitaler. Fährt man heutzutage mit dem Bus oder der Bahn, kann man beobachten, dass ein Großteil der Fahrgäste hinter den Bildschirmen ihrer Smartphones sitzen und Nachrichten schreiben, Musik hören oder sich Videos im In- ternet ansehen.

Mittlerweile sind Smartphones aus dem Alltagsleben der Menschen nicht mehr weg- zudenken. Eine zu Beginn des Jahres 2017 durchgeführte Umfrage stellte fest, dass mittlerweile mehr als 54 Millionen Deutsche ab einem Alter von 14 Jahren ein Smart- phone nutzen (vgl. Heise Medien GmbH & Co. KG 2017). Durch den gefühlten Zwang, immer online und erreichbar sein zu müssen, wird mobile Kommunikation immer populärer (vgl. Siever 2017.). Der massive Anstieg an Smartphone-Nutzer be- wirkte, dass auch die Anzahl der vorhandenen Applikationen zur mobilen Kommuni- kation anstieg. Die mobilen Messenger bringen den Vorteil mit sich, dass man zeit- gleich miteinander kommunizieren kann, obwohl man sich nicht am gleichen Ort be- findet. Die einzige Voraussetzung zur Kommunikation ist eine aktive Internetverbin- dung der Smartphones. Einer dieser mobilen Messenger ist WhatsApp. Die Zahl der Nutzer des mobilen Messengers WhatsApp stieg innerhalb eines Zeitraumes von 2013 bis 2018 von knapp 200 Millionen auf 1,5 Milliarden weltweit aktive Nutzer an (vgl. Statista 2018: 6.). Die meisten verschickten Nachrichten in WhatsApp enthalten zu- dem, außer den Textinhalten, auch noch massenweise Piktogramme, die sogenannten Emojis.

In der vorliegenden Arbeit soll geklärt werden, welche Funktionen Emojis in der mo- bilen Kommunikation mit WhatsApp einnehmen können. Der Verfasser möchte mit der vorliegenden Arbeit prüfen, ob Emojis nur zur bildlichen Untermalung von Text- nachrichten dienen oder diese auch andere Funktionen in der WhatsApp-Kommunika- tion einnehmen können. Dabei wird untersucht, ob zwischen Privat- und Gruppenchats ein Unterschied in der Funktion der Emojis besteht. Die Arbeit erläutert zu Beginn einige wichtige Termini, die im Zusammenhang mit der Emoji-Kommunikation ste- hen. In der sich im Hauptteil befindenden Analyse werden verschiedene WhatsApp- Verläufe hinsichtlich der verwendeten Emojis und deren Funktion untersucht. Im Fazit dieser Seminararbeit werden die aus der Analyse gewonnen Ergebnisse zusammenge- fasst und vom Verfasser ein Ausblick in die Zukunft geworfen.

2 Hauptteil

2.1 Kommunikation mit Medien

Bevor in der Seminararbeit genauer auf die Verwendung und Funktion von Emojis in mobiler WhatsApp-Kommunikation eingegangen wird, müssen zuerst ein paar grund- legende Termini geklärt werden, um das Verständnis der vorliegenden Arbeit gewähr- leisten zu können. Nachfolgend wird der Medienbegriff erklärt, sowie, was man unter mobiler Kommunikation versteht. Da sich der Analyseteil der Arbeit mit der Emoji- Verwendung in der WhatsApp-Kommunikation befasst, werden die Spezifikationen des Messenger WhatsApp nachfolgend ebenfalls vorgestellt.

2.1.1 Medienbegriff

Obwohl sich der Hauptteil der vorliegenden Arbeit mit den Funktionen von Emojis in mobiler Kommunikation befasst, wird eingehend die grundlegende Definition geklärt, was man unter dem Medienbegriff und damit unter Medien versteht.

In unserem Alltag werden allerlei Dinge als Medium bezeichnet. Marshal McLuhan gilt als einer der einflussreichsten Medientheoretiker. Nach seiner Definition versteht man unter Medien, sämtliche Erweiterungen des menschlichen Körpers oder der dem Menschen gegebenen Fähigkeiten. Als Beispiel für ein solches Medium wäre das Hör- gerät zu nennen. Das Hörgerät ermöglicht es dem Menschen, besser zu hören und da- mit seine Umgebung eindeutiger wahrzunehmen. Damit wird nach McLuhans Defini- tion des Medienbegriffes die Fähigkeit der auditiven Wahrnehmung beim Menschen erweitert (vgl. Marx/ Weidacher 2014: 48.). Demnach bietet diese Definition auch eine große Bandbreite an Spielraum für Interpretationen, was alles als Medium bezeichnet werden kann. Grundlegend lässt sich aus der weitgefassten Definition des Medienbe- griffes nach McLuhan folgender Schluss ziehen: die Funktion eines Mediums besteht im Allgemeinen darin, menschliche Fähigkeiten zu verbessern, diese zu erweitern oder sie generell erst umsetzbar zu machen (vgl. ebd. 2014: 49.). Allgemein gilt, dass Me- dien im Rahmen der Kommunikation eine Vermittler-Funktion haben. Das Medium vermag etwa räumliche, als auch zeitliche Distanzen zu überwinden und somit die Reichweite von Kommunikation zu erweitern.

Als Prototyp für die Überwindung einer räumlichen Distanz lässt sich das Telefon bzw. in unserer heutigen Zeit das Smartphone zu klassifizieren. Es lässt Menschen miteinander kommunizieren, die sich in etwa zur selben Zeit nicht am gleichen Ort befinden. In diesem Fall nimmt das Medium Telefon die Funktion des Vermittlers zwischen einem Sender und einem Empfänger ein.

Als Beispiel für die zeitliche Überwindung lässt sich der Anrufbeantworter einstufen, da er die hinterlassene Nachricht auch noch nach dem Anruf für den Empfänger jeder- zeit zugänglich macht. Dennoch können Medien nicht nur auf ein oder zwei Adressa- ten beschränkt sein. Sie lassen sich nach Marx und Weidacher in drei Klassen eintei- len: Verbreitungsmedien, Kommunikationsmedien und Speichermedien.

Hauptaufgabe der Verbreitungsmedien ist es, Informationen von einem Sender zu ei- nem Empfänger zu übermitteln. Als modernes Verbreitungsmedium wäre hierbei das Radio zu nennen, welches die Aufgabe hat, Informationen vom Sender (Radiostation) an den Empfänger (Hörer) zu übermitteln. Bei den Kommunikationsmedien erfolgt der Austausch von Informationen in der Regel zwischen zwei Individuen. Bei dieser Form des Mediums, zu welcher auch das Telefon gehört, bleibt dem Sender und dem Emp- fänger die Möglichkeit, des zwischenzeitigen Rollenwechsels. Dies ist dann der Fall, wenn sich dem Empfänger ebenfalls die Möglichkeit der potenziellen Interaktivität bietet. Die zuletzt genannte Klasse der Medien sind die sogenannten Speichermedien. Hauptaufgabe dieser Medien ist es, zeitliche Distanzen zu überwinden und Informa- tion für spätere Zeitpunkte bereitzuhalten. Mit Hilfe von Medien wie USB-Sticks, CD- ROM, aber auch der Schrift ist es möglich, Informationen zu speichern und diese für spätere Kommunikationssituationen verfügbar zu machen (vgl. ebd. 2014: 49ff.).

Generell wurde der Medienbegriff von Pross bereits 1972 in drei unterschiedliche me- dientypologische Gruppen unterteilt: in die Gruppe der Primärmedien, der Sekundär- medien und der Tertiärmedien. Da das Internet erst viel später in das alltägliche Leben der Menschen gestoßen ist, werden die neuen Medien, einschließlich des Internets, in dieser Gruppierung nicht berücksichtigt. 2002 wurde eine vierte medientypologische Gruppe von Faulstich zu den drei ursprünglichen Gruppen von Pross hinzugefügt: die Quartärmedien. Diese Gruppe umfasst nun auch die neuen Medien, die in dieser als digitale Medien eingestuft werden (vgl. Dürscheid 2010: 28f.). Die mobile Kommuni- kation mit dem Smartphone wird ebenfalls dieser Gruppe zugewiesen. Da die mobile Kommunikation mit WhatsApp eine entscheidende Rolle in dieser Arbeit spielt, gilt bei der Einstufung des Messengers in eine medientypologische Gruppe zu beachten, dass es sich bei WhatsApp nicht um das Medium handelt, durch welches kommuniziert wird, sondern nur um die Kommunikationsplattform, über welche die Kommunikation zwischen den Kommunikationspartnern stattfindet. Demnach liegen bei der medien- vermittelten Kommunikation mithilfe des Messengers WhatsApp via Smartphone zwei Medienformen in einem Endgerät vor. Zum einen ist hierbei das Smartphone als Medium zu nennen, da es zur Kommunikation zwischen Kommunikationspartnern dient. Da man mit dem Smartphone nicht nur ins Internet gehen kann, um zu chatten oder zu surfen, sondern auch um zu telefonieren oder um SMS zu schreiben, handelt es sich bei dem Smartphone-Endgerät um ein eigenständiges Medium. Um über die Kommunikationsplattform WhatsApp Nachrichten austauschen und chatten zu kön- nen, muss dabei immer eine aktive Internetverbindung bestehen. Hierbei greift der Endbenutzer mit dem Smartphone auf das eigenständige Medium Internet zurück (vgl. ebd. 2010: 32f.). Im Folgenden wird der Termini der mobilen Kommunikation geklärt.

2.1.2 Mobile Kommunikation

Bei dem Messenger WhatsApp handelt es sich um eine Anwendung, die zur mobilen Kommunikation mit dem Smartphone dient. Daher wird im Folgenden erläutert, was man unter dem Begriff der mobilen Kommunikation versteht. Ganz allgemein gefasst, versteht man unter Kommunikation einen Prozess, der zwischen zwei oder mehreren Beteiligten stattfindet. Bei diesem Prozess treten die Akteure durch Zeichen und Sym- bole verschiedener Modalitäten entweder direkt oder indirekt z.B. über Medien in eine Beziehung (vgl. Gimmler/ Gleich/ Six 2007: 21.). Aufgrund der Tatsache, dass der Fokus dieser Arbeit grundlegend auf der Emoji-Verwendung und der damit verbunden WhatsApp-Kommunikation liegt, stehen in dieser Seminararbeit vorwiegend die neuen Medien und die damit verbundenen Kommunikationsformen im Zentrum der durchgeführten Analyse. Insbesondere die Einführung der internetfähigen Smartpho- nes führte dazu, dass sich neue medial-schriftliche Kommunikationsformen in unserer Gesellschaft etabliert haben. Ein Beispiel hierfür ist der Messenger WhatsApp, wel- cher sich wie die SMS-Kommunikation auch, zur Keyboard-to-Screen-Kommunika- tion zuordnen lässt. Bei dieser Kommunikationsform wird die schriftliche Eingabe der Textnachricht per Tastatur vorgenommen. Die Tastatur wird bei den Smartphones zu- meist digital eingeblendet, wenn der Nutzer auf das Feld zur Texteingabe mit seinen Fingern tippt. Ebenfalls unverzichtbar bei der Keyboard-to-Screen-Kommunikation ist ein Bildschirm, welcher dem Sender das Getippte anzeigt und dem Empfänger die empfangene Nachricht präsentiert. Der Bildschirm ist zum Nachrichtenempfang zwin- gend notwendig (vgl. Dürscheid/ Frick 2014: 153ff.). Kommunikation kann in ver- schiedenen Formen von Synchronität auftreten. Sie kann synchron, asynchron oder quasi-synchron erfolgen. Bei Chat-Kommunikation liegt eine Form der quasi-synchro- nen Kommunikation vor. Dies kann man daran festmachen, da sich die verschiedenen Kommunikationspartner in einem gemeinsamen virtuellen Kommunikationsraum un- terhalten, bei dem die jeweiligen Antworten auf Nachrichten jederzeit erfolgen kön- nen. Ob ein Kommunikationspartner gerade online ist und ob er eine Nachricht ein- tippt, erkennt man an einer Statusleiste, die im Chat immer für die Kommunikations- partner sichtbar ist (vgl. ebd. 2014: 167.). Das Gegenstück zur quasi-synchronen Kom- munikation sind beispielsweise die Kommunikationsformen E-Mail und SMS. Diese Kommunikationsformen laufen im Hinblick auf Synchronität in der Kommunikations- situationen generell asynchron ab (vgl. Dürscheid 2010: 70f.).

Dass sich die mobile Kommunikation mit dem Smartphone so rasant verbreitet hat, geht auch darauf zurück, dass Nachrichten mit den Messengern verschickt werden, auch wenn kein richtiger Schreibanlass vorliegt. Beispielsweise werden Nachrichten versendet, die im Bus dem Zeitvertreib gegen auftretende Langeweile dient.

Ein weiterer Faktor, warum sich die mobile Kommunikation so rasch verbreitet hat, geht darauf zurück, dass die Messenger-Programme zumeist kostenlos angeboten wer- den und damit unendlich viele Nachrichten geschrieben werden können, die keiner maximalen Zeichenanzahl unterliegen (vgl. Dürscheid/ Frick 2014: 172.). Einzige Vo- raussetzung für die Kommunikation ist eine aktive Internetverbindung. Diese kann entweder über WLAN hergestellt werden oder über den mobilen Datenverkehr, welcher in der heutigen Zeit in den meisten Mobilfunk-Verträgen inklusive ist (vgl. ebd. 2014: 162.). Messenger-Kommunikation mit WhatsApp vereint sowohl mobile Chat-Kommunikation, die in der Regel quasi-synchron abläuft, sowie den üblichen Nachrichtenversand. Die Chat-Kommunikation stellt hierbei eine eigene Kommunika- tionsform innerhalb der Kommunikationsplattform WhatsApp dar. Durch die mobile Chat-Kommunikation ist es zudem auch möglich, dass alle Personen einer Interessen- gruppe, wie etwa Mannschaftskollegen einer Sportmannschaft, erreicht werden kön- nen und die Konversationen mit dem Smartphone fast von jedem Ort der Welt aus stattfinden können (vgl. ebd. 2014: 176f.). Die App WhatsApp vereint einen Messen- ger, der dem Nutzer eine Fülle an Möglichkeiten zur kostenlosen Kommunikation bie- tet. In WhatsApp steht dem Nutzer nicht nur die Möglichkeit zur Verfügung, simple Textnachrichten zu versenden, sondern er bietet dem Nutzer auch die Möglichkeit, Fotos, Videos und Audiodateien an andere Nutzer zu versenden. Nimmt man die Sin- neskanäle des Menschen im Hinblick auf die Kommunikation mit Smartphones ge- nauer unter die Lupe, kann man bei Smartphone-Kommunikation von multimedialer Kommunikation sprechen. Die mit WhatsApp durchgeführte Kommunikation spricht beim Menschen zumeist mehrere Sinneskanäle, wie etwa Hören oder Sehen an. Es ist nicht unüblich, dass in einer WhatsApp-Nachricht mehrere Sinnesmodalität angespro- chen werden. Beispielsweise kann das geschriebene Wort in eine Beziehung mit wei- teren Mitteln, wie etwa Piktogrammen, Audio-Postings oder Bildern treten. Daraus entsteht in der Folge ein multimedialer Text, der mehrere Sinnesmodalitäten eines Chatpartners beim Verarbeiten einer Nachricht anspricht (vgl. Arens 2014: 83f.).

2.1.3 WhatsApp-Messenger

Da der Messenger WhatsApp von zentraler Bedeutung für diese Arbeit ist, wird dieser nachfolgend kurz in seinen Spezifikationen vorgestellt. Mittlerweile wird WhatsApp von über einer Milliarde Menschen in über 180 Ländern der Welt genutzt (vgl. Statista 2018: 6.). Welche Popularität die App mittlerweile auch in Deutschland genießt, zeigt eine Studie, welche die Nutzerzahlen von Jugendlichen WhatsApp-Nutzern im Jahr 2017 erfasste: über 98 % der deutschen Jugendlichen in einem Alter von 14-18 Jahren nutzen die App regelmäßig (vgl. ebd.: 13.). WhatsApp wurde gemeinsam von Jan Koum und Brian Acton als Startup im Jahr 2009 in den USA gegründet und sollte zu Beginn als Alternative zur SMS dienen (vgl. Arens 2014: 81f.). Hauptziel des Kon- zerns ist es, einen Messaging-Dienst aufzubauen, der überall auf der Welt funktioniert.

Der Name WhatsApp leitet sich von der englischen Redewendung „ What’s up? “ ab, was sich ins Deutsche in etwa mit „ Wie gehts? “ übersetzen lässt (vgl. WhatsApp Inc. 2019.). Diese Redewendung soll laut den Gründern andeuten, dass das Programm überwiegend für Alltagsnachrichten und Alltagskommunikation entwickelt wurde (vgl. Dürscheid/ Frick 2014: 162.). Heutzutage werden weltweit pro Tag über 65 Mil- liarden WhatsApp-Nachrichten mit Smartphones versendet (vgl. Statista 2018: 7.). Mittlerweile ist es möglich, mit WhatsApp nicht nur getippte Nachrichten an die Chat- partner zu versenden, sondern im Laufe der Jahre kamen einige weitere Funktionen hinzu. Das besondere an dem Messenger ist, dass mit der aktuellsten Version der App, nun auch kostenlose Video- und Sprachanrufe getätigt werden können. Schon zu An- fangszeiten konnten mit WhatsApp Bilder verschickt werden, Dokumente übermittelt werden, der aktuelle GPS-Standort mitgeteilt werden, sowie Nachrichten als mündli- che Sprachnachrichten aufgenommen und an Kommunikationspartner verschickt wer- den (vgl. Dürscheid/ Frick 2014: 162f.). Auch die Darstellungsform der Nachrichten in WhatsApp wurde gezielt als Sprechblasen gewählt. Damit entsteht beim ersten Blick auf die Darstellungsweise einer WhatsApp-Nachricht der Eindruck, dass es sich bei den Konversationen um mündliche Unterhaltungen handelt, obwohl diese schrift- lich verfasst wurden. Diese Darstellungsform kennt man bereits aus Comics und Man- gas, wo die Sprechblasen in ihrer Darstellungsweise auf Unterhaltungen und Gedan- ken von Personen hinweisen (vgl. ebd. 171.).

WhatsApp ist wie eingehend bereits erwähnt, ursprünglich als eine Alternative zur SMS auf den Markt gekommen (vgl. WhatsApp Inc. 2019.). Dennoch unterscheiden sich die beiden mobilen Kommunikationsformen stark voneinander. Der wohl größte Unterschied von WhatsApp zur SMS ist die in WhatsApp vorhandene Funktion des Gruppenchats. Nachrichten können innerhalb eines Gruppenchats nicht nur an eine Person versendet werden, sondern werden in einer virtuellen Gruppe an alle Gruppen- mitglieder gesendet. Die Gruppenmitglieder können auf die Nachrichten zeitgleich zu- greifen und von ihnen beantwortet werden. Gespräche finden mit dieser Funktion nicht nur zwischen zwei Kommunikationspartnern statt, vielmehr ist es dadurch möglich, mit mehreren Personen gleichzeitig zu kommunizieren (vgl. Dürscheid/ Frick 2014: 163.).

Ein weiterer entscheidender Unterschied von WhatsApp zur SMS ist die Länge einer Nachricht. Die Texteingabe einer SMS-Nachricht ist auf lediglich 160 Zeichen be- grenzt und die Länge einer Nachricht damit weitestgehend beschränkt. Bei WhatsApp sind dagegen Nachrichten mit bis zu 4000 Zeichen durch den Nutzer realisierbar. Ebenfalls ein Unterschied von WhatsApp zur SMS ist es, dass den Textnachrichten kleine Bildzeichen in Form von Emojis angehängt werden können, wobei es heutzu- tage ebenfalls möglich ist, Emojis auf Smartphones auch mit SMS-Nachrichten zu versenden (vgl. ebd.: 164ff.). Über die Funktion und die Nutzung von Emojis in WhatsApp-Kommunikation wird in den nachfolgenden Kapiteln explizit eingegangen. Aufgrund der oben erwähnten Funktionen und Eigenschaften, die WhatsApp dem Nut- zer bietet, ist die App in kürzester Zeit weltweit äußerst populär geworden (vgl. Arens 2014: 100.). Die stetige Verbreitung der mobilen Kommunikation zeigt, dass WhatsApp längst kein flüchtiges Phänomen mehr ist, sondern bestätigt, dass sich die Kommunikation mit WhatsApp innerhalb einer Dekade auf der Welt etabliert hat (vgl. ebd.: 101.).

2.2 Unterscheidung von Emoji/Emoticon

Die Begriffe Smiley, Emoticon und Emoji sind nur schwer voneinander zu trennen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Begrifflichkeiten in den verschiedenen wis- senschaftlichen Arbeiten zurzeit unterschiedlichen Definitionen unterliegen. Das nachfolgende Kapitel versucht deshalb, die Begriffe voneinander abzugrenzen und folglich Abhilfe in einer einheitlichen Definition zu schaffen.

Oft wird der Begriff Emoji im Volksmund fehlerhafterweise mit dem Begriff des Emo- ticons verwechselt, gleichgesetzt oder gar auf diesen zurückgeführt (vgl. Rinas/ Uhrová 2013: 146.). Dies mag insbesondere daran liegen, dass beide Wörter den Wort- bestandteil Emo beinhalten, was reiner Zufall ist, beide Begriffe aus unterschiedlichen Sprachen stammen. Bei dem Begriff des Emoticons handelt es sich um ein sogenanntes Portemanteau-Wort, welches seinen Ursprung im Englischen hat. Es setzt sich aus den Bestandteilen emotion und icon zu dem Begriff Emoticon zusammen. Beide Begriffe gehen jedoch auf sehr unterschiedliche Entstehungsgeschichten zurück.

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Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Funktion von Emojis in der WhatsApp-Kommunikation
Untertitel
Eine Analyse mobiler Messenger-Kommunikation anhand des Messengers WhatsApp
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
36
Katalognummer
V468091
ISBN (eBook)
9783668948877
ISBN (Buch)
9783668948884
Sprache
Deutsch
Schlagworte
funktion, emojis, whatsapp-kommunikation, eine, analyse, messenger-kommunikation, messengers, whatsapp
Arbeit zitieren
Max Barlang (Autor), 2019, Funktion von Emojis in der WhatsApp-Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468091

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