Am 20. September 2015 hat Volkswagen den Betrug der Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen öffentlich zugegeben. Obwohl dies bereits fast 2 Jahre her ist, wird noch immer regelmäßig in den aktuellen Medien über den Skandal berichtet. Es kommen immer neue Details an die Oberfläche und das Ausmaß des Skandals zeigt sich immer deutlicher. Der Ruf des Automobilkonzerns ist geschädigt, die Mitarbeiter sorgen sich um Ihre Arbeitsplätze und die Kunden wissen nicht mehr ob Sie VW noch vertrauen können.
Desweiteren sind durch den Abgasskandal sehr hohe Kosten für den VW Konzern entstanden. Allein die Einigung mit Sammelklägern, Behörden und US-Bundesstaaten hat zu Kosten in Höhe von ca.13,8 Milliarden Euro geführt. Dieser Betrag ist durch den Rückkauf von ca. 475.000 manipulierten Dieselfahrzeugen sowie den Entschädigungszahlungen an die Autobesitzer entstanden. Die tatsächlichen Kosten für VW lassen sich jedoch erst festlegen, wenn man weiß wie viele Dieselbesitzer Ihre Autos zurückgeben werden und ob die US-Behörden eine Umrüstung genehmigen werden.
Wie soeben beschrieben hat der VW Skandal zahlreiche negative Konsequenzen zufolge. Welche Auswirkungen hat dies jedoch auf den Wert des Unternehmens? Wie haben sich die Aktienkurse nach Bekanntwerden des Skandals entwickelt und welche Folgen hat dies? In der nachfolgenden Hausarbeit werde ich mich intensiv mit diesen Fragen beschäftigen und eine detaillierte Analyse der Aktienkursreaktionen durchführen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgehensweise / verwendete Methodik
3. Der VW Abgasskandal- Was ist genau passiert?
4. Datenerhebung
4.1 Tagesschlusskurse der VW-Aktie im Event-Fenster
4.2 VW Renditen vs. DAX Renditen
5. Stationarität
5.1 Definition Stationarität
5.2 Prüfen der Zeitreihe auf Stationarität
5.3 Differenzenbildung- instationäre Zeitreihe stationär machen
6. Event-Studie
6.1 Einfache lineare Regression
6.2 Erwartete Renditen und Abnormale Renditen
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Volkswagen-Abgasskandals auf den Unternehmenswert durch eine empirische Analyse der Aktienkursreaktionen. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie sich der Kurs der VW-Aktie nach Bekanntwerden der Manipulationen entwickelt hat und ob ein signifikanter Zusammenhang zur allgemeinen Marktentwicklung, repräsentiert durch den DAX, besteht.
- Analyse der Aktienkursreaktionen im zeitlichen Kontext des VW-Skandals
- Methodische Prüfung der Zeitreihen auf Stationarität mittels statistischer Tests
- Anwendung einer einfachen linearen Regression zur Bestimmung des Marktzusammenhangs
- Berechnung und Interpretation erwarteter sowie abnormaler Renditen
- Vergleich der VW-Wertentwicklung mit der allgemeinen DAX-Marktentwicklung
Auszug aus dem Buch
4.1 Tagesschlusskurse der VW-Aktie im Event-Fenster
In der nachfolgenden Tabelle sind die jeweiligen Tagesschlusskurse der VW-Aktie abgebildet. Diesbezüglich wird ein Event-Fenster vom 17. September 2015 bis zum 30. September 2015 betrachtet. Dies entspricht 10 Handelstagen an der Börse. Das Eventfenster ist der Zeitraum um den Event.
Der erste Börsentag nach Bekanntgabe des Skandals ist der 21. September 2015. Es ist wichtig, nicht nur den Tag des Events zu betrachten sondern auch die Tage vor und nach dem Event. Es besteht die Möglichkeit, dass einige Marktteilnehmer vor der Bekanntmachung des Skandals bereits davon gehört haben und Ihre Aktien verkauft haben. In diesem Fall spricht man vom Leakage-Effekt. Desweiteren können die Reaktionen auf den Skandal verzögert eintreten, da sich viele Menschen zuerst ihre eigene Meinung über den Skandal bilden wollen. Aufgrund dessen ist es ebenfalls wichtig die Tage nach dem Event zu analysieren.
Am 17. September lag der Tagesschlusskurs der VW Aktie bei 168 €. In den darauffolgenden Tagen ist der Kurs der Aktie immer weiter gesunken. Am ersten Börsentag nach dem Event ist der Wert der Aktie von 162,58 € auf 133 € gefallen. Dies entspricht einem Wertverlust von 18,19 %. Auch in den Tagen nach dem Event kann man deutlich erkennen, dass der Wert der Aktie immer weiter gesunken ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Abgasskandal bei Volkswagen ein und erläutert die negativen Auswirkungen auf das Unternehmen sowie das Ziel der Untersuchung der Aktienkursreaktionen.
2. Vorgehensweise / verwendete Methodik: Hier wird der methodische Ablauf der Seminararbeit dargelegt, der von der Datenerhebung über die Prüfung der Stationarität bis hin zur linearen Regressionsanalyse reicht.
3. Der VW Abgasskandal- Was ist genau passiert?: Dieses Kapitel fasst die Hintergründe des Abgasskandals zusammen, von der Aufdeckung durch das ICCT bis hin zur offiziellen Bestätigung durch Volkswagen gegenüber der EPA.
4. Datenerhebung: Dieses Kapitel erläutert die Definition des Event-Fensters und präsentiert die Tagesschlusskurse der VW-Aktie sowie einen Vergleich der VW-Renditen mit dem DAX.
5. Stationarität: Der Autor beschreibt hier die theoretischen Grundlagen der Stationarität und führt statistische Tests durch, um die Zeitreihen für die Analyse zu validieren bzw. zu transformieren.
6. Event-Studie: Hier erfolgt die eigentliche Analyse mittels einfacher linearer Regression sowie die Berechnung der erwarteten und abnormalen Renditen zur Messung des Skandaleinflusses.
7. Fazit: Das Fazit bestätigt den signifikanten negativen Einfluss des Abgasskandals auf den Aktienkurs von Volkswagen und stellt den Zusammenhang zum DAX fest.
Schlüsselwörter
Volkswagen, Abgasskandal, Aktienkurs, Rendite, Event-Studie, Regression, Stationarität, DAX, Datenerhebung, Statistik, Marktwert, Börsenkurs, Manipulation, Finanzanalyse, Volatilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der statistischen Analyse der Aktienkursentwicklung der Volkswagen AG im unmittelbaren Zeitraum nach dem Bekanntwerden des Abgasskandals im September 2015.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Aktienmarktreaktion auf Unternehmenskrisen, die statistische Überprüfung von Zeitreihendaten und die Anwendung von Event-Studien zur Messung von abnormalen Renditen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den quantitativen Einfluss des Abgasskandals auf den Wert der VW-Aktie zu isolieren und zu bestimmen, wie stark der Kursverlust im Vergleich zur allgemeinen Marktbewegung war.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt statistische Verfahren zur Prüfung der Stationarität von Zeitreihen (ADF-Test, PP-Test, KPSS-Test) sowie eine einfache lineare Regressionsanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Daten erhoben und aufbereitet. Anschließend wird mittels Regressionsanalyse der Zusammenhang zwischen VW-Aktie und DAX geprüft und abschließend der Event-Effekt berechnet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Abgasskandal, Event-Studie, Aktienkursreaktion, Stationarität und lineare Regression charakterisieren.
Warum wurde ein Puffer-Zeitraum für das Schätzfenster gewählt?
Der Puffer-Zeitraum stellt sicher, dass das Schätzfenster frei von antizipierten Einflüssen des Events bleibt, um die Erwartungswerte für die Renditen ohne den Skandal präzise zu schätzen.
Welche Bedeutung hat das Bestimmtheitsmaß R² im Kontext dieser Analyse?
Das R² gibt an, wie viel Prozent der Varianz der VW-Renditen durch die Entwicklung des DAX erklärt werden kann, wobei ein Wert von ca. 20 % in der Arbeit als eher niedrig eingestuft wird.
- Arbeit zitieren
- Anna Gottmann (Autor:in), 2017, Aktienkursreaktion auf den Abgasskandal bei VW, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468180