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Der Rückerstattungsprozess des arisierten Kaufhauses Jacoby

Titel: Der Rückerstattungsprozess des arisierten Kaufhauses Jacoby

Hausarbeit , 2018 , 10 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Meradji (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit behandelt Quellen aus dem Prozess der Rückerstattung des Kaufhauses Ganz, ehemals Jacoby, einem ursprünglich jüdischen Kaufhaus im hessischen Bensheim. Ziel dieser Arbeit ist es, eine kontextuelle Einordnung und Aufklärung der Quelle des Ergänzungsantrages zum Fall Jacoby zu leisten.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 sowie der zweite Weltkrieg waren das wohl erschütterndste und schwerwiegendste zeitgeschichtliche Ereignis im zwanzigsten Jahrhundert. Die Verbrechen des Dritten Reiches forderten nicht nur unzählige Todesopfer, auch viele anderweitig Geschädigte mussten mit den Folgen der verbrecherischen Handlungen der Nationalsozialisten nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes 1945 leben. Die Opfer, die das totalitäre Regime überlebten, verfügten aufgrund von vorhergegangenen Arisierungsmaßnahmen oftmals über kein Eigentum mehr. Ehemals jüdisches Eigentum wie Geschäfte und Wohnungen, Möbel und Warenlager, aber auch Wertgegenstände und Finanzmittel war danach zerstreut und teilweise bereits seit Jahren in der Hand eines neuen Besitzers. Aus diesem Umstand ergab sich im besetzten Nachkriegsdeutschland die gewaltige Aufgabe der Rückerstattung und Wiedergutmachung von Arisierungsmaßnahmen, um die ursprünglichen Eigentumsverhältnisse wiederherzustellen oder zumindest finanziell ausgleichen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rückerstattungsantrag des Falls Jacoby

2.1 Quellenbeschreibung

2.2 Kontextuelle Einordnung

2.2.1 Rechtlicher Rahmen

2.2.2 Treuhandverwaltung und Rückerstattungsansprüche

2.2.3 Transfermodalitäten und Wertermittlung

2.3 Quelleninterpretation

2.3.1 Beteiligte Parteien im Fall Jacoby

2.3.2 Inhalt und Text des Antrages

3. Fazit

4. Bibliographie

4.1. Quellen

4.2. Literatur

5. Quellenanhang: Ergänzungsantrag, HHStAW, 519/A DA 26635

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Ergänzungsantrag zum Rückerstattungsfall des ehemaligen Kaufhauses Jacoby in Bensheim quellenkritisch zu untersuchen, in den historischen Kontext der Nachkriegszeit einzuordnen und die Mechanismen der Arisierung sowie deren Rückabwicklung zu beleuchten.

  • Kontextualisierung des Rückerstattungsprozesses unter dem US-Militärregierungsgesetz Nr. 59.
  • Analyse der Rolle der Hessischen Treuhandverwaltung GmbH bei der Abwicklung von Arisierungsansprüchen.
  • Untersuchung der Problematik von Wertermittlungsverfahren bei unter Zwang verkauften jüdischen Unternehmen.
  • Gegenüberstellung von Vorkriegsumsatz und Nachkriegsgeschäftsentwicklung zur Verdeutlichung der Arisierungsfolgen.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Inhalt und Text des Antrages

Im Schreiben wird darauf hingewiesen, dass der vorliegende Ergänzungsantrag vom 13. September 1951 den ursprünglichen Antrag vom 4. Juli 1951 auf den Geschäftsbetrieb sowie das Warenlager ausdehnt. Daraus geht hervor, dass zwei Monate vorher bereits ein Anspruch auf diverse Vermögenswerte gestellt worden sein muss. Leider geht nicht hervor, worum es sich dabei genau handelte.

Des Weiteren wird der Zeitpunkt und Inhalt der Arisierungs-Transaktion genannt. Es geht hervor, dass die Übernahme am 1. April 1936 stattgefunden hat. Gegenstand des Kaufvertrages waren demnach das „Kaufhaus mit Artikeln des täglichen Bedarfs“ sowie das Warenlager. Der damalige Kaufpreis betrug 8.513,33 Reichsmark für die Warenvorräte sowie 558,00 Reichsmark für die Einrichtung.

Um den Kaufpreis besser einordnen zu können, hat der Antragsteller Schröter (Hessische Treuhandverwaltung GmbH) den Umsatz des Kaufhauses vor der Übernahme aufgelistet. Er betrug demnach 52.000 Reichsmark im Jahr 1932, 80.000 Reichsmark im Jahr 1933, 99.000 Reichsmark im Jahr 1934 und 71.000 Reichsmark im Jahr 1934. Noch deutlicher wird der niedrige Kaufpreis, wenn der Antragsteller den Umsatz nach der Übernahme durch Ganz dem gegenüberstellt: allein im Monat Dezember 1948 betrug der Umsatz demnach 76.000 Deutsche Mark. Dieser monatliche Wert alleine ist schon höher als der Umsatz des gesamten Jahres 1934 von vor der Übernahme. Dieser Fall ist in der Hinsicht exemplarisch für viele weitere Arisierungsfälle. Durch Berufsverbote, Boykott-Aufrufe und Ladenüberwachungen sowie zahlreiche andere Drangsalierungen wurden jüdische Geschäfte gezielt behindert, was in der Regel einen Umsatzeinbruch wie auch in diesem Fall zur Folge hatte. Der enorm steigende Umsatz nach der Übernahme ist somit kein Zufall oder dem betriebswirtschaftlichen Geschick des neuen Besitzers geschuldet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische Ausgangslage der Arisierung während der NS-Zeit und die daraus resultierende Notwendigkeit der Rückerstattung sowie Wiedergutmachung im besetzten Nachkriegsdeutschland.

2. Rückerstattungsantrag des Falls Jacoby: Dieses Kapitel analysiert detailliert den spezifischen Ergänzungsantrag der Hessischen Treuhandverwaltung, ordnet ihn in den rechtlichen Rahmen der Besatzungszeit ein und interpretiert die beteiligten Akteure sowie den Inhalt des Dokuments.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie das untersuchte Dokument als Beispiel für die bürokratischen und finanziellen Hürden in Rückerstattungsprozessen dient und die schwierige Lage von Arisierungsopfern verdeutlicht.

4. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen und die zitierte wissenschaftliche Literatur zur weiteren Recherche auf.

5. Quellenanhang: Ergänzungsantrag, HHStAW, 519/A DA 26635: Der Anhang bietet die direkte Einsicht in das originale Dokument des Ergänzungsantrages aus dem Hessischen Hauptstaatsarchiv.

Schlüsselwörter

Arisierung, Rückerstattung, Wiedergutmachung, Kaufhaus Jacoby, Hessische Treuhandverwaltung, Nationalsozialismus, JRSO, Militärregierungsgesetz, Wertermittlung, Bensheim, NS-Wirtschaftssystem, Firmenenteignung, Vermögenskontrolle, Nachkriegsgeschichte, Fallstudie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Quelleninterpretation eines konkreten Rückerstattungsantrages bezüglich der Arisierung des Kaufhauses Jacoby in Bensheim während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Rückerstattung nach 1945, die Funktion der Hessischen Treuhandverwaltung und die ökonomische Analyse von Arisierungsfällen durch den Vergleich von Vorkriegs- und Nachkriegsumsätzen.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Quelleninterpretation?

Das primäre Ziel ist es, den Ergänzungsantrag zum Fall Jacoby durch eine kontextuelle Einordnung historisch aufzuarbeiten und die Mechanismen des „legalisierten Raubes“ sowie der späteren juristischen Aufarbeitung durch das Land Hessen verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt die Methode der Quelleninterpretation, bei der ein spezifisches historisches Dokument (der Ergänzungsantrag) analysiert, in seinen zeitgeschichtlichen Kontext eingebettet und mit wissenschaftlicher Literatur verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Quellenbeschreibung, die Darstellung des rechtlichen und administrativen Rahmens (inklusive der Treuhandverwaltung) sowie die detaillierte Interpretation der Beteiligten und der im Antrag aufgeführten betriebswirtschaftlichen Daten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arisierung, Rückerstattungsanspruch, Hessische Treuhandverwaltung, NS-Wirtschaftspolitik und Wiedergutmachung definiert.

Warum spielt die JRSO im Fall Jacoby eine wichtige Rolle?

Die Jewish Restitution Successor Organization (JRSO) war die Organisation, die ursprünglich Ansprüche auf jüdisches Eigentum anmeldete, bevor diese später an die Hessische Treuhandverwaltung zur zentralen Abwicklung übertragen wurden.

Was zeigt der Vergleich der Umsatzzahlen im Fall Jacoby besonders deutlich?

Der Vergleich verdeutlicht, dass der behauptete „unternehmerische Erfolg“ der Ariseure nach der Übernahme oft auf der systematischen Behinderung jüdischer Inhaber vor 1936 basierte und der Kaufpreis in keinem Verhältnis zum tatsächlichen wirtschaftlichen Wert stand.

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Details

Titel
Der Rückerstattungsprozess des arisierten Kaufhauses Jacoby
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,0
Autor
Christian Meradji (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V468206
ISBN (eBook)
9783668935457
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rückerstattungsprozess kaufhauses jacoby kaufhaus ganz arisierung rückerstattung wiedergutmachung restitution bergstraße bensheim südhessen nationalsozialismus irso jrso Jewish Restitution Organisation Sophie Jacoby Jacobi Zacharias Jacoby quelleninterpretation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Meradji (Autor:in), 2018, Der Rückerstattungsprozess des arisierten Kaufhauses Jacoby, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468206
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Leseprobe aus  10  Seiten
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