Wie beeinflusst die Kinder- und Jugendarbeit die Entwicklung von Jugendlichen?


Hausarbeit, 2016

15 Seiten, Note: 2.7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

3. Mädchenarbeit

4. Jungenarbeit

5. Arbeit mit Gruppen (Cliquen)

6. Persönlichkeit und Beziehung entwickeln

7. Interkulturelle Jugendarbeit

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Kinder- und Jugendarbeit ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche. Viele Jugendliche beschäftigen sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich und finden ganz neue Seiten an sich. Auch die Jugendzentren in größeren Städten sind immer gut besucht. Die Jugendlichen schätzen die Möglichkeit, so ein Angebot in ihrer Stadt zu haben. In solchen Zentren finden sich auch Jugendliche mit Migrationshintergrund, meistens zusammen mit Jugendlichen aus deutschen Familien.

Da kommt die Frage auf wie sich die Kinder- und Jugendarbeit auf die Jugendlichen auswirkt. Welche Einflüsse sie auf die Entwicklung hat. Entwickelt sich die Persönlichkeit durch die Unterstützung durch Jugendarbeiter/innen besser als ohne sie? Mit der Arbeit wird die Frage beantwortet wie sich die Jugendarbeit auf die Entwicklung der Jugendlichen beeinflusst.

Zu Anfang werden die Begriffe Kinder und Jugendliche, Kinder- und Jugendarbeit und der Begriff Persönlichkeitsentwicklung erklärt. Dann geht es um die Mädchen- und Jungenarbeit und die Arbeit mit Cliquen, wie sie die Entwicklung stärken. Als fünfter Punkt die Persönlichkeit und Beziehungsentwicklung, aufgespalten in verschiedene Unterpunkte, danach im Anschluss die interkulturelle Jugendarbeit und ganz zum Schluss eine Zusammenfassung in Form eines Fazits.

2. Begriffsbestimmungen

Im nächsten Abschnitt werden die Begriffe, Kinder und Jugendliche, Kinder- und Jugendarbeit und Persönlichkeitsentwicklung definiert.

2.1 Kinder und Jugendliche

Ein Kind ist nach der juristischen Sicht ist jemand der noch nicht das 14. Lebensjahr vollendet hat. Sie können bestimmte Rechte in Anspruch nehmen wie zum Beispiel: Recht auf Bildung, Recht auf Gesundheit, Recht auf Schutz vor Ausbeutung und Gewalt und viele mehr. Kinder unter sieben Jahren können nicht für Schaden, der durch sie entstanden ist nicht verantwortlich gemacht werden. Auch Minderjährige, die noch nicht zehn Jahren sind und noch nicht volljährig, können auch für den durch sie entstandenen Schaden haftbar gemacht werden, wenn sie sich nicht bewusst sind, welche Folgen auf sie zukommen können. Statistisch gesehen sind Kinder alle, die noch mit mindestens einem Elternteil unter einem Dach wohnen und noch keine eigenen Kinder haben. Dazu zählen Stief, Adoptiv- und Pflegekinder (Juraforum).

Mit Jugendlichen werden Menschen bezeichnet, die in Ihrer Entwicklung im Zwischenstadium vom Kind sein zum Erwachsenwerden stehen. Generell ist dies im Alter vom 13 bis 21. Die rechtlichen Grundlagen stehen im achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) (juraforum.de). Nach politisch-pädagogischer Sicht ist die Zeit als Jugendlicher wichtig, da sich die Jugendlichen in dieser Phase von ihren Eltern lösen und ihre eigenen Wertvorstellungen entwickeln. In dieser Zeit übernehmen sie Verantwortung für sich selbst und verfügen über bestimmte Rechte (Ehereife, Wahlrecht, Wahlpflicht, Volljährigkeit). Unter anderem haben sie auch einen Anspruch auf bestimmte Schutzrechte (Jugendschutz, Jugendarbeitsschutz), zudem unterstützen ihre Eltern in Bereichen wie in einer langen Berufsausbildung oder während eines Studiums (Schubert & Klein).

2.2 Kinder-und Jugendarbeit

Kinder- und Jugendarbeit bezeichnet alle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Die Jugendlichen können selbst entscheiden, was sie machen und wann sie es machen. Auch ihre Teilnahme ist freiwillig, es besteht keine Pflicht zur Teilnahme (Johanning).

Eine weitere Definition ist die, dass die Jugendarbeit ein Teil der Sozialen Arbeit ist. Sie soll Kinder und Jugendliche zur Selbstständigkeit verhelfen. Kinder und Jugendliche sollen in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden und ihre Kompetenzen wachsen. In der Kinder- und Jugendarbeit soll die Einbringung der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund stehen. Die Finanzierung erfolgt durch öffentliche Träger. Die Themen, die durch die Jugendlichen aufkommen, sollen behutsam behandelt werden, damit sie den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entsprechen. Die Kinder- und Jugendarbeit basiert auf der gegenseitigen Wertschätzung und dem Interesse der Kinder und Jugendlichen (Dieterle & Suerkemper & Bachhofer S. 3f.).

2.3 Persönlichkeitsentwicklung

Mit Persönlichkeitsentwicklung ist der Prozess der Entwicklung der eigenen Verhaltens- und Ausdruckweisen gemeint. Durch die individuelle Entfaltung soll bewirkt werden, dass sich jeder so entwickeln kann, wie es für einen selbst am besten ist, damit die Person mit sich selbst zufrieden ist. Ein wichtiger Punkt in der Entwicklung ist die Auseinandersetzung mit persönlichen Schwächen und Stärken. Die Persönlichkeitsentwicklung ist ein andauernder Prozess, der über mehrere Jahre dauert (China).

3. Mädchenarbeit

Mädchenarbeit hat - genauso wie Jungenarbeit - die Aufgabe, Mädchen außerhalb ihres familiären Umfeldes zu unterstützen. Die Mädchen haben - genauso wie die Jungen - ein Recht darauf, Räume nur für sich zu haben. Mädchen wollen weibliche Bezugspersonen haben, sie wollen mit Jungen zusammen sein und von ihnen als Gruppenmitglieder akzeptiert werden. Und sie wollen einen Platz, an dem sie sich ungestört mit Gleichaltrigen treffen können. Die Mädchenwelt hat sich insofern verändert, weil sie den Jungen gleichgestellt sind. Mädchen haben oft das Risiko, sich zu oft zu viele Gedanken zu machen, ob sie es schaffen oder nicht. Mädchen sind stark und können alles. Das Geschlecht wird charakteristisch durch das körperliche und psychische Selbstbewusstsein einer Person. Mädchen erwarten von ihrer Bezugsperson, dass sie ihnen hilft mit ihrem Wissen, sie sollte die anvertrauten Dinge für sich behalten und die Mädchen als selbstständig agierende Personen wahrnehmen. Sie bekommen bedingungslos Hilfe, Unterstützung und Tipps von den Betreuerinnen. Sie schätzen den Umgang mit einer Vertrauensperson, die nicht aus ihrer Familie kommt. Durch den Kontakt zu Pädagoginnen wachsen die Mädchen in ihrer Selbstbestimmung, aber auch in ihrem Selbstbewusstsein. (Graff, S.60ff.).

Mädchentreffs gehören zur Mädchenarbeit dazu. Die Mädchen sollen einen eigenen Raum haben, um sich ihren Wünschen und Bedürfnissen gerecht zu entwickeln. Jedes Mädchen darf zum Mädchentreff kommen, unabhängig aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie kommt. Ein Mädchentreff bietet Angebote über den Nachmittag verteilt an und auch in den Ferien. Die Mädchen können sich mit ihrer Clique dort treffen und dort ihren Tag verbringen oder angebotene Aktionen in Anspruch nehmen. Sie haben dort auch die Möglichkeit, die im Treff anwesenden Erwachsenen um ein Gespräch zu bitten, wenn sie Hilfe oder Unterstützung benötigen. Aktionen die größeren Aufwand verursachen, wie erlebnis- oder medienpädagogischen Aktionen, werden nur in Seminaren und mit vorheriger bindender Anmeldung angeboten. Mädchenarbeit stützt sich auf breites Netz von anderen Trägern oder Jugendhilfeeinrichtungen. Die Mädchen können individuelle Fähigkeiten entdecken, ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstbewusstsein stärken und ihre Kommunikationsfähigkeit und Kritikfähigkeit durch die Gruppe entwickeln und stärken.

In Hamburg wurden die Mädchen eines Mädchentreffs bei der Planung des Neubaus mit einbezogen. Die Mädchen konnten entscheiden wie das neue Gebäude aussehen soll und worauf sie beim Bau achten würden. Dazu wurde eine Zukunftswerkstatt durchgeführt, bei der sich die Mädchen unter den zur Verfügung stehenden Ressourcen Gedanken machen konnten. Aus der Zukunftswerkstatt gehen fünf Punkte hervor die den Mädchen wichtig waren bei dem Neubau:

- Umweltgerecht: die Materialen und die angewendeten Techniken sollen ökologisch sein auch die Einrichtung soll diesen Vorstellungen entsprechen,
- Schutz und Freiraum bieten: die Einrichtung sollte aus einer großen Couch bestehen, die einlädt zum Kuscheln und zusammen Fernsehschauen, einem Fernseher, einer Küche und einem Ort, an dem sich die Mädchen zurückziehen können, wenn ihnen alles zu viel wird,
- Sport und Bewegung: Bewegungsmöglichkeiten im und außen am Haus,
- Hilfen bei Schul- und Arbeitswelt: Zurverfügungstellung von Schulaufgabenhilfen und Computer und
- Jungenfreie Zone: Keine Jungen sollen sich in dem Mädchentreff aufhalten.

Der Name „Mädchentreff“ blieb. Die Mädchen wollten ab und zu mal zusammen mit den Jungen eine Disko veranstalten. Während der Bauphase zögerte das Bauamt mit geänderten Auflagen den Bau des Mädchentreffs hinaus. In diesem sollten auch Toiletten für die Jungen sein, denn der Mädchentreff wurde offiziell als Jugendclub geführt. Grenzen bei der Beteiligung gab es bei den Bedürfnissen der Mädchen, diese mit einzubeziehen und die gegensätzlichen Vorgaben von Jugendamt und Bauamt zu beachten. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nimmt viel Zeit und eventuell auch Geld in Anspruch. Auch falsche Entscheidungen müssen in Kauf genommen werden. Die Erwachsenen und die Fachkräfte müssen den Mädchen und den Jungen vertrauen. Die Wünsche der Mädchen waren die Farben Rot, Blau und Grün, drei Swimmingpools, ein begehbares Dach, ein Wassergraben und ein Baumhaus. Bis auf das Dach und die Pools wurden alle Wünsche umgesetzt. Das Ergebnis ist ein viereckiges Gebäude mit einem runden Anbau, einem großen Eingangsbereich, einem Eingang mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer, einem Wassergraben mit einer Zugbrücke und einem kleinen Wäldchen (Chwalek & Graff & Evers, S 366ff.).

4. Jungenarbeit

Früher war die Jugendarbeit mehr an die männliche Bevölkerung gerichtet für die Zeit nach dem Abschluss und dem Wehrdienst. Jungen sollen integriert werden bevor sie in Schwierigkeiten geraten. In der heutigen Zeit wissen die Menschen, dass Jungen nicht nur Schwierigkeiten machen, sondern auch welche haben. Die meistens Einrichtungen werden heute von Jungen aus benachteiligten Stadtvierteln besucht. Die Besucher setzen sich aus verschiedenen Typen von Jungen zusammen zum Beispiel: verschiedene Herkunft, verschiedene politische Einstellung, Gruppenmenschen, Einzelgänger oder verschiedene Charaktere.

Die Verhältnisse zwischen Männern und Frauen haben sich geändert, denn die Frauen werden immer mehr emanzipiert. Immer mehr Frauen arbeiten in klassischen Männerberufen. Die Frauen verlangen von den Männern, dass sie sich um den Haushalt kümmern, die Kinder erziehen oder sich um die eigene Partnerschaft kümmern. Durch die gesellschaftliche Veränderung können sie nicht mehr ihre Lebensbewältigungsstrategien einsetzen, wodurch es zu Problemen kommen kann. Die meisten Jungen stellen sich als gelungenen Mann jemanden vor, der auf sich achtet, Sport treibt und selbstbewusst ist aber nicht zu sehr von sich selbst überzeugt ist. Durch die Jungenarbeit können Jungen sich so entwickeln, wie sie es möchten, somit brauchen die Jungen nicht die Bestätigung, dass nur ein Verhalten gesellschaftlich anerkannt ist.

Jungen haben das Bedürfnis, die Kontrolle zu haben. In schwierigen Situationen greifen sie zu unterschiedlichen Möglichkeiten, von lässigem Verhalten bis hin zu Handgreiflichkeiten. Durch ihr Verhalten wächst das Ansehen bei Gleichaltrigen und bei dem anderen Geschlecht. Jungen, die in Ihrem Verhalten etwas zurückhaltender sind, haben es schwerer anerkannt zu werden bei den Gleichaltrigen. Durch gezielte Angebote von männlichen Sozialarbeitern lernen die Jungen, die neu gemachten Erfahrungen anzunehmen und zu akzeptieren.

Sie nehmen nicht gerne Hilfe von außen an, denn dadurch zeigen sie Schwäche. Selbst in Gruppen, die seit Jahren bestehen, helfen sich die Mitglieder aus Angst vor einer Blamage nicht. Sie halten zusammen, wenn es um einen gemeinsamen Feind geht, aber nicht bei Situationen, in denen jemand aus der Gruppe Hilfe benötigt. Es wird weder über die Probleme noch über die Gefühle der Mitglieder gesprochen. Mit Teamarbeit und verschiedene andere Möglichkeiten können die Jungen erfahren und spüren, was Solidarität ist und können so das mögliche Ungleichgewicht ausgleichen. Oftmals betätigen Jungen sich sportlich und beachten nicht ihre Gefühle oder ihr Innenleben. Versteckte Charaktereigenschaften können durch gezielte Übungen gestärkt oder unerwünschtes Verhalten dezimiert werden.

Der Körper von Männern und Jungen muss funktionieren, auf die geäußerten Warnsignale wird nicht geachtet. Dadurch bringen sie ihren Körper an die möglichen Grenzen.

Die Jungen sollen lernen, ihren Körper als Ressource zu nutzen.

Das Selbstvertrauen und der Selbstrespekt sollen gestärkt werden. Ein positives Selbstbild ermöglicht den Jungen, sich so zu akzeptieren wie sie wirklich sind, sie müssen sich nicht verstellen. Die Aufgabe des männlichen Betreuers ist die, beratend den Jungen in Krisensituationen zur Seite zu stehen. Sie sollen unter anderem auch lernen, andere Personen und Gegenstände wertzuschätzen und nicht achtlos zu behandeln. Die Sozialarbeiter können hier mit gutem Beispiel voran gehen, von dem die Jungen gerne lerne möchten. Der Bewegungsdrang der Jungen wird ausgeglichen durch Sport oder andere körperliche Aktivitäten, auch Massagen und Phantasiereisen können helfen, den eigenen Körper kennen zu lernen und auf die Signale von ihm zu achten. Ein weiteres Ziel welches, sich herauskristallisiert hat, ist die Wahrnehmung der eigenen und fremden Grenzen, da sie oft von den Jungen überschritten und verletzt werden. Zu dem Prozess der Grenzwahrnehmung gehört dazu, Regeln mit den Jungen auszumachen oder ihnen durch Feedback vermitteln zu können, wann es in Ordnung ist Grenzen zu überschreiten und wann nicht. Die geförderte Wahrnehmung der eigenen Person ermöglicht den Jungen, sich andere Möglichkeiten zum Lösen von Krisensituationen anzueignen. Durch die Jungenarbeit können dem jungen Menschen neue Perspektiven aufgezeigt werden (Sielert, S.65ff.).

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Wie beeinflusst die Kinder- und Jugendarbeit die Entwicklung von Jugendlichen?
Note
2.7
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V468236
ISBN (eBook)
9783668939158
ISBN (Buch)
9783668939165
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kinder-, jugendarbeit, entwicklung, jugendlichen
Arbeit zitieren
Vitarina Koch (Autor), 2016, Wie beeinflusst die Kinder- und Jugendarbeit die Entwicklung von Jugendlichen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468236

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