Ziel dieser Seminararbeit ist es, herauszufinden, ob die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen es tatsächlich schafft, die Stellung der Regional- und Minderheitensprachen in Europa zu verbessern und die Sprachen zu schützen. Um dies zu erarbeiten, soll die Bedeutung der katalanischen Sprache im Bildungswesen Kataloniens als Beispiel in der Betrachtung herangezogen werden.
Im Hauptteil wird zunächst die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen näher vorgestellt werden. Zudem werden die Ziele und Grundsätze der Charta erläutert werden. Darauffolgend werden die Maßnahmen aufgezeigt werden, die die Charta im Bereich der Bildung in den Vertragsstaaten vorsieht, um die Regional- und Minderheitensprachen zu schützen. Daraufhin wird die Umsetzung der Maßnahmen im Bildungswesen, die in der Charta vorgeschrieben sind, am Beispiel der katalanischen Sprache beschrieben werden. In diese Betrachtung wird auch die Umsetzung der Ziele und Grundsätze der Charta einfließen. Zuletzt wird dargestellt werden, inwiefern die ECRM und die Umsetzung der in ihr enthaltenen Ziele, Grundsätze und Maßnahmen kritisiert werden und welche Verbesserungsvorschläge gegeben werden.
Dass in dieser Arbeit ausschließlich der Bildungsbereich beleuchtet wird, kann leicht erklärt werden: Er wurde gewählt, da die „Bildung eine[] der grundlegenden zu schützenden Bereiche ist“, wie Lebsanft und Wingender (2012: 3) beschreiben. Zudem werden auch in der Charta selbst die Bildung und das Erlernen von Sprachen besonders hervorgehoben. Katalanisch wird laut Berkenbusch (2000: 269) nicht nur in der autonomen Region Katalonien, sondern auch in der französischen Region Roussillon, in Andorra, in Aragonien, auf den Balearen sowie in Valencia und auf Sardinien gesprochen. Dennoch wird in dieser Seminararbeit nur die Umsetzung der Charta in Katalonien aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen
2.1.1 Ziele und Grundsätze
2.1.2 Maßnahmen zur Förderung von Regional- oder Minderheitensprachen im Bildungswesen
2.2 Umsetzung der Ziele, Grundsätze und Maßnahmen der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen im Bildungswesen Kataloniens
2.3 Kritik und Verbesserungsvorschläge zur Umsetzung der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen im Bildungswesen
3 Fazit
4 Literaturangaben
4.1 Literaturquellen
4.2 Internetquellen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Ziele, Grundsätze und Maßnahmen der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen (ECRM) im Bildungswesen praktisch umgesetzt werden, wobei der Fokus exemplarisch auf Katalonien liegt, um die Effektivität des Schutzes von Minderheitensprachen zu evaluieren.
- Analyse der Ziele und Grundsätze der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen.
- Untersuchung der bildungspolitischen Maßnahmen zur Förderung von Minderheitensprachen.
- Fallbeispiel Katalonien: Evaluation der Umsetzung katalanischer Sprachpolitik im Bildungswesen.
- Kritische Betrachtung und Vergleich der ECRM-Umsetzung in Europa.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Ziele und Grundsätze
Wie bereits in der Einleitung beschrieben, wurde die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgesetzt, um die Rechte und Freiheiten von Sprechern zu schützen, die in Regional- oder Minderheitensprachen kommunizieren sowie um den Grundsatz der Gleichberechtigung von Sprachen zu erfüllen. Die Charta wird verwendet, um zu messen, inwiefern die 47 Mitgliedsstaaten des Europarats sich bei der Förderung von Regional- und Minderheitensprachen engagieren. Momentan ist die Charta in 25 der 47 Mitgliedsstaaten in Kraft, 22 haben diesen Schritt also noch nicht vollzogen, wie Lebsanft und Wingender (2012: 2) erklären. Kritiker würden vielleicht argumentieren, dass die ECRM dadurch sehr an Wert verliert, Hofmann (2012: 20) ist jedoch der Meinung, dass dies „als Beweis ihrer Stärke ausgelegt werden“ kann. Sie findet, dass dies zeigt, dass die Charta „kein (…) nichtssagendes Dokument [ist], sondern ein effektiver, gut kontrollierbarer völkerrechtlicher Vertrag“ (Hofmann 2012: 20).
Im Folgenden werden die Ziele und Grundsätze der Charta beschrieben werden. Sie sind in Artikel 7 der ECRM aufgeführt. Um zu gewährleisten, dass in der EU „die Ideale und Grundsätze, die ihr (…) Erbe bilden“ bewahrt und gefördert werden, ist es dem Europarat wichtig, dass Regional- und Minderheitensprachen anerkannt werden, denn sie sind der „kulturelle[] Reichtum[]“ Europas und tragen zur Mehrsprachigkeit bei. Besonders schützenswert sind all jene Sprachen, die „allmählich zu verschwinden drohen“. Nicht nur die Sprachen selbst sollen jedoch geschützt werden, sondern auch geschichtlich gewachsene „Traditionen und Eigenarten“. Darüber hinaus sollen die „Bedürfnisse und Wünsche“ aller Volksgruppen in gleichem Maße beachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Sprachkonflikte in der EU ein, definiert den Begriff der Minderheitensprache und erläutert die Relevanz der Europäischen Charta sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Grundlagen der Charta, die spezifischen bildungspolitischen Maßnahmen sowie deren praktische Umsetzung am Beispiel Kataloniens, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Sprachenpolitik.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, stellt die Sonderstellung Kataloniens innerhalb Europas heraus und diskutiert die Wirksamkeit der Charta im Hinblick auf den Minderheitenschutz.
4 Literaturangaben: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Publikationen sowie Internetquellen auf, die zur Erarbeitung der Seminararbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen, Katalonien, Minderheitensprachen, Sprachkonflikte, Bildungswesen, Sprachenpolitik, ECRM, Mehrsprachigkeit, Amtssprache, kulturelle Identität, Sprachförderung, Katalanisch, Europarat, Autonomiestatut, Immersion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Umsetzung der Ziele, Grundsätze und Maßnahmen der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen (ECRM) im Bildungswesen, mit einem besonderen Fokus auf die Situation in Katalonien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Schutz von Regional- und Minderheitensprachen, die bildungspolitische Integration dieser Sprachen, die Rolle der ECRM in Europa sowie sprachpolitische Spannungsfelder zwischen Regional- und Amtssprachen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu evaluieren, ob die ECRM tatsächlich dazu beiträgt, die Stellung von Regional- und Minderheitensprachen zu verbessern und diese wirksam vor dem Verschwinden zu schützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der rechtliche Grundlagen, Sprachberichte und wissenschaftliche Studien zur Anwendung der ECRM im Bildungskontext ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird die ECRM theoretisch eingeführt, die geforderten Bildungsmaßnahmen werden dargelegt und anschließend wird die praktische Umsetzung in Katalonien als Fallbeispiel analysiert und kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Minderheitenschutz, ECRM, Katalanisch, Bildungspolitik, Sprachkonflikt und kulturelle Identität.
Warum wurde Katalonien als Fallbeispiel gewählt?
Katalonien ist aufgrund der hohen Anzahl an Sprechern (etwa ein Viertel aller europäischen Sprecher von Minderheitensprachen) und der ausgeprägten sprachpolitischen Autonomie ein besonders relevantes Beispiel für die Wirksamkeit der Charta.
Inwieweit spielt die Franco-Diktatur eine Rolle in dieser Untersuchung?
Die historische Unterdrückung des Katalanischen während der Franco-Zeit erklärt das hohe Engagement der Katalanen für ihre Sprache und die heutige hohe Sensibilität in der Sprachpolitik.
- Quote paper
- Eva-Marie Kolasch (Author), 2015, Werden die Ziele, Grundsätze und Maßnahmen der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen in der EU umgesetzt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468254