In der empirischen Forschung werden sowohl qualitative als auch quantitative Methoden verwendet. Seit einiger Zeit besteht eine Diskussion zwischen Vertretern der qualitativen und der quantitativen Methodik. Angefangen hat dieser Methodenstreit damit, dass nicht genau geklärt war, welches Ziel und welche Aufgabe die Sozialforschung verfolgte. Noch bis in die heutige Zeit wurde die Diskussion, welche Methode "die Richtige" sei, nicht beigelegt. In dieser Hausarbeit werde ich die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten der beiden Methoden erläutern.
Zuerst werde ich auf die quantitative Forschungsmethode eingehen und deren Merkmale erklären. Anschließend wird ein Überblick über die qualitative Forschung und deren Merkmale gegeben. Abschließend werden beide Forschungsmethoden miteinander verglichen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten hervorgehoben. Dabei wird ein Fazit zur jetzigen Situation der Methodenbewertung gezogen und ein Ausblick in die Zukunft der Forschungsmethoden gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG:
2.1. empirische Sozialforschung
2.2. Methoden
3. QUANTITATIVE FORSCHUNGSMETHODE:
3.1. Definition und Merkmale quantitativer Forschung
3.2. Beispiel quantitativer Forschung
3.3. Nachteile der quantitativen Forschung
4. QUALITATIVE FORSCHUNGSMETHODE:
4.1. Definition und Merkmale qualitativer Forschung
4.2. Beispiel qualitative Forschung
4.3. Nachteile der qualitativen Forschung
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den beiden zentralen Ansätzen der empirischen Sozialforschung auseinander – den quantitativen und den qualitativen Methoden. Ziel ist es, deren Unterschiede, Gemeinsamkeiten sowie spezifische Anwendungsbeispiele und methodische Nachteile darzustellen, um schließlich die Möglichkeiten ihrer gegenseitigen Ergänzung im Rahmen von Mixed-Methods-Ansätzen zu diskutieren.
- Methodenstreit zwischen quantitativen und qualitativen Traditionen
- Merkmale und Anwendungsfelder quantitativer Forschungsdesigns
- Qualitative Forschung als theorieentdeckende und hypothesengenerierende Logik
- Kritische Reflexion der Stärken und Schwächen beider Forschungsansätze
- Potenziale der Methodenintegration (Methodentriangulation)
Auszug aus dem Buch
3.1. Definition und Merkmale quantitativer Forschung
In der quantitativen Sozialforschung liegt der Fokus in der Quantifizierung von Vorgängen der sozialen Interaktion. Dabei werden numerische Daten verwendet, um ein Ergebnis zu erhalten. Diese Daten können zum Beispiel leichter in ein tabellarisches Diagramm eingearbeitet werden. Dabei bleibt der Forscher objektiv und konzentriert sich auf die Fakten. Auf diese Weise können theoretische Zusammenhänge genau operationalisiert werden, was nach der Auffassung der Vertreter quantitativer Verfahren zu verallgemeinerbaren Ergebnissen führt und damit eine Aufstellung allgemeingültiger Gesetze ermöglicht (Flick, 1995, S. 10f; Küchler, 1983, S. 10). „Die Quantifizierer […] reduzieren die Daten nach ihrem Verständnis zum Zwecke des Informationsgewinns.“ (Lamnek, 2016, S.17)
Am Anfang der Forschung liegen bereits Theorien zum zu untersuchenden Sachverhalt vor, mit welchen Hypothesen entwickelt werden sollen. Diese Hypothesen enthalten keine neuen Informationen, sondern sollen nur durch eine Überprüfung die Gültigkeit der Theorie belegen. Typisch für die quantitative Forschung ist daher der starre und lineare Ablauf (lineare Strategie). Änderungen der Untersuchungsdurchführung sind nur bedingt möglich, da sonst eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse nicht möglich wäre. Zur Überprüfung werden meist Umfragen, Experimente und Monitoring verwendet. Die Auswertung wird durch statistische Verfahren durchgeführt und die Ergebnisse werden auf die zur gestellten Theorien bezogen und interpretiert. Für die quantitative Forschung lassen sich drei Hauptkriterien herausstellen: Die Objektivität, die Reliabilität und die Validität. Objektivität bedeutet, dass das Untersuchungsergebnis während der Erhebung, Auswertung und Interpretation vom Forscher nicht beeinflusst wird. Reliabilität (Zuverlässigkeit) beschreibt die Zuverlässigkeit der Messmethode. Erhält das Messinstrument nach mehreren Wiederholungen die gleichen Ergebnisse, wird die Reliabilität bestätigt. Die Validität (Gültigkeit)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel erläutert den historischen Methodenstreit zwischen quantitativen und qualitativen Vertretern und gibt einen Überblick über die Zielsetzung der Arbeit.
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG:: Hier werden grundlegende Definitionen der empirischen Sozialforschung sowie der Begriff "Methoden" im Kontext der Erfassung sozialer Tatbestände dargelegt.
3. QUANTITATIVE FORSCHUNGSMETHODE:: Das Kapitel definiert quantitative Ansätze, beschreibt den linearen Forschungsprozess und diskutiert Vor- sowie Nachteile dieser Methodik.
4. QUALITATIVE FORSCHUNGSMETHODE:: Diese Sektion behandelt die theorieentdeckende Logik qualitativer Forschung, deren sechs Kernprinzipien sowie die Spezifik des narrativen Interviews.
5. FAZIT: Das Kapitel schließt mit einer Synthese der beiden Methoden und diskutiert die zunehmende Bedeutung von Mixed-Methods-Designs für die zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Empirische Sozialforschung, quantitative Forschung, qualitative Forschung, Methodenstreit, Methodentriangulation, Mixed Methods, Operationalisierung, Validität, Reliabilität, Objektivität, lineare Strategie, zirkuläre Strategie, Hypothesenbildung, narratives Interview, Sozialwissenschaften
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit bietet einen einführenden Überblick über die zwei Haupttraditionen der empirischen Sozialforschung und untersucht, wie sich quantitative und qualitative Ansätze voneinander unterscheiden und ergänzen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit deckt die Definitionen beider Methoden, ihre spezifischen Merkmale, typische Forschungsabläufe, die jeweiligen Kritikpunkte sowie moderne Ansätze zur Methodenintegration ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die unterschiedlichen methodologischen Prinzipien zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch eine Kombination beider Verfahren (Triangulation) Schwächen einzelner Ansätze kompensiert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden beschrieben?
Die Autorin/der Autor beschreibt den linearen Prozess der quantitativen Forschung sowie das explorative, zirkuläre Vorgehen der qualitativen Forschung, illustriert durch Beispiele wie Online-Umfragen und narrative Interviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der empirischen Sozialforschung jeweils detailliert die Merkmale, Anwendungsbeispiele und Nachteile von quantitativen und qualitativen Untersuchungsmethoden analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Methodenstreit, Triangulation, Reliabilität, Validität, Hypothesengenerierung und theoretische Reflexivität charakterisiert.
Warum wird die quantitative Forschung oft als starr kritisiert?
Kritiker bemängeln, dass der lineare Ablauf der quantitativen Forschung kaum Raum für Flexibilität lässt, da das Untersuchungsdesign bereits vorab durch Hypothesen festgelegt ist und soziale Phänomene in vorgegebene Kategorien "gezwängt" werden.
Welche Rolle spielt das narrative Interview in der qualitativen Forschung?
Das narrative Interview dient dazu, den Befragten zu einer Stegreiferzählung zu animieren, um in einem offenen Gesprächsverlauf tiefe Einblicke in Lebenskontexte zu gewinnen, statt lediglich vordefinierte Hypothesen abzuprüfen.
Wie bewertet der Autor die Zukunft der Forschungsmethoden?
Trotz anhaltender methodischer Differenzen sieht der Autor die Zukunft in einer gemeinsamen Nutzung beider Ansätze (Mixed Methods), da diese sich gegenseitig ergänzen und zu fundierteren Erkenntnissen führen können.
Was bedeutet der Begriff "theoretische Brille" im Kontext der Arbeit?
Dieser Begriff verweist auf die Kritik, dass Forscher nie völlig neutral agieren, sondern durch eigene Vorlieben und theoretische Vorannahmen ihr Vorgehen und ihre Interpretation der Daten beeinflussen.
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- Anonym (Author), 2018, Qualitative und quantitative Forschungsmethoden in der empirischen Sozialforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468386