Mythen früher und heute. Identifikationsmerkmal einer jeden Kultur?


Seminararbeit, 2019
13 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung in die Seminararbeit

2. Analysierung von Mythen

3. Mythen aus der Vergangenheit
3.1 Mythen der alten Griechen
3.2 Mythen der alten Ägypter

4. Mythen heute
4.1 Moderne Mythen in der Literatur
4.2 Mythen während der Flüchtlingskrise von Deutschen gegenüber Geflüchteten

5. Zusammenhang Mythos und Kultur

6. Auswirkung von Mythen auf interkulturelle Kommunikation

7. Rückführung

8. Quellen

1 . Einleitung in die Seminararbeit

In der vorliegenden Seminararbeit soll zunächst ein fundamentales Verständnis von Mythen allgemein vorausgesetzt werden und eine gewisse Abgrenzung zwischen traditioneller und moderner Mythologie erfolgen. Außerdem wird der Begriff Sage und Mythos im Folgenden gleichgesetzt:

„Die begriffliche Abgrenzung von Mythos und Sage ist nicht eindeutig. Die Präsentation des Übersinnlich-Wunderbaren in phantastischen Erzählungen (…) trifft eben auch für den Mythos zu“ (vgl. Kluckert 2006: 16).

Das Aufzeigen von Problemen und geeignete Lösungsansätze bei der Analysierung von Mythen, ermöglichen dem Leser dieser Seminararbeit die Intention der Erzählungen richtig zu deuten. Danach folgen Beschreibungen von typischen Mythen aus dem Altertum. Diese werden dann mit Mythen aus der heutigen digitalen Zeit verglichen. Vor allem wird zum Ende hin geklärt, ob und in welchem Ausmaß ein Zusammenhang zwischen Mythos und Kultur besteht. Der letzte Punkt vor der Rückführung soll beleuchten, inwiefern kulturspezifische Mythen Einfluss auf interkulturelle Kommunikation haben. Das Ziel dieser Seminararbeit ist, die Frage zu beantworten, ob Mythen Identifikationsmerkmale einer jeden Kultur sind oder nicht.

„Das altgriechische Wort mythos bedeutete ursprünglich ‚Wort‘ oder ‚Rede‘. (…) Frühzeitig erweiterte sich jedoch die Bedeutung auf ‚Gespräch‘, ‚Erzählung‘ und ‚Dichtung‘, ‚Sage aus vorgeschichtlicher Zeit‘ oder schlichtweg ‚Unwahrheit‘“ (vgl. Unger 2016: 9).

Um ein fundamentales Verständnis von Mythen an sich zu erlangen, wird das folgende Zitat von Wilkinson und Philip aufgeführt:

„Mythen sind heilige Geschichten. Sie erzählen von der Entstehung der Welt, vom Erscheinen der Götter und der ersten Menschen, von Heldenabenteuern und kühnen Trickstern, vom Himmel und der Unterwelt und von den Geschehnissen am Ende der Zeit. Jede Kultur besitzt ihre eigenen Mythen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden“ (vgl. Wilkinson/ Philip 2008:14).

Das Verhältnis von der Moderne zum Mythos wird auf zwei, häufig deutlich getrennten Ebenen, gekennzeichnet. Hierbei wird zwischen „alten“ bzw. antiken Mythen welche immer noch in der Moderne existieren und „neuen“, aus der Moderne hervorgehenden Mythen unterschieden (vgl. Wodianka/ Ebert 2014: V). Der signifikanteste Unterschied von modernen zu traditionellen Mythen besteht lediglich darin, dass in modernen Mythen bzw. Sagen nicht mehr von Göttern, Hexen oder Zauberern die Rede ist. Vielmehr stammen die in den modernen Sagen verwendeten Motive aus der realen Umwelt und sind trotz ihrer Fiktionalität, viel weniger phantastisch oder irrational. Wie auch die älteren Volkssagen erklären und belehren wollen, ist die Grundintention der modernen Sagen die Gleiche (vgl. Brednich 1990: 21).

2 . Analysierung von Mythen

Um Mythen zu verstehen, sollte man nicht danach suchen wodurch Mythen motiviert sind oder was sie aussagen. Vielmehr sollte man versuchen sich die Funktionsweise von Mythen begreiflich zu machen. Hierbei können allerlei Probleme auftauchen: Erstens haben Mythen keinen Autor. Eine Erschließung dessen was ein Sprecher gemeint haben könnte wird also von vorneherein ausgeschlossen (Intentionaltheorie der Bedeutung). Zweitens ist der Zugang zu denjenigen Sprachgemeinschaften, die den jeweiligen Mythos oral überliefert haben, nur noch begrenzt zugänglich. Dadurch lässt sich ein Urteil über die Angemessenheit einer Äußerung innerhalb der jeweiligen Sprachgemeinschaft nur noch schwerlich fällen (konventionalistische Theorie der Bedeutung). Aber nicht nur die Probleme eines interpretativen Zugangs zum Inhalt des Mythos bereiten Schwierigkeiten. Auch die funktionale Bestimmung kann nur schwerlich bestimmt werden. Wenn man nämlich einen Mythos nur darauf hin betrachtet, welche Rolle er in einer bestimmten Gesellschaft spielt, wird schnell übersehen dass er unweigerlich auf eine seiner Dimension reduziert werden muss. Jedoch handeln Mythen nicht nur von Sozialität sondern gleichzeitig von Astronomie, Zoologie, Botanik und so weiter. Durch Favorisierung einer dieser Dimensionen als erklärenden Faktor würde nicht nur die Vielfältigkeit nicht gerecht, auch die Symbolik könnte zu kurz kommen. Um dem entgegenzuwirken sollten Mythen auf zwei Ebenen gleichzeitig untersucht werden. Auf der einen Seite bietet der Mythos eine narrative Erklärung, bestehend aus elementaren Gegensätzen menschlicher Erfahrung. Beispiele hierfür wären: die Verschiedenheit von Himmel und Erde, der Gegensatz von Mann und Frau, der Wechsel von Leben und Tod usw. Auf der anderen Seite wird die Funktionsweise symbolischen Denkens illustriert, indem ein Problem gestellt und behandelt wird. Dadurch zeigt der Mythos, dass das Problem zu anderen Problemen analog ist (vgl. Kauppert 2008: 59 f.).

3 . Mythen aus der Vergangenheit

Schon seit jeher haben Menschen jeder Kultur versucht, sich mit ihren jeweiligen Mitteln die Welt in der sie lebten zu erklären. Da meist die Mittel zur Erarbeitung von realen wissenschaftlichen Theorien fehlten, wurden über Jahrhunderte hinweg Sagen, Legenden und Mythen geschaffen. Dabei wurde der Zweck verfolgt, im symbolischen Sinne Erklärungen für die Entstehung der Welt, Naturkatastrophen, Kriege und weitere einflussnehmende Ereignisse aus dieser Zeit zu liefern (vgl. Comte 2008: 12). Vor allem die zivilisierten Kulturen des Altertums, die alten Griechen, Römer und Ägypter, schufen alleine mit ihren Geschichten über Götter und Halbgötter eine Vielzahl an Mythensammlungen. Im Folgenden soll ein Überblick darüber entstehen, wie diese Sammlungen entstanden und welche Intention sie verfolgten.

3 .1 Mythen der alten Griechen

Die Bewohner des alten Griechenlands machten sich bereits sehr früh Gedanken über die Entstehung der Welt, der Götter und der Menschen. Außerdem beschäftigte sie die Frage, in welcher Beziehung sie zu den Göttern standen. Hesiod, ein berühmter Dichter der alten Griechen, ging davon aus, dass am Anfang aller Dinge das Chaos war. Daraus entsprangen die Erde (Gaia), die Liebe (Eros), die Finsternis (Erebos) und schließlich die Nacht (Nyx). Von Nacht und Finsternis wurde die obere Luft (Aither) und der Tag geboren und die Erde brachte den Himmel (Uranos), die Berge und das Meer (Pontos) hervor. Dann vermählte sich die Erde mit dem Himmel und brachte die Titanen hervor. Darunter der starke Kronos, welcher mit seinen Geschwistern die Welt beherrschen sollte (vgl. Rose 1969: 16 f.). Aus ihm und seiner Frau Rheia entsprangen sodann die Götter des Olymp: Zeus, Poseidon, Hera, Demeter, Apollon, Artemis, Athene, Ares, Aphrodite, Hermes, Hephaistos und Hestia (vgl. Wilkinson/ Philip 2008: 40 f.). Nach Wunsch von Zeus und der Zustimmung von Athene wurden dann die sterblichen Menschen aus Ton geschaffen (ebd.: 37).

3 .2 Mythen der alten Ägypter

Auch das alte Ägypten, welches etwa vom vierten Jahrtausend v. Chr. bis zum Jahr 395 n. Chr. reichte, besitzt eine komplexe Mythensammlung, hauptsächlich bestehend aus mehreren Schöpfungsgeschichten und den damit zusammenhängenden Gottheiten. So bestand der Glaube, dass sich vor Beginn der Zeit, im Urozean eine kosmische Schlange befand. Diese Schlange wurde zum Symbol der Ewigkeit und der steten Erneuerung der Zeit. Aus diesem Schöpfer manifestierte sich der Sonnengott Re, und symbolisierte damit die Sonne und die Schöpfung. Weitere Götter wie Schu, Gott der trockenen Luft; Tefnut, Göttin der feuchten Luft; Geb, Erdgott; Nut, Himmelsgöttin und Thot, Mondgott, folgten (vgl. Wilkinson/ Philip 2008: 226). Ein weiteres, überaus bedeutsames Symbol für Tod und Wiederauferstehung versinnbildlichte der Fluss Nil. Dieser überflutet und verwüstet jährlich das gesamte Land mit schrecklichen Hochwassern und verwandelt es in einen riesigen Sumpf. Nach dem Absinken des Wassers ersteht die Erde üppiger und fruchtbarer als je zuvor. Diese Düngung ermöglicht eine Überfülle an Erträgen und Reichtum. Für kaum ein Land ist ein Fluss so bedeutsam, wie der Nil (vgl. Comte 2008: 100).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Mythen früher und heute. Identifikationsmerkmal einer jeden Kultur?
Hochschule
Hochschule Ansbach - Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Ansbach
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V468462
ISBN (eBook)
9783668938830
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mythen, Kultur, Antike, Moderne Mythen, altertümliche Mythen, Mythen in der Flüchtlingskrise, Mythos und Kultur, Interkulturelle Kommunikation, Stereotypen, Mythen in der Antike, Mythen in der Literatur
Arbeit zitieren
Heinrich Wammetsberger (Autor), 2019, Mythen früher und heute. Identifikationsmerkmal einer jeden Kultur?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468462

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