Psychische Belastungen von Arbeitnehmern und betriebliche Präventionsmaßnahmen


Hausarbeit, 2019

29 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Arbeit
2.2 Stress
2.2.1 Stressoren
2.2.2 Abgrenzung Belastung, Beanspruchung und Stress
2.2.3 Ursachen für Stress
2.3 Ressourcen zur Stressbewältigung
2.4 Betrieblicher Arbeitsschutz

3 Empirischer Teil
3.1 Deskriptive Analyse des Datensatzes
3.1.1 Branchenverteilung
3.1.2 Beschäftigungsvariable „Beschäftigungsstatus“
3.1.3 Beschäftigungsvariable „Bürotätigkeit“
3.1.4 Beschäftigungsvariable „öffentlicher Dienst“
3.1.5 Belastungen „Inpsych, inphys, inbewarm“
3.1.6 Arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden
3.1.7 Allgemeiner Gesundheitszustand
3.2 Inferenzstatistische Untersuchung
3.2.1 Branchenunterschiede bei Belastungen
3.2.1.1 Index „psychische Belastung“
3.2.1.2 Index „physische Belastung“
3.2.1.3 Index „bewegungsarme Tätigkeit“
3.3 Belastungen und Gefährdungen - Innere Konsistenz
3.4 Belastungen und Gefährdungen - Faktorenanalyse

4 Diskussion

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

Beruf und Arbeit sind zentrale Faktoren unseres Lebens und haben einen großen Einfluss auf die Gestaltung des Alltags, indem sie ihn maßgeblich strukturieren und bestimmen. Damit einhergehend hat der Beruf auch einen großen Einfluss auf die Gesundheit des Arbeitnehmers. Waren vor einigen Jahrzehnten noch die Unfallprävention und die Reduktion physischer Belastungen im Fokus, so sind es in der heutigen Zeit primär psychische Belastungen, die zu einer erhöhten Arbeitsunfähigkeit führen.

Heutzutage stellt die dynamische Arbeitswelt hohe Anforderungen an die Beschäftigten, da diese täglich verschiedensten Belastungssituationen ausgesetzt sind. Allein von 2000 bis 2006 stiegen psychische Erkrankungen um 20% und lagen an vierter Stelle der Ursachen für Arbeitsunfähigkeitstage.1 Ursachen hierfür sind unter anderem eine erhöhte Arbeitsplatzunsicherheit, stetig zunehmende Anforderungen sowie steigender Zeit- und Leistungsdruck. Arbeitnehmer kommen schneller an ihre Grenzen und fühlen sich schneller gestresst.2 Stress wiederum kann zu einem erhöhten Nikotin- und Alkoholkonsum führen oder sich mittel- bis langfristig zu einer chronischen Erkrankungen wie einer Depression oder Burn-Out entwickeln. Allein bei Google findet man zum Thema „Burn-Out“ bereits 73,5 Millionen Treffer, was die Relevanz des Themas deutlich unterstreicht. Eine Erhöhung der Fehlzeiten schadet nicht nur den betroffenen Arbeitnehmer, sondern ebenfalls den Arbeitgebern. Weiterhin fällt auf, dass trotz objektiv gleicher Belastungen Arbeitnehmer nicht identisch beeinträchtigt werden. In diesem Kontext stellt sich unter anderem die Frage, warum manche Menschen unter bestimmten belastenden Umständen krank werden, andere hingegen nicht. Mit dieser Hausarbeit wird einerseits der Versuch unternommen die Belastungen von Arbeitnehmern detailliert zu durchleuchten und andererseits aufzuzeigen, wie Unternehmen diesen entgegenwirken können.

1.2 Zielsetzung

Gegenstand dieser Arbeit ist daher einerseits eine Untersuchung welchen Belastungen Arbeitnehmer in der Arbeitswelt grundsätzlich unterliegen. Darüber hinaus wird untersucht ob es Unterschiede hinsichtlich der Branche und der Tätigkeit gibt. Ein besonderes Augenmerk liegt weiterhin auf den Maßnahmen, die von Unternehmen ergriffen werden können, um Stress entgegen zu wirken. Darüber hinaus gilt es herauszufinden, welche Bedeutung das Thema Arbeitsschutz in Unternehmen hat. Abschließend sollen die im empirischen Teil ermittelten Ergebnisse, unter Berücksichtigung der theoretischen Darstellungen, interpretiert und kritisch reflektiert werden.

1.3 Aufbau der Arbeit

Im ersten Teil der Arbeit wird ein Überblick über die Relevanz des Themas „Belastungen von Arbeitnehmern“ und seine Bedeutung für betriebliche Gesundheitsförderung verdeutlicht.

Im zweiten Teil der Arbeit werden dann die theoretischen Grundlagen erläutert. Hierzu zählen neben der Definition von Arbeit, Stress und Stressoren, die Abgrenzung von Stress zu Belastung und Beanspruchung. Um ein ausgeprägteres Verständnis von Stress zu erhalten, werden darüber hinaus in einem weiteren Kapitel Ursachen von Stress und Ressourcen zur Stressbewältigung aufgezeigt. Weiterhin wird beschrieben wie betrieblicher Arbeitsschutz aussehen kann, beziehungsweise was Unternehmen tun können, um die Gesundheit ihrer Angestellten zu erhalten und zu fördern.

Im dritten Teil der Arbeit folgt eine empirische Untersuchung eines Datensatzes, der mit Hilfe des Programms SPSS beschrieben und analysiert wird.

Im vierten Teil folgt eine Diskussion zu den Erkenntnissen des vorhergegangenen Kapitels.

Im fünften und letzten Teil der Arbeit werden die gewonnenen Erkenntnisse schließlich in einem Fazit zusammengefasst.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Arbeit

Wie bereits ersten Kapitel erwähnt, sind der Beruf und die Arbeit zentrale Faktoren des menschlichen Lebens. Weiterhin ist die Erwerbsarbeit für unsere Gesellschaft die normative Quelle des Lebensunterhalts. Hierbei spielt die Sicherung des Einkommens die wichtigste Rolle, da sie die Existenzgrundlage bildet. Darüberhinaus hat Arbeit aber auch psychosoziale Funktionen wie beispielsweise der Einsatz und die Entwicklung von Kompetenzen. So wird den Menschen durch Arbeit ermöglicht, ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten einzusetzen und diese weiter zu entwickeln. Eine weitere Funktion ist der Aufbau sozialer und zwischenmenschlicher Kontakte, der wiederum zu Anerkennung und Integration führt. Ferner hat vertraglich vereinbarte Arbeit einen großen Einfluss auf die Gestaltung des Alltags, indem sie ihn maßgeblich strukturiert und bestimmt. Arbeit kann ebenfalls Lebenssinn und Identität stiften, da die Arbeitsaufgabe und die Berufsrolle ein wesentlicher Bestandteil zur Identität beiträgt.3 Weiterhin kann Arbeit eine Quelle für Gesundheit und Wohlbefinden sein.4 Diese Auflistung macht deutlich, dass Arbeit eine zentrale Stellung im Leben vieler Menschen einnimmt.

2.2 Stress

In den vergangenen Jahren hat sich das Wort „Stress“ mehr und mehr zu einem Modewort entwickelt und damit einhergehend eine eher zweifelhafte Entwicklung hinter sich, die darin mündete, dass das Wort „Stress“ sogar in die Top „100 Wörter des 20. Jahrhunderts“ aufgenommen worden ist. Stress scheint heutzutage allgegenwärtig zu sein. Sei es in Situationen, in denen sich jemand überfordert fühlt oder gereizt ist, hektisch oder nervös reagiert. All diese Situationen sind längst kein Einzelfall, sondern eher Normalität. In den meisten Fällen werden solche einzelnen Ereignisse gut verarbeitet. Zu einem Problem werden sie meist erst dann, wenn sie einen permanenten Zustand darstellen und Dauerstress hervorrufen. In einem solchen Fall kann das emotionale Wohlbefinden und die kognitive Leistungsfähigkeit leiden, was zu einer Gefährdung der Gesundheit führen kann.5 Im Folgenden soll nun „Stress“ detaillierter betrachtet werden.

2.2.1 Stressoren

Wie bereits in Kapitel 2.2 beschrieben, ist „Stress“ ein eher allgemeiner Begriff, der im täglichen Vokabular häufig Verwendung findet.6 Nicht immer ist klar, was genau gemeint ist. Der Begriff „Stress“ wurde aus dem Englischen übernommen und bedeutet im physikalischen und technischen Kontext „Druck“, „Belastung“ oder „Spannung“. Selye, Biochemiker und Pionier der Stressforschung, übertrug den Begriff „Stress“ in die Medizin und die Psychologie (1930 - 1940). Die Entstehung von Stress ist auf interne oder externe Stimuli zurückzuführen, sogenannte Stressoren, die in diesem Kontext und im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle spielen. Sie sind im Wesentlichen für das Auslösen einer negativen Stressreaktion verantwortlich.7 Die Forscher Litzcke und Schuh unterscheiden zwischen physischen, psychischen und sozialen Stressoren. Zu physischen Stressoren zählen sie beispielsweise äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze oder allgemein Temperaturschwankungen, aber auch langsames Autofahren, schwere körperliche Arbeit und Hunger. Als psychische Stressoren definieren Litzcke und Schuh unter anderem Über- und Unterforderung, Versagensängste, Zeitmangel, Kontrollverlust, Situationen mit besonderer Relevanz, wie beispielsweise Bewerbungsgespräche. Soziale Stressoren sind beispielsweise der Verlust einer vertrauten Person, Mobbing, Isolation oder ungebetener Besuch.8 Positiv wirken hingegen häufig Interaktionen, die sozial geprägt sind, wie beispielsweise soziale Anerkennung oder der Wunsch nach Kontakt und Kooperation mit Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden.

Unterschieden wird zwischen einer subjektiven und einer objektiven Seite einer Belastung. Als subjektive Seite gelten das eigene Erleben des Stresszustandes, die eigene Wahrnehmung und die damit einhergehenden Gefühle. Diese unterschieden sich grundlegend von der objektiven, beziehungsweise naturwissenschaftlichen Beschreibung des Stresszustandes. Stress auslösen, können jedoch beide Formen der Belastungen. Im Rahmen dieser Arbeit liegt das Hauptaugenmerk auf dem Stressempfinden von Arbeitnehmern, daher werden im Folgenden jene Belastungen und jener Stress betrachtet, die im Zusammenhang mit Arbeit stehen.

2.2.2 Abgrenzung Belastung, Beanspruchung und Stress

Im täglichen Vokabular werden häufig als negativ behaftete Synonyme die Begriffe „Belastung“, „Stress“ und „Beanspruchung“ verwendet, die im Folgenden voneinander abgegrenzt werden sollen. Unter Belastung werden alle zu erfassenden Einflüsse verstanden, die auf den Menschen von außen einwirken.9 Diese kumulierten Einflüsse werden als psychische Belastung bezeichnet. Die zeitlich unmittelbaren und individuellen Auswirkungen der psychischen Belastung auf einen Menschen werden hingegen als Beanspruchung verstanden.10 Dem gegenüber ist „Stress“, als ein unangenehmer, intensiver und subjektiver Spannungszustand definiert, der aus einer Befürchtung resultiert, dass eine zeitlich nahe, hohe aversive und/oder subjektiv länger andauernde Situation nicht vollständig zu kontrollieren ist, deren Vermeidung jedoch von subjektiv Relevanz ist.11 Durch eine differenzierte Betrachtung von Beanspruchung und Belastung wird der Unterschied besonders gut deutlich. So können identische Belastungen bei verschiedenen Personen zu unterschiedlichen Beanspruchungen führen. Kauffeld und Hoppe führen an, dass monotone Büroarbeit belastender sein kann, als eine abwechslungsreiche Tätigkeit außerhalb des Büros.12 Ebenso können Arbeitnehmer einen in Dauer und Intensität identischen Arbeitsaufwand als unterschiedlich belastend wahrnehmen. Ob ein Arbeitnehmer diese Beanspruchung als positiv (aktivierend) oder negativ (gesundheitsschädigend) wahrnimmt, hängt von individuellen Persönlichkeitsmerkmalen und vorhandenen Ressourcen ab.13 Aus arbeitspsychologischer Sicht kann eine Beanspruchung aber auch positive Auswirkungen haben, wenngleich häufiger von negativen Konsequenzen die Rede ist.14

2.2.3 Ursachen für Stress

Grundsätzlich werden in der psychologischen Forschung drei unterschiedliche Stresskonzeptionen unterschieden.15 Hierzu zählen die reiz- und die reaktionsbezogene sowie die rationale Stresskonzeption.16 Als gemeinsame Grundlage dient das Stimulus-Response-Modell (S-R-Modell), das besagt, dass auf einen bestimmten Reiz eine bestimmte Reaktion erfolgt. Da jedoch beobachtet werden konnte, dass verschiedene Probanden bei gleichem Reiz unterschiedlich reagierten, wurde dieses System zum Stimulus-Organism-Response-Modell (S-O-R-Modell) weiter entwickelt.17 In diesem Modell ist zwischen Reiz und Reaktion ein Organismus verortet, der den Reiz wahrnimmt, interpretiert und bewertet, bevor es zu einer Reaktion kommt. Als Stimulus wird immer der auf den Organismus wirkende Reiz verstanden, respektive der Stressor. Abhängig davon, welche Seite des Modells betrachtet wird, ist die Rede von einer reiz- oder reaktionsbezogenen Seite die Rede. Eine Verbindung von Reiz und Reaktion entsteht dabei im Gehirn entweder auf rein emotionaler Ebene (Limbisches System) oder unter Einbeziehung von Gehirnarealen, die für Kognition (Neocortex) zuständig sind.18

Im Rahmen der reizbezogenen Stresskonzeption wird „Stress“ als äußerer Reiz, respektive als eine Art Umweltereignis bezeichnet. In diesem Sinne bezieht sich ein Reiz auf ein Geschehen in der Außenwelt, das mit einer Störungsreaktion beantwortet wird.19 Dieses Modell besagt, dass unser Leben von Reizen bestimmt wird, die als Störung wahrgenommen werden und somit Stress hervorrufen. Demnach entsteht Stress als unmittelbare Reaktion auf bestimmte Reize.20 Die Ursache dieser Stressoren kann unterschiedlichster Natur sein. Hierzu zählen beispielsweise Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Erdbeben aber auch besondere Lebensereignisse wie Erfolge, Misserfolge, gravierende Krankheiten, die eigene Hochzeit oder Scheidung. Ebenso zählen hierzu sogenannte Systemstressoren wie Hungersnöte und Krieg aber auch Stressoren aus dem täglichen Leben wie das Autofahren oder Einkaufen. Die reizorientierte Konzeption sieht Stress somit als Summe sämtlicher Lebensereignisse, der sich beispielsweise auch körperlich, in Form von Krankheiten, bemerkbar machen kann.

Im Rahmen der reaktionsbezogenen Stresskonzeption wird Stress anhand der sichtbaren Reaktionen definiert, die gemäß der aus der Medizin stammenden Definition ihre Ursache in Umweltereignissen findet.21 Demnach ist Stress als abhängige Variable zu verstehen.22 Ob ein Ereignis als Herausforderung oder Bedrohung wahrgenommen wird, bestimmen - wie eingangs erwähnt - psychologische Persönlichkeitsmerkmale, die jedoch nicht alleiniger Faktor sein können. Stressreaktionen werden durch verschiedenste Symptome sichtbar. Hierzu zählen beispielsweise eine erhöhte Atem- und Herzschlagfrequenz, das Anspannen von Muskelpartien, Angstzustände und Schweißbildung. Diese Stressreaktionen führen nicht selten zu einer Beeinträchtigung der Leistung und Konzentration und können langfristig zu Schlaf- und Bindungsstörungen führen.23

Die rationale Stresskonzeption hingegen meint eine wechselseitige Beziehung von Reiz und Reaktion und sieht die Ursache für Stress nicht singulär im Reiz oder in der Reaktion.24 Der Schwerpunkt liegt hier eher auf den Beziehungsregeln, die das Auftreten von Stress bestimmen. Hierunter wird einerseits die persönliche Bereitschaft und andererseits die Fähigkeit des Individuums verstanden auf einen Reiz angemessen zu reagieren, was eine Betrachtung und Bewertung der Umwelteinflüsse inkludiert.25

2.3 Ressourcen zur Stressbewältigung

Zur Bewältigung, Reduzierung oder Vermeidung von Stress gibt es zahlreiche Modelle. Unterschieden wird zwischen personale Ressourcen und Ressourcen der Umwelt. Das gemeinsame Ziel dieser Modelle und Theorien ist das Erhalten oder Wiederherstellen der persönlichen Gesundheit, beziehungsweise die Prävention vor Krankheit. Zu letzterem Punkt benennen Kauffeld und Hoppe verschiedene Interventionsmöglichkeiten, als verhaltensorientierte Maßnahmen, die ein gezieltes Eingreifen beim Individuum oder bei einer Gruppe beschreiben, um negative Folgen von Stress zu reduzieren oder zu vermeiden.26 Hier unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen der Intervention, die entweder abhängig vom Zeit- oder Ansatzpunkt sind. Im Kontext des Zeitpunkts wird zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention unterschieden. Primäre Präventionsmaßnahmen sollen das Auftreten von Erkrankungen von vornherein verhindern. Sind Krankheitssymptome erkennbar, wird mit sekundären Präventionsmaßnahmen versucht einem Voranschreiten der Erkrankung entgegen zu wirken. Ist ein Krankheitszustand bereits eingetreten, wird mittels tertiäreren Maßnahmen der Versuch unternommen, den Krankheitszustand zu lindern.27 Maßnahmen zur Verhaltensprävention sind eher individuumsorientiert, haben meist eine kurz- bis mittelfristige Effektdauer, betreffen die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Einzelnen und führen zu einer Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten. Beispiele hierfür sind - in Bezug auf eine betriebliche Gesundheitsförderung - Rückenschule, Stressempfindungstrainings, Kommunikationstrainings, Trainings zum Zeitmanagement, Entspannungsverfahren oder allgemein Kurse zur Veränderung gesundheitsschädlicher Verhaltensweisen.28

Ein weiterer Ansatz beschreibt verhältnisorientierte, beziehungsweise bedingungsbezogene Interventionen, die sich eher auf Arbeitssysteme und Personengruppen beziehen. Ihre Wirkungsebene sind organisationales, soziales und individuelles Verhalten, mit dem mittel- bis langfristigem Ziel bei dem Arbeitnehmer ein positives Selbstwertgefühl, Kompetenz, internale Kontrolle, Motivation, Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu fördern. Hierdurch erreichen Arbeitgeber wirtschaftliche Effekte wie eine Verbesserung der Produktivität, Qualität, Flexibilität und Innovationsfähigkeit. Ebenfalls führen verhältnisorientierte Interventionen zu geringeren Fehlzeiten und reduziert die Fluktuation. Solche Interventionen können beispielsweise die Einführung von Gruppenarbeit, Gesundheitszirkel und attraktive Entlohnungssystemen, die Arbeitszeit- und Arbeitsplatzgestaltung sein. Hinsichtlich der Gestaltung des Arbeitsplatzes kann der Arbeitgeber ergonomische Anforderungen berücksichtigen und für eine Reduzierung von Umwelteinflüssen wie Lärm sorgen. Darüber hinaus wirkt sich der Autonomiegrad, die Work-Life-Balance und soziale Unterstützung wesentlich auf das Stressempfinden des Arbeitnehmers aus.29 Darüber hinaus können Unternehmen einen betrieblichen Arbeitsschutz implementieren, der im Folgenden Kapitel beschrieben wird.

[...]


1 Vgl. Schaper, N. (2014a): S. 517.

2 Vgl. Mainka-Riedel, M. (2013): S. 5f.

3 Vgl. Bartholdt, L., Schütz, A. (2010): S.4.

4 Vgl. Murphy, G. C., Athanasou, J. A. (1999): S.89.

5 Vgl. Litzcke S. M., Schuh H. (2010): S. 2.

6 Vgl. Schwarzer, R. (2014): S. 153.

7 Vgl. Greif S., Cox T. (1997): S. 432ff.

8 Vgl. Litzcke S. M., Schuh H. (2010): S. 6.

9 Vgl. Schaper, N. (2014a): S. 518f.

10 Vgl. Kauffeld, S., Hoppe, D. (2014): S. 243.

11 Vgl. Greif S., Cox T. (1997): S. 432f.

12 Vgl. Kauffeld, S., Hoppe, D. (2014): S. 244.

13 Vgl. Poppelreuter, S., Mierke, K. (2012): S. 29.

14 Vgl. Kauffeld, S., Hoppe, D. (2014): S. 244.

15 Vgl. Schaper, N. (2014a): S. 519f

16 Vgl. Bareiß, A. (2013): S. 65.

17 Vgl. Schaper, N. (2014b): S. 322f.

18 Vgl. Bareiß, A. (2013): S.27.

19 Vgl. Lazarus, R. S., Launier, R. (1981): S. 220.

20 Vgl. Tameling, R. (2014): S.20f.

21 Vgl. Krohne, H. W. (2016): S. 8.

22 Vgl. Belschak, F. (2001): S. 25.

23 Vgl. Tameling, R. (2014): S.23.

24 Vgl. Belschak, F. (2001): S. 27.

25 Vgl. Lazarus, R. S., Launier, R. (1981): S. 226ff.

26 Vgl. Kauffeld, S., Hoppe, D. (2014): S. 256.

27 Vgl. Kauffeld, S., Hoppe, D. (2014): S. 256 f.

28 Vgl. Schaper, N. (2014a): S. 532ff.

29 Vgl. Schaper, N. (2014a): S. 533ff.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Psychische Belastungen von Arbeitnehmern und betriebliche Präventionsmaßnahmen
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
29
Katalognummer
V468474
ISBN (eBook)
9783668928152
ISBN (Buch)
9783668928169
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stress, Belastungen, Psychologie, Quantitative Datenanalys
Arbeit zitieren
Jan Bast (Autor), 2019, Psychische Belastungen von Arbeitnehmern und betriebliche Präventionsmaßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468474

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