Drogenkonsum und -kriminalität zwischen Repression und Akzeptanz


Hausarbeit, 2017
16 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen

3. Kriminalität als Nebeneffekt von Drogenkonsum

4. Drogenpolitik

5. Präventionsansätze der Drogenpolitik

6. Akzeptanzorientierte Drogenhilfe als Lösungsansatz

7. Hält die akzeptierende Drogenhilfe, was sie verspricht?

8. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Blick der Gesellschaft auf Drogenkonsumenten ist meist von Vorurteilen geprägt. Konsumenten werden in die Kategorien der Kriminellen oder Kranken gesteckt. Man geht davon aus, dass durch Strafverfolgung und Therapiemaßnahmen die Lösung für das Problem bieten und Konsumenten wieder auf den richtigen Weg bringen. Nur selten finden individuelle Hintergründe und Lebensstile dabei Beachtung. In der folgenden Arbeit soll es darum gehen, welche Maßnahmen zur Lösung des sozialen Problems des Drogengebrauchs und der Drogenkriminalität die Politik bereits bietet und wie diese wirken.

Zunächst werden einige Begriffe erklärt bzw. definiert, um Missverständnissen vorzubeugen. Danach wird ein Überblick über die verschiedenen Formen der Drogenkriminalität gegeben, um zu zeigen, dass Drogenkriminalität auch innerhalb der Drogenszene abspielen kann, ohne dass die Gesellschaft diese bemerkt oder davon Schaden nimmt. Es folgt eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Haltungen in der Politik zum Umgang mit Betäubungsmitteln und ein Einblick in die bereits vorhandenen Präventionsstrategien. Eine dieser Strategien ist die akzeptierende Drogenhilfe, auf die genauer eingegangen wird, um die Vielfältigkeit dieses Ansatzes zu verdeutlichen. Zu allen Präventionssäulen wird außerdem ein kurzer Überblick darüber gegeben, wie sie sich auf individuelle und gesellschaftliche Risiken auswirken. Zuletzt wird dann die Fragen diskutiert, ob die akzeptanzorientierte Drogenhilfe, das leistet, was sich in ihrem Namen verbirgt und wie die Soziale Arbeit weiter an der Lösung des Sozialen Problems des Drogenkonsums arbeiten kann.

2. Begriffserklärungen

Devianz und Delinquenz

Devianz meint sozial abweichendes Verhalten, das weder strafrechtlich relevant ist, noch in irgendeiner Weise der Gesellschaft schadet. Delinquenz ist abweichendes Verhalten, welches sozial schädlich ist und kriminelles Verhalten mit einschließt (vgl. Rautenberg 1998, S. 21f.).

Drogen, Rauschmittel, Betäubungsmittel

Kreuzer (1998, S.2) definiert Drogen als Substanzen, die das Bewusstsein oder die Befindlichkeit des Menschen verändern und eine seelische beziehungsweise körperliche Abhängigkeit hervorrufen können. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden unter dem Begriff ‚Drogen‘ meist solche Substanzen verstanden, die nach dem Gesetz verboten sind, während legale Substanzen wie Alkohol oder Tabak meist als ‚Genussmittel‘ bezeichnet werden. Eine offizielle Bezeichnung für Substanzen, die im Folgenden thematisiert werden, gibt es nicht. So nennt das Betäubungsmittelgesetz die dort verwendete Bezeichnung bereits im Titel, definiert den Begriff aber nicht genauer. In der Polizeiarbeit wird von ‚Rauschgift‘ gesprochen. Das große Spektrum an Bezeichnungen verdeutlicht, wie unterschiedlich sowohl die Substanzen als auch der Umgang mit ihnen ist. Einige von ihnen sind Bestandteil unserer Traditionen (z.B. Alkohol) und andere werden sozial ausgeschlossen (z.B. Opiate) (vgl. Göppinger 2008, S.446 f.).

In meiner Arbeit orientiere ich mich an Kreuzers Definition und beschränke ich mich dabei auf illegale Drogen Das heißt, Substanzen, deren Umgang nach dem Betäubungsmittelgesetz (im folgenden Text mit BtMG abgekürzt) unter Strafe gestellt ist. Andere, legale (Genuss-)Mittel, wie beispielsweise Alkohol oder Nikotin, finden aufgrund von fehlender Relevanz für die Thematik keine Beachtung, da in dieser Arbeit die Kriminalisierung bestimmter Substanzen und der Umgang mit ebendiesen im Vordergrund stehen soll. Des Weiteren wird der Begriff ‚Drogen‘ in der folgenden Arbeit synonym mit den Begriffen ‚Rauschmittel‘ und ‚Betäubungsmittel‘ verwendet, da, wie oben beschrieben, keine offiziell einheitlich festgelegte Bezeichnung besteht.

Abhängigkeit und Sucht

Sucht und Abhängigkeit von Drogen kann in psychischer und in physischer/körperlicher Form auftreten. Bei psychischer Abhängigkeit geht es um das Verlangen, den Konsum der Droge fortzusetzten. Bei körperliche Abhängigkeit hingegen zeigen sich bei nachlassender Wirkung des Rauschmittels körperliche Entzugssymptome. Nach ICD-10 spricht man von Abhängigkeit, wenn sich während des letzten Jahres mindestens 3 der folgenden Bedingungen bei einer Person zeigten:

- Starker Konsumwunsch oder -zwang
- Kontrollverlust über das Konsumverhalten (Zeitpunkt, Dauer, Menge)
- Körperliche Entzugssymptome und die Einnahme des Rauschmittels zur Überwindung ebendieser
- Toleranzentwicklung und draus resultierende Steigerung der Dosis
- Trotz möglicher Folgeschäden anhaltender Konsum
- Konsum vorrangig vor Regeln, Verpflichtungen und anderen Aktivitäten

Die Symptome können sich dabei auf eine Substanz beschränken, eine Substanzgruppen oder sogar ein weites Spektrum vieler Substanzen abdecken (vgl. ICD-10 F10.2-F19.2).

3. Kriminalität als Nebeneffekt von Drogenkonsum

Drogen und Kriminalität sind oft eng miteinander verknüpft. Die Annahme, dass die Finanzierung eines Drogenerwerbs überwiegend durch Deliktbegehung stattfindet, kann durch die Empirie jedoch nicht bestätigt werden. Nur etwa ein Drittel aller Gelder für den Drogenkonsum werden durch mittelbare Beschaffungsdelikte beschafft. Zwei Drittel werden entweder durch den Verkauf geringer Mengen Rauschmittel oder legal Finanzierungsmittel finanziert. Beide dieser Finanzierungswege wirken sich nicht auf die Gesellschaft aus, da auch der Handel nur innerhalb der Drogenszene stattfindet. Delinquenz ist also nicht zwangsläufig eine Folge von Drogengebrauch oder -abhängigkeit. Dies kann teilweise auch umgekehrt der Fall sein. So sind viele Drogenkonsumenten bereits vor dem Erstkonsum durch Delikte auffällig geworden. (vgl. Göppinger 2008, S.460f)

Eine direkte Verknüpfung von Drogen und Kriminalität stellt jedoch das BtMG her, da es den Umgang und Verkehr (u.a. Handel, Besitz, Bezug) mit illegalen Rauschmitteln unter Strafe stellt. Außerdem ist das Verüben von Straften unter Einfluss von Drogen ebenso möglich. Da es sowohl vor der Einnahme als auch danach zu kriminellen Handlungen kommen kann, unterscheidet man zwischen Versorgungs- und Folgedelinquenz (vgl. Göppinger 2008, S.460f).

Versorgungsdelinquenz bezieht sich auf den Rauschmittelverkehr und wird noch einmal in Verschaffungs- und Beschaffungsdelikte unterteilt. Verschaffungskriminalität bezieht sich auf die Produktion und den Vertrieb von illegalen Drogen durch den Anbieter. Organisierte Gruppen werden dabei jedoch unter Organisierter Kriminalität gefasst. Beschaffungskriminalität ist zum einen in unmittelbarer/direkter Form möglich. Darunter fallen der unerlaubte Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln, aber auch Delikte wie das Fälschen von Rezepten oder der Einbruch in Arztpraxen oder Apotheken, die zwar in direktem Zusammenhang mit dem Rauschmittelerwerb stehen, jedoch unabhängig vom BtMG sind. Das unmittelbare Ziel dieser Delikte ist die Beschaffung von Betäubungsmitteln. Eine weitere Form der Beschaffungskriminalität ist die mittelbare/direkte Form. Diese meint Delikte, die die Finanzierung, nicht aber den direkten Erwerb von Drogen, zum Ziel haben. Diese setzt sich vor allem aus Diebstählen in Warenhäusern und Läden sowie von Autos und Wohnungseinbrüchen zusammen. Die indirekte Form der Beschaffungsdelikte ist auch das, was man im alltäglichen Sprachgebrauch unter Beschaffungskriminalität versteht. Sie spielen außerdem eine wichtige Rolle in der Kriminalpolitik, „geht es doch vor allem dabei um die Beantwortung der Fragen, inwieweit der individuelle Rauschdrogenkonsum im Privatbereich auch die Gesellschaft berührt“ (Göppinger 2008, S. 461).

Unter Folgedelinquenz fallen Delikte, die unter Einfluss von Betäubungsmitteln verübt werden. Hierbei muss es sich nicht zwangsläufig um illegale Rauschmittel handeln, sondern auch Straftaten unter Alkoholeinfluss fallen unter Folgedelinquenz.

Generell ist die Grenze zwischen Versorgungs- und Folgedelinquenz unscharf, da die Zuordnung meist durch den Blick auf das äußere Geschehen getätigt wird, ohne den Verwendungszweck zu beachten. Des Weiteren ist die Unterscheidung zwischen dem „drogeninduzierten Finanzierungsdruck“ und der Sicherung des Lebensunterhaltes nicht immer klar voneinander trennbar (Göppinger 2008, S. 462). Es gestaltet sich dadurch schwierig, die Straftat einer der Formen der Delinquenz klar zuzuordnen. Außerdem haben illegalen Drogen häufig keine tatauslösende Bedeutung. Der Zusammenhang zwischen Delinquent und dem Konsum illegaler Rauschmittel ist also deutlich indirekte und damit schwieriger nachzuweisen. Zwar gibt es empirische Befunde dazu, dass Delinquenz mit regelmäßigem Konsum zunimmt, unklar ist aber, ob diese Beziehung kausal ist und ob Rauschmittelkonsum zu Kriminalität führt oder andersherum. Da Drogenkonsumenten meist gewinnbringende Delikte, zum Beispiel Eigentumsdelikte, begehen, geht man davon aus, dass der Druck, Mittel zur Finanzierung zur Verfügung zu haben, ein Auslöser für delinquentes Verhalten bei Drogenkonsumenten sein könnte. Gewaltdelikte treten währenddessen bei Konsumenten seltener auf. Andererseits ist auch belegt, dass Drogenkonsumenten bereits vor ihrem Erstgebrauch straffällig wurden und dabei unterschiedliche kriminelle Verhaltensmuster aufwiesen. Oft beendet der Abbruch der kriminellen Karriere auch die Drogenkarriere der betroffenen Person. Es ist also schwer, zwischen Ursache und Wirkung zu differenzieren. Wahrscheinlich ist, dass es sich bei dem Gebrauch von Rauschmitteln genauso wie bei delinquenten Verhalten um soziale Auffälligkeiten neben anderen handelt und diese sich gegenseitig verstärken. (vgl. Danwitz 2004, S.122; Göppinger 2008, S.455, 461f, 466f.; Rautenberg 1998, S. 82f.).

4. Drogenpolitik

Die deutsche Drogenpolitik folgte bis in die 1980er Jahre einem abstinenzorientierten Ansatz. Mit der Zeit kamen jedoch einige neue Ansätze hinzu. Das vereinfachte die Diskussion darüber, wie man mit Konsumenten und Abhängigen umgehen sollte nicht unbedingt, brachte aber einen Wandel in der Drogenpolitik hin zu einer akzeptanzorientierten Drogenhilfe. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Ansichten in der Politik nun vorgestellt.

Zum einen wird von einigen die bekämpfungsorientierte Position vertreten, die schon von Beginn an starken Zuspruch erhielt. Diese verfolgt den Ansatz, dass illegale Drogen weiterhin verboten bleiben sollten und der Konsum durch polizeiliches Aufkommen verstärkt bekämpft werden sollte. Hilfe für Drogenkonsumenten und -abhängige – zum Beispiel in Form von Therapie – ist für Anhänger dieser Position dabei nebensächlich. Dieser Ansatz wird auch Repressionsansatz genannt. Die Prohibition von Drogen führt allerdings zu einer Knappheit an Betäubungsmitteln auf dem Schwarzmarkt. Dies und das Risiko, das mit dem Handeln mit Drogen einhergeht, sorgt dafür, dass die Preise für Rauschmittel in die Höhe steigen. Dadurch werden die Betäubungsmittel für Konsumenten weniger erschwinglich, der Druck, Mittel zur Finanzierung aufzubringen, steigt und damit auch die Beschaffungskriminalität. Auch die Gesundheitsrisiken für die Konsumenten steigen, da diese beispielsweise gefährlichere Konsumformen, wie Needle-Sharing statt Inhalieren, wählen, um den Verbrauch von Drogen zu minimieren, um Kosten zu sparen. Kappel bezeichnet diese Richtung der Politik als „eine Politik der Ausgrenzung“, da Konsumenten in die Kriminalität gezwungen werden und dies soziale und psychische Auswirkungen haben kann (1991, S. 24). Dazu zählen unter anderem der Verlust von Freunden oder des Arbeitsplatzes.

Auf der anderen Seite steht eine liberalere Position. Hier werden vermehrt Forderungen laut, das BtMG zu lockern, da man den Erfolg des Strafrechts im Hinblick auf das Drogenproblem kritisch sieht. Vertreter dieser Position sind der Meinung, dass Drogenabhängige und -konsumenten entkriminalisiert werden sollten. Dafür gibt es unterschiedliche Vorschläge. Zum einen wird eine Liberalisierung vorgeschlagen. Das bedeutet, dass eine kontrollierte Abgabe von Betäubungsmitteln für den Eigenbedarf stattfinden soll, die Strafandrohung zur Abschreckung aber erhalten bleibt. Der Vorteil wäre hier, dass Konsumenten Zugang zu reineren Stoffen als auf dem Schwarzmarkt hätten und das Gesundheitsrisiko damit sinken würden. Auch können legal abgegebene Betäubungsmittel günstiger angeboten werden, da nicht, wie oben erwähnt der Preis durch eine Knappheit künstlich in die Höhe getrieben wird. Das hätte wiederum Einfluss auf die Beschaffungskriminalität. Teilweise wird dieser Ansatz in der akzeptierenden Drogenarbeit durch Abgabe von Originalpräparaten bereits umgesetzt. Bei der Entpönalisierung bleiben Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln weiterhin strafbar, es kann jedoch von einer Strafverfolgung abgesehen werden, wenn es sich bei der sichergestellten Menge um eine kleine Drogenmenge für den Eigenbedarf handelt. Im BtMG ist diese Regelung bereits aufgenommen worden (§31a Abs. 5). Es handelt sich hierbei jedoch um eine nicht verbindliche Regelung. Da im BtMG außerdem nicht genauer definiert, wann es sich um geringe Mengen für den Eigenbedarf handelt, kommt es häufig zu unterschiedlichen Auslegungen. So kann es sein, dass trotzdem eine Eintragung in das Bundeszentralregister oder eine Strafverfolgung stattfindet. Durch diese Regelung können Konsumenten entkriminalisiert werden. Durch die Einschränkung der zulässigen Menge kann außerdem ein gesundheitsschonender Konsum geregelt werden. Die Entkriminalisierung verfolgt den Ansatz, dass Besitz und Erwerb von Mengen für den Eigenbedarf weiterhin ein Gesetzesverstoß bleibe, aber lediglich eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat mehr darstellen. Dabei können entweder alle Formen des Umgangs entkriminalisiert werden oder nur ein Teil. Der Umgang müsste dann abseits des BtMG geregelt werden, um die betreffenden Straf- und Bußgeldbestimmungen festzuhalten. Vorteil dieses Ansatzes ist, dass die Konsumenten von Drogen hier weitestgehend entkriminalisiert werden. Fraglich ist allerding, ob die finanziellen Mittel aufgebracht werden können, um Bußgelder zu bezahlen und ob das somit nicht zu vermehrter Beschaffungskriminalität führen könnte. Anhänger der Legalisierung fordern hingegen die komplette Freigabe von Rauschmitteln, deren Zugang dann beispielsweise (wie bei Alkohol) über das Jugendschutzgesetz geregelt werden könnte. Sie sehen den Umgang mit Drogen als ein natürliches Verhalten von Menschen in Bezug auf den Substanzkonsum und nehmen an, dass eine Selbstregulation, die bei illegalen Drogen ebenso wie bei legalen Genussmitteln stattfinden könne, durch eingreifen der Politik verhindert wird. Man erhofft sich dadurch, die durch Prohibition entstandenen Gesundheitsrisiken für die Konsumenten und die Folgekriminalität zu reduzieren. Des Weiteren wird argumentiert, dass sich Suchtverhalten außerdem nicht nur auf Substanzkonsum beschränkt, sondern auch in Form von Spiel- oder Esssucht auftauchen kann, die Einschränkung bestimmter Substanzen also willkürlich sei. Fraglich an diesem Ansatz ist jedoch, ob ein kontrollierter Gebrauch von harten Drogen möglich ist. Wie groß die Gruppe ist, die zum Beispiel Heroin kontrolliert gebraucht, ist empirisch nicht gesichert. Der Zugang zu einer solchen Stichprobe gestaltet sich schwierig, da dieser nicht wie bei Abhängigen zum Beispiel über Kliniken erfolgen kann. Gegenstimmen sind allerdings der Meinung, dass schnelle Wirkung einiger Rauschmittel, sowohl körperlich als auch psychisch, und die schnelle Abhängigkeit mit körperlichen Entzugserscheinungen einen kontrollierten Konsum unmöglich machen (vgl. Kappel 1991, S. 23 Kreuzer 1998, S. 604f.).

Als weitere Sichtweise wird außerdem die therapie- und hilfeorientierte Position vertreten. Vertreter dieser Position sehen Abhängige als Kranke und deshalb setzen sich für vermehrte Hilfen für Konsumenten und Abhängige ein. Der Erfolg des Strafrechts im Kampf gegen illegale Drogen wird dabei in Frage gestellt. Dennoch beabsichtigt man keinen kompletten Rückzug des Strafrechts. Vielmehr soll der rechtliche Spielraum des BtMG weitestgehend ausgenutzt werden, um eine akzeptierende Drogenarbeit zu schaffen.

Gemeinsam haben diese Ansätze, dass sie die Kontrolle vom Umgang mit illegalen Substanzen seitens der Politik für nötig erachten. Nur eine kleine Minderheit spricht sich dafür aus, jegliche Sonderregelungen – egal, ob strafrechtliche oder therapeutische Maßnahmen – komplett abzuschaffen. Dass zumindest eine nur auf Strafverfolgung basierende Drogenpolitik nicht zum gewünschten Ziel führt, zeigt sich am Beispiel der USA, die ab den 1980er begannen, mehr Mittel aufzubringen, sowohl finanziell als auch an Polizeikräften, um den Kampf gegen Drogen zu führen. Allerdings sank in Folge dessen weder die Folgekriminalität noch die Drogentodesfälle. Die Ziele dieser stark repressiven Politik, das Angebot an Drogen und die mit dem Konsum einhergehende Kriminalität zu verringern wurde also verfehlt (vgl. Göppinger 2008, S. 468f.; Kreuzer 1998, S. 589f., 604f.).

[...]


Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Drogenkonsum und -kriminalität zwischen Repression und Akzeptanz
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V468592
ISBN (eBook)
9783668955097
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Drogen, Sucht, Soziale Arbeit, Drogenkonsum, Drogenpolitik, Drogenkriminalität, Akzeptanz, Repression, Prävention
Arbeit zitieren
Saskia Albrecht (Autor), 2017, Drogenkonsum und -kriminalität zwischen Repression und Akzeptanz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468592

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