Nicht erst seit PISA werden Rufe nach einer Veränderung des Unterrichts laut. Insbesondere die Qualität, die Methodik und die Inhalte sind für einen erfolgreichen Lernprozess entscheidend. Im Deutschunterricht an deutschen Schulen findet man kaum herausragendes. Meist werden literarische Texte gelesen, interpretiert, analysiert.
Doch gerade bei der Erarbeitung von Texten kommt es nicht nur auf das Lesen, sondern vielmehr auf das Verstehen an. Textverstehen bedeutet nicht einfach das Erkennen der abgebildeten Zeichen, sondern ist ein komplexer Verarbeitungsprozess.
Das Verstehen gibt den Zeichen eine Bedeutung und stellt sie sowohl syntaktisch, als auch textuell in Zusammenhang.
Kann diese Verarbeitung nicht am besten mit eigenem Schreiben trainiert und gefestigt werden?
Das eigene Schreiben ist jedoch meist auf Erörterungen, Inhaltsangaben und Beantworten inhaltlicher Fragen reduziert - doch wo bleibt die eigene Phantasie, die eigene Kreativität? In Baden-Württemberg hat man das Kreative Schreiben als Aufsatzform als eine Möglichkeit der schriftlichen benoteten Arbeitsformen aufgenommen.
Doch lässt es sich auch in den normalen Unterrichtsablauf integrieren, oder eignet es sich doch besser für Projekte?
Kann oder sollte man die Arbeit bewerten, oder beeinflusst dies den Vorgang in negativer Weise?
Welche Ziele können damit verfolgt und erreicht werden?
Hier sollen diese Fragen näher beleuchten und praktische Beispiele für Kreatives Schreiben im Deutschunterricht aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Formen und Ziele des Kreativen Schreibens
2.2. Vor- und Nachteile des Kreativen Schreibens
3. Praktische Möglichkeiten
3.1. Kreativität im Unterricht
3.2. Beispiele
4. Bewertung
4.1. Allgemeines zur Leistungsbeurteilung
4.2. Bewertung von Kreativem Schreiben
5. Fazit
6. Literaturnachweise
7. Fußnotenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einsatz von Kreativem Schreiben als Methode im Deutschunterricht. Ziel ist es zu analysieren, wie kreative Schreibaufgaben in den Unterrichtsalltag integriert werden können, welche Ziele damit verfolgt werden und welche Herausforderungen – insbesondere bei der Leistungsbewertung – dabei entstehen.
- Integration von Kreativem Schreiben in den regulären Schulunterricht
- Förderung von Schreibkompetenz und Phantasie bei Schülern
- Methodische Ansätze für den kreativen Umgang mit literarischen Texten
- Problematik der Leistungsbewertung bei kreativen Leistungen
Auszug aus dem Buch
Beispiel 2 Lyrischer Dreikampf
Aufgabe ist es einen sinnvollen Gedichttext zu erstellen. Dabei werden immer drei Zeilen vorgegeben von denen jeweils eine ausgewählt werden muss. Ziel dabei ist es jedoch nicht den Originaltext (der den Schülern möglichst unbekannt sein sollte) wieder herzustellen, sondern im Anschluss gemeinsam über das neu entstandene Produkt, dessen innere Stimmigkeit und Entstehung zu sprechen.
Natürlich gibt es verschiedene Varianten, bspw. können Textzeilen, die sehr unterschiedlich sind aufgeführt werden oder Leerzeilen da sein, bei denen die Schüler ganz frei schreiben müssen. Außerdem können die Auswahlzeilen alle auf einem Blatt stehen, oder erst nacheinander per Overhead gezeigt werden. Dabei muss sich jeder für eine Zeile entscheiden, bevor er weiß was danach kommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer methodischen Veränderung im Deutschunterricht, um das Textverstehen über reines Analysieren hinaus zu fördern und die Phantasie der Schüler durch Kreatives Schreiben zu stärken.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert verschiedene Formen des Kreativen Schreibens, wie normiertes und freies Schreiben, und diskutiert deren spezifische Ziele sowie Vor- und Nachteile als Unterrichtsgegenstand.
3. Praktische Möglichkeiten: Es werden konkrete methodische Ansätze und Übungen vorgestellt, um Kreativität im Unterricht gezielt zu fördern, wobei der Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung und Anregungen für den Lehrer liegt.
4. Bewertung: Dieser Abschnitt analysiert die komplexen Anforderungen an die Leistungsbeurteilung im schulischen Kontext und erörtert, wie kreative Leistungen fair und pädagogisch sinnvoll bewertet werden können, ohne die Kreativität durch Leistungsdruck zu hemmen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kreatives Schreiben ein wertvolles, facettenreiches Instrument zur Textarbeit ist, dessen Potenzial im Unterricht häufig unterschätzt wird und das eine bewusste Vorbereitung durch die Lehrkraft erfordert.
Schlüsselwörter
Kreatives Schreiben, Deutschunterricht, Textverstehen, Leistungsbewertung, Kreativität, Unterrichtsmethoden, Literaturnachweise, Clustering, Visuelle Poesie, Schüler, Lehrer, Schreibkompetenz, Pädagogik, Sprachgefühl, Schulunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration des Kreativen Schreibens als Methode im Deutschunterricht an Schulen und beleuchtet sowohl die theoretischen Voraussetzungen als auch die praktische Anwendung im Unterrichtsalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Definition und Formen des Kreativen Schreibens, der Nutzen für den Lernprozess, methodische Anwendungsbeispiele sowie die Problematik der gerechten Notengebung bei kreativen Arbeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kreatives Schreiben als sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Unterrichtsformen genutzt werden kann, um das Textverständnis und das Sprachgefühl der Schüler nachhaltig zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Konzepte und der Darstellung von praktischen Unterrichtsbeispielen, die als Anregungen für Lehrkräfte dienen sollen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Formen des Schreibens (normiert vs. frei) erörtert, danach folgen konkrete praktische Beispiele wie das "Zeilenpuzzle" oder die "Visuelle Poesie" sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Notengebung und Bewertungskriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Kreatives Schreiben, Deutschunterricht, Leistungsbeurteilung, Pädagogik und Unterrichtsmethodik.
Wie kann das "Clustering" als Methode im Unterricht eingesetzt werden?
Das Clustering dient als nichtlineares Brainstormingverfahren, um Ideen zu sammeln und Schreibblockaden zu lösen, bevor die eigentliche Schreibphase beginnt.
Warum ist die Bewertung von Kreativität für Lehrkräfte so schwierig?
Die Bewertung ist schwierig, da Kreativität per Definition subjektiv ist und die Gefahr besteht, dass der Leistungsdruck die Freude am kreativen Prozess abtötet oder in zu starre Bahnen lenkt.
- Quote paper
- Julia Adam (Author), 2003, Kreatives Schreiben als Unterrichtsgegenstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46888