Figurenzeichnung des Romans "Tschick" in Literatur und Film

Analyse der Figuren Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

21 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlage
2.1 Besonderheiten Literatur
2.2 Besonderheiten Film

4 Analyse - Andrej Tschichatschow
4.1 Grundlegende Daten
4.2 Analyse der Figur im Buch
4.2.1 Äußerliche Erscheinung
4.2.2 Sprache
4.2.3 Verhalten und Eigenschaften
4.3 Analyse der Figur im Film
4.3.1 Äußerliche Erscheinung
4.3.2 Sprache
4.3.3 Verhalten und Eigenschaften

5 Analyse - Maik Klingenberg
5.1 Grunddaten
5.2 Analyse der Figur im Buch
5.2.1 Äußerliche Erscheinung
5.2.2 Sprache
5.2.3 Verhalten und Eigenschaften
5.3 Analyse der Figur im Film
5.3.1 Äußerliche Erscheinung
5.3.2 Sprache
5.3.3 Verhalten und Eigenschaften

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Inhaltlich wendet sich diese Hausarbeit dem Thema Figurenzeichnung des Romans Tschick in Literatur und Film zu. Hierbei wird der mehrfach ausgezeichnete und 2010 erschienene Jugendroman von Wolfgang Herrndorf mit der 2016 erschienenen Filmadaption von Fatih Akin verglichen. Als Hauptmerkmal des Vergleichs wird die Darstellung der Hauptcharaktere und die Figurenzeichnung in den unterschiedlichen Medien untersucht. Dabei wird mit zentralen Analysemerkmale der Erzähltextanalyse nach Lahn und Meister (2016) gearbeitet. Diesbezüglich wird die wissenschaftliche Arbeit unter der folgenden Fragestellung gestaltet:

„Inwiefern unterscheiden sich die Figuren Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow in Literatur und Film?“

Das Ziel dieser Arbeit ist es Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Figurenzeichnung von Buchvorlage und Filmadaption aufzuzeigen.

Als zugrundeliegende Motivation und thematische Einflussgabe dient die, in Relation zu anderen Jugendromanen, vergleichsweise sehr junge Verfilmung der Literaturvorlage. Aus diesem Kontext ergibt sich, dass das Thema ein recht neues Phänomen betrachtet. Diese Aktualität des Themas trägt positiv zur Motivationsgrundlage bei. Diesbezüglich ist der Forschungsstand zu der Thematik überschaubar und weitreichend unausgeschöpft. In diesem Rahmen bieten die ausgewählten Werke in Literatur und Film ein weites Potenzial für wissenschaftliche Betrachtungen.

Die wissenschaftliche Grundlage dieser Arbeit besteht insbesondere aus den primär Quellen im Bereich Literatur und Film, sowie die theoretischen Grundlagen aus DuMont´s Lehrbuch der Filmgestaltung (1994) und dem Werk Einführung in die Erzähltextanalyse (2016).

Zunächst wird der thematische Hintergrund der Arbeit weiter vertieft. Dabei wird die zum Verständnis der Arbeit nötige Theorie behandelt. Dabei wird als Erstes auf das Medium Buch bzw. übergeordnet Literatur eingegangen. Anschließend wird sich mit dem Medium Film beschäftigt. Dabei werden auch immer die Besonderheiten des jeweiligen Mediums weiter beleuchtet. An die Theorie anknüpfend werden die allgemeinen Grundlagen zur Figurenzeichnung bzw. Charakterisierung als theoretischer Baustein des methodischen Vorgehens erörtert.

Dieses bildet mit der Theorie den Grundbaustein für die anschließende Analyse von Literaturmedium und Filmmedium in dem oben genannten Betrachtungspunkten. Bei der Analyse werden die Hauptcharaktere Andrej Tschichatschow und Maik Klingenberg betrachtet. Hierbei wird auf die optische Darstellung und die Grundinformationen beider eingegangen. Anschließend erfolgt eine Analyse des Figurenverhaltens, der Sprache, der äußerlichen Erscheinung und der Eigenschaften. Insgesamt wird zunächst auf Andrej eingegangen. Dabei wird zuerst die Literaturvorgabe analysiert und darauffolgend die Filmadaption. Danach wird ein gleiches Prozedere mit der Figur von Maik vollführt. An die Analyse anknüpfend werden die Erkenntnisse in Form eines vergleichenden und abschließenden Fazits zusammengefasst. Es geht bei der Analyse jedoch nicht um eine klassische Charakterisierung, sondern um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Figurenzeichnung beider Medien.

2 Theoretische Grundlage

2.1 Besonderheiten Literatur

Figuren erfahren wir durchaus als quasi-reale Personen in der Literatur, jedoch muss man im Hinterkopf behalten, dass sie lediglich Konstrukte innerhalb eines Textes sind. In diesem erfüllen sie die konkrete Funktion der Bedeutungsvermittlung (vgl. Lahn & Meister 2016: 235).

Der Begriff Figur wird üblicherweise wie folgt definiert;

„Figur (lat. Figura: Gebilde, Gestalt, Erscheinung) wird abgeleitet von fingere (fingieren). Zum einen versteht man darunter Körpergröße, Gestalt, äußere Erscheinung eines Menschen Hinblick auf ihre ausgewogenen Proportionen oder Person, Persönlichkeit (Scholze-Stubenrecht 2011: 575)."

Man unterscheidet allgemein zwischen verschiedenen Figurmodellen. Dabei handelt es sich zwar in gewisser Weise um Kategorien, jedoch sind diese eher als Tendenzen zu verstehen. Konkret unterscheidet man in der Literatur zwischen runden und flachen Charakteren (vgl. Lahn & Meister 2016: 239). Figuren die als ein Funktionsträger auftreten sind und meist nur eine Idee oder Eigenschaft mit sich bringen werden als rund bezeichnet.

Für die Betrachtung der Figuren Maik und Tschick werden diese Begriffe jedoch nicht verwendet, da sie aufgrund ihrer Vielzahl an Aspekten und Ebenen eine zu detaillierte Figurenanalyse hervorbringen würden, welche den Umfang der Arbeit überschreiten würde. Für die Untersuchung werden neutralere Begriffe wie einfach und komplex verwendet.

Insgesamt gibt es in der Literatur nur drei Möglichkeiten der Figurencharakterisierung. Diese kann über den Erzähler, von der Figur selbst oder durch andere Figuren geschehen. Dabei kann es sich um aktive Charakterisierungen in Form von klaren Aussage handeln. Andererseits können die Figuren auch passiv durch ihr Verhalten oder indirekte Aussagen charakterisiert werden. Informationen aus der Gesamtheit der sprachlichen und außersprachlichen Mittel sind demnach implizit und direkte Informationen über Figuren sind explizit.

2.2 Besonderheiten Film

Bei der Filmadaption zu Wolfgang Herrendorfs Jugendroman Tschick handelt es sich um einen Spielfilm. Damit man einen solchen Film analytisch Betrachten kann, sollte man grundlegend wissen, was einen solchen Film ausmacht. DuMont´s Lehrbuch liefert folgende Definition zum Spielfilm:

„Er ist der gängige und einschlägige Streifen für den normalen Kinobesucher und im Schwerpunkt auf Unterhaltung, Ablenkung und Entspannung angelegt. Dabei werden die niederen Instinkte genauso angesprochen wie die hehren (Kandorfer 1994: 27).“

Der Film kann, wie bereits erwähnt, nur annähernd mit den Kriterien der Literaturanalyse untersucht werden. Dies liegt daran, dass das filmische Medium andere Reizkanäle anspricht. Dementsprechend verfügt der Film auch über unterschiedliche Vermittlungsmöglichkeiten. Dazu sollte folgendes grundsätzlich bedacht werden:

„Die Rezeption eines Films ist zunächst eine sinnliche Angelegenheit. Obwohl (Ton-) Filme nicht nur optisch, sondern auch akustisch wahrgenommen werden, behandeln sie die meisten Theoretiker primär als visuelle Kunst (Hoeppel 1986: 25).“

Für die Wahrnehmung gilt generell, dass alles aufgenommene durch Reize bzw. Erregung der Sinnesorgane zu verstehen ist. Deshalb werden eigene Kategorien und Kriterien für die Filmanalyse benötigt. Bei dieser wissenschaftlichen Arbeit werden deshalb die grundlegenden Begriffe und Kategorien der filmanalytischen Betrachtung nach Maiwald verwendet. Die analytischen Hauptkategorien unterscheiden sich in die visuellen, auditiven und narrativen Elemente (vgl. Maiwald 2010: 168–173).

3 Methodisches Vorgehen

Für die Charakterisierung der Figuren in der Literatur werden die vier Oberkategorien Äußere Erscheinung, Sprache, Figurenhandeln, interpesonelle Charakterisierung behandelt (vgl. Lahn & Meister 2016: 244-245). Insgesamt werden die Kategorien Figurenhandeln und interpersonelle Charakterisierung unter den Oberpunkt Verhalten und Charaktereigenschaften für das Forschungsvorhaben zusammengefasst. Diese Kategorien werden auch in der Filmbetrachtung angepasst verwendet. Hierbei ist jedoch anzumerken, dass die Vermittlungsebene und Rezeptionsebene hier eine andere ist. Dies hängt mit den Besonderheiten des Mediums zusammen, welche im vorherigen Kapitel behandelt wurden.

Für die Untersuchung der Forschungsfrage muss die narrative Ebene der Filmanalyse betrachtet werden. Dies liegt daran, dass in dieser Kategorie die Figuren und die Zeichnung dieser behandelt wird. Natürlich handelt es sich dabei um narrative Elemente, jedoch schließt dies nicht die Relevanz der auditiven und visuellen Ebenen bei der Figurenzeichnung aus. Es liegt auf der Hand, dass Charaktere über den visuellen und auditiven Wahrnehmungskanal konstruiert werden. Dies hängt mit den bereits erwähnten Möglichkeiten des Filmmediums zusammen, welches eine solche Reizrezeption ermöglicht.

Im Sinne der Vergleichbarkeit werden bei der Analyse des Filmmediums die gleichen Oberkategorien wie bei der Literaturbetrachtung verwendet. Dies führt dazu, dass die beiden Medien gegenübergestellt betrachtet werden können. Außerdem eignen sich die Oberkategorien Sprache, äußerliche Erscheinung und Verhalten/Charaktereigenschaften ebenso für die Analyse des Filmmediums. Im weiteren Verlauf der Analyse werden zunächst Andrej Tschichatschow und Maik Klingenberg als konstruierte Figuren in der Literatur betrachtet. Anschließend erfolgt eine Betrachtung der Figuren im Filmmedium. Durch den Aufbau des methodischen Vorgehens mit dessen Oberkriterien erübrigt sich ein separater Vergleich der Figuren in den Medien. Dies liegt daran, dass die Unterkapitel der Analyse nebeneinander betrachtet werden können. Die Ergebnisse werden deshalb in einem vergleichendem Fazit aufgezeigt.

Im Vorfeld der konkreten Figurenanalyse erfolgt eine Einführung des jeweiligen Charakters. Die grundlegenden Thematiken und Grunddaten der Hauptcharaktere sind in Literatur und Film nahezu gleich, weshalb sie hierbei als Wissensgrundlage für die Analyse in beiden Medien dienen. Zudem wäre es überflüssig diesen Punkt doppelt zu behandeln, da er keine direkten Aussagen über die Figuren verrät, sondern nur als thematischer Analyseeinstieg dient. Für ein vereinfachtes Verständnis werden die grundlegenden Daten nur mit Vergleichselementen der Literaturvorlage belegt.

[...]

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Details

Titel
Figurenzeichnung des Romans "Tschick" in Literatur und Film
Untertitel
Analyse der Figuren Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Note
2
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V468928
ISBN (eBook)
9783668941298
ISBN (Buch)
9783668941304
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tschick, charakter, charakterisierung, analyse, zeichnungen, roman, literatur, film
Arbeit zitieren
Jan Seehorst (Autor:in), 2018, Figurenzeichnung des Romans "Tschick" in Literatur und Film, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468928

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