Inhaltlich wendet sich diese Hausarbeit dem Thema Figurenzeichnung des Romans "Tschick" in Literatur und Film zu. Hierbei wird der mehrfach ausgezeichnete und 2010 erschienene Jugendroman von Wolfgang Herrndorf mit der 2016 erschienenen Filmadaption von Fatih Akin verglichen. Als Hauptmerkmal des Vergleichs wird die Darstellung der Hauptcharaktere und die Figurenzeichnung in den unterschiedlichen Medien untersucht. Dabei wird mit zentralen Analysemerkmale der Erzähltextanalyse nach Lahn und Meister (2016) gearbeitet. Diesbezüglich wird die wissenschaftliche Arbeit unter der folgenden Fragestellung gestaltet: "Inwiefern unterscheiden sich die Figuren Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow in Literatur und Film?"
Das Ziel dieser Arbeit ist es Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Figurenzeichnung von Buchvorlage und Filmadaption aufzuzeigen. Als zugrundeliegende Motivation und thematische Einflussgabe dient die, in Relation zu anderen Jugendromanen, vergleichsweise sehr junge Verfilmung der Literaturvorlage. Aus diesem Kontext ergibt sich, dass das Thema ein recht neues Phänomen betrachtet. Diese Aktualität des Themas trägt positiv zur Motivationsgrundlage bei. Diesbezüglich ist der Forschungsstand zu der Thematik überschaubar und weitreichend unausgeschöpft. In diesem Rahmen bieten die ausgewählten Werke in Literatur und Film ein weites Potenzial für wissenschaftliche Betrachtungen.
Die wissenschaftliche Grundlage dieser Arbeit besteht insbesondere aus den primär Quellen im Bereich Literatur und Film, sowie die theoretischen Grundlagen aus DuMont´s Lehrbuch der Filmgestaltung (1994) und dem Werk Einführung in die Erzähltextanalyse (2016).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlage
2.1 Besonderheiten Literatur
2.2 Besonderheiten Film
4 Analyse - Andrej Tschichatschow
4.1 Grundlegende Daten
4.2 Analyse der Figur im Buch
4.2.1 Äußerliche Erscheinung
4.2.2 Sprache
4.2.3 Verhalten und Eigenschaften
4.3 Analyse der Figur im Film
4.3.1 Äußerliche Erscheinung
4.3.2 Sprache
4.3.3 Verhalten und Eigenschaften
5 Analyse - Maik Klingenberg
5.1 Grunddaten
5.2 Analyse der Figur im Buch
5.2.1 Äußerliche Erscheinung
5.2.2 Sprache
5.2.3 Verhalten und Eigenschaften
5.3 Analyse der Figur im Film
5.3.1 Äußerliche Erscheinung
5.3.2 Sprache
5.3.3 Verhalten und Eigenschaften
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Figurenzeichnung der Hauptcharaktere Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow in Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ sowie in der gleichnamigen Filmadaption von Fatih Akin, um medienbedingte Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.
- Vergleichende Analyse der Figuren Maik und Tschick
- Gegenüberstellung von literarischer Vorlage und filmischer Umsetzung
- Untersuchung von Erscheinungsbild, Sprache und Verhalten
- Anwendung narrativer Analysemethoden nach Lahn und Meister sowie filmtheoretischer Ansätze nach Maiwald
- Evaluation der Charakterentwicklung in beiden Medien
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Äußerliche Erscheinung
Das äußerliche Erscheinungsbild von Andrej wirkt älter als 14 (vgl. Herrndorf 2016: 106). Tschick hat ausgeprägte Unterarme mit einer Narbe, eine markante Schädelform und an dünne Beine. Charakteristisch sind seine hohen Wangenknochen und seine Augen, die wie Schlitze aussehen. Dies verleiht ihm ein Mongolisches aussehen (vgl. ebd.: 42).
Von anderen wird er als Asi charakterisiert und ärmlich beschrieben. Beispielsweisewird seine Kleidung als schmuddeliges weises Hemd, 10Euro Jeans von Kik und braune unförmige Schuhe beschrieben (vgl. Herrndorf 2016: 42). Tschicks Schultasche besteht zudem nur aus einer Plastiktüte (vgl. ebd.: 63). Daraus lässt sich schließen, dass er nicht gerade viel Geld besitzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit stellt die Fragestellung zur medienübergreifenden Figurenzeichnung im Roman und Film „Tschick“ vor und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2 Theoretische Grundlage: Es werden die spezifischen Merkmale der Figurenkonstitution in Literatur und Film sowie deren jeweilige Analysemodelle definiert.
4 Analyse - Andrej Tschichatschow: Das Kapitel detailliert die Merkmale, Sprache und das Verhalten der Figur Andrej Tschichatschow getrennt nach Buch und Film.
5 Analyse - Maik Klingenberg: Es erfolgt eine systematische Untersuchung der Figur Maik Klingenberg hinsichtlich seiner optischen Darstellung, Sprache und Verhaltensweisen in beiden Medien.
6 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Filmadaption die Figuren nahezu identisch zur Vorlage umsetzt, wobei minimale Abweichungen durch die spezifischen stilistischen Mittel des Films bedingt sind.
Schlüsselwörter
Tschick, Maik Klingenberg, Andrej Tschichatschow, Figurenzeichnung, Romananalyse, Filmadaption, Fatih Akin, Wolfgang Herrndorf, Charakterisierung, Medienvergleich, Jugendroman, Erzähltextanalyse, Filmanalyse, Verhaltensanalyse, Identitätsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der vergleichenden Figurenzeichnung der Hauptcharaktere Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow in der Romanvorlage „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf und der Filmadaption von Fatih Akin.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen das äußerliche Erscheinungsbild, die sprachliche Ausdrucksweise sowie das Verhalten und die Charakterentwicklung beider Figuren im direkten Vergleich zwischen Text und Film.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Konstruktion der Charaktere in den beiden unterschiedlichen Medien aufzuzeigen und zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es werden zentrale Analysemerkmale der Erzähltextanalyse nach Lahn und Meister (2016) sowie filmanalytische Kategorien nach Maiwald (2010) kombiniert, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Analyseschritte: Zuerst wird Andrej Tschichatschow, danach Maik Klingenberg detailliert analysiert, wobei jeweils das Buch und der Film nacheinander unter den Kategorien Aussehen, Sprache und Verhalten untersucht werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Figurenzeichnung, Medienvergleich, Charakterisierung, Filmadaption und spezifische Analysemethodik geprägt.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Tschicks Alkoholproblem im Film gegenüber dem Buch?
Im Film wird das Alkoholproblem weniger stark thematisiert als in der Romanvorlage, was dazu führt, dass die Figur im Film teilweise „leichter“ gezeichnet erscheint.
Inwiefern beeinflussen die filmischen Möglichkeiten die Darstellung von Maiks Innenwelt?
Der Film nutzt stilistische Mittel, um Maiks Fantasien – etwa seine Tagträume über seinen Vater – deutlicher visuell darzustellen, wodurch er im Film stärker als Träumer wahrgenommen wird als im Buch.
- Arbeit zitieren
- Jan Seehorst (Autor:in), 2018, Figurenzeichnung des Romans "Tschick" in Literatur und Film, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468928